Wenn ein Partner sich beruflich verändern will

Mein Partner hat bisher ganz gut verdient, aber sein Job macht ihn kaputt, einfach zu viel Arbeit, zu viel Stress.
12 Stunden Tage sind die Regel, Dienstreisen müssen auch sein.
Er hatte jetzt ein Burnout, und während des Klinikaufenthaltes auch noch eine leichten Schlaganfall.
Es ist also klar, er muss was ändern.
Er möchte etwas ganz anderes machen, eine Umschulung ist schon genehmigt, nur er verdient da weniger als die Hälfte als bisher.
Ich verdiene normal gut, arbeite Vollzeit und kann also das Gap nicht auffangen.
Die Miete zu bezahlen, ist kein Problem, aber andere Kosten müssen reduziert werden.
Wir haben schon die Kosten überprüft, einige Versicherungen können weg, und die Ausgaben fürs Leben, also Kleidung, Essen usw gehen auch günstiger.
Die Kinder haben keine kostenintensiven Hobbies.
Urlaub muss kleiner ausfallen etc.
Hauskauf ist damit erledigt, die Kinder sind enttäuscht, da wir hier ziemlich beengt wohnen und zwei Kinder sich ein Zimmer teilen müssen, was dauerhaft nicht mehr geht, jetzt hoffen sie sich schon ständig.
Meine Tochter findet es peinlich, dass der Papa plötzlich nicht mehr der gut bezahlte Manager ist, und auch die schicke Familienkutsche einer "Reisschüssel" wie sie sagt, weichen musste .
Es wird gehen, aber knapp werden.
Zum Glück ist er nicht Alleinverdiener gewesen, sonst wäre es jetzt echt dunkel.
Für die Zeit der Umschulung werden wir erstmal von meinem Gehalt leben, das ist richtig schwer.
Hat das von Euch jemand erlebt, wenn der Besserverdiener ausfällt?
Oder habt ihr einen Plan wie es laufen würde?

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Wir haben ein Eigenheim und haben es so gewählt, dass jeder von uns auch alleine die Fixkosten + Essen/Haushaltsartikel tragen könnte. Solange wir also so viel Extra haben legen wir auch viel zur Seite, sodass bei einem dauerhaften Verdienstausfall ein kleiner Puffer da ist, der uns auch einen gewissen Luxus (Urlaub, Essen gehen usw.) in diesem Fall ermöglichen wird.

So schlimm hört es sich bei euch ehrlich gesagt nicht an. Ich fände es allerdings bedenklich, wenn es für mein Kind so einen Unterschied machen würde, ob wir ein "Manager" Auto fahren oder eine "Reisschüssel". Was meiner Meinung nach absolut unwichtig ist, solange man von A nach B kommt...

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Ja, Berufsunfähigkeitsversicherung wäre in so einem Fall nützlich. Ich habe eine (war Alleinverdiener) und die zahlt seit ich krank wurde und verrentet von.

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Ja, hat er, zahlt aber erstmal nicht, wie zu erwarten.

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Habt ihr eine Rechtschutzversicherung? Falls ja, wendet euch an einen Anwalt, wenn die Berufsunfähigkeitversicherung nicht zahlen will. Oft zahlen die erst mit rechtlichem Druck!

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Hallo!

Lasst einmal prüfen ob euch Kindergeldzuschlag und Wohngeld zusteht.

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Ja, ich, alleinerziehend.
Meine Eltern.

Ich: krank geworden. Krankenhaus, Reha.
Danach neu angefangen, Schulbank gedrückt.
Danach besser verdient.
Jetzt wieder krank (anders).

Ich lebe.
Ich achte darauf, dass es mir gut geht.
Es ist anders.

Rat meines Vaters: spare so, dass du mehrere Gehälter bereit hast. Und genug um einen Anwalt zu leisten.
Auch wenn die Krankengeld, Versicherungsauszahlungen zustehen. Kalkuliere ein, dass du darum kämpfen musst.
Das erste Krankengeld ging Problemlos. Dafür hat es mit der Reha ewig gedauert, Papierkrieg.

