Therapie wie geht das

Ich würde gerne was von der Seele schreiben

Ich bin mit einer Mutter aufgewachsen die narzisstische Borderline Züge hatte.
Mit den typische Symptome wie Böses gutes Kind ich war leider das böse schlechte Kind .

Ich wurde geschlagen beleidigt mein Leben war nie leicht aber meine Mutter hat es immer so drehen können das ich bis zu meinen 23 Lebensjahr dachte das ich das alles verdient habe und sie die arme war ,

Bis ich mein Kind bekam und merkte das meine Kindheit gar nicht so stimmte .
Aber ich merkte auch das ich viel viel Wut in mir hatte und das ich nicht so wie sie werden wollte .
Ich bin oft ausgerastet hatte starke Stimmungsschwankungen und fühlte mich so wertlos .

Jetzt bin ich seit 3 Monaten in Therapie und habe die Diagnose PTBS bekommen.

Ich merke seit 2 Monaten das ich ganz anders geworden bin ruhiger suche keinen Streit die Unruhe ist viel besser .


Ich frage mich warum eigentlich wir reden doch nur dort mehr nicht ????
Ich habe auch seit 3 Monaten keinen Kontakt zu meiner Mama

Ich werde das natürlich nächste Woche mal nachfragen aber ich vielleicht hat ja jemand eine Ahnung

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Hey,

ich kann dir nur von meiner eigenen Therapie berichten - war auch nur eine Gesprächstherapie.
Hintergrund: Sexueller Missbrauch, dadurch auffällige und blockierende Verhaltensmuster, gestörte Sexualität und Depressionen. Fasst es so im Groben zusammen.

Die Depressionen fielen mir - als einziges Problem - selbst auf und waren letztendlich der Punkt für mich das ganze anzugehen und mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Die Therapie lief, wie gesagt, auch nur über Gespräche und Rückführungen. Dadurch wurde mir vieles erst einmal klar... Unter anderem solche Dinge wie:
Was genau lief da? Wie genau habe ich mich gefühlt? Ist das sozial so überhaupt akzeptabel (oh Gott gingen mir da die Augen teilweise auf)? Möchte ich so behandelt werden? Welche Mittel und Wege habe ich jetzt als Erwachsene um mich davor zu schützen (Thema Hilflosigkeit)? Wie möchte ich weiter damit umgehen? Wie möchte ich auch in Zukunft mit den beteiligten Personen umgehen? Wo liegen jetzt meine Grenzen? Welche Grenzen möchte ich einhalten, austesten, ablegen, überschreiten, lockern, etc? Wie kann ich das erreichen?

Während der Therapie ging bei mir gefühlt ein Knopf nach dem anderen auf - leider nicht immer schmerzfrei oder leicht, aber sie gingen auf. Und ganz plötzlich hat es funktioniert, ganz plötzlich gingen die Sachen. Einfach weil ich dann verstanden habe und umsetzten konnte, was da eigentlich besprochen wurde. Auf einmal war mir klar, dass ich keine Angst vor gewissen Dingen oder gewissem Verhalten haben musste, eben weil ich ja gelernt habe, dass und wie ich mich schützen kann. Und dann konnte ich da Schritte nach vorne machen. Auf einmal habe ich gemerkt, dass ich manche Grenzen absolut lächerlich finde, weil sie total übertrieben waren. Gleichzeitig habe ich verstanden warum ich sie genutzt habe und konnte sie dann nach und nach testen und ablegen.

Alles in allem wurde ich durch die Gespräche klarer im Kopf, wurde mir meiner selbst bewusster und konnte mir Wege/Strategien/Lösungen aufzeigen, die ich in mein Leben aufnehmen und integrieren wollte. Die Gespräche haben mir einfach geholfen alles realistischer wahrzunehmen, realistischer (ohne verzerrte Emotionen) zu beurteilen und daraus meine Schlüsse zu ziehen, die auf meinen neuen Ansicht für mich passen und auch deutlich gesünder waren. So kam es mir zumindest vor.

Ich wünsche dir noch alles Gute in deiner Therapie und weiterhin einen erfolgreichen Weg

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"Ich frage mich warum eigentlich wir reden doch nur dort mehr nicht ????"

Weil Worte mit Gefühlen verknüpft sind.
Auch Atmosphäre, Stimmung, Gerüche.

Worte können so sehr verletzen.
Worte können runter gehen wie Honig (Honig ist heilend ;-)

Wertschätzung, ernst genommen werden
Zu sich finden, sich selbst wahrnehmen dürfen, sich selbst gut fühlen dürfen, sich selbst glauben dürfen

Worte sind sehr viel mehr

Ob du selbst das erlebte Gift in Worten aus deinem Körper/Seele raustransportierst
oder die Therapeutin damit Balsam für die Seele gibt
reden funktioniert so viel.

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Sehr gut geschrieben. Das bestätigt sich immer wieder.

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Hey!


Vielleicht ist es der Therapieerfolg in Kombination mit dem Kontaktabbruch zu deiner Mutter?

Beides hatte unabhängig voneinander denselben Erfolg bei mir und ist dann wahrscheinlich stärker, wenn du beides gleichzeitig umsetzt.

Liebe Grüße
Schoko

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"Ich frage mich warum eigentlich wir reden doch nur dort mehr nicht ????"

