Kinderwunsch unterdrücken

Hallo liebe Community,

ich schreibe bewusst nicht ins Kinderwunsch-Forum, weil sich dort überwiegend Eltern zu Wort melden, die schwanger werden wollen. Ich hätte zwar auch gerne noch ein Kind, denke aber gleichzeitig, dass es eine dumme Idee wäre.

Unsere Tochter wird dieses Jahr vier und wenn wir nicht einen allzu großen Altersunterschied haben wollen, wäre jetzt die Zeit für ein Geschwisterchen. Vor allem seit meine Schwester letztes Jahr ein Baby bekommen hat, verspüre ich wieder einen sehr starken Kinderwunsch. Mein Mann hätte auch nichts gegen ein zweites Kind und unsere Tochter erst recht nicht.

Das Problem ist, dass ich das Gefühl habe, alleine für unsere Tochter verantwortlich zu sein. Der Haushalt bleibt an mir hängen. Ich liebe meine Arbeit und kann sie auch aus finanziellen Gründen nicht aufgeben. Aber nach einem Jahr Elternzeit das Kind 42 Stunden pro Woche in die KITA zu schicken, kann ich mir auch nicht vorstellen.

Es spricht also alles gegen ein zweites Kind, auch wenn mich der Gedanke sehr traurig macht.

Wart ihr schon mal in einer ähnlichen Situation? Wie habt ihr es geschafft, mit dem Thema abzuschließen?

Viele Grüße,
Gesa

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Wenn ich deinen Beitrag richtig verstanden habe, weißt du sehr gut, dass du rein rational kein zweites Kind haben willst. Und das liegt nicht nur an deinem Mann, auch wenn sein Verhalten das Hauptthema der Diskussion hier ist. #augen

Du schreibst, dass dich deine Entscheidung gegen ein Kind traurig macht. Wie fühlt sich denn die gegenteilige Entscheidung an? Stell dir vor, wie es wäre, in deiner jetzigen Situation noch ein Baby zu haben. Überwiegt die Freude oder eher negative Gefühle wie Überforderung / Angst / schlechtes Gewissen ... ?

Falls die negativen Gefühle überwiegen, würde ich zumindest erst mal bei deiner Entscheidung gegen ein Kind bleiben. Und wenn du dann wieder in Gegenwart eines Babys einen Kinderwunsch verspürst, ruf dir deine Gründe dagegen ins Gedächtnis.

Außerdem muss die Entscheidung nicht endgültig sein. Einen geringen Altersabstand habt ihr sowieso nicht mehr. Und je nachdem wie alt du bist, kannst du auch in ein paar Jahren noch ein zweites Kind bekommen.#baby

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Das hast du richtig verstanden. Es sollte gar nicht um meine Beziehung gehen, sondern um den unpassenden Kinderwunsch.

Wenn ich mir die Situation realistisch vorstelle - und damit meine ich jetzt nicht einfach nur ein niedliches Baby, das ich auf dem Arm halte - empfinde ich vor allem Angst. Angst vor Überforderung und Angst, am Ende keinem meiner beiden Kinder gerecht zu werden, dass meine Ehe zerbricht, wir im Chaos versinken und es mir unglaublich schwer fallen wird, in den Job zurückzukehren und das Baby zur Tagesmutter oder in die Kita zu geben.

Jemand hat hier geschrieben, dass er gerne noch ein Kind gehabt hätte, aber nicht um jeden Preis. Das trifft auch auf mich zu.

Du hast Recht, die Entscheidung muss nicht endgültig sein. Aber noch mal ein Baby zu haben und wieder keine Unterstützung zu haben, wenn ich älter bin, stelle ich mir noch viel anstrengender vor als das erste Jahr mit meiner Tochter.

Vielleicht speichere ich die Gründe irgendwo ab und lese sie dann bei Bedarf.

