Beziehung zerbricht nach Fehlgeburt

Hallo ihr lieben.
Wo fange ich bloß an? Achtung es wird lang, ich muss mir das mal von der Seele schreiben.

Ich hatte vor 5 Wochen eine Fehlgeburt und seit dem ist unsere Beziehung verändert. Anfänglich haben wir zusammen geweint und viel geredet und wollten ganz schnell wieder schwanger werden.
Irgendwie habe ich dann so schleichend mitbekommen das mein Freund sich verändert hat, aber ich dachte es ist seine Art der Trauerbewältigung. Bis er mir nun vor einigen Tagen sagte, das er sich so leer fühlt und nicht weis was los ist.
Wir haben viel geredet aber irgendwie ohne Ergebnis. Wir lieben uns nach wie vor aber es ist nicht mehr so leicht wie es mal war.
Zur Vorgeschichte: ich habe bereits 2 Töchter mit in die Beziehung gebracht, habe die beiden auch recht jung bekommen und bin 4 Jahre älter als mein Partner. Er wäre somit biologisch gesehen seeehr jung als Vater zu meinen Kindern. Versteht man das? 🤔 Auf jeden Fall sind wir nun auch erst 3 Jahre zusammen, haben uns aber sehr gut als Familie eingelebt. Nun bestand eben auch der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Die Freude war riesig aber die Schwangerschaft endete leider in der 9. Woche.
Nun kommen teilweise Äußerungen das ihm das alles zu viel ist .. Arbeit und das Leben mit Kindern und Familie. Sicherlich spielt auch Corona eine Rolle dabei! Und ja auch ich fand die letzte Zeit mega anstrengend aber es sind halt meine Kinder und ich liebe sie. Er sagt auch manchmal ich wäre dafür geboren Mutter zu sein, weil ich meine Kinder mit Liebe überschüttet und er sich (wahrscheinlich) oft nicht so geliebt fühlt. Das sind aber alles Dinge über die wir gesprochen haben und ich denke wir wissen beide was wir aneinander haben und das wir uns lieben. Trotzdem stehen wir gerade vor einer Wand und es geht nicht weiter.
Der Kinderwunsch ist ebenfalls weiterhin da und ich fühle mich so im Zwiespalt. Einerseits war ich ja schon schwanger und wir haben uns so gefreut und andererseits kriselt unsere Beziehung und so möchte ich auch kein Kind.
Ich weiß gerade absolut nicht weiter.. ich möchte uns auf keinen Fall aufgeben aber ich sehe auch gerade keinen Ausweg. Hilfe!!

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Schon die Formulierung, dass Du Deine Kinder "mit Liebe überschüttest", was sich bei einem weiteren Kind dann ja noch potenziert, lässt mich nachvollziehen, dass sich Dein Partner wirklich an allerallerletzter Stelle fühlt. Vielleicht bessert sich das Verhältnis noch, wenn Du auch ihm einen Stellenwert zugestehst.
Keinem Mann gefällt das auf Dauer. Man soll Kinder wirklich lieben, aber sie mit Liebe zu "überschütten", ist auf Dauer weder für die Kinder gesund noch für die Paarbeziehung. Wenn er sieht, dass Du Dir auch für die Paarzeit endlich auch Zeit nimmst, geht es ihm vielleicht besser in der Beziehung, den Versuch ist es wert. Vielleicht wäre ein Wochenende zu zweit ein guter Anfang, die Kinder haben sicher auch Großeltern (die vielleicht glücklich sind, nicht noch ewig auf dem Corona-Abstellgleis stehen zu müssen),
LG Moni

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Die Leere ist nach einer Fehlgeburt normal.
Das dauert seine Zeit bis man es überwunden hat.
Ich kann mir schon vorstellen, dass deinem Mann momentan skurille Gedanken durch den Kopf gehen. Aber ich bin sicher, dass sich das wieder legen wird.

Inwiefern überschüttest du deine Kinder mit Liebe? Wie sieht das im Alltag aus? Bist du da noch im normalen Bereich?
Schafft ihr es genügend Paarzeit für euch aufzubringen? Kommt er wirklich zu kurz?
Wenn ja, ist klar, dass da Handlungsbedarf besteht. Ohne Grund wird er es nicht sagen.
Ob er Grund dazu hat, weißt nur du.

Ich bezweifle, dass eine erneute Schwangerschaft alles ins Lot bringen kann.
Lieber erstmal die Probleme zwischen euch aus der Welt schaffen und dann erst wäre der richtige Zeitpunkt.
Ich denke, ihr seid auf einem guten Weg diese Wand ins Wanken zu bringen, wenn ihr weiterhin viel miteinander redet und versucht Kompromisse zu finden.

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Du hast von Frühchen Omi schon eine sehr gute Antwort bekommen.
Was mir noch dazu einfällt...