Ich sehe einen wichtigen Aspekt darin, dass da jemand ist, der einen ernstnimmt und zuhört und nicht mit Floskeln kommt wie: Das musst du jetzt mal abhaken, du bist doch jetzt erwachsen. Da solltest du mittlerweile drüber stehen, du weißt doch, wie deine Mutter ist. Schau nicht zurück, schau nach vorne. (Alles Sätze, die ich schon bei urbia gelesen habe.)

In einer Therapie werden auch Dinge hinterfragt, die man selbst als gegeben hingenommen hat, z.B. (in deinem Fall) dass einem klar wird, dass man nicht „schuld“ daran war, dass man geschlagen oder sonst schlecht behandelt wurde. Das ist kein leichter Prozess, aber heilsam.

Nicht umsonst zählt der Beruf des psychologischen Psychotherapeuten zu den Heilberufen.

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Es funktioniert, weil man für sich selbst sehr viele Dinge klarer sieht wenn man darüber spricht bzw sich überhaupt damit befasst und darüber nachdenkt, anstatt dass sie nur tief in einem herumwabern.
Es gibt sehr viele wirksame Methoden, Probleme aufzuarbeiten. Es ist ein Fakt, dass sie ansonsten leider in Form von körperlichen und psychischen Symptomen zu Tage treten wie du ja am eigenen Leib auch erfahren hast.
Es geht schon jedem Menschen im Kleinen so: wenn man einen schlechten Tag hat, neigt man auch eher dazu, mit seinen Kindern zu schimpfen oder Streit mit dem Partner anzuzetteln. Spricht man mit jemandem darüber, "kotzt sich aus" bei einer Freundin zum Beispiel, geht es einem meist viel besser, man sieht alles klarer und hat im besten Falle sogar eine Lösung für das Problem/die Probleme. Häufen sich stressige Tage und man findet keine Möglichkeit, diese zu verarbeiten, folgen irgendwann Symptome.
Dann kannst du dir vielleicht vorstellen, was es mit dir gemacht hat, jahrelang Probleme runterzuschlucken OHNE mit jemandem darüber gesprochen zu haben.

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Hm, ich stehe gerade am Anfang einer Therapie und wundere mich auch. Oft rede ich und rede und nur an wenigen Stellen fragt der Therapeut etwas nach und verändert mit diesen Fragen meine Sichtweise bzw. stößt einen Gedankenprozess an, der anders ist als die jahrelang viel gedachten Gedanken.

Und ich werde ermuntert "unzensiert" zu denken: gestatte ich mir im Alltag keine Gefühle wie Wut, Hass, Veraxchtung, extreme Verletztheit, bietet die Therapie einen Schutzraum, in dem diese Gefühle rausdürfen und es hört jemand zu und wertet nicht, sondern sortiert. Das empfinde ich als extrem wohltuend.

Momentan herrscht bei mir dennoch noch Vollchaos im Kopf, aber ich habe so ne Art "Wohlschmerz": irgendwas löst sich und kommt in Bewegung und das fühlt sich gut an.

Ich bin gespannt, wo die Reise mich hinführt: hoffentlich an dinen friedlicheren Ort in mir.

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Alles Laien-psychologische Gedanken:


Ich weiß nicht, wie alt dein Kind ist. Doch ich merke gerade bei meiner Zweijährigen, dass verbalisieren ihrer Gefühle und Gedanken grade jetzt wichtig sind.
Oft reicht es schon, wenn ich ihre Sätze korrekt nachplappere und sie sich verstanden fühlt. Oder ich Emotionen konkretisieren kann "Ach dass ist aber blöd, jetzt bist du traurig/wütend oder?" "Schau, das ist schön, da freuen wir uns drüber oder?"
Auch meine eigene Mimik erläutere ich oft. Warum lache ich jetzt? Was löst das bei mir aus? So versteht mein Kind mich besser.

Auch ihr aus schwierigen Situationen Lösungsmöglichkeiten darlegen bzw zeigen, so nicht.


Ich vermute, dein Therapeut ist gerade dein "Erwachsener" und du bist das "Kleinkind", dass jetzt gezeigt bekommt, wie es gehen kann. Aber da du natürlich schon mehr Lebenserfahrung hast, wird halt viel von früher dabei sein. Meine Kleine redet nach 4 Wochen noch davon, dass sie sich am Tisch den Kopf gestoßen hat. Du redest halt von deinen Themen.


vlg

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Ich weiß nicht, irgendwie finde ich deinen Beitrag despektierlich.
Muss wohl mein inneres Kind sein, dass da beleidigt ist.

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Ich kann deine Gefühle leider nicht ändern, wenn du das so siehst. Wie schon ganz oben geschrieben, ich bin kein Psychologe oder hab irgendwas in der Richtung gemacht/gelernt.

Es ist mein laienhafter Erklärungsversuch. Und da hilft es schon meiner 2-Jährigen, wenn man drüber redet und verbalisiert. Wieso sollte es also - meiner Ansicht nach - nicht auch bei Erwachsenen so funktionieren? Vor allem, wenn es ihr als Kind verwehrt wurde komplett?

Sie und du könnt ja meinen Beitrag ausklammern, wenn er nicht weiter hilft. 😘

vlg