Sohn kapselt sich ab

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und hoffe Antworten zu finden:
Ich bin 59, verheiratet seit 1998 und wir haben einen Sohn geb. 2002, nach 10 Jahren KW Behandlung endlich geboren. Wir haben unendlich viel Spaß mit ihm gehabt und das Familienleben war trotz mehrerer Schicksalsschläge SO TOLL. Unser Sohn wurde im Grundschulalter auf ADS diagnostiziert und medikamentös eingestellt, auch wenn wir sehr skeptisch waren aber es hat funktioniert und er und wir kamen gut zurecht damit. Mit ca. 13 Jahren kamen psychische Probleme dazu (Ritzen, 3 verschiedene Jungendpsychotherapien u.ä.), alles weitere führt jetzt zu weit. Schlussendlich musste er die Schule verlassen und hat seine Mittlere Reife 2020 auf einem Internat abgeschlossen. Durch Corona hat er keine Lehrstelle im Musikbereich (das ist sein ABSOLUTES Ziel, komponiert eigene Rap-Songs, spielt sehr geil Gitarre) bekommen und geht jetzt auf eine Privatschule in Richtung Audio- und Videoproduktion mit dem Finale Fachhochschulreife. Aber nun zum Thema:
Nach dem Internat wohnt er wieder zu Hause und es eskaliert zusehends: Sein Zimmer ist ein Chaos - aber das kennt ihr ja wahrscheinlich auch. Was mich und meine Frau aber furchtbar belastet ist, dass er sich zusehends zurückzieht. Er kommt und geht, wann er will, gleichzeitig spricht er aber nicht mehr mit uns ! Es findet keine Kommunikation mehr statt !!! Er ignoriert uns komplett, beteiligt sich nicht mehr an familieren Dingen - gemeinsames Essen findet nicht mehr statt, mir fehlen die Worte alles zu beschreiben. Selbstverständlich gehe ich immer wieder auf ihn zu, gleichzeitig ignoriert er mich, außer er braucht mich als Fahrdienst und finanzielle Unterstützung. Verwehre ich ihm das ist erst recht Funkstille. Für mich persönlich ist Harmonie eines der höchsten Lebenswerte und die kleinste Gemeinschaft, die Familie, das wertvollste aber ich gehe langsam aber sicher zu Grunde. Ich bin selbständig, beruflich hochmotoviert und agil - gleichzeitig sinkt die Motivation wöchentlich. Meine liebe Frau lässt ihn als Selbstschutz in Ruhe, abgesehen lauter Diskussionen frühmorgens, die meine Motivation zunehmend abbaut. Ihre danach schlechte Laune wirkt sich natürlich auch auf unsere Partnerschaft aus.
Ich würde mich über ein Feedback von Euch freuen und grüße herzlich - Iceman

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Er ist 18. Da kann er kommen und gehen wann er will. Allerdings erwarte ich von meinem 17jährigen, dass er mir sagt wo er ist. Das erwartet er ja auch von uns Eltern.
Familiäre Aktivitäten sind hier auch eher ohne die Großen und selbst der Kleine klinkt sich immer öfter aus--mein Mann nehmen es sportlich und genießen die neuen Freiheiten und machen viel alleine ohne Kinder.
Macht er keinen FS? Da würde ich drauf pochen oder er soll halt selber gucken wie er von A nach B kommt.
Generell solltet ihr euch vielleicht nicht so sehr auf ihn fixieren? Sich die Laune verderben zu lassen, weil er sein Zimmer nicht aufräumt oder mit euch isst finde ich too much.
Er ist erwachsen. Ihr seid erwachsen. Zeit die Fronten neu zu klären.

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Danke für Antwort - FS macht er grad, hat aber null Motivation => auch dazu müssen wir ihn ständig drängen (ADS ?) Neue Freiheiten gehören selbstverständlich dazu und auch wir "kapseln" uns ab und machen viel ohne ihn. Aber die mangelnde Kommunikation macht mich fertig - Weihnachten ???

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Hört sich für mich recht normal an 😅

Meine kleiner wird 13...und ist fast genauso 🤣🤣wenn sie was will.. Lieb und nett... Taxi Mama und so..

