Kinder nicht gleich beliebt innerhalb der Familie

Hallo. Wie würdet ihr reagieren, wenn jemand aus eurer Familie ein Kind immer besonders nett behandelt, das andere, kleinere Kind, dass natürlich mehr Trubel macht, immer schroff anspricht ? Von wegen „du hast nun mal Pause !“ und dann noch ungefragt behauptet, wir als Eltern würden das unkomplizierte Kind zu wenig beachten und nur das Kleinere erwähnen, mehr Zeit widmen, usw. ?
Empfinden tun wir es nicht so. Kritik überdenken tue ich auch. Aber es stimmt so nicht für mich und ich denke, wenn ein Kind merkt dass sein Geschwister besser ankommt, fällt es gern extra negativ auf, um aufzufallen.
Wie kann man das klären, ohne zu verletzen, künftig aber ein anderes Verhalten hinzukriegen.
Ich behandle beide Kinder gleich, eigentlich tut das die Gegenseite ja nicht, weil sie nur mit dem größeren Kind spricht, was unternimmt, usw. dabei brauchen Kleine Kinder halt mehr Aufmerksamkeit. Hilfe am Tisch. Ein wachsames Auge im Freien. Bin grad ratlos, wie ich mich richtig verhalte beim nächsten Zusammenkommen. Ich erwarte ja nicht, dass jeder gut mit Kindern kann. Aber den eigenen Frust darüber, dass das Gegenüber nun mal nur bedingt verfügbar ist mit Kleinkind an der Seite , ein Gespräch mal unterbrechen muss, muss doch nicht dazu führen, es das Kind spüren zu lassen, dass es lästig sei, oder ?

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>>wir als Eltern würden das unkomplizierte Kind zu wenig beachten und nur das Kleinere erwähnen, mehr Zeit widmen, usw. <<

>>Ich behandle beide Kinder gleich<<

Und dann:

>>dabei brauchen Kleine Kinder halt mehr Aufmerksamkeit<<

Ich finde du widersprichst dir und merkst es nicht.
Von außen hat man manchmal einen ganz anderen Blick auf manche Dinge.
Meine Eltern meinen heute noch, sie hätten uns immer gleich behandelt. Dabei wurde mein Bruder immer bevorzugt. Der kleine eben...braucht mehr Aufmerksamkeit, versteht dies und jeden noch nicht. Die große ist ja so brav...
Diese ganzen Sprüche kenne ich zu genüge. Die ganze Verwandtschaft hat es gemerkt, Anmerkungen wurden wie bei dir abgeschmettert. Die Aufregung aber war groß, denn wie bei euch haben Großeltern u Onkel versucht es auszugleichen, indem sie mir mehr Aufmerksamkeit schenkten.

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Mh. Ich finde es kommt sehr darauf an, wer aus der Familie es ist und ob ich die Person häufig sehe wenn die Kinder dabei sind. Ist es die Oma die wir ständig sehen, dann würde ich es ansprechen. Ist es der Onkel, den wir nur ein paar Mal im Jahr auf Feiern sehen, würde ich mir meinen Teil denken und es so stehen lassen. Da lohnt sich der Stress nicht.

Letztendlich können einfach nicht alle Menschen was mit kleinen Kindern anfangen und finden sie laut und lästig. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Natürlich ist es trotzdem doof, wenn das kleine Kind dann angemeckert wird. Das würde ich mir wohl verbitten wenn es häufig vorkommt.

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Hallo,

also beim Thema „Geschwisterkinder ungleich/ungerecht behandeln/ eines bevorzugen“ bin ich knallhart und dulde das kein bisschen. Da gibt es bei mir null Toleranz/Spieltaum!

Ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten:
Vorab zum Verständnis - Mein Schwiegervater (und seine Frau / Eltern meines Mannes geschieden) leben ein sehr „klassisches“ Rollenverständis. Heißt: Mann arbeitet, Frau kümmert sich um Haushalt & Kinder. Wenn er von der Arbeit kommt hat das Essen auf dem Tisch zu stehen, danach geht er aufs Sofa und sie räumt auf und bringt ihm das Bier. Unser Verhältnis war bisher freundlich-distanziert. Durch 300 km Entfernung war das auch nicht so schwer.

