Zwickmühle Umzug

Hallo ihr lieben, ich bin derzeit in einer emotionalen Zwickmühle und würde mich freuen eventuell ein paar Erfahrungen von euch zu bekommen. Wahrscheinlich muss ich etwas weiter ausholen..

2010 bin ich mit meinem jetzigen Mann berufsbedingt 130km weit weg von meiner Heimat gezogen. Seit 2017 sind wir stolze Eltern einer kleinen Tochter und erwarten im Dezember unser zweites Wunder. Wir sind hier also komplett alleine ohne Familie. Wirkliche Freunde haben wir hier nicht, eher bekannte/nette Arbeitskollegen/ nette Nachbarn. Unsere Tochter hat eine beste Freundin und fühlt sich im Kindergarten pudelwohl.

Ich habe allerdings großes Heimweh. Ich würde gerne wieder in die Nähe meiner Eltern ziehen. Denn auch sie werden nicht jünger und ich möchte auch einfach in Zukunft bei ihnen sein wenn mal etwas sein sollte.

Meinem Mann ist es total egal, er sucht sich einfach irgend einen neuen Job. Er würde für Geld quasi alles machen (klingt doof aber ihr wisst vielleicht was ich meine, er ist beruflich nicht unbedingt gebunden und würde zur Not auch einfach einen Job annehmen der jetzt nicht unbedingt die erste Wahl wäre...)
Bei meinem Job sieht es etwas anders aus. Ich möchte das Unternehmen nicht verlassen, aber ich bin durch Corona guter Dinge das sich etwas tut. Es findet gerade ein Schwenk auf Home
Office auf Dauer statt und ich hoffe das auch ich zum Zuge komme.

Nun befinde ich mich aber in einer emotionalen Zwickmühle. Ich habe Angst meine Kinder aus der gewohnten Umgebung zu holen. Wir fühlen uns hier im Ort und auch in der Wohnung sehr wohl und ich habe Angst, das meine Kinder in der neuen Heimat keinen Anschluss finden würden.

Wir haben uns jetzt mal als Ziel November 22 gesetzt (also spätestens) unserer Tochter würde 2023 zur Schule und mein Gedankengang war, dass sie sich noch ein gutes halbes Jahr im neuen Kindergarten „neue Freunde“ suchen kann und nicht in eine Schule kommt wo sie niemanden kennt.. auf der anderen Seite würde ich sie natürlich auch gerne hier zur Schule geben, weil sie ja hier schon Freunde hat..

Ach Mensch. Ich fühle mich so unschlüssig und habe furchtbare Angst mein Kind würde zu sehr unter so einem Umzug leiden.

Hat jemand Erfahrungen mit so etwas?

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Ich glaube, dass die meisten Kinder unter Umzügen vor dem Schulalter meistens eher wenig leiden. Sie finden sehr schnell und wesentlich einfacher als wir Erwachsenen Anschluss und neue Freunde.

Daher würde ich mir um die Kinder weniger Gedanken machen, sofern der Umzug vor dem Schuleintritt erfolgt.

Allerdings würde ich mir dann auch das letzte halbe Jahr KiGa schenken. Wir z.B. konnten unser Kind nach dem Umzug nicht in den KiGa im Ort geben, da kein Platz frei war. Aus dem jetzigen KiGa geht KEIN Kind mit in ihre Schule. Das würde ich für 6 Monate nicht riskieren.

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Vielen Dank für deine Erfahrung. Das beruhigt mich schon etwas. Es wäre auch definitiv mein Wunsch es noch vor dem Schuleintritt zu machen. Dort wo wir hinziehen würden und auch da wo wir jetzt wohnen gehen die Kinder üblicherweise immer gemeinsam in die Grundschule. Beides ist sehr ländlich und andere Möglichkeiten hat man dort eigentlich nicht. Daher dachte ich an eine „Gewöhnung an neue Freunde“ noch vor der Schule.

