Ich hänge fest

Guten Abend Zusammen,
meine Gedanken kreisen um meine Zukunft und ich weiß nicht wie es weitergehen soll.
Ich bin Anfang 30 und seit 5 Jahren verheiratet. Wir haben 2 Söhne (6 und 1,5 Jahre). Mein Mann ist selbstständig und kaum zuhause. Ich bin gelernte Industriekauffrau. Zwischen den Kindern war ich 3,5 Jahre 15 Stunden im Büro einer kleinen Firma tätig - dort bin ich noch 1,5 Jahre in Elternzeit.
Wir leben sehr ländlich und in direkter Nachbarschaft mit den Schwiegereltern. Die Betreuung der Kinder ist katastrophal. Kiga bis 14 uhr und Schule Mittagsbetreuung bis 13 uhr. Keine Ferienbetreuung ab der 1. Klasse.
Nun ist es so dass ich seit längerer zeit sehr unzufrieden bin und in meinem Leben noch etwas ändern möchte. Beruflich möchte ich mich verändern. Wir waren mit dem 2 Sohn sehr oft und sehr lange im Krankenhaus. Seitdem ist mir klar dass ich gerne in einer kinderklinik arbeiten würde. Doch ohne Ausbildung wahrscheinlich unmöglich und eine Ausbildung mit 2 Kindern und der Betreuungssituation auch unmöglich. Das zweite Problem ist unser Standort. Ich hasse es mittlerweile neben den Schwiegereltern zu leben. Fühle mich ständig kontrolliert und überwacht. Ständig ist irgendwer von beiden bei uns im Garten. Egal was ich mache oder hinfahre - alles müssen sie wissen. Gebe ich keine Antwort wird mein Sohn gefragt. Natürlich ist meine Erziehung und Ernährung auch falsch - alles was ich mache und tue ist falsch. Ich werde nur kritisiert.
So nun denken sich einige: Was sagt der Mann dazu? Er beschwichtigt mich. Sie meinen es nur gut und wollen helfen. Sie wollen ihre Enkel sehen.
Möchte ich einmal eine Auszeit meint er ich solle die kinder seinen Eltern bringen. Ich war in den letztem 2 Jahren 2x beim Essen, 4x beim Friseur und 3x beim Arzt. Ansonsten nur kinder, haushalt, einkaufen, putzen, garten und das büro meines Mannes. Mein Mann ist keinesfalls faul er arbeitet sehr viel. Aber manchmal hab ich das Gefühl dass er das zum teil auch macht um seine "Ruhe" zu haben. Oft ist er schnell von den kindern genervt und überfordert. Er liebt sie sehr und würde alles für sie tun aber gerade mit dem kleineren tut er sich schwer.
Wenn ich ihm meine Gedanken sage dass ich mich beruflich verändern will aber Unterstützung brauche und es auch seine kinder sind, dann meint er dass das Blödsinn ist da er viel mehr verdient. Ich solle noch 5 Jahre zuhause bleiben dann geht seine Mutter in Rente und nimmt die kinder. Ich will das nicht! Ich habe kein gutes Verhältnis zu ihr und sie mag mich nicht. Ich will nicht dass sie meine kinder täglich betreut. Ein umzug kommt für ihn noch viel weniger infrage da er das haus von seiner oma geerbt hat und für seine Selbständigkeit eine Halle auf das Gelände gebaut hat. Er hat seine kunden hier und möchte nicht weg. Wenn ich unsere kinder nicht zu seiner mutter geben will als Betreuung dann soll ich eben von der arbeit zuhause bleiben oder so arbeiten dass kiga und schule die betreuung deckt. Nur was mache ich in den Ferien? Ich fühle mich in einem Modell wie vor 80 Jahren. Ich kann und will so nicht weitermachen. Ich liebe meinen mann aber er versteht mich absolut nicht und wir haben schon so oft darüber gesprochen aber meistens endet das im Streit. Ist das ein trennungsgrund? Ich weiß nicht was ich tun soll? Ich habe keine eltern die mir helfen können. Ich habe das Gefühl keiner versteht mich....

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Ich kann Dich durchaus verstehen. Den ganzen Tag nur und ausschliesslich Hausfrau und Mutter und das über Jahre würde mich auch extrem grantelig machen. Es mag Frauen geben, die das erfüllt - mich definitiv nicht (und Dich anscheinend auch nicht).