Essen machen wir meist zusammen, wobei sie grad am we auch mal gern allein isst... Ja bitte... Wenn sie meint 🤷‍♀️

Unterhalten? Bitte nur von 12 bis mittags... Morgens schon mal garnicht.. Am besten nichtmal ansehen 😏man guckst sonst doof....

Wie gesagt... Unterhalten nur wenn sie Lust hat... Zusammen was unternehmen nur wenn sie Lust hat...

Regen wir uns drüber auf??? Nope!

Sie wird halt langsam größer und mag sich abnabeln... Soll sie tun 👍

Sie weiß,dass ich immer da bin wenn was ist... Und das langt...

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Wie waren denn die Besuchszeiten zu Hause, als Dein Sohn noch im Internat war? War er da aufgeschlossener, hatte mehr Interesse an Familie?
Falls ja, würde ich mit ihm darüber sprechen, ob er lieber eine eigene Butze, weg von der Familie, haben möchte.
Das Problem ist doch, das Deine Wertvorstellung bezüglich Familie für einen Mann Deines Alters völlig normal sind, aber nicht für einen 18jährigen. Der muss sich von der Familie abnabeln, das ist sein Recht und seine Pflicht.
Versetz' Dich doch mal in seine Lage: 5 Jahre hatte er Familienleben nur als Stippvisite und dann prasselt es mit voller Wucht wieder auf ihn ein. Und das mit 18, wenn das Ziel nicht mehr ist, der Familie nahe zu sein, sondern auf eigenen Beinen zu stehen.

Grüsse
BiDi

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Sohnemann war i.d.R. von FR abends bis SO nachmittags zu Hause. Aufgeschlossener ? Mal mehr mal weniger - hat seine Freundschaften hier genossen. Bei Stress haben wir - Verzeihung !!! - manchmal gesagt: Schön, dass er am SO wieder ins Internat geht.
Butze ? - Wer soll das bezahlen ?
Aber ich geb Dir final Recht mit dem Familienlebenprasseln ! Gleichzeitig: wieviel kann ich von ihm erwarten ?

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So schwer es auch fällt. Bedränge ich nicht, lass ihn sein wie er gerade ist. Die Zeit ist schwer für harmoniebedürftige Eltern, aber dein Sohn mit seiner Vorgeschichte wird sich jetzt vermutlich abnabeln müssen,

Je mehr ihr ihn in Frieden lasst, je eher wird er zu euch zurück kehren.

Alles Gute #herzlich

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Ganz vielen Dank für Deine lieben Worte - Abnabeln ja, keine Frage - wir lassen ihm fast alle Freiheiten aber die mangelnde Kommunikation und wenn, dann harte, verletztende Kommunikation macht mich / uns fertig.

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Deine heile Welt Harmonie und ein 18 Jähriger kollidieren massiv 😉 Dazu noch ein junger Mann der aufm Internat war, weg von den Eltern, irgendwie selbstständig, aber alleine ohne Familie und jetzt die volle Dröhnung Familie.

Sucht ihm ne kleine Wohnung in der Nähe, entlass ihn in sein Leben und er wird öfters bei Euch sein als jetzt.

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Dein Sohn wird volljährig und fängt an unabhängig zu werden. Das ist normal und nennt sich nicht abkapseln sondern ist der natürliche abnabelungsprozess. Höre auf dich über euer Familienleben zu definieren, ihr seid bald wieder nur ein Ehepaar, fangt wieder an für euch selbst zu leben und lasst zu dass er sein Leben führt. Man muss kindern Wurzeln und Flügel geben und nicht Fundamente aus Stahlbeton.

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WOW - harte Worte: "Stahlbeton" - ich habe selbst ein harmonisches aber sehr striktes Elternhaus erlebt und gebe meinem Sohn MEHR Freiheiten, als ich es mir je erträumt habe. Abnabelung selbstverständlich, keine Frage - gleichzeitig MUSS in meiner Vorstellung immer noch Kommunikation möglich und nötig sein. Damit definiere ich immer noch mein Familienleben: Liebe - Kommunikation - Respekt - Rücksichtnahme etc und das erfahre ich eben leider momentan nicht

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Dein Sohn hat ADS! Anscheinend habt ihr Euch nie mit dieser Art der Behinderung auseinandergesetzt, sonst wüsstet Ihr dass ein "harmonisches Familienleben" für einen ADSler die Hölle sein kann! Es geht in Eurem Fall nicht darum was ihr als Eltern wollt, sondern NUR darum was Dein fast erwachsener Sohn braucht um in seinem Leben MIT SEINER BEHINDERUNG die ihn gerade im Gefühlsleben und im Zusammenleben mit anderen Menschen behindert zurechtzukommen! Menschen mit ADS sind sehr häufig von Depressionen betroffen bis hin zu Suizid, weil sie eben keiner versteht, weil sie "konform" laufen müssen, weil man "normale" Maßstäbe an sie anlegt.

