An die Hausfrauen...

Ich bin gerade in der Eingewöhnung mit meinem Kind und werde im Januar wieder arbeiten gehen.
Heute habe ich eine andere Mutter kennengelernt, die mir erzählte, sie sei drei Jahre in Elternzeit und ihr Kind würde in den Kindergarten gehen, seitdem es ein Jahr alt ist und zwar von 8 bis 15 Uhr.

Also versteht mich nicht falsch, sie hat bestimmt einen Grund und es geht mich auch überhaupt nichts an, aber was macht man den ganzen Tag, wenn man zuhause hängt ohne Kind? Klar, den Haushalt, dass kann ich verstehen, aber ich mache ja auch mit Kind den Haushalt und wir haben ein 150 qm Haus plus großem Garten.

Vielleicht sind hier ja Hausfrauen, die ihre Kinder in der Fremdbetreuung haben und mir die Frage beantworten können. Kein Angriff, einfach nur Interesse.

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"ihr Kind würde in den Kindergarten gehen, seitdem es ein Jahr alt ist und zwar von 8 bis 15 Uhr."

Weil Kinder andere Kinder brauchen. Für die soziale Entwicklung sind gleichaltrige Kinder notwendig. Der Mensch ist ein soziales Tier. Es ist unnatürlich, dass nur Mutter und Kind jahrelang zusammenhocken und das Kind andere einmal wöchentlich im Spielkreis trifft.

"Also versteht mich nicht falsch, sie hat bestimmt einen Grund und es geht mich auch überhaupt nichts an, aber was macht man den ganzen Tag, wenn man zuhause hängt ohne Kind?"

Richtig, es geht dich nichts an. Sie hängt nicht zu Hause, sie wird einfach die notwendigen Tätigkeiten erledigen, die anfallen.

"Klar, den Haushalt, dass kann ich verstehen, aber ich mache ja auch mit Kind den Haushalt und wir haben ein 150 qm Haus plus großem Garten."

Und das bedeutet, wenn du das nebenbei schaffst, muss die Hausfrau das auch machen? Mal eine Frage: Was schaffst du, wenn alle 5 min dir jemand am Arsch klebt, weil er irgendwas will und du ständig unterbrochen wirst?

"Kein Angriff, einfach nur Interesse."

Liest sich anders.

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Bei uns im jetzigen Kiga ist es z.B. so, dass die erste Abholzeit nach dem Mittagschlaf ist, d.h. 14:45. Die Kinder sollen bis 8:30 gebracht werden wegen Morgenkreis. Mein Mann und ich haben zwar seit Geburt immer Vollzeit gearbeitet/studiert, aber natürlich holen die Hausfrauen ihr Kind auch erst 14:45 ab. Ist doch auch Scheiße fürs Kind wenn es Außenseiter ist weil alle anderen Nachmittags spielen dürfen und man selbst zuhause hocken muss? Mein Sohn ist da jedenfalls immer mittelschwer beleidigt wenn es alle Jubeljahre vorkommt dass ich ihn schon um 12:30 abholen muss, und er ist 2.


"Klar, den Haushalt, dass kann ich verstehen, aber ich mache ja auch mit Kind den Haushalt und wir haben ein 150 qm Haus plus großem Garten."

Ich glaube dich müsste man mal mit meiner Schwiegermutter bekannt machen. Hielt sich auch immer für die tollste weil sich mit Kindern zuhause alles gemacht hat. Mein Mann ist bis heute traurig, weil er sagt, meine Mama hatte nie Zeit für mich. Alle anderen Eltern haben sich mit ihren Kindern beschäftigt, ich habe maximal den Kinderbesen in die Hand bekommen, während meine Mutter den großen Besen hatte. Dieses dass meine Mutter sich ausgiebig mit mir beschäftigt hatte ich den Großteil des Tages gar nicht, das war nur ein nebennander verleben.

Davon abgesehen: ich war mal zwischen 2 Jobwechseln knapp 1,5 Wochen zuhause während mein Sohn normal von 9 bis 11:30 in der Kita war(andere Kita) und mein Mann aufs Geschäftsreise. Das war zwar überhaupt gar nichts für mich (deswegen habe ich ja ab 2 Wochen nach der Geburt immer mindestens 40 Stunden gearbeitet) und ich habe mich überhaupt nicht gut gefühlt, aber langweilig war mir definitiv überhaupt gar nicht. Vorbereitungen für den neuen Job, Kochen, Papierkram, neue Winterreifen, Vorsorgetermine, Putzen, Garten, Möbel aufbauen, Sachen reparieren, ausmisten, Einkaufen, Fotoalben - ich hatte mit 7 Bücher ausgeliehen, weil ich dachte, ich lese die alle. Nein, ein halbes habe ich ein halbes Jahr später mal geschafft, abends um 10, der Rest ging ungelesen wieder zurück.


