StÀndig gestresst

Huhu 👋

Ich fĂŒhle mich stĂ€ndig gestresst, dabei gibt es keinen ersichtlichen Grund.

Mein Freund sagt: "So ich putz jetzt mal die Wohnung." Direkt werde ich unruhig. Er sagt: "Das Bad ist ja dreckig." Sofort habe ich das BedĂŒrfnis, mich zu rechtfertigen: "Wie soll ich denn mit Kleinkind tĂ€glich putzen? Und außerdem habe ich mich die letzten Male immer darum gekĂŒmmert. Du bist dran." Dabei hat er mich gar nicht kritisiert.
Ich habe ihn neulich gebeten, seine Sachen immer wegzurĂ€umen. Das macht er jetzt auch, weißt aber jedes mal darauf hin: "Ich rĂ€ume meinen Teller direkt nach dem Essen weg." Da bekomme ich dann sofort Panik und fange an, Sachen wegzurĂ€umen, wĂ€hrend unser Kind noch isst.

Auch in Bezug auf unser Kind fĂŒhle ich mich oft gestresst. Es will nicht einschlafen oder ist nachts wach. Direkt rechne ich in meinem Kopf, wie viel Schlaf ich noch bekomme und denke: Mist, morgen werde ich ganz schön mĂŒde sein, irgendwie muss ich den Tag bewĂ€ltigen.
Wir waren einen Tag lang nicht draußen. Dann habe ich ein ganz schlechtes Gewissen und schreibe es sofort auf meine virtuelle to-do-Liste fĂŒr den nĂ€chsten Tag. Obwohl ich weiß, dass es ok ist, einen Tag mal nicht rauszugehen, fĂŒhle ich mich direkt als Rabenmutter. Abends im Bett zĂ€hle ich, wie viele BilderbĂŒcher wir gelesen habe und frage mich, ob das reicht und ob das Kind einen guten Tag hatte und sage mir jeden Abend: Morgen muss besser werden.

Vielleicht denkt ihr jetzt, dass ich verrĂŒckt bin. Mein Freund denkt das auch. Ich weiß, dass ich entspannter werden muss. Aber wie?

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Ich kann nicht so richtig einen Rat geben, möchte mich aber anschließen: Mir geht es genauso.
Ich sehe immer nur das, was ich NICHT geschafft habe oder was hĂ€tte besser sein mĂŒssen. Dadurch gönne ich mir wenig Pausen und wenn, dann mit schlechtem Gewissen. Schließlich gibt es zu viel zu tun, um Pause zu machen. Auch in Bezug auf meinen Freund habe ich ein Ă€hnliches Beispiel. Ich bitte ihn, etwas Bestimmtes im Haushalt zu machen (absolut legitim, er beteiligt sich eher wenig) und wenn er es dann macht, habe ich trotzdem ein schlechtes Gewissen. Bzw. das GefĂŒhl, dass er nun davon genervt sein könnte, was ich nicht mag. Und was meine Tochter betrifft: Ich mĂŒsste mich mehr mit ihr beschĂ€ftigen, mehr rausgehen, gesĂŒnder kochen oder was weiß ich. Es gibt immer was an mir zu meckern;)
Meine Vermutung: Es hat etwas mit ĂŒberzogenen AnsprĂŒchen an sich selbst zu tun, mit Perfektionismus. Nichts ist gut genug. In meinem Fall vermutlich angelernt. Wenn ich mal genau hinhöre, erzĂ€hlt mir meine Mutter auch ziemlich oft, dass sie dieses und jenes nicht geschafft hat, dass ihr Garten chaotisch aussieht, dass sie zu viel SĂŒĂŸes gegessen hat, zugenommen hat etc pp.


Ich freue mich auf die weiteren Antworten. Vielleicht bekommen wir dieses Verhalten in den Griff :) WĂ€re wĂŒnschenswert, es raubt so viel Gelassenheit.

Alles Gute!

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ErgĂ€nzung: Das mit dem Stunden zĂ€hlen mache ich auch stĂ€ndig. Wenn ich mal lĂ€nger wach bin, direkt die Panik, dass ich am nĂ€chsten Tag mĂŒde sein könnte.

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Ich identifiziere mich 100 % mit deinem Text. Danke fĂŒr deine Antwort. Da bin ich immerhin nicht allein.

