Ich hätte gerne mehr Kinder bekommen

Hallo liebe Community,

nach der Geburt unseres Sohnes haben mein Mann und ich uns entschieden, keine weiteren Kinder zu bekommen. Das Thema Kinderwunsch kam noch ein paar mal auf. Wir haben es uns aber immer wieder gegenseitig ausgeredet. Es gab einfach zu viel, was gegen ein zweites Kind sprach.

Dann hat meine Schwester ein Kind bekommen. Wir fanden unsere Rolle als Onkel und Tante sehr schön. Wir haben uns für meine Schwester gefreut, sie viel unterstützt, die Zeit mit unserem kleinen Neffen genossen und waren gleichzeitig froh, nach ein paar Stunden wieder Zeit für uns zu haben und nicht unter permanentem Schlafmangel zu leiden. Wir waren uns einig, dass es für uns eine gute Entscheidung war, kein zweites Kind bekommen zu haben.

Inzwischen bereue ich diese Entscheidung aber. In der letzten Zeit haben einige Leute in meinem Umfeld Kinder bekommen, während mein Sohn bald ausziehen möchte. Wenn ich diese kleinen Menschen treffe, empfinde ich nicht nur Freude, sondern auch Wehmut. Ich denke viel zu viel daran, wie es gewesen wäre, noch ein oder zwei weitere Kinder bekommen zu haben. Ich versuche, diese Gedanken zu verdrängen, aber sie kommen immer wieder.

Geht es jemandem ähnlich?

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Huhu
Wir waren beim ersten Kind sehr jung. Kinderwunsch war danach für uns sehr lange kein Thema mehr. Irgendwann war er doch da und da wir noch relativ jung waren,sind wir das Thema angegangen. Unser erstes Kind war da auch schon groß.
Wir sind dann auch verschiedene Szenarien durchgegangen. Klar war uns, das vieles eine Vorstellung ist. Wie es wird, sollte es klappen. Was wir „verpassen“ würden, würde es nicht klappen. Letztendlich hat es geklappt. Es ist schön wie es ist, aber muss klar sagen, vieles war anders. Es war uns zwar klar dass wir nicht einfach von unserem ersten Kind ausgehen können, aber die ein oder andere Sache haben wir nicht bedacht. Auch die Auswirkung von Baustellen, die einen lange begleiten können, haben wir sicher unterschätzt.
Ich will dir keinesfalls deine Gefühle absprechen. Nur geht man in deiner Position ja eher nur von den schönen Sachen aus, dem was man nicht hat,.. Aber letztendlich kann man ja gar nicht wissen wie es wäre, mit mehr Familienmitgliedern.

LG

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Danke für deine Antwort. Da hast du natürlich Recht: Man kann es nicht wissen. Vielleicht wären wir auch nicht zusammen geblieben, wenn wir noch ein zweites Kind bekommen hätten. Die ersten beiden Jahre mit unserem Sohn waren sehr turbulent. Danach wollten wir die schöne Zeit zu dritt nicht gefährden, sondern genießen, was wir auch getan haben.

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Hey!

Wie alt bist du denn?


Liebe Grüße
Schoko

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Ich bin 39. Abgesehen vom Alter bin ich aber seit zwei Jahren verwitwet.

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Ja, mir. Wobei mein Sohn erst 8 ist.

Mein Mann wollte kein zweites Kind. Ich habe das notgedrungen akzeptiert, denn in der Sache entscheidet ja immer der, der nicht will. Meinen Frieden habe ich damit nicht gemacht, zumal unsere Ehe jetzt vor dem Aus steht.

Nun fühlt es sich so an, als ob ich auf ein Kind verzichtet habe für eine Ehe, die nun zum Scheitern verurteilt ist.

Rational weiß ich, dass das Leben halt manchmal so läuft und ich damals, als Kinder noch möglich waren (mit Ü40cföngt man ja auch nicht mehr unbedingt an und erst Recht nicht in einer Beziehung vor dem Aus) mich einverstanden erklärt habe. Und was nützt es zu bereuen und sich in "Was wäre wenn-Gedanken" zu verlieren.

IWann immer mich diese Gedanken ereilen, versuche ich, sie fallen zu lassen wegen "Bringt nichts außer Trauer und Groll" fokussiere mich auf das, was ich habe: einen ganz tollen Sohn, für den ich ganz viel Zeit habe und für dem ich viel ermöglichen kann, weil er Einzelkind ist.

Wenn er mal auszieht, muss vermutlich ein Hund her. Irgendwas muss ich betüddeln dürfen.

Für ihn tut es mir leid, dass er keine Geschwister hat. Wobei meine eigenen Geschwister auch oft speziell sind... dennoch: Blut ist oft dicker als Wasser und ich hoffe für ihn, dass er immer Freunde hat, die ihn auffangen, wenn er das braucht.

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man kann ja heute auch ohne mann ein kind bekommen... denkst du nicht, du würdest das die nächsten jahre weiter bereuen?

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Ich bin 42. Ich glaube, das packe ich nicht mehr. Es ist okay. Ist ja meine Entscheidung jetzt.

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Hallo,

ja, ich kann das verstehen. Wir haben zwar zwei Kinder aber im Herzen wollte ich immer mehr Kinder. Grundsätzlich wäre es hier noch nicht zu spät (weiß nicht wie es bei dir aussieht, wobei dein Sohn bald auszieht) aber es spricht Zuviel dagegen.
Für euch hat es ja all die Jahre gepasst und ihr wart euch einig. Vielleicht ist es jetzt einfach das Gefühl, weil es „endgültig“ ist und dieser tolle Abschnitt im Leben „vorbei“. Letztlich weiß man nie, wie es gewesen wäre wenn. Aber ich denke ihr hattet ja auch eure Gründe dafür und meist tut es einem nicht gut, wenn man immer über das „wenn“ grübelt.
Fühl dich gedrückt, ich denke es geht ganz vielen so!!!