Davon abgesehen bekommst du einen Platz für 1-jährige nicht ohne Grund, schon aufgrund so verurteilenden Frauen wie dir, nicht einfach so. Da liegen häufig psychische Krankheiten, Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern, behindertes Geschwisterkind mit vielen Terminen etc. dahinter. Und bevor man in so einer Situation ist, sollte man einfach nicht darüber urteilen. Für das Kind ist eine schöne Kita auch mit 1 deutlich besser als mit Mutti zuhaus hängen (eine schlechte Kita natürlich nicht, aber da gehe ich in diesem Beispiel einfach mal davon aus dass es keine schlechte Kita ist).

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Sorry, sollte an die TE gehen, leider kann man im Nachhinein nicht editieren und verschieben :-(

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Ich habe mein Kind mit 1,5 Jahren auch in die Krippe gegeben und mein 3jähriges Kind in den Kiga und nicht gearbeitet. Sie gingen allerdings nur von 8-12Uhr, der große bis 14Uhr.

Meine Gründe:
Überforderung, ich war psychisch und körperlich am Ende, depressiv und hatte schon einen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie hinter mir. Kinder waren sehr viel und schlimm krank gewesen, das hat zu meinem Burnout oder Depression beigetragen.

In der Zeit wo die Kinder betreut waren habe ich sehr viel geschlafen (mit Antidepressiva brauchte ich 12Std Schlaf am Tag), etwas Haushalt gemacht (kam mit Kleinkindern nie dazu), Kindersachen auf Ebay verkauft, hatte Therapietermine, mal nen Arzttermin oder bin mit anderen Freundinnen (auch Hausfrau-Mamas) gelegentlich frühstücken gegangen.
Oft genug waren auch die Kinder krank und ich heilfroh dass die Kinder in Ruhe gesund werden konnten.
Nachmittags hatte ich (im Gegensatz zu den Vorjahren) auch mal wieder Lust und Energie mich intensiver mit den Kindern zu beschäftigen.
Manchmal habe ich auch vormittags Knete hergestellt, odee Bastelideen vorbereitet usw....
Diese Zeit hat uns allen gut getan. Und nach einem Jahr "ausruhen" ging es mir besser so dass ich wieder arbeiten konnte.

Nach meiner Erfahrung würde ich nie wieder über "solche" Mütter urteilen. Früher konnte ich das aber auch nicht verstehen.

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Stell Dir vor, man kann auch Hobbies haben. Und was man in Haus und Garten so treibt ist ja auch ein Unterschied von Tag und Nacht, die einen wie wir renovieren gerade einen Altbau in Eigenleistung, haben einen Riesengarten den sie als Selbstversorger bewirtschaften und halten vielleicht noch ein Dutzend Hühner, ein paar Hasen, die anderen wohnen im 2 Jahre alten schlüsselfertig hingestellten Fertighaus in dem sie die nächsten 10 Jahre nicht einmal tapezieren müssen und nennen eine Steinwüste einen Garten.

Mein Kind war zwar nicht so bald in Fremdbetreuung, aber ich hätte schon gewusst was ich mit meinem Tag anfange. Wir haben auch noch alte Verwandte die auf Hilfe angewiesen sind im Ort die wöchentlich zu Terminen gefahren werden müssen, die mitversorgt werden müssen, die sich über eine Stunde Plausch am Tag freuen ....

Ich erledige meine Einkäufe fast ausschließlich zu Fuß oder mit dem Rad, alleine der Unterschied ob ich mit meinem Kind zum Kindergarten im Nachbarortsteil laufe oder mit dem Auto vor die Türe kutschiere macht am Tag mal locker eine Stunde aus.

