Überfordert mit 2. Kind

Liebe Mamas,

ich bin so langsam am Verzweifeln und hoffe, dass mich die eine oder andere ein wenig versteht oder ggf. etwas aufbauen kann...

Ich bin vor knapp 4 Monaten zum zweiten mal Mutter geworden; mein erstes Kind wird im Dezember erst 2 Jahre alt.

Statt harmonischem Familienglück zu Viert, gibt es jedoch nur Frust. Seit unser zweites Baby auf der Welt ist, fühle ich mich überfordert, gefangen und habe das Gefühl nichts & niemanden mehr gerecht werden zu können. Natürlich war mir im Vorfeld bewusst, dass es anstrengend wird mit zwei kleinen Kindern. Aber dass es mir derart zusetzt habe ich unterschätzt. Mein Kleiner ist ein sehr sensibles Baby, er lässt sich so gut wie nie ablegen, schreit sehr viel, braucht rund um die Uhr Körperkontakt. Tagsüber schläft er nur auf mir oder in der Trage. Seine fast 2-jährige Schwester ist ein sehr lebhaftes Kind mit derzeitiger Trotzphase das mich jetzt ebenfalls intensiv braucht. Sie ist zwar bis 14 uhr in der Kita, möchte aber danach natürlich ganz viel Unterhaltung. Mein Mann arbeitet viel und ist erst gegen 22 Uhr zu Hause und kann mir lediglich am Wochenende unter die Arme greifen. Dementsprechend waren die letzten 4 Monate sehr turbulent; ich fühle mich wie fremdgesteuert und frage mich, wie ich das alles noch länger durchhalten soll. Das gefühlt pausenlos schreiende Baby, welches nur auf mir schlafen kann und ganz oft gestillt werden möchte und dann das tobende Kleinkind, welches ganz viel Aufmerksamkeit & Liebe braucht. Es gibt Tage an denen schaffe ich es weder zu duschen, noch irgendwie den Haushalt zu erledigen. Geschweige denn, auch mal ein paar Minuten Ruhe für mich allein zu geniessen. Darunter leidet meine Laune extrem; ich bin chronisch gereitzt und öfters auch nah am Wasser gebaut. Ich ertappe mich dabei, wie mir mein altes Leben zunehmend fehlt. Der Job, soziale Kontakte, Hobbies. Meine Unzufriedenheit in den letzten Monaten führte auch immer wieder zum Ehestreit; ich fühle mich komplett unverstanden von meinem Mann. Immer wenn ich sage, dass mich die jetzige Situation unglücklich macht, wirft er mir vor ich sei egoistisch und würde nicht in erster Linie an die Kinder denken.

Gibt es Mamas, denen es ähnlich ging? Wie habt ihr es geschafft aus diesem Tief zu kommen?

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Das wird alles wieder besser. Versuche die Großeltern (wenn vorhanden) oder Freundschaften mit ins Boot zu holen.

Haushalt, nur das nötigste, der rennt nicht weg. Und versuche einfach mal zu entspannen, wenn das Baby auf dir schläft, mach dir kopfhörer rein und höre musik oder ein Hörbuch oder ähnliches. Verabrede dich mit anderen eltern bei schönem wetter auf dem Spielplatz, dann ist die große beschäftigt und der kleine an der frischen Luft 😉

Man wächst mit seinen Aufgaben, du machst dir sicher viel zu viele Gedanken. Nicht verzweifeln und nicht alles glauben was du sehen magst, auch in anderen Familien läuft es nicht immer harmonisch 😉

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"Immer wenn ich sage, dass mich die jetzige Situation unglücklich macht, wirft er mir vor ich sei egoistisch und würde nicht in erster Linie an die Kinder denken."

Na, das sagt ja grade, der richtige :-[

Würde ER in erster Linie an die Kinder denken, dann würde dich mehr wertschätzen!
Das wirkt sich nämlich im Guten auf die Kinder aus.

Arbeitet er freiwillig so viel? (Flucht vor zu Hause)
Arbeitet er so viel, weil er finanzielle Angst hat?
Muss er momentan so viel arbeiten, weil es die Lage erfordert?

