Immer ist irgendwas...

Hallo! Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, aber ich finde Erwachsensein mit den Jahren teilweise echt doof. Rückblickend hätte ich mir die ganze Nummer mit Familie und allem was dazu gehört irgendwie anders vorgestellt. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich habe grundsätzlich ein gutes Leben. Ich bin Mitte 30, habe einen lieben und fürsorglichen Mann mit dem ich über 10 Jahre zusammen bin, wir haben ein kleines Reihenhaus am Stadtrand, zwei süße und durchaus gelungene Kinder im Alter von 7 und 2, wir haben beide gute Jobs die sicher sind und mit denen man ganz gut verdient. Reich werden wir damit nicht, aber wir haben genug um ein schönes Leben zu führen. Wir kommen allerdings beide aus der unteren Mittelschicht. Haben also keine Eltern die uns etwas vererbt haben. Wir müssen also beide immer viel arbeiten und haben alles was wir besitzen selbst erarbeitet. Wir können also stolz auf uns sein. Ich bin derzeit aber wirklich sehr geschlaucht, denn ich habe das Gefühl, es ist immer irgendwas. Die Kinder sind oft krank, am Haus ist viel zu tun (Renovierung, Umbau Sanierung etc), die Schwiegermutter ist an Krebs verstorben, ich hatte schwere traumatische Geburten, anstrengende Babyjahre, unsere Berufe sind Kräftezehrend und dazu der normale altagswahninn. Ich musste bei beiden Kindern auch wieder mit 10 Monaten relativ viel wieder arbeiten. Versteht mich nicht falsch, alles in allem weiß ich, dass es uns gut geht und wir und Glücklich schätzen müssen. Aber gerade habe ich eine Phase in der ich mich einfach so ausgelaugt fühle. Ich fühle mich so, als ob ich in den letzten 5 Jahren um 15 Jahre gealtert bin und man mir das mittlerweile auch ansieht. Man Mann sagt, dass ich total spinne, aber ich fühle mich so. Vielleicht haben wir uns zuviel zugemutet. Oft denke ich, dass es nur mir so geht. Vielleicht leide ich auch an leichten depressiven Verstimmungen. Vielleicht ist es auch einfach alles zu viel. Oft denke ich das anderen Familien der Alltag leichter von der Hand geht, sie sich besser organisieren. Aber das ist bestimmt gar nicht so und jeder hat sein Päckchen zu tragen. Wie seht ihr das so?

Inwieweit bringt sich dein Mann ein in Familienleben, Kindererziehung und Haushalt?

Hallo, nimm dir öfters mal kleine Auszeiten, das entspannt.
Ansonsten ja, jeder hat sein Päckchen zu tragen und wir sollten öfters mal in uns gehen und überlegen, was gut gelingt, was sich schön angefühlt hat usw. Manchmal liege ich am abends im Bett und überlege ganz bewusst, welche 3 Dinge mir am heutigen Tag gut gefallen haben. Ich finde immer etwas und dann wird mir bewusst, wie gut wir es haben.
Liebe Grüße

Hallo,
hier ist das mit drei Kindern ähnlich. Wir arbeiten beide. Ich arbeite nicht Vollzeit, aber viel. Drei Kinder sind teuer. Dazu die Betreuung. Die Babyjahre und der Schlafmangel haben Kraft gekostet. Als die Kleinste dann drei Jahre alt war, wurde es besser. Nun ist sie fast ein Schulkind. Es wird immer einfacher und ich gewinne ein bisschen Freizeit zurück, weil die Kinder mich nicht so sehr brauchen. Aber die Zeit in der du steckst, das ist wie auf der Überholspur der Autobahn.
Fühl dich einfach mal gedrückt. Es wird auch wieder besser.

Danke! Das sind genau die Worte die ich brauchte ❤️

Moin!

Die 20. bis 40. Jahre sind die anstrengenden Aufbaujahre. Da ist man jung, bekommt Kinder, baut sich was auf.
In den 40. bis 60. ist man gefestigt, weiß was man hat.
Ab den 60. ruht man sich aus, genießt sein Werk, wird alt und dann ist irgendwann Ende. Nennt sich Leben und niemand kommt da lebend raus.

Kopf hoch, es ist zwar anstrengend, aber ihr habt alles aus eigener Kraft geschafft. Eure Eltern können stolz auf euch sein. Sie haben euch zu tüchtigen Menschen erzogen, die ihr Leben im Griff haben. Wieviele können das nicht.

