Geschwister, wie ist euer Verhältnis

Ich lese hier öfter, dass ein Grund für ein weiteres Kind ist, dass es jemand zum Spielen hat, und nicht alleine ist, wenn die Eltern sterben oder Pflege brauchen.
Ist denn eure Erfahrung mit Geschwistern so, dass das stimmt?
Man hat doch eigene Familie, Mann, Kind(er), also ist man doch nicht alleine wenn die Eltern sterben.
Ich habe eine Schwester, die zwei Jahre älter ist.
Wir haben nie viel zusammen gemacht, selbst im Urlaub nicht, da hatten wir uns immer andere Kinder zum Spielen gesucht.
Ich mag meine Schwester, aber eine innige Verbindung ist jetzt nicht da.
Wir sind auch beide sehr weit von unseren Eltern weg gezogen.
Im Alltag Hilfe anbieten, geht also nicht.
Als meine Mutter im Krankenhaus war, musste mein Vater das alleine regeln, sie besuchen, sich kümmern.
Er hat sich dann Hilfe bei Nachbarn und Freunden organisiert.
Meine Schwester ist ausgewandert und lebt seit 15 Jahren in Australien.
Ich habe sie vor 5 Jahren das letzte Mal gesehen, als sie hier in Deutschland war.
Wir telefonieren ab und an, zu Geburtstagen und Weihnachten.
Ich bin auch schon oft umgezogen, allerdings innerhalb Deutschlands.
Es ist schön, eine Schwester zu haben, aber das was Geschwistern oft zugesprochen wird, das habe ich so nicht erlebt.
Mein Partner hat drei Geschwister, alle leben in Deutschland aber weit verstreut, sein Bruder, der am nächsten wohnt, lebt immerhin auch 300km weit weg.
Die Eltern sind mittlerweile beide verstorben, aber auch da konnte niemand regelmäßig hin fahren, auch nicht als sie krank waren.
Sie haben im Altersheim gelebt und alle paar Wochen hat sie einer der Geschwister besucht.
Ich bin einfach neugierig, wie eure Erfahrungen da sind.

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Hallo,

ich sehe das ähnlich. Unser Sohn(14 J.) ist Einzelkind, mein Mann ebenfalls, ich habe einen 5 Jahre jüngeren Bruder.
Wir verstehen uns super, allerdings erst seitdem ich mit 22 ausgezogen bin. Davor war es, gerade für unsere Mutter, nicht immer leicht. Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Rückblickend wegen Nichtigkeiten....

Seit 2 Wochen wohnt mein Bruder mit Familie wieder in unserem Ort, vorher trennten uns aber auch nur ca. 80 km. Unsere Eltern (67 und 69 Jahre) sind noch fit und kümmern sich selbst um ihre Belange. Natürlich ist es angenehm das wir uns aufeinander verlassen können, aber ich könnte das theoretisch auch allein bzw. mit meinem Mann.

Mein Mann als Einzelkind muss sich auch nicht allein um seine Mutter kümmern, ich bin ja auch da. Zudem haben wir gute Freunde mit denen man sich auch austauschen kann.

LG
Tanja

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Hallo meine Liebe,

ich habe eine Schwester und bin sehr froh darüber. Sie ist zwar 7 Jahre älter als ich, aber wir haben ein gutes Verhältnis. Ich in auch sehr froh, dass unsere Kinder und ihre Kinder miteinander aufwachsen und wir eine große Familie haben. Wenn ich mir vorstelle nur ein Kind zu haben, dann fände ich es schade, dass es ohne Geschwister aufwächst. Es ist eine Bereicherung für ein Kind und selbst wenn man Freunde hat, die kommen und gehen, Freundschaften zerbrechen, aber Geschwister sind immer da. Auch wenn man sich streitet. Es gibt nie eine Garantie wie es später sein wird. Doch wenn ich mir meine älteste Tochter ansehe, sie ist 17, wird im Winter 18 und wohnt schon bei ihrem Freund, sie kommt gerne heim und freut sich auf ihre kleinen Geschwister. Und sie unternimmt freiwillig etwas mit ihnen. Also kann es nicht so falsch gewesen sein ;-)
Liebe Grüße
Juliane

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Ich hab 2 ältere Brüder. Wir waren als Kinder schon nicht sonderlich verbunden. Mit meinem einen Bruder habe ich 13 Monate Abstand, aber da war keine enge Beziehung vorhanden.