Also kein zweites Kind. Danke für das Gedankenexperiment. Die Entscheidung fühlt sich jetzt richtig an. Ich finde schon, dass sie erst mal endgültig sein sollte. Ich habe das Gefühl, dass mir das dabei hilft, die Zeit mit meiner Tochter oder auch die Zeit als Tante mehr zu genießen, als immer zu grübeln.

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Hallo Gesa.

Bei mir war das eine ambivalente Geschichte: Ich hätte gerne mehr Kinder gehabt (habe eine tochter), aber wenn es möglich gewesen wäre, habe ich einen Rückzieher gemacht. Ich habe allerdings eine Trennungsgeschichte hinter mir und war ab dem 18. Lebensmonat mit meiner Tochter allein. Die Basis für ein 2. Kind hätte in meiner Exehe nicht gestimmt. Und auch wenn ich danach Partnerschaften hatten, wo der Kinderwunsch durchaus ein Thema war - ich habe es nicht gemacht.

Ich habe mir immer gesagt: Ein weiteres Kind ja - aber nicht um jeden Preis.

Ich bin mir der Konsequenzen eines weiteren Kindes immer sehr bewusst gewesen, auch was die beruflichen Einschränkungen angeht, verbunden mit finanziellen Themen. Und wenn ich mir das Corona-Theater jetzt ansehe, bin ich sehr froh, kein ganz kleines Kind mehr zu haben.

Zudem liebe ich eben auch meine Autonomie - ich bin auch Mensch, und nicht nur Mama, und ich habe auch noch ein Leben. Klingt jetzt irgendwie blöd - aber ich habe mir eine gesunde Portion Selbst-Sein behalten. Ich verdiene gerne mein Geld selbst und ich kann meiner Tochter viel Schönes bieten und ich genieße auch ihre Entwicklung in ihr eigenständiges Leben, was mir wieder Stück für Stück mehr Freiraum bietet.

Es hat auch Vorteile, mit dem Kinderwunsch abzuschließen. Ich habe mir sterilisieren lassen - aber das würde ich nicht nochmal machen; das hat mir als Frau schon sehr zugesetzt.

Letztendlich darf jeder für sich selbst entscheiden. In meinen Augen gibt es kein richtig und kein falsch.

Ich bin auch Einzelkind und bin groß und eigenständig geworden, allerdings hapert es - das gebe ich zu - an Kompromissbereitschaft; das Gleiche beobachte ich bei meiner Tochter auch. Wir sind halt Einzelkämpfer und Eigenbrödler - aber sicher nicht verwöhnt, wie man es so behauptet.

Alles Gute!

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Danke für deine Antwort. "Ein weiteres Kind ja - aber nicht um jeden Preis" finde ich eine gute Einstellung. Auch Kinder mit vielen Geschwistern müssen nicht kompromissbereit sein. Und solange meine Tochter nicht nur zuhause ist, wird sie den Umgang mit anderen Kindern schon lernen, denke ich.

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Also ich kann dir sagen, dass es mit zwei Kindern nicht einfacher wird.

Wo ist denn der Mann passend zu dem Kind? Wieso bist du alleine für den Haushalt verantwortlich? Wir leben im 21. Jhrd.

Ihr müsst euch die Aufgaben teilen, da muss dein Mann halt mal ran! Er kann doch die EZ übernehmen (teilweise) oder ihr macht Hälfte/Hälfte?

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Ich würde auch sagen: wenn der Mann dafür ist, müsst ihr nochmal besprechen wie konkret der Alltag dann gestaltet wird.
Haushaltsplan, genaue Absprachen. Nimmt er eine längere Zeit Elternzeit?

Das Ganze müsste schon jetzt zuverlässig umgesetzt werden, sodass es in der Schwangerschaft schon Alltag ist und wenn das Kind da ist nichts mehr spontan diskutiert werden muss und alle Abläufe klar sind.

Oder er merkt bei einem solchen Gespräch, dass er mit einem Kind doch ganz glücklich ist...