Besten Gruß
vom Klos, der über 50 ist und auch manchmal einfach nur müde ist.

Danke. Du hast recht! Tut gut das zu hören, auch wenn mir Gedanken um die Endlichkeit des Lebens langsam zu schaffen machem. Es geht alles viel zu schnell...

Hallo, das ist wohl der ganz normale Alltag den die meisten von uns stemmen. Der eine spricht mehr darüber, der andere weniger ;-) und sein Päckchen hat jeder. Auch da wieder zeigen es einige und andere wieder nicht.

Achte auf dich, nimm dir kleine Auszeiten und tu etwas nur für dich.

Mir fiel beim lesen des Textes spontan 'Mutter-Kind-Kur' ein. Frsg mal bei Deinem Hausarzt bzw. der KK nach. Denke, diese würde Dir gut tun.

Mein Beileid. Ansonsten ist das normal.
Es endet nicht. So ist das Leben mit Familie. Jeder verkraftet es anders. Es liegt auch an dir wie du es annimmst und für dich verarbeitet. Thema für dich sollte achtsamkeit werden. Bringt sich dein Mann im Haushalt und den Kindern auch ein?

"Ich fühle mich so, als ob ich in den letzten 5 Jahren um 15 Jahre gealtert bin und man mir das mittlerweile auch ansieht. Man Mann sagt, dass ich total spinne, aber ich fühle mich so. Vielleicht haben wir uns zuviel zugemutet. "

es sind deine Gefühle und diese sind ernst zu nehmen. Das ist wichtig.
Hoffentlich bezieht dein Mann das mit dem Spinnen nur auf das optische. Vielleicht fällt es ihm auch nicht auf, weil er dich täglich sieht.

Seine Aussage in Bezug auf deine Gefühle sind ein no go!
Natürlich braucht er dich nicht puschen und reinsteigern, aber ernst nehmen sollte er es schon.


zu viel zugemutet, das kann schon sein, muss aber nicht.
manches mutet man sich selbst zu
manches mutet einem das Schicksal zu. Auch wenn es irgendwie stimmt: man wächst mit seinen Aufgaben / das Schicksal mutet einem nur so viel zu wie man verkraften kann .... dennoch hätte ich dem Schicksal gerne mal in die **** geschlagen #schein

überlebt habe ich es immer und zu mir gefunden auch wieder
Tiefschläge gehören auch dazu
nur manchmal darf man auch frustriert sein, wenn es einfach viel zu viel ist

mein Körper hat sich dann den Weg über Krankheit gesucht und mich so zur Zwangspause gezwungen. Doof gelaufen und doch irgendwie logisch. Einerseits habe ich mich wieder geärgert, andererseits auch als Chance genommen. Beides gleichzeitig.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe: das sich selbst zumuten den Umständen anzupassen.

Lebensplanungen habe ich verändert. Nicht weil ich es so wollte, sondern weil ich es BRAUCHTE. ;-) :-)

Wenn du merkst, es wird dir JETZT zu viel (weil schon zu lange zu viel), dann nimm es ernst.

versuche in dich reinzufühlen, was dir wichtig ist
was du brauchst, was du jetzt brauchst
was du tun könntest
was du dir wünschst (nicht erwarten, sondern was würdest du dir wünschen)
was davon ist umsetzbar

in Mutter-Kind-Kuren habe ich z.B. gelernt mit Abstand meine Situation zu reflektieren und heraus zu finden, was ich BRAUCHTE
wie ich auf neue (eingeschliffene) Situationen reagieren kann, da sie mich auf Dauer (nicht sofort, aber auf Dauer) dann doch ausgelaugt haben. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Ein paar dieser Tropfen haben ich dann
- den Hahn zugedreht (kein Tropfen, kein Steinhöhlen)
- ein Gefäß unter gestellt. Zudrehen konnte ich es nicht, aber so ändern, dass es mich nicht mehr auslaugt ;-) Nur noch ab und zu das volle Gefäß leeren.
Aber vorsicht: ich musste aufpassen, dass der Tropfen das Fass nicht zum Überlaufen bringt.

D.h. das Problem nicht ignorieren, aber auch nicht ständig damit beschäftigt sein.


Gespräche mit Freunden
Mutter-Kind-Kur

aber auch für mich Träumen (keine Luftschlösser!)
haben mir geholfen heraus zu finden, an welchen kleinen Schräubchen ich etwas tun kann.