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Woher kommt diese Unruhe?

Erziehung aus deiner Kindheit?
Perfektionismus?
Vergleiche mit anderen MĂŒttern?

Je nach dem wie tief es sitzt, desto schwieriger ist es, das wieder los zu werden.

Je nach Ursache, können andere AnsÀtze helfen.

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Ich habe einen sehr unentspannten Vater, der nie eine Pause macht bzw sich rechtfertigt, wenn man ins Zimmer kommt und er sich mal kurz hingesetzt hat. Und meine Mutter redet immer davon, was sie an sich verbessern könnte.

Vergleiche mit anderen MĂŒttern zT sicher auch, vor allem durch meinen Freund, der oft von seiner Schwester spricht, bei der es trotz drei Kindern immer viel sauberer und ordentlicher ist als bei uns und die trotz Kindern regelmĂ€ĂŸig Sport macht und so weiter.

Vielleicht fĂŒhrt das beides zu dem BedĂŒrfnis nach Perfektionismus und dem GefĂŒhl, nicht genug zu leisten, nicht genug zu sein.

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Mein erster Impuls wĂ€re zu sagen... Entspann' dich! Allerdings hilft dir das bestimmt auch nicht weiter, weiß ich auch. Aber im Kern ist es genau das, was du verinnerlichen musst.
Dein Kind liebt dich, auch wenn du nicht die Übermutti aus dem Lehrbuch bist, wie du es dir vielleicht wĂŒnschst. Auch dein Mann sollte dich fĂŒr alles das lieben, was du bist. Du musst denen nichts beweisen. Liebst du dein Kind? Gibst du im Alltag dein Bestes fĂŒr diejenigen die du liebst? Super, du tust, was du kannst und mehr musst du von dir nicht verlangen.

Ich habe heute sogar den (wirklich) dreckigen Haushalt einfach liegen lassen... das Wetter war noch so schön, bevor es wieder kalt und regnerisch werden soll, da sind wir einfach in den Garten gegangenz zum Spielen. Der Dreck liegt da morgen auch noch ;-)
Mach' dir klar, was du von dir selbst erwartest. Dann erschreck' dich und fahr' deine eigene Erwartungshaltung mal auf 80% zurĂŒck ;-)

Du bist gut so, wie du bist. Alles Liebe euch!

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Danke fĂŒr deine Antwort. Deine Einstellung wĂŒrde ich gerne sofort ĂŒbernehmen 😄

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Ich habe das auch. Mittlerweile habe ich 2 Kinder, einen Haus, Garten und ich arbeite wieder. Da kann man sich vorstellen dass der Stress nun auf alle Bereiche meines Lebens ausgeweitet wird. Ich habe es die meiste Zeit im Griff. An manchen Tagen ist mir alles zuviel, aber sonst mache ich einfach nach und nach meine Sachen und wenn die Zeit um ist oder die Kinder etwas brauchen, lasse ich es liegen und mache am nĂ€chsten Tag weiter. Davon geht die Welt nĂ€mlich auch nicht unter. Was ich mache ist dass ich Sachen nur anfange wenn ich sie ziemlich sicher auch beenden kann oder ordentlich verstauen kann. Bei der WĂ€sche zum Beispiel, ich trage den WĂ€schekorb mit zusammen gelegter WĂ€sche nur hoch, wenn ich dann direkt die WĂ€sche in den Schrank rĂ€umen kann, sonst lasse ich ihn im Keller stehen. Wenn ich Unkraut jĂ€te, RĂ€ume ich das Unkraut recht oft schon weg und fege zwischendurch, dass der Bereich direkt fertig ist, denn wie oft ist schon wĂ€hrenddessen ein Kind hingefallen und ich musste mit allen aufhören. Wenn dann aber ein Teilbereich schon fertig ist, sieht nicht alles so unfertig und chaotisch aus. Außerdem höre ich um 20 Uhr mit allem auf, koste es was es wolle. Um 20 Uhr schlafen die Kinder und ich habe Feierabend. Denn ganz oft wacht die erste schon um 22/23 auf, und um 6 ist die Nacht eh um. Da muss ganz bewusst irgendwann Feierabend sein. LG

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Danke fĂŒr deine Antwort. Den Tipp mit den Baustellen (StĂŒck fĂŒr StĂŒck, dafĂŒr wenigstens einen Teil fertig) finde ich gut.