Mein Mann ist absolut nicht annähernd so (sonst wäre er aber auch nicht mein Mann)...
Für den Opa war es das Wichtigste, dass sein leiblicher Sohn einen Jungen = Stammhalter bekommt, der seine Namen/den Namen der Familie weiter gibt.

Unser erster Kind wurde aber eine Mädchen. Aussage Opa: Dann muss das 2. aber ein Junge werden. Das Interesse war nur nach außen hin, wenn andere anwesend waren. Über den errechneten ET wurde Urlaub gebucht usw.
Dann kündigte sich das 2. Kind an. O-Ton Opa: Das MUSS aber ein Junge werden, das ist euch hoffentlich klar! - Es wurden dann wirklich ein Junge... Hier ging es rund!
Ich wurde nahezu täglich angerufen/WhatsApp bekommen wie es „Opas kleinem Prinz denn geht“. Es wurde in der Schwangerschaft tütenweise Klamotten und andere Dinge geschenkt - die wir zu 99% schon hatten von der Großen. Er war der Meinung er dürfte den Namen wissen (haben wir aber wieder erst nach der Geburt gesagt) - aber er ist der Opa und hat ein Recht es zu wissen und X, Y, Z dürfen wir ihn nicht nennen, die Namen mag er nicht (nein, wir haben den Namen nicht vorher gesagt). Er wollte das Kind als aller erstes sehen, beim letzte Mal waren sie ja die letzten (die waren bewusst zu der Zeit im Urlaub = Pech!).
Bei unserer Tochter mussten wir uns anhören wie verschwenderisch wir wären und wir würden viel zu viel Geld für Kinderwagen und Babyschale ausgeben (uns geht es finanziell bestens, konnten und alles problemlos leisten)... das gibts doch alles auch bei Lidl im Angebot. Beim zweiten Kind dann großes Entsetzen weil wir die (guten/teuren Markenprodukte) nochmal verwenden. Das sei ja alles schon viel zu abgenutzt, sein Enkel hat neue Sachen verdient.
Zur Geburt und bei einem zweiten Besuch gab es massenhaft Geschenke und Klamotten für ihn... unsere Große (kurz danach 3 geworden) fragte ob sie auch ein Geschenk bekommt - Ja, ach wo ist es denn - such - ja hier ist es: Ein Ü-Ei!
Sie wollte beim auspacken helfen, wurde 100 mal betont „aber die Sachen gehören deinem Bruder“. Ein Geschenk war ein Buch, sie hat es angeschaut „aber denkt dran, es gehört deinem Bruder.“ - Da ist sie weinend weg gegangen. Inzwischen ist sie 5 und hat das Buch bis heute nicht ein Mal angefasst!
Es sind noch weitere Dinge vorgefallen, sprengt hier aber den Rahmen!
Allgemein formuliert: Die Große wurde auch nicht beachtet, mit ihr wurde nicht gesprochen oder sollte ruhig sein „Opa spricht/Opa guckt Fernsehen/Opa „spielt“ mit ihrem Bruder“.

Kinder spüren sowas ganz genau! Und ich (wir) lassen das nicht zu, dass die Beziehung der beiden auf diese ekelhafte Art & Weise kaputt gemacht wird. Und genauso wenig lassen wir zu, dass unseren Kinder sugeriert wird, dass Mädchen oder Jungs weniger bzw. mehr Wert sind!

Ich würde da in den konkreten Situation ganz deutlich einschreiten „Spricht nicht so mit X er/sie ist erst X Jahre alt und da kann ein Becher eben umfallen!“
Oder „X hat dich etwas gefragt, antworte bitte so wie du auch Y antwortest!“
Bei Unternehmungen kommt es ein Stück weit natürlich auf das Alter an. Wenn es für beide geht: Entweder mit beiden oder gar nicht! Wenn ihnen beide gleichzeitig zu viel sind - muss man respektieren - dann: Ok, erst mit dem Kleinen und nächste Woche mit dem Großen Kind.

Bei Geschwisterkindern kann man sich nicht eines rauspicken, das die ganze Aufmerksamkeit bekommt und das andere wird nur angemotzt/nicht beachtet.
Wenn die Großeltern so fühlen, ist das traurig und entweder sie sind bereit es einzusehen und etwas zu ändern oder man muss als Eltern eingreifen, ggf. auch sehr drastisch! Für mich stehen meine beiden Kinder an absolut 1. Stelle und ihr Wohlbefinden hat die höchste Priorität!

