2. Kind fest geplant - plötzlich Angst und Bedenken

Guten Abend zusammen,
kurz zur Vorgeschichte: ich habe 2016 meinen Sohn zur Welt gebracht und mein Mann und ich waren uns einig, dass es bei einem Kind bleibt. Er war sich 100%ig sicher, ich sagte immer „man weiß ja nie was in ein paar Jahren ist“. Ende 2019/Anfang 2020 war dann bei mir plötzlich der Kinderwunsch da. In erster Linie möchte ich meinem Sohn ein Geschwisterchen schenken, da ich es persönlich auch einfach toll finde, eine Schwester zu haben. Außerdem fände ich es einfach schön, nochmal ein Baby im Arm zu halten :-)
Lange Rede, kurzer Sinn: wir haben uns vor einigen Wochen dann geeinigt, es zu versuchen, schwanger zu werden. Ohne Druck, einfach schauen ob es klappt. Und jetzt wo es ernst werden KÖNNTE, hab ich Muffensausen.
Unser Sohn war von Beginn an pflegeleicht. Er hat durch geschlafen, wenig geschrien, ich war so gut wie nie übermüdet oder gestresst. Alles easy. Nun höre ich oft den Satz „wenn ich gewusst hätte, wie mein 2. Kind ist, wäre es bei einem geblieben“. Anscheinend sind die zweitgeborenen kleine Teufel... könnt ihr das bestätigen? Mir ist schon klar, dass hier auch 100 Mütter sagen können, dass ihr Kinder super anstrengend waren und ich dann trotzdem ein entspanntes Baby bekommen kann. Mich interessieren einfach eure Erfahrungen. Habt ihr es bereut, noch ein Kind bekommen zu haben?
Bin gespannt :-)

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Hey,

Also erstmal ist deine Angst verständlich, schließlich ändert sich das Familienleben ja noch mal. Das gute ist, du hast Erfahrung und weißt ungefähr was auf dich zukommt. Ich habe 2015 unsere erste Tochter bekommen, die uns sehr gefordert hat und somit war für uns klar, es bleibt bei eins! Doch Anfang 2019 beschlich uns langsam das Bedürfnis nach einem weiteren Kind, aber auch mit der "Sorge" wieder ein forderndes Baby zu bekommen. Im März 2020 haben wir nun unsere zweite Tochter und sind sehr glücklich und bereuen es keineswegs!!! Sie ist pflegeleicht und entspannt, was wir natürlich sehr genießen! Aber auch wenn sie anders gewesen wäre, was ja noch kommen kann, dann haben wir alles richtig gemacht und wir als Familie perfekt zusammen 😉!

Lg🌸

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Hallo,

ein weiteres Kind ist immer ein großer Schritt, da sind Bedenken doch ganz normal.

Wir haben zwei Kinder mit 21 Monaten Altersunterschied. Das 2. Kind war geplant, wenn wir auch damit rechneten, dass es etwas länger dauert 😉 der Große ist jetzt 2,5, die Kleine 10 Monate alt.

Wir sind so froh die Kleine bekommen zu haben! Die beiden sind so niedlich miteinander.

Was ich aber ehrlich gesagt gestehen muss:
Die 2. Schwangerschaft war ohne die Ruhepausen etc. schon anstrengender als die erste und ich empfinde die Zeit mit den beiden schon als super anstrengend. Der Große trotzt was das Zeug hält, die Kleine schläft nur in meinem Arm und das auch nicht lang.
Aber: irgendwie bekommt man die Tage schon rum, wenn auch müde und erledigt teilweise.

Bei euch wäre der Altersabstand ja schon größer, ich sehe das schon als Vorteil.....

Wie auch immer ihr entscheidet, ihr werdet das Richtige für euch tun. Ich selber finde es auch schön einen Bruder zu haben.

LG

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Bei uns ist das zweite wirklich einfach mitgelaufen. Wir hatten schon unseren Tagesablauf von der Großen und das Kleine hat sich angepasst. Selbstverständlich ist es eine Umstellung von 1 auf 2 und das dauert schon ein paar Wochen bis man sich daran gewöhnt hat dass man sich nicht zu 100% gleichzeitig um die Kinder kümmern kann und man prioritisieren muss und es ist natürlich anstrengend 2 Kinder zu haben aber unsere zweite ist nicht anstrengender als die Große.
Sie sind beide auf ihre Art anstrengend und in anderen Bereichen pflegeleicht. :-)
LG

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Ich habe schon so oft gesagt, wäre meine Tochter das erste gewesen, dann auch das letzte 😂 sie ist so eine Diva, genau das Gegenteil von ihrem Bruder (der war ein totales anfängerbaby).

