*Update* Gefeuert vor der Elternzeit - und dann?

Hallo liebes Forum,
erstmal vielen lieben Dank für eure ganzen Tipps und Anregungen auf unser Problem!
Ich weiß, ich bin hier in der falschen Kategorie, ich möchte aber wieder anonym bleiben.

Kleine Erinnerung: Mann hat Elternzeit frühzeitig angekündigt (ja, er war leider so loyal...) und jetzt stellt Chef sich quer. Er hätte noch die Möglichkeit ihn fristgerecht zu kündigen bevor er EZ anmelden kann und Kündigungsschutz hat.

Ich wollte euch ein kurzes Update geben zu unserer Situation:
Es wurde kurzfristig von Seiten des Vorgesetzten ein Gespräch anberaumt. Wir vermuten, dass mein Mann entweder sofort gekündigt wird oder sie ihn vor die Wahl stellen Elternzeit oder Kündigung.
Sollte er vor die Wahl gestellt werden, ist die Frage: Kann er denen sagen, er nimmt keine EZ und meldet sie später trotzdem einfach an? Weil er ja dann gelogen hätte. Auf Konfrontation gehen hat wahrscheinlich am wenigsten Sinn. Sollte die Kündigung kommen, werden wir uns aber über die rechtlichen Möglichkeiten informieren. Wir fragen uns nur, ob er zum Schein so tun kann als würde er auf EZ verzichten ohne nachher rechtliche Probleme zu kriegen?
LG und danke schon mal

2

Kapitaler Fehler, es als Mann verfrüht zu erzählen...
Liest man doch überall wie es endet.

Jetzt hilft nur noch vorwärts schauen.

Er sollte NICHTS (!) in dem Gespräch unterzeichnen.

Ansonsten kann er es verschleppen indem er sagt ihr überlegt (!) Euch als Paar noch wie ihr Euch besser organisiert und inwieweit ihr Hilfe von Omas in Anspruch nehmen könnt, damit das klappt und er da bleiben kann. Zudem diskutiert Ihr Optionen mit Deinem Arbeitgeber.
(Chefs/Männer glauben das ernsthaft, dass Oma das Kind geschaukelt bekommt 🙄)

Überlegen und diskutieren ist berechtigt.

Wenn die Zeit gekommen ist, meldet er die Elternzeit an, da es leider mit Omas und dem anderen Arbeitgeber nicht klappt....

Eine Kündigung könnte der Chef jetzt nicht ernsthaft begründen ohne Schadensersatz wegen Benachteiligung zu riskieren. Dennoch versuchen es viele, um Leute zu zermürben und gegen Abfindung loszuwerden.

Wie viel Zeit ist noch übrig, bevor die 8 Wochen vor Geburt zu ticken beginnen?

5

Ja, ich hatte ihm auch davon abgeraten es so früh zu sagen. Er wollte dem AG entgegen kommen zwecks Einarbeitung vom Kollegen. Und jetzt kommt das Echo....

Wir haben noch etwas über ein Monat bis er anmelden kann :-( Hab auch schon gesagt: Nix unterschreiben und vertrösten. Er meinte, wenn sie ihn vor die Wahl stellen, will einen Auflösungsvertrag aushandeln mit Abfindung. Ich habe gesagt, mach das nicht.... ich hoffe, er hält sich dran....

10

Er soll bloß nichts unterschreiben. Lieber mitnehmen und gemeinsam anschauen.

Er muss sich trotz Elternzeit beim Arbeitsamt melden. Und unter schreibt er einen Aufhebungsvertrag ,dann hauen Sie ihn eine saftige Sperre ein. Sollte er nach Elternzeit keinen Job finden,kann er dann noch immer Alg1 beantragen,wenn euer Kind in die Betreuung geht.

Ich wurde auch kurz vor Mütter Schutz gekündigt. War 2 Jahre in Elternzeit und hatte dann 1 Jahr Alg1 bekommen für die Stunden die mein Kind betreut war.

Auch aus Versicherungstechnischen Gründen sollte er sich die Option Alg1 nach Elternzeit offen lassen,falls es doch nochtvso klappt wie es sollte.

Abfindung hin oder her. Aber sie wird bestimmt nicht so hoch,das man damit mehrere Monate Gehalt + Krankenversicherung (ausser läuft alles über dich) ausgleichen kann.

weitere Kommentare laden
1

Naja. Ich denke mal nicht, dass er die Lüge dem Chef schriftlich geben müsste. Von daher ginge das wohl schon.
ABER: ich sehe nicht, wie das sinnvoll sein sollte. Das Vertrauensverhältnis ist nach so einer Nummer definitiv zerstört. Und selbst wenn er dann in der Elternzeit nicht gekündigt werden kann, wird die Kündigung sicher direkt erfolgen sobald er wieder einsteigt. Ich bin sicher, dass der Job so oder so weg ist. Also hättet ihr dadurch absolut nichts gewonnen. Wenn dein Mann unbedingt Elternzeit nehmen will, dann wird er in den sauren Apfel beißen müssen und sich zum Ende der Elternzeit neu bewerben, wenn der Arbeitgeber nicht kulant ist...

Abgesehen von eurem Dilemma: echt ne miese Nummer vom Arbeitgeber sich da bei der Elternzeit so anzustellen!