Mit meinem Schwiegervater und seiner Frau gab es ein sehr ernstes Gespräch als unser Sohn knapp 4 Monate alt war. Wir haben unseren Standpunkt sehr deutlich klar gemacht und dann den Kontakt für einige Woche „verweigert“. Sie sollten Zeit haben in Ruhe nachzudenken (haben wir auch so kommuniziert).
Inzwischen ist das genau 2 Jahre her... es ist ein ständiges auf und ab. Mal klappt es besser, mal weniger. Wenn wir sie besuchen, schlafen wir nur noch bei Geschwistern meines Mannes. Wenn mir etwas auffällt weise ich sie sofort darauf hin. Innerlich hat sich ihre Einstellung glaube ich kaum geändert aber nach außen hin, den Kindern gegenüber und mit entsprechenden „Erinnerungen/Hinweisen“ wird die Fassade recht gut gewahrt. Im Moment läuft es so ganz gut. Die Kinder sind 2 und 5 Jahre alt... sollten die Kinder etwas merken, muss man die Situation neu „bewerten“/Gespräche suchen.

Wünsche euch alles Gute!

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Das klingt echt grauenhaft!!!!

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Mein Schwiegervater ist recht stur - wird aber weder ausfallend, noch beleidigen oder gar handgreiflich!
Wir waren in der Schwangerschaft schon deutlich und wollten die meisten Geschenke nicht annehmen - haben dann vieles genommen und gespendet (und ihnen auch so gesagt). Manche Sachen wurden dann von ihnen wieder mitgenommen und für das voll ausgestatte Kinderzimmer nach ihrem Umbau genutzt.

Habe uns auch bei Namen nicht reinquatschen lassen etc.!

Für meinen Mann war es anfangs schwierig. Für ihm stand außer Frage, dass seine Kinder so nicht behandelt werden und wir was tun müssen. Hat aber bisschen Zeit benötigt um seine Gedanken zu sortieren und um klar zu sagen „Wenn er sich nicht ändert, gibt es keinen Kontakt zu den Kindern!“
Da 300 km zwischen uns liegen, war es nicht so schwierig da ein paar Wochen abzuwarten.

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Ungleichbehandlung finde ich ganz schlimm!
ABER

Meine Nichte für durch die Geburt ihrer Schwester fast zum Kind 2.Klasse,die kleine hat zu 100% Aufmerksamkeit bekommen,für die große war nichts mehr über.
Ich habe sie immer mitgenommen zum Schwimmen,Zoo usw weil sie mir wirklich leid getan hat.
Ich fand meine Schwester+Mann ganz schlimm an dem Punkt!
Sie haben es nie eingesehen.
Natürlich war ich zu der kleinen auch nett aber es ist bis zum heutigen Tag so mit den Mädels.
Ihre Schwiegermutter redet seit Jahren aus dem Grund nicht mehr mit ihr.

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Ich war auch immer das abgelehnte unliebsame Kind damals, deswegen würde ich das nie zulassen. Das macht so viel mit einem Kind. Gabz einfach, entweder alle gleich, oder kein Kontakt. Gottseidank werden hier alle Kinder offensichtlich gleich behandelt. Mein leibliches, die beiden leiblichen meines Mannes und unser gemeinsames Kind. Sie bekommen vom Wert her immer absolut dasselbe und auch von allem die gleichen Gefühle und Regeln.
Was die Erziehung betrifft, hab ich klar meine Meinung geäußert: ihr hattet eure eigenen Kinder, dort konntet ihr machen, was ihr wolltet, jetzt müsst ihr euch arrangieren, wie wir das machen. Bei meinen Nichten und Neffen bin ich auch anderer Meinung bei der Erziehung, halte aber den Mund und akzeptiere es genauso.

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Das ist wirklich eine schwierige Sache... liest sich natürlich erstmal ganz klar so, als dürfe man die ungleiche Behandlung nicht dulden. Sowas ist gemein. Den krassesten Fall kenne ich von einer Freundin, die von ihren Großeltern schon als Kind enterbt und nie beachtet wurde (im Gegensatz zu ihren Brüdern), eben weil sie ein Mädchen war.