Gleiche Situation, einzelne Faktoren verändern.
Arbeitsweg
Arbeitskollegen
Arbeitsaufgaben
usw.

so kam ich den eigentlichen Faktoren auf die Schliche. Womit fühle ich mich wohl(er), wenn sich dieser eine kleine Faktor verändert.... oder womit würde ich mich unwohler fühlen, wenn.... sich jener kleine Faktor verändern würde.

P.S.
Belastungsgrenzen können sich auch immer mal wieder verschieben.

u.a. auch: je nachdem wie viele steine wie intensiv schon gehöhlt sind
oder wie nah ein Fass am überlaufen ist

Aber auch Gesundheit, Schlaf, anderes kann die eigene Belastungsgrenze verschieben. Niemand ist immer und dauerhaft gleich stark.

Mutter Kind Kur.
Und evtl für einen Gewissen Zeitraum, die Arbeitszeit reduzieren.
Mehr Auszeit nehmen zum entspannen.
Mit jemanden darüber reden.

Ich fühle mich auch manchmal wie ein durchgeknallter Hamster im Rad.
Daher nehm ich mir gelegentlich mal einen Tag Auszeit mit einer Freundin. Da bin ich dann nur ich.
Es klingt vielleicht verrückt, aber danach bin ich gern wieder der Hamster,denn wenn ich meine Kinder ansehe weiß ich wofür ich das alles mache.
Irgendwann werden sie erwachsen sein, ausziehen, ihr eigenes Leben leben. Ich vermute mal dann wird es ruhiger 😜.

Hallo,

so geht es jeder Mutter mit Kindern in diesem Alter. Meine Kinder sind mittlerweile 9 (fast 10), 15 und 17. Als meine Kinder jünger waren, fühlte ich das gleiche wie du. Je älter die Kinder werden um so selbständiger werden sie und um so weniger wirst du gebraucht. Ich habe jetzt wieder sehr viel Zeit für mich und kann entspannt Vollzeit arbeiten. Vorher war es eher ein Kampf zwischen Arbeit und Kinderbetreuung. Mittlerweile bleibt selbst die Kleine mal eine Weile allein daheim bzw. sind die Großen da und betreuen mit, wenn es bei uns etwas später wird, schauen mal auf die Hausaufgaben, helfen mir im Haushalt. Ich bin nicht mehr nur Mutter, die alles macht, sondern wir sind ein Team. Mit 30 fühlte ich mich wie 60. Ich sah auch sicherlich so aus. Ich fühlte mich nicht mehr als Frau, sondern nur noch als Mutter und Verantwortliche. Mein Mann arbeitet weiter weg und ist nur am Wochenende Zuhause. Dementsprechend hing alles an mir. Jetzt bin ich 39 und fühle mich 10 Jahre jünger anstatt älter. Ich habe wieder Zeit für mich und ernte quasi die Früchte von früher. Meine Großen sind zu selbständigen und verantwortungsvollen Menschen herangewachsen. Meine Kleine wird immer selbständiger und fordert mich ebenfalls kaum noch. Ich kann jetzt wieder Frau sein, Hobbys nach gehen und vieles ist wieder leicht und einfach. Und man scheint es auch zu sehen. Meine Mutter sagte mir vor ein paar Tagen, dass ich schon lange nicht mehr so jung und frisch ausgesehen habe.
Halte durch. Deine Kinder sind noch klein. Nicht mehr lange und es wird auch bei dir einfacher und stressfreier. Durch diese Zeiten muss jede Frau, bzw. jede Familie durch. Dann blickst du zurück und bist umso mehr stolz auf das, was du geschafft hast.

LG
Lotta

Als Kind hat man natürlich so seine Sorgen, die zwar belasten können. Aber irgendwie ist das Leben trotzdem leichter. Zumal man (wenn alles gut läuft) irgendwie immer darauf vertraut, dass die Eltern im Zweifel da sind und helfen.

Als Teenager trägt man an manchen Tagen die Last der Welt auf den Schultern. Aber man hat auch so viel Kraft, so viel Energie und die kühnsten Hoffnungen für sein Leben und was da noch so kommt.

Als junger Erwachsener spürt man zum ersten Mal dieses kleine Stechen, das einem mitteilt, dass das Leben jetzt irgendwie schwieriger wird. Ewig hat man darauf gewartet endlich selbst entscheiden zu dürfen, zu tun, was man will und nun stellt man fest: zum einen ist das ziemlich anstrengend und zum anderen ist die Freiheit gar nicht so unendlich wie man geglaubt hat.