Liebe Grüße

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Danke für deine Antwort.
Ja, das kann gut sein, dass es auch mit dem Auszug zusammenhängt. Ich habe mich immer um jemanden gekümmert und bald ist niemand mehr da. Mein Mann ist vor zwei Jahren gestorben, mein Sohn zieht aus. Vielleicht wäre es für uns nicht gut gewesen, ein zweites Kind zu haben. Wir haben uns ja nicht grundlos dagegen entschieden. Nur jetzt denke ich, wäre doch eigentlich schön gewesen, noch mal Mutter zu sein, noch mal so einen kleinen Menschen bei uns gehabt zu haben, als unser Sohn dann vielleicht im Kindergarten-/Grundschulalter gewesen ist und jetzt noch einen Teenager, der Zuhause wohnt.

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Ich kann diese Gedanken verstehen. Ich bin sicher, so wäre es uns auch gegangen, wenn wir kein zweites Kind bekommen hätten.
Unser zweites Kind stresst uns nun schon seit fast einem Jahr mit seinem schlechten Schlafverhalten. 😅 Ich spreche das an, weil es ja für dich ein Punkt war, über den du froh warst, es nicht nochmal erleben zu müssen. Ich wäre auch froh, wenn wir dieses Schlafdrama nicht hätten, aber ich sage mir auch, dass es nur eine kurze Zeit ist und ich möchte meinen Kleinen auch um keinen Preis missen. Es ist so schön, die beiden Geschwister zusammen aufwachsen zu sehen, auch wenn es natürlich manchmal anstrengend ist.

Wie alt seid ihr denn? Ist ein zweites Kind komplett ausgeschlossen inzwischen?

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Ein zweites Kind ist ausgeschlossen. Abgesehen davon dass ich schon 39 bin, denn leider ist mein Mann vor zwei Jahren gestorben.

Danke für deine Antwort. Du hast Recht, das Schlafdrama ist eine Phase (so wie alles andere auch), aber wir sind schlechter damit zurecht gekommen als die meisten anderen. Wir hatten Angst, dass unsere Beziehung ein zweites Kind nicht überstehen würde.

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Wir haben nach 5 Fehlgeburten vor einem Jahr unseren Sohn nach Eizellspende bekommen. Ein wundervoller kleiner kerngesunder und intelligenter Junge, mein leiblicher Sohn. Ein sehr lebhaftes anstrengendes Kind. Wir wollten mehr Kinder, aber der kleine J. fordert uns sehr. Ich habe diverse Vorerkrankungen und ernsthaft Angst um mein Leben bei einer weiteren Schwangerschaft. Außerdem sind wir fast 45 und ich glaube, der kleine J. wird keine Geschwister bekommen. :-( das macht mich sehr traurig.

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Darf ich fragen, wie der Kleiner dein leiblicher Sohn ist, wenn es eine Eispende war?

Jetzt ohne Vorurteile, nur aus Neugier. Ich denke, wenn es eine Spende war, ist doch kein leibliches Kind im Sinne von genetischen Erbgut?

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Ich habe ihn ausgetragen und bin deswegen vor dem Gesetz die leibliche Mutter. Vom Gefühl her sowieso.

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Du schreibst, für euch hat es all die Jahre gepasst, ihr wart froh, kein zweites Kind zu haben, vor allem wenn ihr es bei anderen gesehen habt... vergiss das nicht, nur weil du jetzt wehmütig bist, weil dein Sohn auszieht. Es ist halt "normaler", mehrere Kinder zu bekommen... deshalb hinterfragt man seinen Entschluss vielleicht öfter, wenn man sich für nur eins entschieden hat. Dann musst du dir deine Gründe von damals vor Augen halten, warum ihr es so wolltet, die Vorteile, die ihr zu dritt hattet... Die gelten auch jetzt, wo euer Sohn erwachsen ist, z.B. könnt ihr ihn finanziell besser unterstützen, keine Eifersucht unter Geschwistern, die tolle innige Beziehung zwischen Eltern und Kind...

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Danke für deine Antwort. Du hast Recht. Wir haben die gemeinsame Zeit genossen. Ich habe ein tolles Verhältnis zu unserem Sohn. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn wir noch ein Kind bekommen hätten.

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Hallo, denkst du nicht, dass das nur die Trauer über den Auszug ist? Da schaut man als Eltern doch wehmütig auf die Zeit zurück als die Kinder klein waren. Es ist auch bekannt, dass man die Vergangenheit idealisiert. D.h. wenn du an deinen Sohn denkst, denkst du wahrscheinlich an die schönen Dinge als er klein war. Du verdrängst dann den Schlafmangel, den fehlenden Freiraum, die Überforderung bei gleichzeitiger Unterforderung und die Fremdbestimmung. Natürlich sind Kinder toll, aber die genannten Punkte darf man nicht unterschätzen. Ich denke auch bei mehr Kindern wärst du traurig, wenn das letzte auszieht.
Wir haben erst ein Kind und das soll wahrscheinlich auch so bleiben.. aus den genannten Gründen.

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Danke für deine Antwort. Das kann natürlich sein. Vorher fand ich es gut, nur ein Kind zu haben. Wir hatten eine tolle Zeit (nach einer sehr anstrengenden Anfangszeit). Darauf sollte ich mich wohl konzentrieren, statt etwas nicht vorhandenem hinterher zu trauern.