Aber ebenso scheint es mir, als möchtest Du das Kind mit dem Bade ausschütten. Deine Motivation, Kinderkrankenschwester zu werden in allen Ehren, aber sie scheint ja ausschliesslich darauf zu beruhen, daß Du Pflegepersonal aus der Sicht des 'Kunden' erlebt hast. Ja - es scheint so zu sein, daß man sich nach einschneidenden Erlebnissen nichts Erfüllenderes vorstellen kann, als selber die Rolle des Helfers zu übernehmen (wieviele Frauen wollen nach einer Geburt selber Hebamme werden). Das bedeutet aber noch längst nicht, daß dieser Beruf einen tatsächlich mit einem Lächeln zur Arbeit huschen lässt. Gerade die Berufe in der Pflege haben soviele Schattenseiten, mit denen man umgehen können muss. Der Schichtdienst ist noch die kleinste Schattenseite. Aber tatsächlich kommt keine meiner Bekannten im Schichtdienst mit kleinen Kindern ohne die Hilfe von Großeltern aus. Das federt auch kein engagierter Partner ab (es sei denn, er reduziert seine Arbeitszeiten drastisch, was gerade im Fall von Selbstständigen die schnelle Pleite bedeuten wird).
Und Alleinerziehend ohne Betreuungsnetzwerk? So gut wie unmöglich.

Mal ganz davon abgesehen, daß es gar keine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester mehr gibt. Das nennt sich jetzt Gesundheitsfachfrau und umfasst auch die Altenpflege.

Wieso steigst Du nicht für's erste wieder in Deinen alten Beruf ein? 15 Stunden lassen sich doch mit den KiTa-Betreuungszeiten bestens vereinbaren. Bilde Dich nebenbei weiter, engagiere Dich ehrenamtlich in einer Kinderpalliativstation o.ä. Es gibt einen Haufen Möglichkeiten aus dem alten Trott 'rauszukommen, ohne den finanziellen Grundlagen Eurer Familie einen Tritt zu verpassen.
Und Ferienbetreuung für Schulkinder? Irgendwo in Eurem Umkreis wird es so etwas geben. Wenn Ihr Eure Urlaubstage nicht zusammen nehmt, ist gar nicht soviel Betreuungszeit nötig.

Grüsse
BiDi

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Bester Kommentar.
Ich würde niemandem mit betreuungspflichtigen Kindern (und sogar noch ohne passende Betreuungsmöglichkeit) dazu raten, einen Beruf zu erlernen, der eine betreuungstechnische Katastrophe ist. Außerdem steht sich die Pflege auch finanziell nicht für den Aufwand (erneute Ausbildung, Schichten).

Ich kann die TE absolut verstehen, dass sie sich denkt, dass kann doch jetzt nicht alles gewesen sein. Wenn es irgendwie geht, würde ich versuchen, den erlernten Beruf als Basis zu nehmen (Jahrelange Ausbildung muss sich auch auszahlen).

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Mir kam gerade spontan, könntest du dir vorstellen, dich selbst selbstständig zu machen? Irgendwas mit Kindern, Betreuung, Heilpraktiker, Kunsttherapie oder irgendwas in der Art?
Du könntest auch erstmal nach Ehrenämtern schauen, vielleicht bekommst du da mehr Ideen.

Und wäre es eine Überlegung Teilzeit im Krankenhaus im Büro anzufangen? So bist du zumindest in der Branche, könntest es zeitlich mal probieren und dich dort umhören, ob und wie man quer einsteigen kann.

Mit dem Thema kenne ich mich nicht so gut aus aber informiere dich doch mal, ob du einen passenden Fernlehrgang oder Fernstudium findest, vielleicht kannst du deine bisherigen Fähigkeiten und den Wunsch, Kindern zu helfen irgendwie vereinen ohne dafür mehrere Jahre Ausbildung machen zu müssen.

Übrigens kann man typische Berufsausbildungen auch in Teilzeit machen, wie das natürlich im Krankenhaus möglich und vereinbar ist, wenn du die Kinder nur vormittags betreuen lassen kannst, müsstest du bei der Klinik mal direkt fragen.

Achja, und die Einstellung deines Mannes ist schon etwas daneben. Will er nicht, dass du glücklich bist? Geld ist nicht alles. Berufliche Verwirklichung ist auch eine Art Grundbedürfnis und es ist unfair, wenn er dir das verwehrt. Und wenn du nicht zufrieden bist, dann wird er es auch nicht sein. Mach ihm klar, dass das nicht nur eine Phase ist, es reicht dir und du willst nicht noch 5 Jahre Zuhause rumsitzen. Wie wäre es, wenn er 5 Jahre noch dies oder das ertragen müsste?