"Für mich persönlich ist Harmonie eines der höchsten Lebenswerte und die kleinste Gemeinschaft, die Familie, das wertvollste aber ich gehe langsam aber sicher zu Grunde. Ich bin selbständig, beruflich hochmotoviert und agil - gleichzeitig sinkt die Motivation wöchentlich. Meine liebe Frau lässt ihn als Selbstschutz in Ruhe, "

Sorry dass ich das offen sage, aber man sollte fähig sein sein Leben für sich selbst zu leben, ohne in Depressionen zu verfallen nur weil gerade erwachsener Sohn in einer schwierigen Phase noch dazu mit einer Beeinträchtigung was die Reizverarbeitung und -wahrnehmung hat in seinem Zimmer seine Ruhe haben will.

Ich habe selber AD(H)S in leichter Form und kann Dir sagen: Es geht nicht was Du willst. Du kannst von einem ADSler der gerade auch noch derart in der Luft hängt beruflich nicht erwarten dass er einen auf Friede Freude Eierkuchen am Familientisch macht. Lasst ihn in Ruhe. Selbst normale 18 jährige haben gerade den Kaffee auf und sind überfordert mit der momenanen Situation. Es treibt einen in den Wahnsinn auf Dauer immer das schwarze Schaf zu sein, immer zu hören was andere an Erwartungen an einen haben aber nichtmal der kleinste Wunsch der da lautet "lasst mich einfach in Ruhe, das ist mir gerade alles zuviel" beachtet wird. Weil erwachsene Menschen die beruflich mitten im Leben stehen ohne heile Ramafamilie zu Hause verzweifeln. Hör auf Dich über andere zu definieren!

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Er war im Internat auf fast eigenen Füßen, nun muss er mit 18 (erwachsen) zurück zu Mutti und Papi, weil sein Berufstraum erstmal geplatzt ist und um Kohle betteln. Ihr hingegen habt diese Erwartungshaltung zusammen zu essen, zu wissen wo er ist, ihm zu sagen, wann er Zuhause sein sollte, sowas halt. Das funktioniert vielleicht bei jungen Erwachsenen noch die immer Zuhause gelebt haben, reibungslos so eine Art Teenager Elternablauf unter einem Dach, aber mit all der Zeit im Internat?

Du musst ihn loslassen. Sein Zimmer ist sein Bier, wohin er geht ist auch sein Bier und ob er mit euch isst auch. Er versucht krampfhaft weiterhin sein Leben auf Basis seiner Entscheidungen zu führen, wie er es vorher auch gewohnt war. Davon gibt es kein Zurück. Und dann kommt ihr mit all den gut gemeinten Einflussnahmen Ratschlägen, Erwartungen und Bewertungen, die er die ganze Zeit davor nicht in seinem Zuhause hatte und fühlt sich wahrscheinlich gerade total abhängig und bevormundet.

Die Sache ist durch. Er ist erwachsen. Er muss in erster Hinsicht zu euch kommen und nicht ihr ihm hinterher hecheln. Ihr könnt ihm Angebote machen, ob er sie wahrnimmt, ist immer seine Entscheidung. Geld: Gebt ihm ein Budget X. Mehr ist von euch nicht zu erwarten. Was er damit macht seine Sache.

Sucht euch für Aktivitäten einen anderen Lebensinhalt als ihn. Macht eure Planungen nicht von ihm abhängig. Er kann ja dazu kommen, wenn er will.

Falls es doch möglich ist, sucht ihn irgendwo ein WG Zimmer oder ne kleine Mietwohnung. Er wird mit etwas Abstand wieder mehr Interesse an euch entwickeln, aber momentan ist das eine gezwungene Kiste. So hat er sich das mit 18 nicht vorgestellt. Es ist natürlich albern euch mit ignorieren abzustrafen. Das würde ich ihm schon mal deutlich sagen, aber ihr müsst euch von der Happy Family Mutti, Vati, Kind-Idylle zu Dritt am Tisch-Vorstellung ablösen.

