Verhältnis zur Schwiegerfamilie

Hallo zusammen!
Die Schwiegerfamilie ist ja häufig ein großes Thema und auch ich habe so meine Probleme damit.
Dadurch, dass ich selbst sehr unglückliches Einzelkind bin, hatte ich wohl immer eine etwas romantisierte Vorstellung vom Leben mit einer "zweiten" Familie.
Im Grunde ist meine Schwiegerfamilie nett, aber wie das oft so ist: je länger man sie kennt, desto bewusster wird einem, was dort alles im Argen liegt.
Mein Partner hat eine Schwester, die nur wenig älter ist als ich. Da die Familie sich in unserem Fall sehr häufig sieht, war mir ein gutes Verhältnis wichtig und ich hatte eigentlich von Anfang an gehofft, dass sich auch eine Freundschaft aufbauen würde.
Leider ist die ganze Familie einfach sehr anders als ich und es belastet mich zunehmend, obwohl ich weiß, dass mir im Grunde ja nichts anderes übrig bleibt, als das so hinzunehmen. Irgendwie habe ich immer noch die vage Hoffnung, dass sich etwas ändert.
Es gibt in der Familie keine echten Gespräche. Nur oberflächliches Geplänkel. Auch nach vielen Jahren hat man sich dadurch nicht wirklich kennengelernt, weil so etwas wie abends bei nem Bierchen zusammen quatschen undenkbar ist. Das wäre okay für mich, wenn man sich nur ein paar Mal im Jahr sieht, aber durch die häufigen Treffen finde ich es sehr belastend und anstrengend.
Besonders meine Schwägerin ist unglaublich langweilig. Sie hat neben ihrem Job keinerlei Interessen, sitzt nur zuhause und ist gefühlt dauerhaft unglücklich. Sie hat in den letzten Jahren zwei Kinder bekommen, aber auf mich wirkt es, als hätte sie die nur bekommen, weil man es eben so macht. Sie ist so unenthusiastisch und antriebslos, dass ich mir manchmal schon wirklich Sorgen mache. Dadurch, dass ernsthafte Gespräche in der Familie aber quasi nicht vorkommen, sind mir irgendwie die Hände gebunden. Anfangs habe ich mir noch sehr viel Mühe gegeben, aber sie gehört zu diesen Menschen, die nie zurückgeben und wenig wertschätzend mit Dingen umgehen. Wahrscheinlich treibt es mir aktuell auch deshalb den Blutdruck so hoch, weil ich immer mehr mitbekomme, wie die Kinder diese Undankbarkeit und Gleichgültigkeit übernehmen.
Vielleicht gibt es hier noch mehr User, die diese Art von Problematik kennen und einen Tipp haben, wie man dauerhaft mit einer Schwiegerfamilie klarkommt, die die eigenen Werte nicht teilt?
Ich denke, ich muss meinen Frust da einfach ein bisschen loswerden.
Liebe Grüße,
Betty

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Bau Dir Dein eigenes Leben auf, konzentriere Dich auch Dich und Deine Familie, such Dir Freunde die Deine Werte teilen und dann geh einfach nicht ständig da hin sondern lebe Dein eigenes Leben.

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Wieso beisst du dich so an dieser Schwägerin fest? Offenbar hat sie kein Interesse an dir, das musst du akzeptieren.

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Du kamst mit Deinen "romantischen" Vorstellungen neu in die Familie und nach und nach bist Du desillusioniert, weil es offenbar auch nur eine "ganz normale" Familie mit Macken, Mucken und Eigenheiten ist? Das treibt Dir den Blutdruck hoch, weil sie "Deine Werte nicht teilen?" Ich denke mal, damit wirst Du leben müssen.
Die Familie kam bisher wohl ohne Ratschläge von außen zurecht und die Schwiegereltern haben immerhin Deinen Partner erzogen.....so schräg kann er nicht sein, sonst hättest Du ihn sicher nicht ausgesucht. Wie seine Schwester lebt, ist absolut auch nicht Deine Sache. Wenn sie langweilig ist, na und? Sie muss nicht Deine Freundin sein. Kritik an den Schwägerinnen liest man hier laufend - finde ich persönlich auch komisch.
Leben und leben lassen - schlage ich mal vor. Du willst doch auch nicht, dass sie DICH vollkommen umkrempeln wollen, weil ihnen Deine Art nicht gefällt?
LG Moni

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Du kannst da nichts erzwingen. Du kannst Impulse geben für eine tiefergehende Kommunikation und schauen ob sie auf fruchtbaren Boden fallen. Wenn nicht, dann geht an der Front halt nix.

Die Familie meines Mannes und meine sind sehr verschieden. Beide haben einen leichten Hang zum übergriffigen wenn der Gaul mit ihnen durchgeht. Den meinen darf man aber ein „stop“ zurufen und sie hören drauf.
Die Schwiegereltern sprechen über alles und jeden. Gern in Beschwerdeform. Aber über Probleme und unterschiedliche Standpunkte wird sich totgeschwiegen. Tiefgang ist nicht erwünscht. Sprichst du was an oder hältst (am Kind ist es ein riesenThema) dagegen ist Polen offen....