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Ich habe mir das auch anders vorgestellt und es anders vorgelebt bekommen. Leider ist mein Mann sehr chaotisch und nicht unbedingt zuverlässig. An Putzpläne, die wir aufgestellt haben, hat er sich grundsätzlich nicht gehalten. Wenn ich anspreche, dass er auch mal kochen oder einkaufen könnte, schlägt er vor, Essen zu bestellen. Naja, hab mich irgendwann damit abgefunden. Nur als unsere Tochter noch sehr klein war, fand ich es schon sehr anstrengend, ihm gleichzeitig auch noch hinterherräumen zu müssen.

Elternzeit will er nicht übernehmen.

Ich denke nicht, dass das etwas mit dem zweiten Kind wird. Ich finde es einfach nur so schwer, mich damit abzufinden.

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Hallo.

"Das Problem ist, dass ich das Gefühl habe, alleine für unsere Tochter verantwortlich zu sein. Der Haushalt bleibt an mir hängen. Ich liebe meine Arbeit und kann sie auch aus finanziellen Gründen nicht aufgeben. Aber nach einem Jahr Elternzeit das Kind 42 Stunden pro Woche in die KITA zu schicken, kann ich mir auch nicht vorstellen.

Es spricht also alles gegen ein zweites Kind, auch wenn mich der Gedanke sehr traurig macht."

Finde den Fehler ...

... kleiner Tipp: Es geht weniger um ein potentielles 2. Kind als mehr um Deinen Mann!!!

Gruß
sisein

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Ja, das stimmt schon, aber das hängt ja zusammen.

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Inwiefern hängt das zusammen?
Du wünscht Dir ja (von ihm) trotz seiner partnerschaftlichen und familiären Defizite dennoch ein Kind?!

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Ich antworte dir mal ohne den starken Bezug zu Kind oder nicht, sondern allgemein zu Entscheidungen. Jeder von uns hatte sichtlich schon ähnliche Situationen und alles haben kann man oft nicht.
Oft bleibt dann ein nagendes Gefühl von was wäre wenn zurück. Ganz unterdrücken kann man es wohl nie, aber mir hilft mich voll und ganz hinter eine Entscheidung zu stellen. Damit ich dazu komme spreche ich mit vielen Leuten, mache pro Contra Listen etc.
Ich weiß, keine Antwort wie du es dir vielleicht erhoffst, aber was für dich richtig ist, das kannst du nur selber entscheiden. Wie du selbst sagst, in Schwangerschaftsforum würden dir natürlich alle zum Kind raten. Ich will dir nur einen Weg aufzeigen, wie du dir vielleicht klarer werden kannst, was für dich das wichtigste ist: Kind, Job, Freiheit....

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Danke für deine Antwort. Rein rational weiß ich ja, was die beste Entscheidung wäre. Ich weiß nur nicht, wie ich mich mit dieser Entscheidung anfreunden kann.

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Hallo Gesa,
ich möchte gar nicht zu sehr auf deine persönliche Situation eingehen, auch wenn du dir das erhoffst. Ich kann mich in dieses Modell, dass die Frau sich um alles kümmert und der Mann arbeiten geht nicht so wirklich hineinversetzen.
Du schreibst, dein Mann wünscht sich ein zweites Kind. Obwohl er sich nichtmal ums erste kümmert? Finde ich befremdlich.
Ein Kind ist ja keine Entscheidung von dir, sondern von euch. Und da würde ich auch ganz klar erwarten, dass mein Mann exakt genauso wie ich seinen Job reduziert und Elternzeit nimmt und sich um Haushalt und sonst was kümmert.
Es gibt -in diesem Forum ganz extrem- jedoch auch die Fraktion von Muttis, die sich selbst für das Kind wichtiger finden als den Vater und glücklich sind, wenn sie selbst 3 Jahre zuhause sind oder noch länger und der Vater um 7 das Haus verlässt und um 20 Uhr nach Hause kommt, sodass er das finanzieren kann, aber bloß nicht zu viel Zeit mit dem Kind verbringt oder gar den Staubsauger in die Hand nehmen könnte und zum Kinderturnen geht. Du bist also mit deinem Mann erstmal definitiv nicht alleine!
Wenn du dir sowas generell vorstellen kannst, bekommst du hier sicherlich noch viele Hausfrauen-Antworten, die dir da auch weiterhelfen können.
Ansonsten würde ich bei dieser Rollenverteilung ansetzen, wenn du mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden bist.