Jetzt beim zweiten mal, hat sich Krankenkasse Zeit gelassen, bis auf den letzten Drücker.
Ausgaben habe ich so reduziert, dass wir so über die Runden kommen, ohne ans Ersparte ran zu müssen (außer am Anfang, als die Krankenkasse sich Zeit gelassen hat).

Als meine Eltern Pflegefälle wurden, war ich nicht mal volljährig.
Mein Vater kämpfte für seine Rechte. Versicherungen und alles. Bekam aber lange erst mal nichts. Er hat sich wieder hochgerappelt und ließ sich nicht von den NIcht-Zahlungen abhängig machen.

Meine Mutter, die davor auch schon immer wieder gearbeitet hatte und dann mehr arbeitete, fühlte sich komplett abhängig von ihm. Hoffentlich schafft er, hoffentlich macht er, was wenn er nicht wieder arbeiten kann....

Mein Vater war entspannt, was meine Schule/Ausbildung anging. Dich kriegen wir auch noch durch. Mach das, was dir wichtig ist und das richtig. Dann hast du mehr davon, als wenn du jetzt irgendwas machst. Hauptsache du stehst danach auf eigenen Beinen! (hat er leider nicht mehr mitbekommen).

Meine Mutter, die selbst verdiente und wusste, was sie konnte, schob totale Panik. Auf keinen Fall studieren. Brich die Schule ab. Ohne Studium bringt dir das Abi nichts. Mach dies, mach jenes. Verdien dort was.
Der Stress, den sie sich machte brezelte sie vom Alter her viel früher um. Zum Rentenalter schaffte sie es gar nicht mehr.

Mein Kind bekommt mit, dass wir nicht alles haben. Sie weiß aber auch, dass ich nicht alles geben würde, wenn wir es hätten!
Sie freut sich schon darauf, selbst etwas dazu zu verdienen. Sie möchte sich Dinge leisten, von denen ich mich weigere sie zu kaufen. Egal ob das Geld übrig da ist (gute Zeiten) oder nicht (Krankengeld).

Mir ist immer bewusst, dass in Guten Zeiten das Polster wächst, damit es in nicht so guten Zeiten da ist.

Was den Platz angeht: muss es denn ein Haus sein? Sind Häuser bei euch so teuer, wie Wohnungen (wenn ja, verstehe ich die Sorge), wenn nein: was ist den Kindern lieber. Haus oder Papa lebt?
So direkt würde ich das nicht fragen!
Traurig sein ist auch ok.
Aber es ist auch ok, die Situation anzunehmen.
Was wäre die Alternative? Er arbeitet wieder mehr, kippt um und ist dann ganz weg. Waisenrente ist vermutlich weniger, als das, was er GESUND nach Umschulung verdient.


Geholfen hat mir
- Polster aufbauen
- so lange wie möglich nicht ans Polster rangehen (nicht zwanghaft, aber nicht erst umstellen, wenn Polster weg ist)
- Haushaltsbuch
- beim Einkaufen:
was ist Minimum, täglich Nudeln und Wasser ist fade. Nur Rechnerisch. Darunter GEHT NICHT. Diese Zahl kennen nimmt den Druck raus.
Maximum kennen: was kann ich ausgeben, ohne ans Polster ran zu müssen.

Alles was zwischen Minimum und Maximum liegt, ist ok.
Gönnen: gerne, ständig müssen: nein.
Was ich mir ab und zu gönne, weiß ich jedes Mal mehr zu schätzen.

Was ich ständig habe, vermisse ich eher, wenn es weg ist.
Was ich nicht ständig habe, schätze ich den Genuss umso mehr.

Urlaube fallen bei uns seit jeher "kleiner" aus, weil ich lieber günstig und gut Urlaub mache, als teuer und dann das Geld wieder reinschuften muss.

Versicherungen checken. Lohnt immer. Bessere Tarife für weniger Geld.
Manche kann man auch still legen lassen / ruhen lassen.