Bei Flucht von zu Hause, wäre ich sehr wütend !
Bei - er ist selbst überfordert, weil die Lage so viel Arbeit erfordert und er eigentlich lieber bei der Familie wäre - könnte ich ihn verstehen.

Sein Verhalten dir gegenüber ist ein NO GO !
Egal was dahinter steckt.
Ich könnte ihn lediglich in einem Szenario verstehen. Nicht seine Auswirkung dulden.

Entweder in einem ruhigen Gespräch oder in einem Brief würde ich ihm klar mitteilen, was dir fehlt und dass du nach Lösungen suchst.
Z.B. dass er erst mal eine halbe Stunde seinen Frust abreagiert, bevor er zu dir kommt. Auch wenn es dann noch später wird. Manchmal braucht es die Pause.

Wann geht er morgens außer Haus? Ist da etwas Puffer?
Arbeitet er die Zeit, die er außer Haus ist plus Fahrtweg?
Oder ist in der Zeitspanne schon Abreagierenszeit dabei?

Arbeitet er viel, um nicht bei der Familie sein zu müssen?
Oder arbeitet er viel, um der Familie finanziell mehr zu ermöglichen?

Wäre theoretisch weniger Arbeiten machbar? Finanziell, von seinem Job aus betrachtet?
Würde er das in Betracht ziehen oder Ausreden finden, um weiterhin viel arbeiten zu können?

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Vorweg- ich bin und war nicht in Deiner Situation, ich bin Einzelkindmama. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, wie anstrengend der Alltag mit Säugling und Kleinkind ist. Ich war mit nur einem Kind ausreichend beschäftigt.
Aber was mir als erstes in Deinem Post aufgefallen ist: Dein Mann bringt sich zum Einen zeitlich kaum ein, lebt anscheinend sein Leben weiter ( korrigiere mich bitte, wenn ich falsch interpretiere) und lässt Dich alleine, zum Anderen zeigt er kein Verständnis für Deine Situation und macht Dir darüber hinaus noch ein schlechtes Gewissen. Das ist nicht fair.
Du brauchst in irgendwelcher Form Entlastung. Und da sehr ich in erster Linie Deinen Mann in der Pflicht.
Warum arbeitet Dein Mann so lange? Kann er seinen Tag anders gestalten, dass er früher da ist und Dir die Kinder abnimmt, damit Du Zeit für Dich hast und sei es nur für eine Stunde zum Baden oder joggen oder am Tablet rumdaddeln.
Sprich mit Deinem Mann und lass Dich nicht mit irgendeiner Phrase abwimmeln.

Kannst Du Dir weitere Entlastung holen durch Putzfrau Babysitter , Großeltern etc?

Corona macht die Situation leider nicht einfacher, aber Du musst wirklich an Dich denken und dass ist auf keinen Fall egoistisch.
Alles Gute!

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Mir wäre es ähnlich gegangen, wenn nicht mein Mann damals erst vier Monate mit mir gemeinsam Elternzeit gehabt hätte und dann einige Monate nur 30 Stunden gearbeitet hätte. Außerdem hatten wir begeisterte Großeltern in der Nähe.

Meine zwei jüngeren Söhne sind 15 Monate auseinander, der Kleine ließ sich kaum ablegen und der Mittlere war extrem agil. Ich kann mir vorstellen, wie es dir geht, ich wäre durchgedreht, wenn mein Mann so wenig Zeit gehabt hätte (daran kann man ja manchmal nichts ändern) und so blöde Sprüche abgelassen hätte (daran kann man was ändern).

Zwei solche Kinder sind halt fast zwei Vollzeitjobs, da geht im Haushalt eben nur das Nötigste.
Wenn dein Mann so viel arbeitet, dass er nicht viel übernehmen kann, verdient er dann so gut, dass ihr eine Hilfe bezahlen könnt? Wenn nicht, bleibt halt was liegen bis Zeit ist.