Kenne allerdings auch zwei Fälle, in denen das erste Kind plötzlich von den Eltern selbst ungleich behandelt wurde, sobald Nr. Zwei auf der Welt war. Für ein Mädchen tut es mir sehr leid, sie war vorher so fröhlich und ist seitdem merklich bedrückter. Die kleine Schwester ist ein extrem lautes, schlaues und forderndes Kind und hatte sehr früh drauf, alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Man merkt, dass die Eltern sie anhimmeln, mehr als die Große, die so brav ist.

Ich bin mir sicher, dass die Eltern sich dessen nicht so bewusst sind. Wenn einem also jemand was dazu sagt, kann es schon auch sein, dass da ein Fünkchen Wahrheit drinnen steckt.

Dann haben Menschen nun mal Lieblingsmenschen, ist ja normal. Ich finde aber, als Großeltern sollte man sich da etwas zusammenreissen und die Kinder nicht so augenscheinlich ungleich behandeln.

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Hm, Du schreibst, ein (Deiner Meinung nach unbegründeter) Kritikpunkt sei, dass Ihr das größere Kind zu wenig beachtet. Weiter unten schreibst Du dann, dass natürlich das kleinere Kind mehr Aufmerksamkeit brauche. Insofern versucht die Person vielleicht wirklich nur das von ihr wahrgenommene Ungleichgewicht auszugleichen und dem größeren Kind die Aufmerksamkeit zu geben, die Ihr ihm nicht mehr gebt. Und vielleicht stecken da eigene Erfahrungen dahinter, als Kind zugunsten des kleinen Geschwisterkindes zurück stecken zu müssen.

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Es ist eins, als Aussenstehender dem grossen Kind mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen zu wollen weil das Kleine gerade viel Energie der Eltern absorbiert.
Wenn der Eindruck (der Schwiegereltern, gell? 😉) stimmt wäre das ein cooler Zug von Ihnen.

Tun sie aber nicht. Sie behandeln das Kleine mies. Und da hätte ich null Toleranz dafür und würde es machen wie eine der Vorschreiberinnen: deutliche Ansage und Timeout.

Wir rechnen mit sowas fest falls wir als zweites ein Mädchen kriegen da beide Grosselternseiten einen Prinzessinnenfetisch haben. Das werden wir im Keim abstellen.
Meine Oma hat sowas mit uns Enkeln gespielt in Abhängigkeit ob wir von dem Töchtern oder der Schwiegertochter waren. Kinder merken das viel früher als du denkst. Und es fühlt sich nicht gut an.

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Hmmm, das Kinder nicht gleich beliebt sind, finde ich normal. Ich mag auch nicht jede Tante und jeden Onkel gleich.

Wenn derjenige, der euch solche Vorwürfe macht im Unrecht ist (deiner Meinung nach), dann solltest du was sagen und für dein Kind in die Breche springen.

Allerdings finde ich nicht, dass ein kleines Kind unbedingt extrem viel mehr Aufmerksamkeit braucht, als ein größeres. Wir haben in 4 Jahren 3 Kinder bekommen, und jedes bekam und bekommt die gleiche Aufmerksamkeit.

Ich habe selber zwei Geschwister (bin die Älteste) und erinner mich durchaus daran, dass es Leute gab, bei denen die kleineren Kinder besser ankamen, als ich. Genauso umgekehrt. Und nein, ich finde es nicht unbedingt normal, dass das eine Kind dann negativ auffallen muss, um aufzufallen. Das ist für mich Blödsinn!

Meine Schwester hat 2 Kinder. Die Große (5) ist rotzfrech, fällt immer negativ auf. Bekommt von Mami und Papi alle Aufmerksamkeit, und alles was sie möchte - sofort. Denn sonst wird es lauter. Ihre kleine Schwester (2) ist da ganz anders, und läuft somit immer mit. Sie funktioniert ja. Das habe ich tatsächlich mal angesprochen. Ebenso meine Eltern und mein Bruder. Es ist einfach ungerecht und fällt auf. Sie reflektieren sich da aber nicht.
Somit fällt meine Aufmerksamkeit auf das liebe kleine Mädchen. Sicher nicht, weil sie „netter“ ist, sondern weil sie einfach sonst keine Aufmerksamkeit bekommt.

Ach so, und mich nervt es tatsächlich auch, wenn jemand sich „nur“ weil er ein Kind dabei hat nicht mehr unterhalten kann und bei jedem pieps springt.

Also Fazit: denk drüber nach. Und spring für dein Kind ein.