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WOW - tut mir leid mir kommen die Tränen beim Schluss Deines Posts: Mich von meiner Vorstellung der heilen Happy Family Mutti, Vati, Kind zu lösen zerreisst mir fast das Herz. Ich hab halt andere Vorstellungen und rückblickend habe ich das als Kind/Jugendlicher bei meinen Eltern erlebt, wenngleich auch nicht immer. Das nicht weitergeben zu können ist SEHR schwer.
Bevormundungen ? Ja mag sein. Gleichzeitig kann ich doch von einem jungen Erwachsenen gewisse Selbstständigkeit erwarten, die er grad net erfüllt, oder net ?
Final: ganz lieben Dank für Deinen Post ;-)

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Okay, noch mal zum Verständnis .... natürlich seid ihr Familie und könnt happy sein, aber wenn ihr das schaffen wollt, solltet ihr dieses Glück nicht mehr so stark von dem, was er wie mit euch unternehmen oder tun möchte und ob er so ist, wie ihr euch das vorgestellt habt oder erwartet habt, abhängig machen.

Bleibst du bei deinen Erfahrungen und Erwartungen und überträgst diese laufend auf ihn, obwohl das schon früher nicht geklappt hat (umsonst habt ihr den Schritt mit dem Internat sicher nicht gemacht) und er nun augenscheinlich sowiso gerade ganz andere Bedürfniss und Interessen hat, wirst du vermutlich bloß sehr viel enttäuscht werden und ihr euch ständig reiben. Dann wird es zunehmend schwer überhaupt miteinander zu agieren und zu kommunizieren. Und das unter einem Dach!

Um das zu entspannen, ist es viel sinnvoller ihm den Abstand zu geben, den er will. Du kannst dir andere Aufgaben zu suchen, dich mehr auf andere Sachen konzentrieren als sein Leben zu regeln. Betrachte ihn doch mehr als so eine Art jungen erwachsenen Mitbewohner mit dem du zufällig verwandt bist. Jedenfalls für die meisten Situationen. Dein Mitbewohner würde dir gewisse Fragen auch nicht beantworten und die auch nicht sagen, wie die Details seiner Tagesplanung sind. Das ist ja seine Privatsache. Und wenn ihm deine Frageb unangenehm sind, sagt er gleich gar nix. Ziehst du dich daraus und ihr macht locker Smalltalk ohne diese Erwartungshaltung, erzählt er dir aber vielleicht von selber was, weil er sich nicht ausgequetscht fühlt.

Wenn ihr kocht und zu einer bestimmten Zeit esst, dann sagt ihm vorher was in der Richtung: Er kann gerne mit dazu kommen, aber wenn dann sollte er dann und dann da sein.

Oder wenn Du ihn bei der Planung seiner beruflichen Zukunft unterstützen willst, redet nicht so wie Eltern mit jungeren Kindern. Bietet es ihm an, wenn er Interesse hat, macht einen konkreten Termin aus. Geht nicht davon aus, weil er dann im Zimmer rumkeimt, hat er ja jetzt Zeit. Mit einem Mitbewohner würdest du für wichtige Absprachen auch Termine machen.

Ist seine Lebensführung nicht gut für eurer Zusammenleben, macht ihm klar, dass er sein Zimmer vollmöhlen kann wie er will, aber wenn er kocht oder sich was zu essen macht, wird das weggeräumt. Er kann Dinge nutzen, sollte aber für Dinge die gemeinsam genutzt werden auch Rücksicht auf euch nehmen. Notfalls Putzplan.

Lebt also euer Leben, bietet ihm Dinge an, aber haltet euch raus, wenn er das nicht will. Und nehmt das nicht persönlich. Verplant nicht seinen Tag, trefft gemeiñsam Absprachen. Respektiert aneinander dass ihr unterschiedlich seid und lebt.

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Ich habe das Gefühl, dass ihr alle absolut gegensätzlich Erwartungen aneinander habt.