Aber weißt du was? Um nichts in der Welt würde ich sie weg haben wollen. Sie ist eine Bereicherung für die ganze Familie. So Diva sie ist, so süß ist sie auch. Und ich bin mir ziemlich sicher, wäre sie die erste, wäre sie nicht Einzelkind geblieben 😉 auch wenn ich das oft sage 😂

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Hallo
Hast du mal darüber nachgedacht, dass du vielleicht eigentlich gar nicht wirklich ein weiteres Kind willst? Das Geschwisterchen, oder das kleine Baby im Arm ist sicherlich eine schöne Vorstellung, mehr auch erst einmal nicht. Wenn das Bauchgefühl so streikt, passiert das meiner Meinung nach nicht ohne Grund.
Wie steht dein Mann denn dazu? „Geeinigt es zu versuchen“ klingt ja nun auch nicht nach vollster Überzeugung.
Ein weiteres Kind wird in jedem Fall alles ändern und das meine ich jetzt gar nicht negativ. Auf Hindernisse wird man, wenn man einen Menschen beim aufwachsen begleitet, immer mal stoßen.18+ Jahre und viele Entwicklungsschritte, da ist das doch völlig normal.
Also, geh in dich und denk weiter als das erste Jahr.

LG

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Du hast schon teilweise recht. Ich schwanke auch oft zwischen „fest entschlossen“ und „zögerlich“. Aber das zögern kommt eben, weil ich Angst vor der Veränderung habe. Und nur weil man diese Angst hat, bedeutet das doch nicht, dass man es sich nicht wünschen darf? Aber vielleicht sollten wir wirklich noch warten. Danke für deine Einschätzung

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Wenn diese Ängste einen aber so schwanken lassen, ist das schon ein bisschen mehr als nur Respekt vor der Veränderung.
Wir haben lange keine weiteren Kinder gewollt. Als der Wunsch dann doch aufkam, haben wir uns auch viele Gedanken gemacht. Wir wussten aber was wir wollten und dass wir das gemeinsam packen würden.
Alles Gute bei der Entscheidungsfindung!

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Wir wollten auch nicht unbedingt 2 Kinder, das zweite war ein Verhütungsunfall. Wir waren noch in der Denkphase ob wir ein zweites wollten, da hab ich positiv getestet. Die ersten Wochen hab ich mich total schlecht gefühlt meinem Sohn gegenüber. Es hat gedauert bis wir uns eingestellt haben. Mit wachsendem Bauch kam die Freunde und auch wenn das 2. Baby anstrengender war haben wir die Babyzeit geschafft und mein Sohn hat sich als toller und verständnisvoller Bruder entpuppt. Wir haben ein guten Leben zu viert. Manchmal wenn beide stressig sind ertappe ich mich mit dem Gedanken dass ja eins so viel einfacher wäre aber ich denke solche Gedanken haben wahrscheinlich viele.
Manchmal aber guck ich doch neidisch auf Einzelkinder weil diese einfach mehr Aufmerksamkeit bekommen. Alles hat immer Vor und Nachteile.

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Mein 2. Kind heißt Merle. Sie ist ein Teufel. #rofl

Nein ... jetzt mal ernsthaft. Sie ist ganz anders gewesen als ihr Bruder und auch ihre Babyzeit war viel anstrengender. Weil sie mit einem Hämangiom im Gesicht zur Welt kam und wir in ihrem 1. Jahr viel bei Ärzten rum hingen. Das war schon eine "besondere" Belastung, die ich beim 1. Kind nicht hatte. Merle ist furchtbar launisch und emotional. Wenn sie nicht will, dann kriegt man sie nicht überzeugt. Und weißt du was: Sie ist großartig. Witzig. Einfühlsam. Kreativ und einfach nur Zucker. Nie ... Nie ... Nie ... hab ich die Entscheidung bereut.

Bei Kindern kaufst du immer die Katze im Sack. Vielleicht ist das Kind super anstrengend und vielleicht sogar krank. Aber sie sind es doch Wert und letztendlich kriegt man immer alles hin.

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Naja, du musst auch damit rechnen dass euer Sohn das Baby so richtig kacke findet, das Baby sowieso nicht lange ein Baby ist und zwischen den beiden 5 Jahre Abstand sind. Beste Freunde/Spielkameraden sind das sowieso nicht. Sie werden immer in unterschiedliche Lebensbereichen sein.

Bevor jetzt jemand sauer wird: Ja, sollten wir ein zweites Kind bekommen, würden zwischen 1 und 2 7 Jahre liegen. Aber wir würden es eben auch nicht als Geschwistern und bekommen sondern als eigenständiges Kind. Und damit die evtl. Nachteile für unseren Sohn in Kauf nehmen.

Ein Geschwisterkind bedeutet natürlich auch Freude, ja, aber zunächst einmal jemanden, der 50% oder mehr (wenn es krank, behindert, einfach ein Schreibaby ist) Aufmerksamkeit beansprucht und im Alltag ganz schön einschränkt.