"und wenn wir nicht einen allzu großen Altersunterschied haben wollen" - da solltest ihr euch drüber klar werden. Wollt ihr einen großen oder nicht?
Ein kleiner Altersunterschied wird es jedenfalls nicht.
Geht es dir besser, wenn ihr noch 3 Jahre wartet? Möchtest du vielleicht sogar einen größeren Abstand?
Ich habe 4 Kinder, Nummer 2 ist ein Pflegekind, die sind jetzt 13, 11, 6 und 5 Jahre alt. Nummer 2 kam mit 3 Jahren in unsere Familie, unser Großer war also 5 Jahre Einzelkind, mit 7 und 8 Jahren bekam er dann leibliche Geschwister. Klar, die beiden kleinen sind extremst eng miteinander, die trennen aber auch nur knapp 11 Monate. Aber beim Großen habe ich jetzt keinen großen Unterschied zwischen mit 5 großer Bruder und mit 7 großer Bruder festgestellt. Er war bei allen 3 liebevoll und interessiert und stolz und spielt gerne mit ihnen, aber definitiv nicht "auf einer Ebene" und gleichberechtigt, sondern klar als der große Bruder.
Irgendwann leben die beiden eh in so unterschiedlichen Welten, da machen ein oder zwei Jahre mehr nicht so viel aus 🙈

Viele Grüße!

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Danke für deine Antwort. Ich habe auch lange gebraucht, um mich mit unserem Rollenmodell abzufinden, nachdem ich erfolglos versucht habe, es zu verändern.

Ich dachte immer, dass es schön wäre, wenn unsere Tochter jemanden zum Spielen hat. Ich habe mich als Kind fast nie verabredet, weil ich immer mit meiner Schwester, die zwei Jahre jünger ist, gespielt habe. Aber du hast Recht. Ein kleiner Altersunterschied wird es nicht mehr. Vielleicht wäre es auch eine Lösung, noch länger zu warten. Aber dann wäre ich natürlich auch wieder älter und die Anfangszeit würde mir wahrscheinlich noch anstrengender erscheinen als bei unserer Tochter.

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"Danke für deine Antwort. Ich habe auch lange gebraucht, um mich mit unserem Rollenmodell abzufinden, nachdem ich erfolglos versucht habe, es zu verändern."

Warum musst du dich mit einem Rollenmodell abfinden, wenn es dir nicht liegt? Du hast nur ein Leben und eine Partnerschaft beinhaltet, dass jeder seinen Teil dazu beiträgt und nicht der eine sich dem Bedürfnissen des anderen unterordnet. Ich sehe es wie einige hier: das Problem ist dein Mann. Mit ihm würde ich garantiert kein zweites Kind wollen, denn er kümmert sich ja nicht besonders um Haushalt und Kind. Und wenn er chaotisch ist, dann räumst du hinter ihm auf? Auf Dauer zermürbend und auch respektlos dir gegenüber. Wegen solchen Eigenarten hatte ich mich getrennt, denn reinen Egoismus kann ich in einer Partnerschaft wenig gebrauchen.

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Meine Liebe,

gib bitte nichts auf diese unhöflichen Kommentare von der besagten Dame.

Du liebst deinen Mann. Du bist unglücklich darüber, dass er wenig im Haushalt macht und wenig mit deiner Tochter unternimmt, richtig?

Falls es ihm wirklich wichtig ist ein weiteres Kind zu bekommen, schlage ich dir vor du setzt ihm eine Deadline in der er sich beweisen muss wie er das alles hinbekommen möchte.

Haushaltsplan 👍

Und du solltest dir Zeit für dich einrichten in der er sich ganz alleine um die kleine kümmert.