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Hallo,

mit deinem Mann reden. Selbstständigkeit ist gut und schön, aber er hat auch seine Pflichten zu Hause. Schaut zu, wo ihr einsparen könnt, dann holst du dir Informationen über den Ausbildungsweg: Wo, wann, wie. Die Kinderbetreuung kann auch dein Mann übernehmen ebenso einige Dinge im Haushalt. Ansonsten kannst du die Betreuung mit einem Babysitter abdecken. Die Arbeitsagentur hat auch Programme für die Ausbildungen von Müttern. Und dann heißt es mal einige Jahre lang sich durchkämpfen.

LG, Schmetterlingchen

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festhängen ist irgendwie das richtige Wort , das tust du . Bei uns ist die Situation ähnlich Mann verdient deutlich mehr und Betreuung schwierig bzw. bin ich gezwungen auf externe Betreuung zurückzugreifen ( wir haben keine Großeltern ), von meinem arbeiten bliebe dann aber finanziell nichts mehr über sondern geht für die Betreuungskosten drauf . Bei dir wird es ähnlich sein wenn du nicht auf die Schwiegermutter zurückgreifen willst bleibt dir nur nach der Elternzeit in den alten Betrieb zurückgehen denn wenn du die Ausbildung machst zahlst du, wenn du die Schwiegermutter außen vor lassen willst . finanziell drauf . Ich verstehe dich aber es ist wirklich blöd das die Situation so ist nur was will man machen, ist nicht so einfach wenn dein Mann weniger arbeitet und bei den Kindern bleibt wird es geldlich trotzdem nicht aufgehen bei gleicher Arbeitszeit. Dein Mann ist dann eine noch teurere Kinderbetreuung ,wirtschaftlich gesehen hat er Recht nur macht es dich trotzdem nicht glücklicher . Vielleicht solltest du doch noch mal über die Schwiegermutter nachdenken #gruebel

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Wenn das Gehalt wieder für die Kinderbetreuung drauf geht, aber die Mutter zumindest wieder was für sich tun kann und beruflich wieder Fuß fassen kann ist doch auch schon was gewonnen. Die Rente später wird davon auch besser.
Und wenn es keine finanziellen Probleme oder sogar Ziele (geerbtes Haus - Hallo?) gibt, wieso ist das Geld dann so wichtig?

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Also hier muss ich Mal intervenieren. Wenn das Gehalt komplett für die Kinderbetreuung drauf geht, dann verdient man entweder echt wenig oder arbeitet nur sehr wenig Stunden. Als Industriekauffrau mit 25 Stunden pro Woche hat man sicher noch einiges an Geld übrig, auch wenn man die Kita bezahlt!! Also echt...
Abgesehen davon geht es ja um viel mehr als nur um Geld. Es geht um Unabhängigkeit, Zufriedenheit, berufliche Verwirklichung etc! Dafür würde ich sogar noch drauf zahlen!

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Wenn du mit Wohnort und Mann noch kannst schreit alles nach einem Job als Tagesmutter. Dann machst DU die Ferienbetreuung.
Wäre das was für Dich?

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Sie hat die Nase voll vom Zuhause hocken, nur Haushalt und Kindern.....Ein Job als Tagesmutter hilft ihr da doch überhaupt nicht weiter!

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Habt ihr denn nie vor den Kindern darüber gesprochen, wie du dir deinen weiteren beruflichen Werdegang vorstellst?

Ich finde es ja immer schwierig, wenn man sich auf ein Betreuungsmodell geeinigt hat und dann einer der beiden Partner plötzlich etwas anderes möchte, das - nebenbei gesagt - dann auch noch gravierende Einschnitte wie eine neue Ausbildung, Schichtdienste und weite Anfahrten bedingt.

Ich kann daher verstehen, dass dein Mann dich beschwichtigen möchte. Vielleicht hält er das ganze für eine "Phase", einen "Spleen", weil du die Krankenschwestern erlebt hast und diesen Beruf nun vielleicht ein kleines Bisschen idealisierst.