Hat dein Mann eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wenn ja, zahlt sie auch in seinem Fall?
Schlaganfall: wie sieht es mit Pflegegrad aus?
Hatte er Sozialberatung?

Traurig sein dürfen die Kinder und ihr auch.
Wichtig ist, dass ihr Haltung bewahrt. Sch** war's, neuer Weg. Unter geht die Welt noch nicht.

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Wie alt sind eure Kinder?
Sind sie vielleicht schon alt genug für einen kleinen Nebenjob?

Gut bisher waren sie mehr Luxus gewöhnt, aber Geld wächst nunmal nicht auf Bäumen und die Gesundheit ihres Vaters geht vor.
Das muss man ihnen klar machen.

Hast du die Möglichkeit einer Weiterbildung oder ist ein Wechsel in einen besser bezahlten Job möglich um etwas besser über die Runden zu kommen?

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Nein, ich verdiene schon 20 Prozent über Tarif, habe 2500 raus, ich habe studiert, einige Weiterbildungen, da ist Schluss .
Wenn mein Mann mal wieder das Gleiche verdienen würde, wäre das ein Traum, dann hätten wir mehr Geld als wir ausgeben können.
Rücklagen waren vorhanden, eigentlich für die Kinder, sind aber aufgebraucht, er ist schon seit 1,5 Jahren krank.
Der Schlaganfall hat keine Schäden hinterlassen, von daher wird er rein körperlich ohne Einschränkungen arbeiten können.
Psychisch ist er aber echt angeschlagen.

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Da ich keinen Besserverdiener an der Seite habe, wird's hart, wenn ich mal ausfalle...

Das deine Kinder traurig sind ist erstmal nachvollziehbar, aber ein weniger tolles Auto als "Reisschüssel" zu bezeichnen... sorry, da lief bisher aber was nicht so super und deiner Tochter tut es wohl in dieser Hinsicht ganz gut mal auf den Boden der Tatsachen zu kommen.
Vielleicht können sie wirklich auch schon nebenbei arbeiten, für ihren "Luxus".

Vielleicht kann dein Mann während der Umschulung einen 450 € Job machen? Ich weiß nicht wie stressig die Umschulung wird, aber wenn man an normalen "Schulalltag" denkt, dann geht das vielleicht ohne wieder in die Stressspirale zu gelangen und tut evtl. der Psyche auch gut, nicht ganz ohne Beisteuerung zu sein.

Ansonsten drücke ich euch natürlich die Daumen, dass ihr in eurem neuen Alltag gut ankommt. Das wird sicher erstmal eine harte Zeit.

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Etwas off topic, aber ich finde es traurig, wie deine Tochter reagiert!
Es ist ja nicht so, dass dein Mann aus einer Laune heraus entscheiden hat, dass er was anderes machen möchte.

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Deiner Tochter wird diese Umstellung gut tun. Sie klingt total verwöhnt und egoistisch. Was dachte sie denn bisher, wo das Geld her kommt? Sie sollte sich mal fragen was ihr wichtiger ist, ihr Papa oder eine Protzkarre. Vielleicht ist das ja auch gleich eine Chance für euch als Familie wieder neu durch zu starten.

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Ich war zwar noch nicht in deiner Lage, aber ich verdiene das Geld für mich und meine Kinder alleine.

Sieh es mal von einer anderen Seite:
Dein Mann ist nicht todkrank und hat keine bleibenden Schäden vom Schlaganfall her.
Psychisch ist er zwar angeschlagen, aber mit der nötigen Ruhe und Therapie kriegt er das wieder in Griff.

Ihr habt euch und haltet zusammen.

Wie alt sind die Kinder? Wenn sie im Teenageralter sind, dann können sie sich nen kleinen Job suchen und sich ihr Taschengeld selber verdienen. Oder in den Ferien durchaus mal 4 Wochen Vollzeit durchackern. Dann sehen sie, was es heißt, Geld zu verdienen.

Sind sie noch jünger, dann erst recht ein Grund, dass sie nicht zwingend eigene Zimmer brauchen. Von Statussymbolen wie Nobel-Karosse mal ganz abgesehen.

Alles Gute!