Ich höre tatsächlich häufig dass 2 das Gegenteil von 1 ist. Demnach könnten wir uns wohl auf ein durchschlafendes tiefentspanntes Baby freuen, aber so recht traue ich dem Braten nicht 😂

Zu Bereuen: niemand bereut seine Emma, egal ob sie Kind 1 oder 20 ist. Das Kind selbst wird man sich nie wegwünschen.
Aber "Kind 1-20", also die Entscheidung dazu, bereuen glaube ich relativ viele. Das ist aber unabhängig von der Anzahl der Kinder. Meine Schwiegermutter hat Kind 2 bereut weil zu kurzer Abstand zu Kind 1, fand Kind 3 aber richtig gut. Meine Mutter hätte am liebsten bei Kind 2 erst angefangen, welches von Anfang an durchgeschlafen hat und nie geweint und weil ich als Kind 1 extrem viel gebrüllt habe. Trotzdem lieben sie natürlich ihre Kinder über alles und wprden danach sie schreiben dass sie eines ihrer Kinder bereuen.
Und solche Erfahrungen macht jeder ja nochmal anders. Pauschal kann man da dir nichts raten...Aber versuch wirklich die rosarote Brille abzusetzen, du weißt ja noch von Kind 1 dass Mamasein ganz anders ist als man es sich vorstellt und echt eine Belastung mit Schlafmangel und Schreistunden für einen seien kann.

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Ich muss dir da ein bisschen widersprechen. Meine Kinder sind 6,5 jahre auseinander. Sie sind aber ein Herz und eine Seele. Der große spielt sehr sehr viel mit der kleinen, macht jeden Blödsinn um sie zum lacheb zu bringen und sie kuscheln auch sehr viel.

Das hat meiner Meinung nichts mit dem Alter, sondern mit dem Charakter zu tun. Mein Sohn hat sich auch schon seit Jahren eine kleine Schwester gewünscht. Was meinst du was hier los war, als es dann so weit war. Er hat fast die komplette Erstausstattung ausgesucht 😂

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Hallo,

kann man ein Kind wirklich bereuen, wenn es da ist?
Ich kann keines meiner Kinder bereuen, aber trotzdem würde ich die Kinderzahl nicht jedem empfehlen.

Ich denke auch, dass man weiter sehen muss als nur Schwangerschaft und Babyzeit.
Wenn es danach ginge, würde ich permanent ein Neugeborenes haben wollen. Die sind soooo süß und der Duft #verliebt
Aber schon bald sind es eben keine süßen kleinen Babys mehr, sondern Menschenkinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Die zweite Schwangerschaft wird nicht so magisch sein wie die erste.
Man kennt schon alles und man hat gar keine Zeit sich so sehr darauf zu fokussieren. Der Alltag läuft einfach weiter.

Ob dein Kind jetzt begeistert sein wird, ein Geschwisterkind zu bekommen, ist auch sehr fraglich.
Ich kenne genug Kinder und Erwachsene, die ihre Geschwister gar nicht mögen.
Mit meiner Schwester komme ich auch nur auf Abstand klar, wir waren immer wie Hund und Katze. Das Wort Hassliebe trifft es vollkommen und dürfte meine Eltern sehr viele Nerven gekostet haben.
Mit Glück bekommt man charakterlich passende Kinder und dein Kind darf das erleben, was du mit deiner Schwester erlebst, mit Pech sind sie aber auch absolut entgegengesetzt und dir wird vom Sohnemann in so manchen Streit hingeworfen, dass er wünschte, dass seine Schwester / sein Bruder nie geboren wäre.
Von daher "schenke" deinem Kind kein Geschwisterkind!
Wenn ihr noch ein Kind wollt, weil ihr noch ein zweites Kind wollt, ist das ein ganz anderer Grund.

Ich finde deine Formulierung auch merkwürdig: einfach schauen ob es klappt.
Ein Kind ist doch kein Spielzeug, was man mal ausprobiert und wenn es nicht so passt, dann wieder abgeben kann.
Ein Kind sollte ein Herzenswunsch sein, von beiden!

Dein Alltag wird sich mit 2 Kindern noch mal massiv umstellen.
Jetzt kannst du auf die Bedürfnisse deines Kindes sehr stark eingehen.
Danach wird es nur noch Kompromisse geben. Und da das Baby hilfsbedürftiger ist, werden die Kompromisse immer eher zu Gunsten des Kleinsten geschlossen.
Während du dich früher vielleicht noch einmal am Tage hingelegt hast, weil die Nacht so schlecht war, musst du jetzt wach bleiben und den Sohn bespaßen. Das wird alles eine Nummer härter, weniger entspannt.

Natürlich gibt es auch tolle Momente zwischen den Geschwistern, aber insgesamt finde ich es deutlich mehr Arbeit und weniger Freizeit als beim Einzelkind. Wenn man damit umgehen kann, sind größere Familien eine tolle Sache :-)

Mit dem Satz, "hätte ich das gewusst, wäre es bei einem geblieben," ist seltener wirklich das anstrengende zweite Kind gemeint, sondern das es dann wirklich zur Herausforderung wird, wenn man 2 Kinder groß zieht. Es gibt auch solche Sprüche wie "1 Kind ist kein Kind" - natürlich ist das seeeehr überspitzt, aber ein Körnchen Wahrheit liegt darin. Nämlich, dass es mit 2 oder mehr Kindern nicht so entspannt ist wie mit einem. Auch wenn 1 Kind schon eine Herausforderung an sich ist.

LG

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Ich meinte damit auch nicht, dass man sein Kind bereut! Natürlich tut das keiner. Es ging um die Entscheidung, mehr als ein Kind zu bekommen ;-)