Funktioniert dies könnt ihr am zweiten Wunder basteln 😊

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Und danach verfällt er in sein altes Muster und sie hat dann drei Kinder.#augen

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Danke. Ja, das hast du richtig erkannt. Ich hatte mich eigentlich nicht hier angemeldet, um zu hören, dass ich meine Beziehung beenden soll.

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Schade, dass das Verhalten deines Mannes dich dazu zwingt, mit dem Kinderwunsch abzuschließen.

Ihr arbeitet gleich viel, trotzdem erledigst du zusätzlich den Haushalt und an der Tochter hat er offenbar auch kein Interesse, zumindest keines, das dazu führt, die Verantwortung eines Elternteils auf sich zu nehmen.

Weiß er eigentlich, dass er alleine der Grund ist, dass du den Kinderwunsch begraben möchtest? und wie steht er überhaupt dazu? Meint er, es ist OK, solange du halt weiter alleine alles machst oder meint er, dass er ausreichend viel beiträgt und du siehst es nur nicht?

Du schreibst zwar an anderer Stelle, dass man toll mit ihm reden kann usw - aber Hand aufs Herz: Würdest du so mit einem Menschen umgehen und gemütlich die Tür hinter dir zumachen, während der andere die Arbeit von beiden alleine erledigt? Wenn nein, welchen Grund siehst du für diese Lieblosigkeit? Es geht hier doch nicht um ein bissel Unordnung und Dreck, sondern darum, dass er dich alleine mit allem lässt.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, ihm zu vermitteln, was gemeinsame Verantwortung heißt, ohne faule Ausreden zu suchen, dass er halt unaufmerksam ist. In seinem Beruf wird er ja auch nicht einfach offensichtlich sich aufdrängende Arbeiten übersehen. Wenn man so toll mit ihm reden kann, kann das ja wohl nicht so schwierig sein. Vielleicht wäre auch ein Beratungsgespräch ein Anfang.

Wenn du das Gespräch mit ihm suchst, wird er jedenfalls kaum sagen und wollen, dass du alles Gemeinsame alleine trägst. Damit abfinden wirst du schon deshalb nicht können, weil ihr eurer Tochter doch sicher nicht vorleben möchtest, dass Beziehungen für Frauen Einbahnstraßen sind.

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Ergänzung:
Ich habe eben noch gelesen, dass er Digne nicht sieht, die dir wichtig sind. Dass die Vorstellungen bezogen auf Sauberkeit unterschiedlich sind, ist ja nicht ungewöhnlich.

Aber so was lässt sich doch leicht lösen. Wenn du z.B. eben immer direkt den Boden wischst, wenn die Tochter gekrümelt hat, während er das erst mal eben so lässt, kann man doch ohne Probleme eine Aufteilung finden. Z.B. putzt er dann eben das Bad, erledigt die Wäsche, wischt oder saugt in bestimmten Abstände und wenn du dann halt dazwischen meinst, es müsse was getan werden, kannst du das ja erledigen, Kochen musst du ja eh schon alleine.

Völlig indiskutabel finde ich allerdings, dass er sich nicht um euer Kind kümmern möchte. Was kann man denn daran "übersehen"?

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Er fände ein zweites Kind schön, meinte aber, dass er auch mit nur einem Kind glücklich ist. Er behauptet, er würde mich in der Zeit nach der Geburt beim zweiten Kind mehr unterstützen, aber darauf verlasse ich mich nicht.
Er weiß, dass er nicht viel beiträgt, betont aber immer, wenn das Thema aufkommt, dass mich ja niemand dazu zwingt, zu kochen oder zu putzen. Wenn ich das mache, sei das meine Entscheidung.

Wir hatten schon drei oder vier mal so einen Plan. An sich ist das eine gute Idee, aber mein Mann hält sich einfach nicht daran, will Sachen immer “später” erledigen, bis ich es dann schnell selbst mache. Ich weiß, das ist auch mein Fehler.