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Hey du!
Wenn ich jetzt richtig im Kopf rechne sollten deine beiden Kinder auch ungefähr 19 Monate auseinander sein.
Den selben Abstand haben wir auch, nur ist meine Kleine "erst" knappe 2 Monate alt.
Meine Große wird im Februar 2 Jahre und ist ein absoluter Wirbelwind.
Hätte ich keine Hilfe würde ich nix oder nur kaum was schaffen.

Lass einfach mal den Haushalt liegen, da kann sich ja gerne auch dein Mann einbringen (z. B. mal die Wäsche machen), nutze die Zeit vom Kindergarten auch mal für dich wenn der Kleine schläft (tut super gut die Pause!!)
Bei gutem Wetter raus mit den Kleinen!
Da ist das ins Bett bringen gleich viel einfacher ;)

Die kinderlose Zeit wünsche ich mir auch oft zurück. Man konnte tun und lassen was immer man wollte!
Man wusste vorallem auch wann man Feierabend hatte. Das fehlt mir gerade sehr.
Hab auch in letzter Zeit öfter zu Freunden gesagt, dass mein Feierabend dann ist, wenn ich die Augen schließe und die Arbeit beginnt wenn ich sie wieder öffne.

Vll kann ich dir nicht viel helfen und ehrlich, ohne meinen Mann würde ich gefühlt genauso "absaufen"!
Daher geht auch mein vollster Respekt an dich!!
Du bist sicher nicht ganz alleine in deiner Situation, also fühl dich ganz doll gedrückt!!

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Hey,

Meine beiden Minis sind 17 Minate auseinander und schon 2 & 3,5 Jahre alt.

Die ersten 1,5 Jahre waren super anstrengend. Hätte ich mir keine Inseln geschaffen wäre ich durchgedreht!

Kannst du versuchen deine Tochter mal zur Oma zu geben und deinem Mann mal den kleinen übergeben? Damit du zwischendurch Kraft tanken kannst?!

Warum schreit der kleine?

Wenn dein Mann bis abends 22uhr arbeitet, dann fängt er später an oder?

Versuch den Haushalt liegen zu lassen oder lass dir helfen.

Niemand kann 2 kleinen Kindern & Haushalt gerecht werden ohne sich selber nicht zu verlieren.
Ich war viel spazieren.... so konnte ich frische Luft schnappen und bewusst durch atmen!!!!

Ganz liebe Grüße und viel Kraft!!!

Lg
Costa mit L 8J, M 3,5J und P2J

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Ach du Liebe, lass dich unbekannterweise ganz fest drücken (wenn du magst)....ich verstehe dich sehr, sehr gut.
Unser 2. Kind war auch so ein 24/7 Klammeräffchen (tagsüber nur Trage, nachts schlief er nur auf einem), unser Großer gerade eingeschult worden, mein Mann während der Woche nicht da und keine Familie in der Nähe, die helfen konnte.
Gott sei Dank (und das meine ich ernst) war er ein Flaschenkind, so dass mir wenigstens die Dauer-Stillerei erspart geblieben ist 😅 (auch wenn ich anfangs unglücklich war, nicht zu stillen zu können).

Ich war so ein Ekel, teilweise sooooo neidisch auf meinen Mann, der 300km von uns entfernt mit Kollegen hin und wieder gemütlich und in Ruhe (!) ein Feierabend-Bier genoß....furchtbar war ich.

Am WE musste mein Mann sich unser Klammeräffchen ins TT binden, damit ich „frei“ sein konnte.
Wir hatten auch lange keinen Sex mehr, auch Kuscheleinheiten nicht.....da ich am WE froh war, wenn keiner mich anfasste.
ABER es wurde „besser“....so nach 6/7 Monaten ging auch mal der Kiwa, er schlief nicht mehr auf einem, sondern „nur“ noch neben einem 🙏🙏.

Was soll ich sagen: Wir haben überlebt, mittlerweile gibt es Kind 3 und 4 und Gott sei Dank waren sie als Babys nicht so wie er 🙏🙏. So ein forderndes Baby macht einem fertig, wenn man keine Hilfe hat.