Natürlich könntest du darauf bestehen, dass du das durchziehst. Dann müsste dein Mann die Kinder betreuen und euch fehlt die finanzielle Grundlage, da seine Selbstständigkeit dann teilweise wegbricht.
Du könntest dich auch trennen (wegen einer spontanen Idee für einen neuen Job?), dann müsstest du alleinerziehend eine Ausbildung im Schichtbetrieb absolvieren - das könnte finanziell und betreuungsseitig sehr schwierig werden.

Ich würde an deiner Stelle entweder versuchen, in deinem bestehenden Beruf mehr rauszuholen und vielleicht etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen oder aber nebenberuflich etwas zu machen. Wenn du etwas auf freiwilliger Basis machst (Ehrenamt, Weiterbildung, etc.) ist es auch nicht so tragisch, wenn du zeitnah merkst, dass du schnell an deine Grenzen stößt, was die Vereinbarkeit angeht. Das wäre bei einer neuen Ausbildung und dem kompletten Umwerfen eures bisherigen Lebensmodells wahrscheinlich schlimmer.

Weitere 5 Jahre "zu Hause bleiben" oder aber nur in der Firma meines Mannes zu arbeiten wäre mir allerdings auch etwas zu wenig. Vielleicht findest du ja eine Anstellung, mit der du etwas zufriedener bist und die dir die Möglichkeit zum HomeOffice bietet. Bzgl. dieser Weltanschauung würde ich dem Mann etwas husten. Wie gesagt, wenn ihr das mal so besprochen hattet, ist das die eine Sache. Aber nur, weil er sich sein Leben so bequem gebaut hat, muss alles unbedingt so bleiben und du sollst weitere 5 Jahre zu Hause hocken? Das würde ich nicht einsehen.

Euer großer Sohn ist in 5 Jahren 11 Jahre alt, da braucht es meiner Ansicht nach auch keine ständige Betreuung durch die Großmutter. Mit 11 Jahren kann man sich ein Mittagessen in der Mikrowelle oder am Herd erwärmen, selbstständig Hausaufgaben machen und dann spielen gehen.

Ich würde versuchen eine Lösung zu finden, die euer Lebensmodell und eure finanzielle Grundlage nicht komplett zerschießt. Und leider war dir ja wahrscheinlich auch vor den Schwangerschaften bewusst, dass dein Mann die finanzielle Grundlage für euer Leben darstellt. Allerdings würde ich mir von ihm deswegen auch nicht sagen lassen, ich solle mal schön noch 5 Jahre zu Hause bleiben.

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Hallo.

Lass mich mal zusammenfassen:

- Kinderbetreuung durch Ehemann kommt nicht in Frage, da er weder Zeit noch Lust dazu hat
- Schwiegereltern stehen ebenfalls nicht zur Debatte, da du das nicht magst
- Dass dein Mann beruflich kürzer tritt wird wahrscheinlich nicht machbar sein.
- Wegzug nicht möglich, weil es so bequemer und kostengünstiger ist

Was bleibt da noch übrig?

Eine Teilzeitausbildung in der Zeit, in der die Kinder in Kiga und Schule sind.
Vielleicht findest du ja irgendwo in der Nähe nen Arbeitgeber, der ne betriebseigene Kinderbetreuung hat, so dass auch Ferien abgedeckt wären.

Ansonsten: private Betreuung gegen Bezahlung suchen.

Ist zwar die erste Zeit, bis du ausgelernt hast finanziell nicht ohne - aber ob ihr euch das leisten könnt musst du selber wissen.

LG

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Hallo,

mir ging es vor 5 Jahren genauso wie Dir.
3 Kinder (damals 7, 4 und 1 Jahr/e), Mann nur Abends oder auch mal nur am Wochenende zu Hause. Leider keine Eltern/ Schwiegereltern vor Ort. Betreuungsmöglichkeiten bis 15 Uhr.

Ich habe den Schritt gewagt und eine Umschulung 2,5 Jahre gemacht. Ich hatte Glück und konnte diese in Teilzeit machen.
Das war aber auch die anstrengendste Zeit meines Lebens.
Kinder, Haushalt, Ausbildung!!!
Ich bin ehrlich und sage das es teilweise der Horror und nur mit einem festen Willen zu bewältigen war.
Als ich dann meine Prüfung vor der IHK abgelegt und bestanden hatte ist mir eine kiloschwere Last von den Schultern gefallen.
Die Mühe hat sich trotz der Umstände für mich gelohnt!