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wer sich das leisten kann...

ich war ganz froh, dass kindergartenplätze mangelware sind und ich als nicht berufstätige da nie einen bekommen hätte mit einem jahr altem kind...

ich verstehe nicht, warum man sein kind in die kita schickt, wenn man zuhause ist.

ich hatte einen halben sommer ken kind zu hause, weil das letzte in den kiga ging und das neue baby noch nicht fertig war, das ist recht bequem. man hat viel zeit. aber dauerhaft wäre mir das auch zu langweilig... ich kann mich zwar beschäftigen, aber uaf dauer hätte ich mir dann schon einen job gesucht... aber wenn man sich das leisten kann... dann kann frau den bequemen tag genießen.

ich hab die zeit für die familie genutzt so gut es ging. mittags war die hausarbeit fertig und ich hatte nachmittags viel zeit für die kinder. war schon fein, stressless eben. aber auf dauer kann sich das doch keiner leisten?! ich hab in der zeit ein instrument gelernt, da hätte ich sonst wohl keine eit für gehabt. und wir "hausfrauen" waren immer die aktivmamas in kindergarten und schule, also letztlich auch eine säule der gesellschaft. irgendeiner muss halt schulveranstaltungen und elternrat stemmen, vielen berufstätigen fehlt die zeit dafür.

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"ich verstehe nicht, warum man sein kind in die kita schickt, wenn man zuhause ist."

- für die soziale Entwicklung des Kindes
- Termine
- häusliche Pflege
- Erkrankungen
- andere Gründe

Dein mangelndes Verständnis zeigt, dass Empathie dir nicht liegt. In der Kita lernen Kinder aber das zum Glück dort.

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Ganz schön überheblich!
Im Umkehrschluss würde das bedeuten das kleine Kinder die nicht so früh in Fremdbetreuung gegeben werden, keine Empathie erlernen und kein Sozialverhalten entwickeln können.

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Ich finde immer sehr schwierig, wenn man aus Interesse fragt und niemanden angreifen möchte, aber dann so Sätze fallen lässt wie, „ich mache ja auch mit Kind den Haushalt und wir haben ein 150qm Haus mit Garten“
Auch wenn du das nicht so meinst, wirkt es abwertend und als würdest du dich als etwas besseres halten, als andere.
Es ist doch im Grunde völlig egal, wie andere ihr Leben leben und warum sie ihr Kind in die Kita schicken und was sie dann zuhause machen.
Warum möchtest du das vergleichen? Was bringt es dir!
Vielleicht sind andere Kinder anstrengender, andere Eltern überforderter, haben weniger Geduld für ein anstrengendes Kleinkind oder es hat ganz simple Gründe wie, dass das Kind andere Kinder zum Spielen hat.
Es muss sich nicht immer alles darum drehen sich mit anderen zu vergleichen und sich zu fragen, ich schaffe das ja, warum andere nicht? Was bringt das? Wir führen ja nicht alle das gleiche Leben!
Du hast vielleicht keine kranke Mutter, die du pflegst eine andere schon und obwohl sie nicht arbeitet und ihr Kind in die Kita bringt, hat sie einen vollen Terminkalender.
Gibt auch Menschen, die führen ihren Haushalt anders als du. Die putzen vielleicht jeden Tag Fenster, bügeln alle zwei Tage und und und. Alles eine Frage der Definition und der persönlichen Einstellung. Was du für sauber hältst und als Haushalt empfindest, da lacht eine andere vielleicht darüber.
Gibt auch Mütter, die arbeiten, führen ihren Haushalt komplett selber und betreuen ihre Kinder zum größten Teil selber, weil sie ihre Arbeit splitten oder oder oder. Die fragen sich dann wahrscheinlich auch, was du so den ganzen Tag so machst mit „nur Haushalt und Kind“.
Ich finde solche Fragen wirken immer sehr provokativ und abwertend!
Ich kann dir nur von mir erzählen. Meine Tochter ist noch nicht im Kindergarten, sie ist 3,5 und ich hab es bereut! Als sie geboren wurde wollte ich ihr die beste Betreuung ermöglichen, die hat sie zuhause auch bekommen, keine Frage! Aber zumindest vier Stunden mal mit anderen Kinder spielen, würde ihr sicher gut tun. Hätte ich nicht gedacht, aber ab dem zweiten Geburtstag hat sie versucht mit anderen Kindern zu interagieren, ist auf andere Kinder zugegangen, wollte mit ihnen spielen und ich hab gemerkt, dass es ihr gut tun würde.
Ist eben anders gelaufen, als geplant, aber mein Kind wäre wohlmöglich eines der Kinder, die aus diesem Grund in die Kita gegangen wäre und Langeweile hätte ich zuhause sicher nicht gehabt!
Es gibt so viele Gründe und ich hab mich irgendwie noch nie gefragt, warum jemand anderer anders lebt. Wie kommt man auf solche Fragen?
Ich meine das echt nicht böse, aber warum muss sich jeder vergleichen? Ich hab inzwischen das Gefühl dass dieses Thema rund um die Mutterschaft echt parallel zu diesem Männer penis vergleichen ausufert.
Sobald man ein Kind bekommt geht es los. Da achtet plötzlich jeder auf alles. Wer ist wie lange zuhause, ab wann gehen die Kinder in die Kita oder eben nicht, ab wann arbeiten die Mütter wieder und so weiter. Vorher hat es keine Sau interessiert, wie lange ich arbeite, wie lange mein Mann arbeitet. Warum wird das alles plötzlich Thema? Verstehe ich nicht.

