Arbeiten und Baby ?

Hallo,

Unser Sohn ist inzwischen 5 Monate alt und bisher lief es recht gut. Wir können uns glücklich schätzen, dass unser Kleiner meistens von 19 Uhr bis 7 Uhr morgens durchschläft.
Meine Freundin ist in Mutterschaft und mind 2 Jahre daheim. Ich dagegen muss 40 Stunden die Woche arbeiten. Heute war es dann so dass ich von 5-15 Uhr unterwegs war also auf der Arbeit und Arbeitsweg. Danach sind wir noch mit dem Kinderwagen raus. Vorher hab ich unserem Schatz noch eine Flasche gegeben. Nach der Tour draußen um die 3 KM waren wir wieder daheim und ich habe ihm ein halbes Glas Karotten von Hipp gegeben. Danach brachte meine Freundin mir noch die Milch und knallt sie auf den Tisch. Da ging es dann los. Ich meinte ja soll ich jetzt alles machen ? Sie meinte sie hätte ja den ganzen Tag also 8-15 Uhr alles alleine gemacht. Tjaaaa aber ich gehe halt arbeiten. Normal wechseln wir uns immer ab mit dem Essen geben. Nur dann wenn wir beide daheim sind. Wenn ich auf der Arbeit bin dann zählt es nicht was sie daheim macht. Findet ihr ich mache zu wenig ? Am Sonntag mache ich genauso viel wie sie und am freien Samstag oder Dienstag/Mittwoch also habe zwei Tage in der Woche frei mache ich auch viel. Stehe sehr oft dann als erstes um 7-8 Uhr auf. Hole auch die Brötchen usw aber nach der Arbeit fällt mir das alles schwer und von 15-19 Uhr nach der Arbeit kümmere ich mich fast allein um das Baby. Wie regelt ihr das ? Ich fand das Abwechseln immer gut. Aber sie meint halt ich mache zu wenig und sie ja viel mehr. Nur leider sieht sie nicht dass ich halt auch noch arbeite. Klar macht sie mit dem Baby mehr als ich. Ich erkenne ihre Leistung und Arbeit auch an. Habe auch Respekt davor weil das eben auch harte Arbeit ist. Nur ich bin um 19-20 Uhr meistens so müde dann ich einfach nur noch ins Bett falle. Während meine Freundin oft noch fit genug ist und noch TV Schwur und sich fragt warum ich müde bin.

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Ihr habt beide recht. Es scheint bei euch ja gut aufgeteilt zu sein und tja... ein Baby ist eben nicht immer nur niedlich, sondern auch anstrengend 😉
Und weißt du was? Die Schlafenszeit von eurem Sohn ist ja sowas von Luxus! Ihr dürftet euch beide kaum beschweren ehrlich gesagt...

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Ich kann dich total verstehen, aber deine Freundin auch. Ich bin auch den ganzen tag mit unseren zwei kids (mittlerweile 5j. Und 1j.alt) zu hause. Und an manchen Tagen bin ich echt froh, wenn der papa endlich nach hause kommt und mir die kids abnimmt. Auch die kinder haben mal schlechte Laune und wenn man dann noch nachts nicht zum schlafen kommt weil sie sich so oft melden dann hat man auch irgendwann schlechte laune und ist froh wenn jemand da ist der einen die kinder abnimmt. Nimm es dir nicht zu Herzen wenn die Kinder älter und selbstständiger weden wird besser. Mein Mann schläft übrigens auch regelmäßig vorm Fernseher ein, weil er ko ist, aber bis dahin sind die kids im bett, außerdem genießt er auch die ein zwei Stunden abends mit den Kids bevor sie ins Bett gehen, da er sie sonst nur noch am Wochenende sehen würde wenn er frei hat.

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Ich verstehe beide Parteien!
Eins vorweg. Den ganzen Tag Haushalt und Baby ist kein Zuckerschlecken. Den ganzen Tag arbeiten aber auch nicht.
Bei uns war es so das mein Mann während ich in Elternzeit war im Haushalt quasi garnichts machen musste weil ich alles gut geschafft habe. Er hat trotzdem jeden Abend die Kinder ins Bett gebracht, ich bin jedoch Nachts aufgestanden wenn der Kleine wie so oft 3-5 mal wach war. Jetzt wo ich wieder Arbeiten gehe teilen wir alles komplett auf. Keiner macht mehr oder weniger als der andere.
Mein Tipp: Kompromiss finden und miteinander ruhig sprechen.