Lange Rede kurzer Sinn:
Überlege Dir ob du das organisieren kannst?
Bei einer Ausbildung musst du viel lernen und du bist sicher keine 20 mehr. Häufig wirst du Abends und am Wochenende lernen auch wenn ein fieberndes Kind neben Dir schläft. Du wirst Fehlzeiten haben die du aufholen musst.
Auf deinen Mann kannst du nicht zählen weil er sich um seine Firma kümmern muss. Ihr lebt davon!
Wenn trotz meiner Aufzählungen dein Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung steht, Spring über deinen Schatten und nimm die Hilfe der Schwiegereltern an. Ich wünschte ich hätte jemanden gehabt der mir die Kids mal abgenommen hätte.

LG Schnaddel mit 3 Mädels (jetzt 12, 9 und 6 Jahre)

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Finde die Idee mit dem Ehrenamt gut. Du kommst recht schnell raus.

Kinder zu Schwiegereltern. Auch wenn du sie nicht magst. Die Kinder sehen das anders. Vielleicht läßt dann die Neugierde nach.

Informiere dich was du für Möglichkeiten hast.
- Ausbildung
- Kinderbetreuung in einer anderen Einrichtung

Du wirst dir jeden Schritt erarbeiten müssen. Dein Mann macht es sich einfach. Vielleicht einfach Druck ausüben. Auf einen Ehevertrag bestehen, der dir weit mehr zugesteht als die normale Regelung.

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Hallo,
ich kann dich absolut verstehen. Und ja, das ist die Falle, in die soviele Frauen tappen. Da ist meines Erachtens eine Ehrentätigkeit oder eine auf einem Hobby basierende Selbständigkeit, die oft kaum die Kosten einbringt, nicht der richtige Ansatz, auch wenn es an sich natürlich toll ist.

Mit anfang 30 hast du noch viel Arbeits- und Lebenszeit vor dir. Die Schere zwischen dir und deinem Mann wird sich weiter und weiter auftun. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wirst du noch fast 20 Jahre Arbeitsleben vor dir haben.

Es ist natürlich ein wichtiger Punkt, was ihr als Paar vereinbart habt, wie ihr die Familiengestaltung handhaben wollt. Wo ein Wille, ist meist auch ein Weg, auch wenn die Kinderbetreuung schwierig ist. Es gibt Nannies, Au Pair, evtl. auch Tagesmütter.

Als erstes solltest du deinen jetzigen beruflichen Standort ausloten. Wo stehst du? Was kannst du erreichen? Ist ein Aufbaulehrgang oder ein Seitenzweig möglich und evtl. attraktiv? Falls du tatsächlich in den Sozialbereich gehen möchtest, gibt es durchaus noch andere Alternativen als die Pflege, die leider sehr oft ganz schlecht bezahlt ist und mässig familienfreundliche Arbeitszeiten hat.

Es macht Sinn, sich die Überlegung zu machen, möchtest du einfach etwas neben der Familie machen, das dich erfüllt oder strebst du auch die finanzielle Eigenständigkeit an? Hier lohnt es sich, auch mal Hilfe von aussen anzunehmen und eine Laufbahnberatung für Erwachsene in Anspruch zu nehmen.

Wenn du da dein Ziel gefunden hast, gilt es die Familienvereinbarkeit zu analysieren. Wer weiss, vielleicht kannst Du, solange der Kleine noch so klein ist ggf. einen Abend-/Wochenendlehrgang besuchen. Hier könnten auch evtl die Schwiegereltern ins Gespräch kommen. Ich kann mir vorstellen, dass diese dir so auf den Zeiger gehen, weil du in diesem Mutti-Haushalt-Alltag gefangen bist, der dir wenig Abwechslung und Befriedigung gibt.

Schön, wenn Dein Mann schon so weit oben auf der Karriereleiter angekommen und der Verdienst so gut ist. Dann wäre es aber auch Zeit, dass Du Dich beruflich weiterentwickeln kannst, finanziell sollten diese temporären Einbussen dann ja auch drin liegen.

Es muss dir bewusst sein, dass eine anspruchsvolle Ausbildung / Job neben kleinen Kindern oft sehr anstrengend ist und du an deine Grenzen gehen wirst. Es lohnt sich aber.

Ich bin tagtäglich dankbar und froh, habe ich den zugegebenermassen oft enorm anstrengenden Spagat zwischen Familie und anspruchsvoller und intensiver Arbeit gemacht. Mein Job ermöglicht mir inzwischen mit einem Teilpensum im worst case die Familie ernähren zu können - und das beruhigt.

Viel Glück!