Als ich 18 war, war gemeinsames Essen gerne gesehen, aber kein Muss (nur evtl Bescheid sagen, wegen kochen). Auch konnte ich gehen, wohin ich wollte, sollte nur grob Bescheid sagen, falls was ist und das war ok. Hatte aber nie das Gefühl, ich bin Rechenschaft schuldig.

Wir haben sehr ländlich gewohnt und bevor ich ein Auto hatte, hab ich auch oft wegen fahren gefragt - ging es nicht, war’s blöd, aber ok.

Ich war auch keine Rechenschaft zum Thema Schule oder Uni mehr schuldig.

Euer Sohn ist durchs Internat vllt auch zu viel Selbstständigkeit erzogen worden und braucht euch einfach nicht mehr so. Und genießt nun seine „Freiheit“.

Höflich und respektvoll miteinander reden ist ein Muss, ansonsten sollte er vllt ausziehen.

Aber ansonsten: abnabeln findet von beiden Seiten statt ;)

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Aus Erfahrung mit selbst ADHS

- Familientherapie !
ADS / ADHS betrifft die ganze Familie. Auch wenn es "nur" einer/eine hat.

- Elterntraining / Familientherapie
Leben lernen MIT ADHS/ADS nicht gegen ADS/ADHS

- Foren für Erwachsene mit ADS/ADHS
Unterstützung für Erwachsene
Medikation
Ärzte
Therapien für Erwachsene (in Veränderungsphasen)
Tipps für Berufswege, Bewerbungsunterstützung, was statt dessen
Wie mit den Rückschlägen umgehen. Chaotische Lebenswege oder Traumberuf klappt nicht sofort, gibt es häufiger

Wie mit Inselbegabungen umgehen, wenn er in anderen Bereichen nicht kann.
Z.B. in Musik blüht er voll auf. Andere Lehrbereiche kann er nicht, weil das ADS-Hirn komplett abschaltet. Normale Schweinehundtipps bringen nichts. Das Hirn funktioniert anders.
Wie damit umgehen.

- Familientherapie in Form von: ADS/ADHS wird meistens vererbt !

Mehrere nicht behandelte ADSler/ADHSler können eskalieren.
Ebenso wenn einer behandelt wird und die anderen nicht.

Der eigene Frust: selbst nicht könenn, es sich für's eigene Kind besser wünschen, am Kind auslassen (weil man sich selbst wieder erkennt).

Aber auch: selbst schafft man es mit Müh und Not Ordnung zu halten. Weil man es dringend braucht. Dann kommt ein Chaot, der es nicht schafft. Explosionsgefahr!
(Seit ich selbst ADHS-Medikament eingestellt bin, kann ich besser Ordnung halten - einfach - und Chaos anderer regt mich kaum noch auf. Ist ja deren.....
Ohne Medikament brauche ich 400 % Kraft, für 10% Ordnung. Kommt dann ein Vollchaot daher, stresst mich das enorm).

Kurz um: checkt eure Familie durch. Lasst euch selbst mal testen. Wer es hat, behandeln lassen. Selbst Therapie machen.

Das ist dem Sohn auch Vorbild. Nicht er ist falsch, sondern Familienintern haben es mehrere. Er gehört zur Familie ! Die sind ja auch so wie ich.
Und ihr bekommt ein Gespür dafür wie Therapien wirken können.

"Ich bin selbständig, beruflich hochmotoviert und agil " Das schließt ADHS übrigens nicht aus ;-)
Mein H schickt mich immer wieder auf die Vollgasautobahn.


Befasst euch umfassend damit.
Versucht nicht ihn zu therapieren. Als Erwachsener hat er selbst Mitsprache und ist vielleicht auch schon Therapiemüde.

Geht es als Familie an.
Wer hat welchen Part, wer kann im Guten dazu beitragen , was ist unbewusst, toppt es aber negativ.

Sucht euch Hilfe bei Stellen, die sich für Erwachsene mit ADS/ADHS auskennen !
Foren für Erwachsene mit ADS/ADHS gibt es.

Viel Austausch mit anderen.
Bei Kliniken, falls er Depression oder andere Folgeerkrankungen entwickelt hat: achtet darauf, dass sie sich mit ADS/ADHS auskennen ! Nur die Depression behandeln, funktioniert nicht. ADS ist die Basis. Das muss akzeptiert werden. Manche Kliniken sind wohl darauf ausgelagt, viele sind es nicht.
Informieren !