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Hallo!
Ich habe beim ersten Baby nach 5 Monaten meine Ausbildung weiter gemacht (Kind in der Krippe) und war soooo froh das ich mich auf der Arbeit mal ausruhen / erholen konnte. Es ist je nach Baby (alle sind verschieden!!!) viel entspannter zu arbeiten, als mit dem Kind zu Hause zu sein.

Beim zweiten Baby war es ganz anders und ich war bis zum 14. Monat zu Hause. Und habe es genossen.

Unterstütze deine Partnerin so wie es nötig ist. Du hast auf der Arbeit (in der Regel) eine Mittagspause. Deine Partnerin ist immer in Bereitschaft. Das schlaucht auch. Viele Grüße! Und nicht vergessen: es ist nur eine Phase;)

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Was macht denn deine Freundin ab 15 Uhr wenn du heim kommst ?
Liegt sie dann alleine auf dem Sofa und schaut fern oder macht sie was „sinnvolles“?

Bei uns war es vor allem im ersten Baby Jahr so : mein Mann kam heim und ich habe ihm das Baby in die Hand gedrückt.
Ja er war arbeiten - ich hatte aber bis zum Mutterschutz den gleichen Job und ich muss sagen dass arbeiten oftmals weniger anstehend ist als 10 std Baby hüten.
Hängt natürlich vom Baby ab - wir hatten ein Exemplar, dass sich nicht ablegen lies, nicht ohne Körperkontakt schlief - Dh es klebte permanent an mir dran den ganzen Tag.

Jetzt ist es so, sobald mein Mann heim kommt, kümmert er sich mehr ums Kind und ich mache in der Zeit den Haushalt.
Keiner hat also richtig Pause.
Sobald das Kind schläft ist dann bei uns Ruhezeit angesagt :)

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Willst du Baby tauschen? Wenigestens nachts?😅😅

Bei uns ist es so, dass mein Mann Vollzeit berufstätig ist und ich Vollzeit bei den Kindern.
Die Zeit, die er nicht auf der Arbeit ist, teilen wir uns Haushalt und Kinder gerecht auf. Ungefähr 50-50, aber immer abhängig von der Tagesform.

Wenn mein Mann einen sehr stressigen Tag hatte, darf er auch einfach mal die Füße hochlegen, oder bei einem blöden Schichtwechsel o. ä. Wenn zu Hause die Kinder völlig durchdrehen, vor allem in den Ferien, oder als der Lockdown war und alle 24/7 zu Hause waren, wenn jemand krank ist o. ä. dann darf ich einfach mal die Füße hochlegen.
Wir rechnen nicht genau auf, solange wir das Gefühl haben, dass es fair zugeht.

Wenn es schwierig war, dann haben wir uns teilweise exakte Pläne gemacht, wer wie viel Zeit wofür aufwendet.

Für uns spielt auch eine Rolle, um welche Aufgabe es geht. Wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt, macht er gerne stupide Aufgaben, bei denen er sich nicht konzentrieren muss. Nach einer Nachtschicht kann er nicht sofort schlafengehen, also lasse ich ihm irgendeine Putzaufgabe übrig, damit er runterkommen kann.

Als wir noch 2 Kinder hatten (bei einem war ich in Teilzeit), musste mein Mann im Haushalt sehr viel weniger tun. Mittlerweile merke ich, dass es anstrengender ist mit den Kindern und ich fordere mehr ein.

Mein Tipp ist reden!
Wie geht es jedem von euch? Wo könnt ihr Kompromisse finden? Welche Aufgaben schaffst du auch abends gut? Weiß sie, was dich anstrengt und weißt du, was sie anstrengt? ...

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Oh man, was die Zeiten angeht, geht es dir wie mir damals.

Ich bin auch früh aufgestanden, war etwa 10h außer Haus und auch schon spätestens ab 20.00 Uhr kurz vorm Einschlafen.
Mein erstes Kind war ein Schreikind, mit ihm hat mein Mann zuhause nicht viel schaffen können.
Nach Feierabend habe ich mich auch komplett ums Baby gekümmert, aber mein Mann hat gekocht und mich versorgt.
Leider schrie der Kleine auch abends bis spät in die Nacht und mein Mann und ich waren immer beide kurz vorm Schlafkoma.
Am WE habe ich jedenfalls nie Brötchen geholt, aber immer hier und da geputzt, aufgeräumt, Haushalt eben und mein Mann war auf der Baustelle.

Für mich hört es sich nicht so an, als würdest du zu wenig machen.
Aber wie soll man es beurteilen, was der andere erwartet?