Hast du jemanden, der dir mit den Kindern helfen kann? Wenn ja, spann die ein.
Gönnt euch eine Putzhilfe.
Mag dein Baby die Trage? Wenn ja, ab mit ihm in die Trage und raus mit euch Dreien.
Mit Bsby in der Trage kann man auch prima HH machen.
Warum ist dein Mann während der Woche so lange in der Arbeit? Flüchtet er?

Ich wünsche euch alles Gute 😘😘

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Hallo,

du bist glaube ich in die klassische Hausfrauen-Falle getappt... ob selbst- oder unverschuldet ist ja jetzt erstmal egal.

2 kleine Kinder sind mega anstregend und dein Mann ist mit seinen Aussagen einfach nur ätzend und verletzend.

Wieso arbeitet er so lange? Hat er jeden Tag Spätschicht? Niemand kann mir erzählen das er jeden Tag von 7-22 UHR außer Haus ist, wir wohnen in Deutschland.

Was du tun kannst:
Gönn dir mal einen Tag Auszeit und lass deinen tollen (Achtung Ironie) Ehemann einfach mal mit den 2 Kindern alleine.
Fordere stärker deine Rechte stärker ein! Es sind EURE GEMEINSAMEN Kinder, nicht nur deine:-[
Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen.

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Puh ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch nicht verstehen kann, warum man sich den Altersabstand SO eng legt. Eure Große war also 20 Monate, als der Kleine kam. Wie war die Große so als Baby? Hatte dein Mann zu Beginn Elternzeit, als der Kleine kam?
Meine Große war auch so eine Kandidatin, die tagsüber nur an der Brust hing, ich hatte zwischendurch immer nur 30-45min ohne Baby an der Brust. Wenn sie schlief, dann konnte man sie nicht ablegen. Uns war klar, dass Kind 2 genauso oder noch „schlimmer“ werden könnte. Daher hat mein Freund direkt die ersten zwei Monate nach der Geburt Elternzeit genommen. So waren wir gewappnet für den Fall, dass der Kleine ähnlich tickt und nur an mir dran hängt. Ich hätte nämlich auch nicht gewusst, wie ich dauerstillend noch meinem großen Kind gerecht werden sollte. Meine Kinder haben übrigens einen Abstand vom zwei Jahren und einem Monat und einen noch kleineren Abstand hätte ich auf keinen Fall gewollt.

Nun hilft dir das auch nicht weiter. Ich weiß, wie es dir geht, es ist anstrengend mit zwei so kleinen Kindern. Habt ihr die Möglichkeit, die Große vielleicht mal unter der Woche zwei oder drei Tage zu Oma zu geben? Es kommt einem vor wie Urlaub, wenn man plötzlich nur noch ein Kind hat und man kann sich mal kurz erholen.
Hat dein Mann die Möglichkeit, irgendwie seine Arbeitszeiten zu ändern? Meiner ist seit der Geburt des Kleinen runter gegangen auf 35h die Woche. Er ist im 7 auf Arbeit und kommt 15/16 Uhr wieder nach Hause. An manchen Tagen hätte ich es auch nicht länger ausgehalten und war dann sehr froh, wenn er kam.
Ansonsten versuch dir am Wochenende Freiräume zu schaffen. Geh mit einer Freundin spazieren oder besuche sie zu Hause auf einen Kaffee, zur Not auch mit Baby. Mir hilft es immer soooo viel, Zeit mit Freunden zu verbringen.
Besucht am Wochenende eure Eltern, lasst euch von ihnen helfen.

Und ansonsten: Es wird wieder besser! Versprochen.

Ach ja, dass dein Mann nicht hinter dir steht, sondern dich als egoistisch bezeichnet, finde ich unmöglich! Du bist nicht egoistisch, du bist ein Mensch, der genauso Ruhe, Schlaf, Zeit für sich und Entspannung braucht wie alle anderen. Deswegen können trotzdem die Kinder an erster Stelle stehen.