Und dann ist man plötzlich da, wo du jetzt bist: Erwachsen. Ehefrau. Mutter. Man hat Verantwortung, Rechnungen zu bezahlen und die Eltern, die bisher der Fels in der Brandung waren, sind nicht mehr da oder längst nicht mehr so belastbar wie früher.

Ja, das kann manchmal ganz schön hart sein. Denn wie du sagst: irgendwas ist immer.

Kranke Eltern, kranke Kinder, Sorgen im Job, Sorgen um Geld, am Haus ist was zu tun, das Auto geht kaputt und sogar der eigene Körper wird immer mehr zur Baustelle.

Gerade wenn die Kinder klein sind kommt dazu dieses Gefühl, nie wirklich Zeit für sich zu haben, immer parat zu stehen, man hat immer zu viel Arbeit und zu wenig Schlaf.

Mir hilft es dann bei einem Spaziergang darüber nachzudenken, was ich eigentlich wirklich habe. Eine Familie. Gesunde Kinder. Ein schönes Haus.... Das ist alles so wahnsinnig viel wert, auch wenn es Arbeit macht.

Und trotzdem darfst und sollst du dir Auszeiten nehmen. Kleine Inseln im Alltag schaffen, die du für dich hast. Vielleicht wirklich eine Mutter-Kind-Kur machen.

Und durch halten! Meine Kinder sind auch noch klein, ich kann nur vom Hörensagen berichten: es wird anders. Manches wird schwieriger, weil die Sorgen andere werden. Aber dieses ewige bespaßen und aufpassen müssen hört auf. Du musst keinen Babysitter organisieren, um mal eine Stunde zum Sport zu gehen, es liegt nicht mehr ständig ein Kind mit im Bett...Du wirst weniger fremd bestimmt.

Ich glaube, es ist normal sich ab und zu so zu fühlen wie du. Nimm es trotzdem ernst und tu was für dich.

Alles Gute!

Huhu! Mir geht es häufig ähnlich. ;-)

Unsere Kinder sind 7 und 8 und ich komme mir manchmal auch vor wie ein gut trainierter Hamster in der Rolle.

In meiner Vorstellung habe ich immer in einem sehr gepflegten und wunderschön eingerichteten Einfamilienhaus gelebt. Das Einfamilienhaus ist da, aber ich schaffe es bei weitem nicht, so viel zu putzen und zu dekorieren, zu shoppen und aufzuräumen, dass es wie bei Schöner Wohnen aussieht. Also muss ich mich mit "einigermaßen Grundordnung drin und sauber" zufrieden geben.

Regelmäßige Hobbys? Kann ich vergessen. Dafür friere ich zweimal pro Woche am Stall und bin viel Mama Taxi, um meine Kinder bei ihren Hobbys zu fördern. Nachmittags hab ich nie meine Ruhe, sondern weiss vor Hausaufgaben beaufsichtigen und Spielbesuch mit Muffins versorgen und Abendessen kochen und Sportbeutel packen und Brotbüchsen auswaschen oft nicht ein noch aus.

Meinen Beruf (Lehrerin) muss ich zuweilen in den späten Abendstunden vorbereiten und Arbeiten korrigieren etc., wenn andere längst Vikings schauen oder schlafen.

Und dabei arbeite ich Teilzeit und habe eine Putzfrau!

Häufig fühle ich mich wie zerteilt zwischen Kindern, Arbeit und Haushalt.

Ich warte auch noch drauf, dass es besser wird...

Liebe TE,

jeder hat seine persönliche Belastungsgrenze. Und ich kann es gut nachvollziehen, dass du ausgelaucht bist.

Ich selber habe zwei Kinder, eins mit Mehrfachbehinderung durch Autismus. Das ist zwar auch eine schwere Belastung. Aber dann noch dies und das noch dazu kommt, z.B als meine Mutter pflegebedürftig wurde, fand ich das selber sehr belastend. Wenn es meiner Mutter nicht gut ging, ja das nagte doch sehr. Und dann die regelmäßigen Besuche erst zu Hause bei ihr und dann im Pflegeheim. Und das neben den ganzen Arztbesuchen, Therapieterminen neben den ganzen normalen Familienwahnsinn.
Und das war mir teilweise auch viel zu viel, weil ich da nicht immer soviel umdisponieren konnte, da ich genug auf dem Zettel hatte und Zeit für mich eh Luxus ist.

LG Hinzwife