Aus meiner Erfahrung ist es oft so, dass derjenige, der zuhause ist, eben immer nur Baby, Baby, Baby hat und vielleicht auch etwas genervt davon ist, weil man Stress hat.
Der Arbeitende hat auch Stress, keine Frage.

Wie sagt immer: "Auf der anderen Seite des Flusses ist das Gras viel grüner." ;-)
Jeder denkt wohl ein bisschen, dass der andere es besser hat und will ihn dann auch "schuften" sehen.

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Ich verstehe euch auch beide. Mein Mann und ich wechselten uns früher immer ab mit der Kleinen (also als ich noch daheim war). Da hat dann einer Abends Baby gemacht und einer Abends Küche/Haushalt/Essen. Leider schlief unsere Maus erst mit 18 Monaten durch, die Nächte hab zu 100% ich gemacht, weil ich stillte. Jetzt wo ich wieder arbeite und wieder schwanger bin, kümmere ich mich nach der Kita um die Kleine bis mein Mann heim kommt, danach übernimmt er und ich mache Essen und so. Ins Bett bringt nur noch er sie, weil ich Abends einfach total durch bin.
Ich glaube dass nur eins hilft in eurer Situation, nämlich Reden. Klar seit ihr beide fertig nachmittags und klar will jeder ein bisschen Ruhe/Freizeit haben.
Die ersten 2/3 Jahre sind einfach super anstregend und es ist normal das es mal "knallt". Vielleicht könnt ihr ja auch mal einen Babysitter/Oma/Opa engagieren und einen Abend als Paar verbringen, grad wenn das Baby die Falsche bekommt, ist das ja gut möglich. Wir haben das (trotz stillen) versucht hinzubekommen und es hat sehr geholfen, weil man auch einfach mal in Ruhe reden konnten. :-)

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Ich versteh euch beide, und irgendwie doch nur halb. Ich habe nach dem zweiten Kind nach 5 Monaten wieder gearbeitet, 3 Tage die Woche. Bin um 5 aufgestanden, vor 18 Uhr nie zu Hause, dann Kinder bei meiner Mutter abgeholt, Essen gemacht, Kinder ins Bett gebracht, mein Mann war dann um 22 Uhr zu Hause. Ich hatte also kombiniert beides, was ihr euch jetzt aufteilt. Und mein Mann auch, einfach zeitversetzt zu mir.
Von daher: Arbeiten ist keine Ausrede um nichts zu machen, aber einfach die Füsse hochlegen, kaum dass der Partner da ist, eben auch nicht.

Wir haben hier nach Bedarfsgerechtigkeit eingeteilt: Ich bin eher Frühaufsteher, mein Mann gar nicht. Also bin ich eher am Morgen aufgestanden, dafür hab nach dem ins Bett stecken bis ca 2 Uhr morgens keinen Finger krumm gemacht (ausser, mein Mann hatte Nachtschicht). Auch galt die Regel: schlafen hat immer Vorrang. Wenn einer so müde war, dass er tagsüber schlafen ging, dann musste der andere aufpassen und TV, daddeln etc hätte warten müssen (theoretisch, war hier nie Thema).
Für mich ist es bis heute so, dass ich nach einem Arbeitstag müder bin, als nach einem Tag mit den Kindern. Ich bin bei der Arbeit viel auf den Füssen, werde aber auch kognitiv gefordert, hab Meetings usw. Es ist sehr vielseitige Arbeit und Durchhänger liegen nicht drin (Mittagspause übrigens auch nicht immer und schon längst nicht immer zwischen 11 und 14 Uhr). Würde mir dann einer sagen, ich hätte dort ja eine schöne Auszeit, würde ich demjenigen vermutlich ins Gesicht springen. Ich liebe meinen Job und mein Arbeitsumfeld ist super, aber Arbeit ist es trotzdem und da muss am Ende des Tages einfach alles gemacht sein. Im Haushalt kann auch mal was liegen bleiben, Wäsche kann man am nächsten Tag machen und ob man am Morgen oder Nachmittag einkaufen geht, ist auch schnurz.

Und wieder zu euch: Abwechseln, wenn ihr beide zu Hause seid, tönt fair. Dass du dann alles machst, sicher nicht. Dass du müder bist als sie zeigt für mich, dass die gefühlte Belastung bei dir höher ist, und darauf sollte sie in einer Partnerschaft auch Rücksicht nehmen. Denn das ist schlussendlich ja alles sehr subjektiv und individuell. Ich finde es einfach nicht richtig, wenn ein Partner noch Reserven hat und nur aus Prinzip den anderen auf dem Zahnfleisch gehen lässt, egal, wer jetzt tatsächlich mehr geleistet hat.