Quereinsteiger zur Erzieherin oder Schulbegleiter, wer hat es gewagt

Wer hat es gewagt? Wie habt ihr es finanziert? Seid ihr glücklich mit der Entscheidung?

Derzeit kann ich meinen Beruf nicht ausüben wg. Corona , wie ich möchte. Gründe verschiedene. Und ich möchte definitiv nicht wieder in diesen Beruf zurück.

Ich würde gerne als Quereinsteigerin arbeiten im Bereich Erzieherin oder Schulbegleiter.

Leider ist das Jobcenter nicht sehr Hilfreich,sie würden mir sofort Weiterbildung im meinem jetzigen Beruf bezahlen aber nichts anderes.

Begründung:" Es gäbe nicht genug freie Arbeitsstellen auf dem Arbeitsmarkt als Schulbegleiter, ausser man ist Selbstständig"

Und:" Im Bereich Erzieherin müssten sie in ihrem Bundesland (BW) gelernt sein und eine Ausbildung würde zu lange dauern" (4 Jahre).

Hinzu kommt,das ich ja 20 Jahre gearbeitet habe schon und man mit 37 wohl nicht mehr "Umschulung sollte"....Also in Anbetracht dessen das ich noch 30 Jahre arbeiten soll,macht mich das Sprachlos.

Ich bin verzweifelt. Ich möchte lernen,ich möchte Arbeiten,aber in einem Beruf, wo ich weiß der hat Zukunft, da wird man auch in 30 Jahren gebraucht, den übernimmt keine Maschine oder eine billige Arbeitskraft. Den Tatsache ist,sollten Leute in meinem Bereich wieder eingestellt werden,dann werden die günstigen, ungelernten Kräfte genommen.

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Als Schulbegleitung ist eine Ausbildung nicht zwingend förderlich. Zwar sehr hilfreich aber wir haben häufig ungelernte.

Einfach mal bei den Trägern, wie Diakonie etc. anfragen. Vielleicht kannst du darüber eine Schulung machen?

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Nicht zwingend gefordert.

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"Ich bin verzweifelt. Ich möchte lernen,ich möchte Arbeiten,aber in einem Beruf, wo ich weiß der hat Zukunft, da wird man auch in 30 Jahren gebraucht, den übernimmt keine Maschine oder eine billige Arbeitskraft"

Kannst du ein Praktikum in dem Bereich machen?

Liegt dir der Bereich?

Schulbegleiter werden händeringend gesucht, wo ich wohne. Aber die wenigsten dürfen es werden. Hohe Anforderungen. Vorkenntnisse sind wichtig. Am besten pädagogischer Beruf mit ggf. Kenntnissen im medizinischen Bereich. Je nachdem was ein Kind mitbringt.
Braucht es eher Unterstützung im medizinischen oder eher im sozialen.

Erzieherin haben einige versucht, bzw. ich habe Freundinnen, die das als Erstberuf gemacht haben.
Gebraucht werden und ausgenutzt werden, ist da ein sehr dünner Pfad.
Die Anforderungen werden immer höher - wodurch weniger qualifiziert genug sind, somit weniger Personal möglich. DIe, die qualifiziert genug sind, haben keine Lust sich derarzt unterbezahlt abzuschuften.

Wie ist deine Gesundheit?
Schaffst du das die nächsten 30 Jahre?
Momentan gibt es relativ strenge Hygieneregeln. Je nach AG wurden vor Corona auch Kinder mir Mittelohrentzündung, Fieber, Scharlach abgegeben.

Einerseits dürfen keine Pflaster drauf gemacht werden ohne elterliche Zustimmung (Allergiegefahr), andererseits versuchen Eltern immer wieder kranke Kinder mit Medikamenten zu bringen "Sie kennen mein Kind ja besser als ich".

Bei guten AGs unterzukommen, ist schwierig.
Bei anderen findest du Stellen wie Sand am Meer. Die Arbeitsbedingungen sind dann allerdings vom Regen in die Traufe.

Eine Freundin hat ihren Schulabschluss erweitert und studiert jetzt Pädagogik. Sie liebt die Kinder und die Arbeit mit den Kindern.
Das ausgebeutet werden und für Eltern der Fußabtreter sein, hält sie nicht mehr durch. Weder die nächsten zehn Jahre, noch bis zur Rente.

Wenn du dafür geschaffen bist und das DEIN Berufstraum ist und du die Konstitution mitbringst, dann finde ich es super. Gute Erzieherinnen werden viele gebraucht.
Allerdings würde ich das versuchen vorher auszutesten. Praktikum (momentan schwierig), an der Berufsschule informieren (Voraussetzungen), mit dem Arzt sprechen (was du körperlich noch alles kannst).