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Hallo,
ich habe keine wirklichen Erfahrungen zu so einem Umzug. Ich bin ein Stadtmensch, meine Eltern nicht. Somit wäre ich auch nie zu ihnen zurückgezogen, sie wohnen eher ländlich. ABER je älter ich und vor allem meine Eltern werden, desto blöder finde ich, dass wir so entfernt voneinander wohnen. Das hätte ich mir mit Mitte zwanzig zum Beispiel nie träumen lassen. (Jetzt arbeite ich deswegen daran, dass meine Eltern hier zu uns ziehen 😉.)
Daher meine Ansicht: Dein Kind wird den Umzug gut wegstecken, wenn ihr diesem positiv gegenüber steht. Es wird mehr von seinen Großeltern haben. (Und das zweite Kind natürlich auch.) Das ist ein großes Plus! Es wird, wenn es jetzt schon so aufgeschlossen ist, auch in deiner alten Heimat Freunde finden. Wenn es dein Herzenswunsch ist, dein Mann damit ok ist und es pragmatisch umzusetzen ist: Macht es auf jeden Fall! 😊

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Morgen 👋

Zu dem halben Jahr Kindergarten...
Wir sind als ich 5 war umgezogen sodass ich das letzte Jahr in einem anderen Kindergarten verbracht habe.
Richtige Freunde hab ich da aber schon nicht mehr gefunden. Waren alle schon sehr dicke zusammengeschweißt.
Bei der Einschulung kamen auch andere Kinder dazu,manche Grüppchen wurden getrennt und ich hab wieder Anschluss gefunden.
War allerdings allgemein eher ein schüchternes Kind 😉

Ansonsten bin ich oft umgezogen und denke an sich nicht,dass ich gelitten habe.
Natürlich wäre es ab und an schön noch wie mein Partner Freunde aus der Kindergartenzeit zu haben,aber dafür gibts ja auch keine Garantie wenn man im selben Ort bleibt.

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Hallo,

wir sind umgezogen, als unsere Große Ende der 2. Klasse war. Das ist nun ein Jahr her. Die Schule gewechselt hat sie bereits nach der 1. Klasse, da ich am neuen Wohnort sowieso arbeiten war und es so ein Weg war. Sie ist also nun seit 2 Jahren an der aktuellen Schule. Unser Kleiner ist dann das letzte halbe Jahr am neuen Wohnort im Kindergarten gewesen. Im Nachhinein betrachtet war das unnötig für ihn, obwohl er recht zurückhaltend ist, was Freunde finden angeht. Tatsächlich hat er mit den Kindern, mit denen er im Kindergarten war jetzt keinen Kontakt mehr, sondern hat sich neue Freunde gesucht, obwohl alle in einer Klasse sind.
Mach dir über die Kinder nicht so viele Gedanken, die finden mit der Zeit ihren Anschluss. Ein Umzug ist natürlich immer ne große Umstellung, damit hatte mein Sohn schon einige Zeit zu kämpfen. Er kämpft aber allgemein immer recht lang mit Umstellungen. Nach einem Jahr nun ist er gut angekommen und es hat sich definitiv gelohnt.

LG

Isabel

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Kinder finden in dem Alter überall Anschluss, allerdings würde ich eher früher, als später umziehen.

Ich war jedes Jahr in einem anderen Kindergarten, dass hat mich nicht gejuckt. Umzüge in der Grundschulzeit sind schon unangenehmer, aber noch ok. Richtig blöd fand ich den Umzug in der 7. Klasse, weil es den Verbund schon seit 2 Jahren gab und die einzelnen Grüppchen sehr eng waren.

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Ich würde mir überlegen was mir wichtig ist. Home Office heißt ja nicht das man nie im Büro sein muss. Deshalb bringt dir beim Umzug das Home Office nicht unbedingt die Lösung. Bekämst du in der Heimat einen genau so guten oder besseren Job? Deinem Mann ist es egal, auf den musst du keine Rücksicht nehmen? Ich würde mich schlau machen wie es beruflich werden könnte und dann solange das Kind noch nicht zur Schule geht den Umzug angehen. Kindern fällt es in der Regel leichter Kontakte zu knüpfen, trotzdem würde ich es zeitlich abwägen und dann in die Tat umsetzen.

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Mein Sohn ist mit 16 Monaten in die Kita gekommen und war dort bis zur Grundschule. Er ist von da mit 7 Kindern in die Grundschule gekommen, 6 davon waren in seiner Klasse. Er hatte eine sehr gute Zeit in der Kita, aber dafür eine Horror Grundschulzeit. Nach drei Jahren konnte ich nicht mehr und hab ihn die Klasse wiederholen lassen damit er die Schule wechseln kann, ein anderes Kind aus der Kita dem es noch schlechter ging ist zur gleichen Zeit auch umgezogen damit er auch auf eine andere Schule kann. Du siehst nur weil in der Kita alles super ist heißt das nicht das es in der Schule zwingend genauso gut laufen wird.

Ich hätte damals nie damit gerechnet das die Grundschule so krass werden würde. Ich wollte damals auch umziehen konnte es aber aus beruflichen Gründen nicht. Bin dann später umgezogen. Es war schwer für meinen Sohn, heute sagt er er will nicht mehr umziehen.