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Mir geht es ganz genauso.
Zu Hause, in der Arbeit und ĂŒberhaupt. Ich möchte gerne alles direkt erledigen und es stresst mich, wenn es nicht sofort geht.

Noch dazu kommt bei mir „erst die Arbeit, dann das VergnĂŒgen“. Ich kann mich erst hinsetzen und Pause machen, wenn alles erledigt ist. Furchtbar.

Es hat sich ein bisschen gebessert, als ich mein zweites Kind bekommen habe. Dann hat man nĂ€mlich wirklich keine Chance mehr auf Perfektionismus 😂 ich bin gelegentlich etwas gelassener.

Liebe GrĂŒĂŸe und Kopf hoch!

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Danke fĂŒr deine Antwort. Puh, ich hĂ€tte Angst, dass noch mehr Kinder fĂŒr mich noch mehr Stress bedeuten wĂŒrden 😅

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Hey,

Vielleicht hilft es dir eine To-Do-Liste bzw einen Wochenplan zu schreiben und erledigte Sachen abzuharken. Dann siehst du, was du alles geschafft hast. Und du siehtst eben auch, das morgen auch noch ein Tag ist.
Ich hoffe du schaffst dich zu entspannen, du gibst das ja sonst auch an deine Tochter weiter. Mich wĂŒrde dieser Stress wahnsinnig machen.

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Ich bin auch eher der Stresstyp, selbstgemachter Stress.
Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, aber unerledigte Dinge nerven mich, weil sie eben nicht erledigt sind.
Und einige davon sind ja auch sichtbar.

Mein Mann ist völlig anders. Er hat die Ruhe weg und erledigt Dinge, die man wirklich auch morgen oder ĂŒbermorgen machen kann, die nicht eilen, auch nicht jetzt sofort.
Ich hÀtte am liebsten alles jetzt sofort erledigt, auch wenn es nicht notwendig ist.

Bei uns hat mein Mann es geschafft, dass ich mal umdenke und mir mehr Ruhe- und Faulenzzeiten nehme.

"HEUTE nicht mehr!"

Heisst es oft.
Und das denke ich oft und halte mich sogar daran.

Staubsaugen? Muss echt nicht heute um 20:00 noch sein, kann durchaus bis morgen liegen bleiben und dies und das.

Mein Mann ist auch derjenige, der mir immer sagt, wann ich zu viel rumstresse. Er merkt, wann es mir gar nicht mehr gut tut und "verordnet" mir Tee und Sofazeit und ĂŒbernimmt ja auch selber viel.

Ich glaube, wenn er auch so wĂ€re wie ich, wĂ€re es fĂŒr uns beide schlecht

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Wenn du immer so unter Spannung stehst und gar nicht weißt, warum, solltest du das zumindest mal beim Hausarzt ansprechen. Vllt verweist der dich weiter.

Denn das ist ja auf Dauer kein Zustand.

In Sachen mit deinem Freund: kennst du das Vier-Ohren-Modell? Das ist super spannend. Da geht es nĂ€mlich um das gesagte und wie man es aufnimmt ;) vllt musst du dir ganz oft bewusst machen, dass dein Freund vllt grade ein anderes Ohr anspricht, als mit dem du es wahrnimmst (er meint mit „ich rĂ€ume meinen Teller weg“ eben NICHT „los rĂ€um auch was weg“. Wobei er sich den Kommentar auch eigtl einfach sparen kann 😂😂).

Du kannst auch ĂŒben, entspannter zu werden. Wenn dein Freund z.B. sagt „das Bad ist dreckig“, einfach mal so stehen lassen. ZĂ€hl bis 100 oder so. Nicht rechtfertigen. Oder schlicht mit „Ja, stimmt.“ antworten. Das kann man echt trainieren ;)

Wenn aber dieses kleine alles nichts bringt und du selbst so eine enorme Erwartungshaltung an dich selbst hast, wĂŒrde ich mich fragen, warum das so ist :)

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Hallo, mir ging es oft genauso. Ich habe auch Abends die BĂŒcher gezĂ€hlt, die ich gelesen habe :-).

Jetzt wo die Kinder Ă€lter sind, macht man sich ĂŒber andere Sachen Gedanken. Schule zum Beispiel.

FĂŒhl dich gedrĂŒckt.

Lg