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"Einerseits dürfen keine Pflaster drauf gemacht werden ohne elterliche Zustimmung (Allergiegefahr)"

Das ist eine Fehlinformation. Alle Erzieher müssen einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren und sind zu erster Hilfe sogar verpflichtet. Pflaster dürfen aufgeklebt werden. Warum soll eine Erzieherin kein Pflaster aufkleben dürfen, während man als Ersthelfer bei einem Unfall Verbände anlegen darf?

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Dann war das mit den Pflastern in der Grundschule.

Jedenfalls sind die Richtlinien nicht ohne.
Einerseits soll sofort und richtig geholfen werden. Andererseits müssen rechtlich viele Dinge im Hintergrund beachtet werden.

Wenn nichts passiert, ist ok. Bekommt ein Kind Ausschlag wird es schwierig.

Der Spagat zwischen helfen: wollen und können und mit Klagen drohenden Eltern ist nicht ohne. Ich finde es super, so lange Erzieher helfen und helfen dürfen. Müssen und tun. Das sehen aber nicht alle so und ist nicht ohne. Pflaster ist nur ein Beispiel von vielen.

Mit Notfallmedikamenten geht es grade so weiter. Erzieher müssen reagieren können; tragen die Verantwortung für das Kind und andere Kinder, dass niemand ran kommt. Müssen entscheiden, wann es sinnvoll ist (auch ohne medizinische Ausbildung) usw.

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Hey

Informieren, Praktikum machen und machen.
Du hast noch 30 jahre zu arbeiten und das willst du glücklich.

Meine Mutter macht nächstes Jahr mit fast 54 Jahren eine Ausbildung zur Pflegefachfrau, sie hat schon 4 Enkelkinder und ist top fit.

Mein Bruder ist gelernter Maschinenbauer, hatte stets Probleme mit dem Arbeitgeber und Schwierigkeiten einen passenden Job zu finden. Er hat die Ausbildung zum Pflegefachmann dieses Jahr angefangen.
Kinder, Alte Leute und kranke gibt es immer, werden überall gesucht und ist Zukunftssicher!

Viel Glück bei deiner Entscheidung und deinem weiteren Lebensweg 🍀

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Als Erzieherin kannst du eine Berufsbegleitende Ausbildung machen. Bist einmal wöchentlich in der Schule und die restlichen Tage in der Einrichtung. So macht es eine Freundin von mir. Verdient auf Vollzeit 800 Euro... nicht bombastisch, aber immerhin nicht umsonst. Da haben es Erzieher schwerer, die die schulische Ausbildung durchlaufen...
ich würde mich einfach mal Trägern informieren, ob sie jemanden nehmen. Derzeit gibt es ja einen Mangel an Erzieher, daher auch diese Optionen und Möglichkeiten. Ich weiß allerdings nicht, ob das überall in Deutschland ist. Mag sein, dass es da regionale Unterschiede gibt.
Generell finde ich, sollte jeder das Recht haben sich umzuschulen! Fürchterlich, wenn man in einem Beruf festsitzt, den man aus verschiedenen Gründen nicht ausüben kann oder nicht mehr ausüben mag. Da sollte es mehr Möglichkeiten geben. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen erkranken... wird mal Zeit, das einigen schlauen Köpfen mal einige Lichter aufgehen...

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"Generell finde ich, sollte jeder das Recht haben sich umzuschulen!"

Hat doch jeder - nur eben nicht auf Kosten der Allgemeinheit.

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Wo wäre das Problem, wenn man für die Umschulung anständig bezahlt wird? Da müsste die Allgemeinheit auch nichts dazu beitragen.
Wäre mir aber lieber, als Dauerarbeitslose, weil sie ihren Job nichts ausüben können oder aus anderen Gründen nicht mehr wollen!
Langfristig ist dann auch keinem geholfen.

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Ich kenne eine Mama von Freunde meines Kindes, die zur Erzieherin umgeschult hat. Sie hat zuerst Kinderpflegerin in Teilzeit gelernt. Danach konnte sie arbeiten und die zusätzliche Weiterbildung bis zur Erzieherin On The Job. Das war für sie die beste Lösung, weil man nach Kinderpflegerin bereits arbeiten kann und es nicht so verschult ist. Zudem gibt es einige Programme, die es im Teilzeit für Mütter anbieten.

Wegen Alter: der Vater eines Schulfreundes hat mit 34/35? angefangen Medizin zu studieren und war mit 40 fertig. Warum nicht??? Man hat noch genug Jahre Arbeitsleben vor sich!!! Er hatte einen künstlerischen Beruf vorher und wollte wegen Geld und Arbeitsbedingungen nicht mehr als Vater diesen Beruf nachgehen. Seine Frau hat dann Vollzeit gearbeitet und da Geld während seines Studiums verdient. War anstrengend, aber was macht man nicht alles für Träume?

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Zum Umschulen generell:

probier es aus. Bzw. eine zweite Ausbildung muss man selbst organisieren, finanzieren. Dafür bekommt man ja Ausbildungsvergütung.