4

Mein Mann hat vor, sich in der EZ beruflich umzuorientieren. Von daher ist eine Kündigung jetzt nicht der Weltuntergang für uns, da ein Jobwechsel kalkuliert ist. Aber würde sich im Lebenslauf nachher wahrscheinlich besser machen wenn er noch angestellt wäre als arbeitslos in EZ zu gehen.

12

Je nach Branche ist das total egal. Mein Mann ist Handwerker und seine neuen Chefs haben ihm sogar größten Respekt gezollt, dass er so für seine Familie eingestanden hat. Mein Mann hatte den selben Fehler mit Blick auf Loyalität gemacht.
Ist wahrscheinlich eine Sache der Einstellung.
Übrigens hatte er beim neuen Arbeitgeber dann bei der 2. Schwangerschaft nichts im Vorfeld gesagt und auch das konnte der AG bestens nachvollziehen nach seinen Erfahrungen. Da merkt man dann aber auch, dass der neue Chef ein sehr fairer Zeitgenosse ist.

weiteren Kommentar laden
3

Hallo
Keine Ahnung, wie das rechtlich aussieht. Da kann ich leider nicht helfen.
Ich frag mich nur, wenn dein Mann tatsächlich lügt und später die EZ trotz Vereinbarung einreicht: Wird er dann in dieser Firma noch glücklich? Das gibt doch böses Blut. Kann er sich in seinem Job gut abkapseln oder auf gute Zusammenarbeit angewiesen?
Ich würde nach so einer Geschichte nicht mehr gerne dort hingehen.
Falls er natürlich auf genau diesen Job angewiesen ist, liegt die Schmerzgrenze wohl wo anders 😬🤷🏻‍♀️

8

Der Keks in dieser Firma ist sowieso gegessen, mein Mann wird sich in der EZ beruflich umorientieren. Von daher ist es egal, wie die das finden, es geht rein um den rechtlichen Aspekt.

15

seid ihr rechtsschutzversichert,?

weitere Kommentare laden
6

Natürlich kann er theoretisch lügen und die Elternzeit dann doch nehmen. Die Frage ist, wie viel Sinn das macht... die Parteien verhärten sich und keiner arbeitet mehr glücklich mit dem anderen. Rechtlich kann ihm keiner was auch wenn er "gelogen" hat. Er muss die EZ ja spätestens 7 Wochen vorher anmelden. Ab dem Zeitpunkt kann ihm ja dann sowieso nicht mehr gekündigt werden.

Sofern er nicht in einem Kleinstbetrieb (unter 10 Mitarbeiter) arbeitet, kann ihm aber generell nicht einfach so gekündigt werden, es sei denn er hat der Firma dazu einen Grund geliefert, verhaltensbedingt oder personenbedingt. Oder aber die Firma kündigt betriebsbedingt.
Natürlich wird eine Firma wenn es um Kündigung geht auch mal kreativ und "sucht" nach einem Grund aber grundlos gekündigt werden kann ihm nicht, sofern er nicht mehr in der Probezeit ist.

Kurzum: er sollte mMn schnellstens nach einem neuen Job suchen. In dieser Firma wird er nicht mehr glücklich.

9

Er hat vor, sich in der EZ beruflich umzuorientieren, von daher ist ihm die Stimmung dort ziemlich egal, er wird nucht dorthin zurückkehren. Es geht nur darum, ob er irgendwie belangt werden kann wenn er was anderes erzählt als er dann umsetzt.

11

Nein, kann er nicht.

7

Hallo,

Moralisch hin oder her...

Sobald er einen Antrag gestellt hat 8 Wochen vorher steht er unter Kündigungsschutz.
Dann sollte er sich vorher nichts anmerken lassen. Eine mündliche Zusage dass er weiter Arbeitet ist nichts wert.

Liebe Grüße

20

Hallo ihr Lieben,
das Gespräch hat eben stattgefunden. Der AG wollte meinen Mann wg. der EZ loswerden und hat andere Gründe vorgeschoben warum die Zusammenarbeit beendet wird. Es ist aber nicht zur Kündigung gekommen, mein Mann hat sich auf einen Auflösungsvertrag eingelassen. Der AG wollte gütlich auseinander gehen und keinen Stress. Mein Mann ist ab sofort freigestellt bis Vertragsende in 2 Monaten, bekommt aber weiter sein reguläres Gehalt. Er bekommt ein wohlmeinendes Arbeitszeugnis, auf dessen Inhalt er auch Einfluss nehmen kann wenn das nötig sein sollte. Außerdem bekommt er eine 5-stellige Abfindungssumme ausgezahlt.
Meinem Mann geht es mit der Regelung sehr gut, er ist froh, da nicht mehr hin zu müssen und ohne Rechtsstreit da raus zu gehen. Er wird sich jetzt arbeitslos melden und natürlich erstmal gesperrt sein. Dann folgt wie geplant seine EZ, das EG wird dann vielleicht sogar höher ausfallen aufgrund der Abfindung, denn EG berechnet sich ja anhand der Einkünfte. In der EZ wird er sich dann fortbilden und danach bei einer anderen Arbeitsstelle anfangen.
Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen. Aber ich glaube, trotz Auflösungsvertrag ist es für uns eine gute Lösung.
Vielen lieben Dank für eure Ratschläge!