Gruss Jule

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Diesen Beitrag sollte urbia als Banner über alle Foren anpinnen!

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😳😳😳 danke

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Ich bin gerade wieder arbeitslos - und zum Ende meiner Elternzeit waren meine Jungs auch bereits teilweise betreut. Was ich mache?
- Haushalt
- Sachen verkaufen über mamikreisel/EBK um somit wiederum neues nötiges zu beschaffen, wir müssen an jedem Ende sparen, da sucht man eben länger, bis man das richtige zum passenden Preis hat
- gemüse-acker bewirtschaften, wir leben teilweise vom eigenem Anbau, um eben zu sparen, das macht viel Arbeit
- den uromas hier und da helfen
- fast alles an Kleidung meiner kids nähe ich selber
- nebenbei würde ich furchtbar gerne mal wieder Freizeit für mein Hobby, das Schreiben, haben - stell dir vor, es bleibt nichts an Zeit dafür übrig!

Und schlafen möchte ich auch noch irgendwann... während ich gearbeitet habe, war es wirklich heftig.

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Ich finde deine Frage etwas seltsam.
Es gibt doch immer etwas, was man tun kann, wenn man "frei" hat. Oder fällt dir da wirklich nichts ein?

Mein Kind ist 2 Jahre alt und wird von mir Zuhause noch voll betreut. Würde sie in die Kita gehen, hätte ich gar kein Problem mich in dieser Zeit zu beschäftigen. Im Gegenteil.

Wenn sie im Bett ist, arbeite ich noch an einem privaten Projekt, mit dem ich mich nebenberuflich gerne etablieren möchte.
Ansonsten bin ich sehr kreativ und stricke sehr gerne, mache Schmuck oder nähe Kleidung.

Jetzt, kurz vor Jahresende, steht wieder die Gestaltung einiger Fotobücher und Kalender als Geschenk für die Verwandtschaft an.
Es gibt noch so vieles, was man tun könnte..(Sport, Besuche, Erledigungen, Kochen usw.)...von Entsannung, Mittagsschlaf, Netflix usw. mal ganz zu schweigen.

Mein Eindruck ist oft, dass es solchen Müttern/Vätern einfach nicht gegönnt wird, dass sie Zuhause sind und trotzdem die Kinder betreuen lassen.
Wenn sie es finanziell können: Herzlichen Glückwunsch! Warum nicht?
Wer in seiner Kinderfreien Zeit echt nichts mit sich anzufangen weiß, ist selber Schuld.

(PS bevor es zur Sprache kommt: Wenn die Kitaplätze knapp sind, sind Eltern die arbeiten müssen selbstverständlich zu bevorzugen. Aber das ist ja nicht das Thema.)

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Ich bin auch zuhause. Warum? Weil ich (noch) nicht arbeiten muss/will. Was ich dann mache? Ich bring das Kind in den Kindergarten und geh erst mal eine Stunde joggen. Danach duschen und richten. Dann ein Kaffee in Ruhe trinken. Ja und dann ist der Haushalt dran. Einkaufen, putzen, Wäsche... was eben so anfällt und etwas kochen. Wenn ich dann mein Kind abhole kann ich mich ganz auf das Kind konzentrieren und mich mit ihm beschäftigen. Mein Kind läuft nachmittags nicht nebenher weil ich noch genug andere Dinge tun muss. Wenn ich arbeiten würde, könnte ich natürlich auch den Haushalt machen, aber gleichzeitig hätte ich das Kind da, um das ich mich auch gerne kümmern würde. Oder abends den Haushalt, wann hätte ich dann aber Zeit für Sport und für mich?

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Das klingt alles äusserst entspannt...geht das Deinem Ehemann auch so?

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Der freut sich vermutlich, dass der Haushalt gemacht ist und er nach der Arbeit Zeit mit seiner Frau und seinem Kind verbringen kann ohne, dass noch (viele) weitere Aufgaben anstehen 🤪😉

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Du machst es so wie du es meinst und das ist auch gut so. Genauso gut macht es die andere mutter. Muss doch jeder selbst wissen