Wenn es nur um Zeit zusammen geht, halte ich es mittlerweile so dass ich den üblichen Smalltalk mache „Hallo, wie gehts? Kaffee mit Milch oder Zucker, noch ein Wasser dazu?“ und sie erzählen lasse. Nach einem unspezifischen „uns gehts gut, Danke“ lege ich meinen Fokus aufs Kind. Warum soll ich Energie in die Show investieren?
Wos geht klinke ich mich auch komplett aus.
Wöchentliche, monatliche Treffen gibts nicht, wird es auch nicht geben und gäbe es sie wäre ich daraus schon lange ausgestiegen. Hobby vom Kind, Ausflug, ich bin da kreativ.
Glaubst Du das fliegt bei Dir? Nicht dumm stundenlang bei einem im Haus hocken sondern auf den Spielplatz verschwinden? Treffen wohin verlagern wo Action ist? Ich würds probieren.

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Ich finde meine Schwiegerfamilie auch seltsam in manchen Belangen, ihnen gehts mit mir sicher oft genauso, auch wir haben eben unterschiedliche Werte. Trotzdem ist mir an Kontakt gelegen, vor allem der Kinder wegen, die sich super verstehen. Für uns funktioniert gut, was hier schon jemand vorgeschlagen hat-Treffen da, wo was los ist. Wir fahren zum Beispiel alle zusammen einmal im Jahr für ein paar Tage ans Meer-natürlich in separate Ferienhäuser. Da gibt es mit den Kids soviel zu tun, da wird es nicht langweilig. Und manchmal ist dann doch schon mal ein gutes Gespräch entstanden. Man kann sich auch gemeinsam über die Jahre etwas annähern. 😊

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Wenn jemand seine Meinung über MEIN Leben hat und meine Kinderplanung als "weil man das so macht" abtut dann möchte ich den auch nciht näher kennen lernen, verstehe deine Schwägerin also sehr gut

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Wieso denn so angepiekt? Außer, dass du einzelne Fragmente herausreißt, auf dich beziehst und rein aus deiner passiv-agresiven-Sicht beurteilst hilft diese Antwort doch niemandem weiter...

(Ja, meine Antwort hilft auch niemandem weiter, aber es ist schade, wie dieses Forum abdriftet Richtung "Muttiforum, indem sich wechselseitig angekeift wird")

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Man akzeptiert einfach, dass die Familie anders ist.
Deine Schwiegerfamilie ist nicht dazu da um deine Kernfamilie zu kompensieren.
Es gibt eben zugängliche Menschen und solche wie deine Schwägerin. Da hilft alles dran rütteln nicht.
Meine Schwiegerfamilie ist auch anders als ich, aber das akzeptiere ich so. Sie mich aber auch. Es sind einfach unterschiedliche Lebensformen.
Die Familie kann ich mir nicht aussuchen, aber Freunde. Da passt dann auch die gemeinsame Wellenlänge.

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Ich glaube, du bist mir völlig falschen Erwartungen an die Sache gegangen 😅

Die Schwiegerfamilie ist ja sozusagen eine „Zufallsbekanntschaft“, die man sich nicht aussucht. Da drauf zu bauen, dass es enge Freunde werden, entbehrt ja fast jeder Grundlage. Denn ihr habt nichts gemeinsam, außer, dass ihr in einer Beziehung zum Sohn steht 😅

Offensichtlich passt es bei euch nicht. Das ist okay. Deine Schwägerin tickt anders als du und das ist nun mal so. Das musst du akzeptieren und ich würde mich da NULL einmischen. Tust du ja auch nicht, aber du würdest gerne und dieses Bedürfnis hätte ich halt gar nicht.

Ich persönlich würde den Kontakt auch oberflächlich und höflich halten wollen und gut ist.

Ernste und tiefsinnige Gespräche würde ich mit meinem Schwiegervater nie führen wollen. Ich mag ihn, aber die Beziehung zu meinem Mann ist durch einiges in der Kindheit halt auch nicht wahnsinnig innig und da wird auch nur oberflächlich gesprochen. Da ich aber nie das Bedürfnis hatte, ihn als 2. Vater oder Ähnliches zu sehen, ist das absolut okay. Wir reden über belangloses Zeug, sie betüddeln unsere Tochter und wir gehen wieder und alle sind glücklich.

Für tiefsinnige Gespräche sind dann meine Familie und Freunde da, grade Freunde hab ich mir ja ausgesucht und wir sind auf einer Wellenlänge :)

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Ich verstehe ja immer vollkommen, dass man ein Problem mit Schwiegerfamilien hat, die gegen einen arbeiten, sticheln, mit dem Kind der ST irgendwas machen, was die Eltern nicht wollen oder versuchen die ST aus der Familie zu drängen. Von denen liest man hier ja öfter.

Deine Schwägerin ist einfach nur langweilig. Lass sie doch langweilig sein, das geht dich doch nichts an, hab ein eigenes Leben, eigene Freunde und sitz die Familientreffen aus.

Für mich interessante Gespräche habe ich mit meiner Schwiegerfamilie auch nicht geführt. Viele gemeinsame Werte haben/hatten wir auch nicht.
Muss man doch auch nicht, ist doch schön, wenn sie einfach nur *nett* sind.
Mir reicht das vollkommen, meine Werte mit meinem Mann zu teilen, den hab ich auch geheiratet.