Du hast bereits zwei Kinder. Manche Männer haben ja die absurdesten Gedanken.
Vielleicht fühlt er sich auch ein wenig als "Versager", obwohl das natürlich völlig hirnrissig ist. Aber den Gedanken mal weiter gesponnen, vielleicht denkt er, von einem anderen die Kinder sind ja auch "geblieben". Seins nicht.

Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich würde ihm wohl beim nächsten Mal erst was sagen, wenn die 12 kritischen Anfangswochen um sind.

LG hoeppy

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Tatsächlich finde ich das sich deine Aussage mit ihm identifiziert und ich könnte mir wirklich solche Gedanken von ihm vorstellen.
Auch das mit den 12 Wochen hab ich schon im Kopf gehabt, werde ich wohl aber nie aushalten 🙈

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Wir haben tatsächlich in meinen Augen viel Paarzeit, denn meine Kinder sind regelmäßig am Wochenende bei ihrem Vater. Allerdings arbeiten wir beide( mein Freund und ich) auch in der Pflege und somit auch viel am Wochenende usw. klar, es ist nicht immer einfach aber das Leben ist halt so. Und das ist eben der Punkt, den ich dann auch zu ihm sage: Wie wäre es wenn meine Kinder IMMER da wären? Ich finde wir haben es da schon echt entspannt.
Und Jedes Wochenende an dem wir frei und Kinderfrei haben ist eben sofort mit einer Erwartungshaltung von ihm belegt. Was ich auch verstehen kann, aber mir dann auch manchmal zu viel wird. Alles an Zärtlichkeit, Sex und Zweisamkeit soll dann halt auf Knopfdruck passieren. Das kann ich eben nicht immer so.

Zu den Kindern: ich war 1,5 Jahre mit ihnen allein und sicherlich hat sich da eine andere Bindung ergeben. Ich habe meine Kinder recht lang gestillt, getragen und sie haben im Familienbett geschlafen. Und das ist auch der einzige Punkt der davon übrig geblieben ist. Ich hätte sie niemals aus dem Bett geschmissen weil ein neuer Mann in mein Leben gekommen ist, aber ja mittlerweile hätte ich nichts dagegen wenn sie endgültig in ihren Zimmern schlafen würden und während ich das so schreibe, wird mir bewusst das das tatsächlich ein großer „Störfaktor“ ist 🤔. Ich möchte aber auch nicht das die Kinder sich abgeschoben fühlen. Ansonsten bin ich liebevoll, ja. Ich bin fürsorglich und meine Kinder stehen an erster Stelle für mich. Trotzdem liebe ich meinen Freund auch auf eine andere Art und Weise ganz ganz sehr!

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Verstehe ich das richtig?
Ihr seid drei Jahre ein Paar und deine Kinder schlafen bei dir im Bett während er alleine schläft?

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Wie alt sind die beiden?

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Vielleicht hat er Gedanken wie "die meisten Kinder kommen gesund zur Welt, wieso meins nicht" oder ähnliches. Und vielleicht fühlt er sich auch an letzter Stelle und würde gerne mehr Zeit mit dir verbringen. Ich denke er weiß einfach gar nicht wo sein Kopf steht momentan

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Während du deutlich merkst dass du schwanger bist und das ja auch schon kennst ist es für deinen Partner etwas sehr abstraktes. Und dann kommt da dieser Hammer Fehlgeburt und nimmt euch beide von den Socken. Nach dem ersten Schock scheint es als hättet ihr doch andere Wege mit der Trauer umzugehen. Dein Freund scheint gerade alles anzuzweifeln. Das halte ich ehrlich gesagt für eine Recht normale Situation.
Auch bei den Männern zeigt sich eine variable Bandbreite wir damit umgegangen wird. Meine Beste hatte vor 11 Jahren eine Fehlgeburt und während sie arg geknabbert hat war es für ihren Mann kein grosses Thema. "Zu abstrakt noch" sagte er.
Ich hatte vor 4 Wochen die zweite. Wir haben schon ein gemeinsames Kind aber meinen Mann haben sie schwerer getroffen als mich obwohl ich durch die OPs musste. Er macht viel mit Verdrängung aber wenns dann Mal hoch kommt dann mit voller Wucht.

Mein Bauchgefühl, dein Mann ist noch voll im Gefühlschaos. Daher: Druck rausnehmen. Erst Mal wieder verhüten. Und erst wieder anfangen wenn die Fehlgeburt halbwegs verdaut ist und ihr über die Ängste die da gerade hoch kommen gesprochen hattet...
Ich glaub noch nicht dass da eure Beziehung zur Diskussion steht. Aber gib ihm und euch als Paar Zeit euch wieder zu stabilisieren. Aus eigener Erfahrung, mein Mann hat das wirklich gebraucht nach der ersten...

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Das denke ich auch. Wir verhüten im Moment sowieso, ist gerade erst ein Zyklus rum.. bisschen warten wollten wir eh