Trennung mit Kind

Ihr lieben,

Seit 19 Jahren sind mein Mann mehr oder weniger glücklich zusammen.
Leider muss ich sagen, das mittlerweile von meiner Seite her keinerlei Gefühle mehr vorhanden sind. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Er reagiert oft genervt mit der Begründung „du weißt doch ich bin so“, es gibt keinerlei Nähe mehr.
Schon lange denke ich über eine Trennung nach.
Habe aber Angst. Angst einen Fehler zu machen und Angst der kleinen den Papa zu nehmen.
Aber ich möchte glücklich sein.

Hat das schon jemand gewagt und kann mir über die Erfahrungen berichten?

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Ist er ein guter Papa? Ist er das nur, wenn du mit ihm verheiratet bist?

Gibt es die Möglichkeit eure Beziehung zu retten oder wollt ihr das nicht mehr?

Du hast auch nur dieses eine leben. Eure Tochter wird spüren, dass ihr nur „ihretwegen“ zusammen seid und das nicht besonders glücklich. Was vermittelt ihr eurer Tochter damit? Wollt ihr das vermitteln?

Alles Gute für euch!

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Ich denke er wird auch ein guter Papa sein, wenn wir nicht mehr zusammen sind. Allerdings hat er sich in den letzten 2 Jahren so wenig getraut mit ihr alleine zu machen. Er hat sie nie zu Bett gebracht. Nur um eines zu nennen.

Wir hatten diese Nacht ein Gespräch. Er selbst will das alles retten, man merkt heute er gibt sich Mühe. Aber ich weiß nicht ob ich das noch will. Ich fühl einfach nix.
Ich habe ihm so oft gesagt das ich respektvoll behandelt werden möchte.

Alleine letztens als ich wieder anfing mit arbeiten nach der Elternzeit. Hab nur festgestellt das ich keine Kopfhörer für die Bahn habe und er pampt mich an. Obwohl ich nix gegen ihn gesagt habe. Wenn ich ihn drauf anspreche, kam immer nur „du weißt das ich so bin“. Ja aber das ändert nicht das Gefühl was ich dann verspürt habe.

Den Punkt mit dem „was vermittelst du ihr“. Ja genau das ist der dem ich ihm auch genannt hatte. Ich will das sie eine ordentliche Beziehung lernt und nicht das

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Aber auch nicht zu trennen, nur weil er sie noch nie ins Bett gebracht hat (überspitzt gesagt), ist ja auch Quatsch.

Dann lernt er es, du hast es ja auch gelernt ;)

Ein Tag Mühe reicht nicht aus. Wenn du aber schauen willst, ob ihr es packt, versucht es beide. Ansonsten beende es!

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Als Scheidungskind kann ich dir sagen, dass alles steht und fällt mit der Beziehung der Eltern nach der Scheidung: wie gut kommt ihr miteinander zurecht das Kind zuliebe? Meine Eltern haben zB ziemlich lange noch zusammen Weihnachten gefeiert, uns zuliebe und es war schön mit der restlichen Verwandtschaft und nicht angestrengt sozusagen. Genauso sahen die Geburtstage und anderen Meilensteinen aus. Wie konnten Papa sehr oft sehen und nicht nur 2 Tage alle 2 Wochen.

Es steht und fällt alles damit, wie ihr eure Beziehung als Eltern aufrechterhält. Solltest du über eine Scheidung nachdenken, wäre auch ratsam, dich Gedanken über finanzielle Unabhängigkeit zu machen, wenn du nicht für dich und dein Kind ausreichend sorgen kannst.

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Danke für deine Sicht der Dinge.

Also wir hatten gestern ein Gespräch. Eher als es eigentlich geplant war, aber egal. War zwar so etwas unstrukturiert aber aufschlussreich.
Er will an der Beziehung festhalten, ich eigentlich nicht.
Er gibt sich heute Mühe, aber gefühlt ist es zu spät.
Ich hatte ihn gestern gefragt, ob wir im guten auseinander gehen würden wenn es so käme. Er meinte ja. Der kleinen wegen. Fand ich gut.

Ich würde den auch nicht im Wege stehen. Wie es letztlich sein wird, weiß ich nicht.

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Achso, finanziell abhängig bin ich Gottseidank nicht. Hab nen gut bezahlten Job. Wobei es natürlich trotzdem ein Einschnitt wäre

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Ich bin ein Scheidungskind und kann dir sagen, dass man wahrscheinlich lieber getrennt vom Papa als in einer unglücklichen Elternbeziehung aufwächst.

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"Angst der kleinen den Papa zu nehmen."

ich verstehe diese Aussage immer nicht.
Du darfst ohne väterliches Einverständnis nirgendwo mit dem Kind hin, wie sollst du deinem Kind dann den Papa nehmen?

Es gibt so viele Möglichkeiten der Betreuung auch nach einer Trennung, so dass keiner außen vor sein muss.


Ich habe mir als Kind immer gewünscht, dass sich meine Eltern trennen würden. Auch jetzt mit 40 verstehe ich diese Ehe nicht und mich gruselt es wie die beiden miteinander sprechen, denn das Wichtigste ist nicht (mehr) vorhanden: Respekt voreinander.

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Hallo,

Ich würde mir überlegen, ob es mir nach einer Trennung besser geht als jetzt.

Ich persönlich halte nichts davon, daß man sich trennen muß, wenn die große Liebe nicht mehr da ist. Ich weiß, daß es Beziehungen gibt, die auch nach 10 oder 20 Jahren noch sehr liebevoll sind. Ist toll. Aber ich weiß auch, daß viele nicht so sind.

Ich bin ein Beispiel für jemanden, der sich nicht getrennt hat. Mein Freund ist ein guter Vater, er liebt meine Tochter und sie liebt ihn. Er und ich haben ein gutes Verhältnis zueinander. Wir geben uns gegenseitig Rückendeckung und können über alles mögliche reden. Es ist eine gute Freundschaft mit gemeinsamem Haushalt und gemeinsamem Kind. Es ist halt keine Liebesbeziehung.

Mir wurde öfters gesagt, daß man sich dann trennen muß, und das Kind würde das doch merken, usw. Ich bin mir sicher, daß meine Tochter glücklich ist, so wie es ist. Sehr viel glücklicher als im Falle einer Trennung. Und ich weiß auch nicht, ob ich langfristig getrennt glücklicher wäre. Das Gras ist ja immer woanders grüner.

Ich möchte damit nur sagen, daß man meiner Meinung nach auch im Sinne des Kindes zusammen bleiben kann, ohne daß es eine Liebesbeziehung ist, und ohne daß man deshalb unglücklich ist. Eine Trennung ist nicht per se besser für Kinder.