Extern finanziertes Umschulen geht nur aus triftigen Gründen. Z.B. wenn man gesundheitlich nicht mehr zurück in den Beruf kann.
Nicht zurück wollen, ist privat.

Mit dem Alter hat das nichts zu tun. Ich kenne einige, die mit Mitte 40 Jahren noch mal eine zweite Ausbildung oder ein zweites Studium machen oder erfolgreich gemacht haben.
Die Gründe: sehr unterschiedlich.

Im Klaren sollte man sich sein, dass man in der Zeit
- noch mal die Schulbank drückt
- finanziell erst mal das verdient, was andere Azubis auch verdienen
- was ungefähr auf einen zu kommt.

Manche Berufe wirken rosig oder werden schön geredet. Die Frage ist, ob man das selbst auch kann.

Nur raus wollen aus dem alten Bereich, reicht noch nicht aus für das Neue.
Wenn einem das Neue liegt: hervorragend.
Nur das Neue wählen, weil das Alte nicht passt, wird schwierig. Da können Praktika, Stellenbeschreibungen, realistische Informationen zum Berufsbild weiterhelfen.

Auch wie man mit Neuen in dem Bereich umspringt.
Welche Abschlüsse man wirklich braucht. Was davon sinnvoll ist. Damit später keine Überraschung kommt von wegen: jetzt hast du die Basis. Folgendes solltest du dazu machen.

Passen die Arbeitszeiten?
Was kommt an Arbeiten hinter der Kulisse dazu? Vor Öffnung, nach Schließung. Was muss nebenher erledigt werden (was für andere nicht sichtbar ist).

Kann man evtl. auch direkt quereinsteigen und "ungelernt" arbeiten, um dann bei Gefallen eine zusätzliche Ausbildung draufzusetzen. Das macht Sinn, wenn man sich noch nicht sicher ist. Das geht aber nicht in jedem Beruf.

Auch: gibt es die Möglichkeit die bisherige Ausbildung mit dem neuen Bereich zu kombinieren?
Was hat im alten Berufsfeld gut gefallen? Was gar nicht? Welche Berufsbereiche gibt es, bei denen man das Neue mit den bisherigen Fähigkeiten kombinieren kann?

Will man komplett raus aus dem Alten?
Oder nur weg von ..... ? (Team, Tätigkeiten, Arbeitgeber, Fahrtweg, sonstiges).

Das zu wissen, hilft einem selbst.
Hilft bei der Suche, was man möchte.
Und kann man im Vorstellungsgespräch gut brauchen. Die Frage: Warum möchten Sie komplett neu anfangen, wird sicherlich kommen. Nennt man dann zu utopische Faktoren, die zu offensichtlich durch die rosarote Brille sind und/oder nur Klischees entsprechend, wird es schwieriger.
- Entweder gerät man an einen, dem es egal ist. Die Gefahr ausgenutzt und/oder alleine gelassen zu werden, ist dann sehr hoch
- oder der Hinweis kommt im Vorstellungsgespräch und es werden andere Bewerber genommen. Dafür verpatzt man sich die Chance bei einem guten Arbeitgeber.

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Du kannst dir eine Fachschule suchen, meistens benötigst du dafür einen msa, eine abgeschlossene Ausbildung oder Abitur. Da musst du mal auf die Anforderungen achten. Musst jedoch meistens ein Praktikum in dem gewählten Bereich nachweisen. Du kannst dann Aufstiegsbafög beantragen. Der Start ist immer parallel zum Schulstart, d.h. nach den nächsten Sommerferien. Die Bewerbungen laufen aber schon jetzt. Ich werde es auch im Sommer angehen. Habe schon eine Schule gefunden. Seit 08/2020 erhälst du das Bafög für den Lebensunterhalt als vollen Zuschuss.

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Ich habe zwei Jahre lang als schulbegleiterin gearbeitet und muss sagen, ich habe diesen Job geliebt.
Das es nicht genug freie Stellen gibt ist Quatsch, denn es wirdimmer gesucht.

Leider ist die Arbeit sehr schlecht bezahlt, so daß ich mit einer vollzeit Stelle und Überstunden (Ferienvertretung zb) um doe 1000 Euro netto verdient habe.


Also Man muss diesen Job echt lieben um ihn auszuüben.

Ich habe deswegen in die Pflege im Heim gewechselt.

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"Leider ist die Arbeit sehr schlecht bezahlt, "

Joah, das ist halt auch kein Job, der großartige Qualifikationen benötigt. Natürlich wird das dann nicht gut bezahlt.

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Wenn man aber bedenkt welch Knochen Arbeit da geleistet wird und was man sich zum Teil gefallen lassen muss ist das wirklich zu wenig.

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Meine Schwägerin ist Schulbegleiterin und diesbezüglich ungelernt, eigentlich ist sie PTA, war aber 20 Jahre mit den Kinder zu Hause und macht das nun mit Mitte 50 seit circa 3 Jahren.