Wir wohnen alle in der selben Stadt, mit einem rede ich ab und an mal. Mit dem anderen habe ich seit ca. 10 Jahren keinen Kontakt mehr.

Kontakt besteht bei mir nur zu meiner Mutter. Der mittlere hat sporadisch Kontakt zu beiden Elternteilen und der älteste nur zum Vater.

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Ich hab eine jüngere Schwester, sie wohnt 2 km entfernt, auch unsere Eltern wohnen im gleichen Ort. Auch ca 2 km von mir entfernt. Wir haben alle ein super Verhältnis. Mit meiner Schwester hab ich sogar mal ein paar Jahre zusammen gewohnt. Wir sehen uns oft und haben alle fast täglich über WhatsApp Kontakt. Ich würde unser Verhältnis schon als eng bezeichnen. Ich hab selber 3 Kids und ich hoffe das sie uns im Alter auch dann ab und zu mal besuchen und auch untereinander Kontakt halten. Auch meine Eltern haben zu ihren Geschwistern Kontakt. Zu Geburtstagen wird sich gegenseitig besucht. Aber alle wohnen auch in einem Umkreis von 25 km. Bei uns wohnt keiner weiter weg.

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Meine Mutter hat zwei Geschwister. Die ist Schwester früh verstorben, zu dem Bruder hat sie kaum Kontakt. Er ist weiter weg gezogen und will von der Familie nichts mehr wissen.

Mein Vater hat ebenfalls zwei Geschwister. Sie wohnen alle zusammen mit ihren Familien und ihrer Mutter im selben Haus und teilen sich einen Garten. Teilweise arbeiten sie auch zusammen. Familienfeste werden zusammen gefeiert. Wenn die Oma / Mutter Hilfe braucht, ist immer jemand da.

Ich habe vier jüngere Geschwister, die alle noch zuhause wohnen. Wir haben immer sehr viel untereinander gespielt. Als Kind hatte ich zu den beiden mir am nächsten Geschwistern ein enges, freundschaftliches Verhältnis. Als Jugendliche habe ich mich dann viel um die beiden jüngsten gekümmert. Ich besuche sie oft mit meinem Kind. Meine Schwester ruft mich an oder schreibt mir, wenn sie sich unsicher ist (Beziehung, Freundschaften etc.). Zu den anderen habe ich nur Kontakt, wenn wir uns persönlich sehen. Ich bin gespannt, wie sich unser Verhältnis entwickelt.

Mein Mann hat neun Geschwister. Mit manchen spricht er nicht mehr, mit anderen ist er befreundet.

So unterschiedlich kann es sein 🤷‍♀️

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Ganz ehrlich, ich habe 2 Schwestern und trotzdem macht jeder sein Ding. Wir sehen uns vielleicht 1x im Jahr wenn meine Mutter uns auch alle zu sich einlädt. Wir haben uns als Kinder schon extrem viel gestritten, liegt aber auch vielleicht daran das unsere Mutter, alleinerziehend war und wir 3 Kinder zuhause waren . Irgendjemand war immer außen vor... Schön war das wirklich nicht. Mein Sohn bleibt gewollt Einzelkind. Lg