Er verbringt auch zwischendurch Zeit mit unserer Tochter. Aber immer nur kurz und immer nur zuhause. Ich rege hin und wieder an, dass er etwas mit ihr machen könnte (Freizeit oder Arzttermine), aber er redet sich jedes mal raus und das ist mir dann auch zu blöd.

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Welche Alternativen gäbe es?

a) bist du alleinerziehend mit Mann/zwei Kindern?

Dann würde ich kein weiteres Kind mit ihm bekommen.

b) der Haushalt bleibt an dir hängen, er ist ein liebevoller Papa
- Putzfrau
- bezahlte Haushaltshilfe

c) "Das Problem ist, dass ich das Gefühl habe, alleine für unsere Tochter verantwortlich zu sein."

Wie zeigt sich das?

Kein Interesse?
Er ist passiv da, merkt aber nicht, dass sie da ist?
Er ist zwar ein toller Freizeitpapa, alles was Entscheidungen betrifft, Termine und co. sind allein deine Aufgabe?

Das würde ich in Ruhe mit ihm klären.
Vorher für dich überlegen, was du dir wünschst, was du brauchst, klarere Verantwortungsverteilung auf den Weg bringen.

An "kein Interesse" wird sich nicht viel ändern lassen.
An "er ist im Haushalt chaotisch" kann seine Stärke bei anderen Bereichen liegen. Was KANN er gut? Was davon kann er an festen Aufgaben übernehmen?
Was davon entlastet dich?

Wie sind eure Arbeitszeiten?
Wer kann wie gut Kind krank Tage nehmen? Setzt er voraus, dass du das machst? *autsch*
Ist er im Notfall bereit mit eurem Kind zum Krankenhaus zu fahren? *Voraussetzung für ein weiteres Kind*

d) "Aber nach einem Jahr Elternzeit das Kind 42 Stunden pro Woche in die KITA zu schicken, kann ich mir auch nicht vorstellen."

Da er nicht bereit ist Elternzeit zu nehmen, wäre die Überlegung, was für euch denkbar wäre.
Au Pair? Tagesmutter? Anderes?



Diese grundlegenden Punkte würde ich vorher klären, bevor bewusst ein weiteres Kind entsteht.
Damit meine ich keine leeren Versprechungen von jaja, mach ich schon.... um es dann nicht zu machen, weil ja vorausgesetzt wird, dass du sowieso einspringst, sondern Klarheit.

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“Alleinerziehend mit Mann” trifft es gut. Hätten wir noch ein Baby, müssten wir wohl tatsächlich eine Putzfrau einstellen. Er ist ein liebevoller Papa, wenn es ihm gerade passt. Er spielt zwischendurch mit unserer Tochter, aber nie länger als eine halbe Stunde am Stück, weshalb sie danach immer enttäuscht ist. Er schaut auch zusammen mit ihr fern. Er war in den letzten 3,5 Jahren genau zwei mal mit uns auf dem Spielplatz und einmal im Schwimmbad. Genau, Entscheidungen, Termine etc. sind meine Aufgaben. Wenn ich versuche, ihn mit einzubeziehen (z.B. bei der Wahl der KITA) sagt er, dass er mir vertraut, was manchmal auch angenehm sein kann, da es so wenigstens nicht zu Konflikten kommt.
Bisher sind seine Aufgaben im Haushalt, dass er in Insekten nach draußen setzt und einmal hat er mein Fahrrad repariert. Aber das fällt natürlich nicht ständig an.

Mein Mann arbeitet im Schichtsystem. Ich beginne morgens und bin immer irgendwann am Nachmittag fertig (je nach Tag). Auf dem Weg zur Arbeit bringe ich meine Tochter in die KITA und hole sie auf dem Rückweg ab. Bisher habe immer ich mir frei genommen, wenn unsere Tochter krank war. Sie ist dann aber auch sehr auf mich fixiert.
Ja, ich bin mir sicher, dass er sie im Notfall ins KH fahren würde. Warum fragst du das?

Tagesmutter ist auf jeden Fall persönlicher als KITA.