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Bei uns ist es anders. Ich würde das Verhältnis von meiner Schwester auch nicht als innig oder wie „ein Herz und eine Seele“ beschreiben, aber wir haben uns als Kinder gut verstanden. Wir waren zwei Jahre auseinander und hatten die gleichen Interessen, sodass wir schon viel zusammen gespielt haben. Genauso oft haben wir uns aber auch gestritten und konnten auch gut ohne den anderen auskommen. Im Jugendalter gab es einen kleinen „Bruch“ zwischen uns, da wir keine gemeinsamen Interessen mehr hatten und viel stritten (Pubertät eben). Richtig gut wurde unser Verhältnis erst wieder, als ich schwanger wurde 😊 Sie ist eine ganz tolle Tante und seit mein Kind auf der Welt ist, besucht sie uns öfters. Wir wohnen 1h auseinander und sehen uns deswegen nur so 1-2x im Monat.
Mein Mann versteht sich auch sehr gut mit seinen Geschwistern. Er war das Nesthäkchen und der Nachzügler und wurde deswegen sehr umsorgt 😋 Die Geschwister wohnen jeweils 10min von uns entfernt. Wir sehen uns etwa 1x die Woche bis hin zu 1x im Monat, je nachdem, wie es bei uns allen mit der Arbeit und anderen Terminen passt.
Unsere Eltern wohnen jeweils nur 10min von uns entfernt.
Falls bei irgendjemanden ein Elternteil krank wäre bzw. Hilfe bräuchte, bin ich mir 100%ig sicher, dass alle Geschwister sofort da wären, um zu helfen.
Aufgrund der positiven Grundstimmung und der großen Bedeutung von Familie und Zusammenhalt bei uns, wünschen mein Mann und ich uns auch mehrere Kinder 😊

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Das ist natürlich auch ungewöhnlich, dass die Eltern beider Partner in der gleichen Gegend wohnen und auch alle Geschwister im Umfeld leben.
Oft ziehen Geschwister ja doch zum Studium oder wegen eines Jobs weg und bleiben dann dort.
Die Eltern meines Partners haben in einem Dorf bei Rostock gelebt, meine in einem Dorf in Baden-Württemberg.
Wir leben jetzt in NRW.
In dem Dorf wo ich groß geworden bin, gab es keine Arbeit und auch keine Stadt in der Nähe..Studium habe ich in Berlin absolviert und da auch lange gelebt.
Mein Partner ist nach der Wende zum Studium in den Westen und ist dann auch hier geblieben, hat geheiratet und eine Familie gegründet.
Seine Geschwister sind ebenso alle weg gegangen wegen Job und Studium.
In dem Dorf meiner Kindheit gab es keine Perspektive.
Fast alle meine Klassenkameraden sind weg gezogen.
Ich wäre auch zu neugierig gewesen um in meinem Geburtsort zu bleiben.
Wo ich geboren wurde, muss ich nicht auch sterben, finde ich nicht erstrebenswert.

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Ich habe für 5 Jahre auch in einer Großstadt gelebt, in der ich studiert hatte. Uns war dann aber klar, dass uns die Entfernung zu unserer Familie (2h einfache Fahrt) zu weit ist. Also sind wir wieder in die Heimat gezogen. Mein Mann und ich haben zum Glück Berufe, die wir hier auch ausüben können.
Meine Schwester ist die 1h in die nächste Großstadt gezogen 😊
Wir sind alle irgendwie mehr Familienmenschen 😁

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Ich rolle immer innerlich mit den Augen, wenn ich höre, dass "Geschwisterchen" geplant oder gewünscht werden, als ob das die zugedachte Rolle eines zweiten (dritten, vierten...) Kindes wäre.

Meine Schwester ist okay, aber wir können nicht viel miteinander anfangen und haben kaum Kontakt. Wir sind nett zueinander, wenn wir uns zufällig oder bei Geburtstagen unserer Eltern treffen.
Zum Glück wollten meine Eltern noch ein Kind, und nicht "ein Geschwisterchen" für mich, sonst hätte sie ihre Funktion verfehlt ;-).

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Mein Mann ist Einzelkind und er vermiss tatsächlich ab und an ein Bruder oder Schwester. Natürlich hat er auch mich, aber er fühlt sich eben doch verantwortlich für die Belange der Eltern. Ich selbst habe einen Bruder und bin froh ihn zu haben. Wir haben Kontakt, verstehen uns gut und sehen uns regelmäßig. Die Kinder haben durch ihn einen Onkel und Tante. Durch meinen Mann haben sie aber auch einen Onkel und Tante. Sie werden sogar so genannt, obwohl wir zwar nicht verwandt sind (er ist ja Einzelkind) aber eben immer schon sehr gut befreundet. LG