Schwiegermutter sagt Besuch ab, fährt aber zur Schwägerin?

Bin gerade etwas geplättet.
Tochter freut sich seit Wochen auf Oma, die am Donnerstag kommen wollte. Ich schreibe Mittwochabend wann genau ich sie wieder abholen soll. Sie schreibt, sie wolle doch nicht kommen, wegen Corona. Okay, da war ich dann doch sauer, da wir beide am Donnerstag bis 19 Uhr arbeiten mussten und dementsprechend dieser Termin schon seit knapp 2 Monaten feststand. Habe aber nichts geschrieben, war eh sinnlos.
Also disponieren wir um, meine Eltern mussten knapp 150km fahren um unsere Tochter zu betreuen, da unsere Termine wie gesagt schon seit 2 Monaten geplant waren und echt wichtig.
Oma schreibt, sie würde ihre Enkelin so vermissen und diese Woche Dienstag sie von der Kita abholen. Frage ich heute, wann ich sie abholen soll. Sie antwortet - sie würde doch nicht kommen, wegen Corona. Na danke. Ich bitte um ein Telefonat, weil sie jetzt seit 2 Monaten, seit dieser einmalige Termin zum Abholen geplant war, unseren Ersatzkindersitz hat und den dann ja entsprechend meine Eltern brauchen, die übrigens beide Vollzeit arbeiten und dementsprechend sich mein Vater an dem Donnerstag Urlaub nehmen musste aufgrund der Distanz zu uns.
Sie schreibt, das ginge nicht, sie wären gerade auf der Autobahn, ihre Tochter (Meine Schwägerin) besuchen. Da war ich dann echt traurig. Wie ich das meiner Tochter erklären soll- keine Ahnung. Sie war letzte Woche schon so traurig.
Dass jemand vor Corona so Panik hat, dass er seine Enkel nicht mehr sehen will, ok.
Dass die Person Ende 40, kerngesund und Hausfrau ist, ohne jegliche Kontakte zu irgendwelchen Personen die im entferntesten Risikogruppe sind - finde ich schon schwer. Aber 2x einen Termin wegen kurzfristiger Angst vor Corona abzusagen, während man lustig durch die Republik fährt und sich mit anderen Leute trifft?!
Dazu muss man übrigens sagen, dass ich Ärztin bin und mich im März bereits mit Corona infiziert hatte und meinen Mann angesteckt, bei meiner Tochter wissen wir es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Corona übertragen würden, ist also sowieso nur sehr gering.
Mein Mann sagt nur, seine Mutter sei psychisch krank, schon immer gewesen, das wäre einfach nur viel schlimmer geworden seit die Kinder aus dem Haus sind und sie keine Aufgaben mehr zuhause hat und so den Tag damit verbringt, Panik vor irgendwelchen Sachen zu kriegen. Er selbst hat zu seinen Eltern auch quasi keinen Kontakt, er hält das nicht aus.
Oh man, ich weiß, auf wen ich in Zukunft nicht mehr zählen werde. Ich bin nur so enttäuscht für meine Tochter. Die liebt ihre Oma. Und ich hatte immer gehofft, dass das funktioniert. Und sie liebt sie so. Ich bin gerade echt total traurig, ich hätte es mir so für sie gewünscht und irgendwie auch für mich. Kann mich jemand aufmuntern oder sagen, dass ich zu Unrecht traurig bin?

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Alles ärgerlich, aber lessons learned:

- Oma ist ab sofort die Überraschungsoma. Ich würde die geplanten Besuche meinem Kind nicht mehr ankündigen. Erspart manche Enttäuschungen.

- Für wichtige Termine ist sie als Betreuerin aus dem Spiel. Unzuverlässig.

- Deinen Mann würde ich mehr ernst nehmen. Er hat einen klaren Blick.

- Oma muss selbst schauen, wie sie die Beziehung zur Enkelin aufrecht erhält. Den Hintern nachtragen würde ich ihr nicht.

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Hallo,

erstmal: für die Betreuung eurer Tochter seid ihr verantwortlich. Und Omas können auch ausfallen.
Zur anderen Sache: Hast du mit ihr persönlich am Telefon geredet? Vielleicht liegen eher persönliche Gründe vor, dass sie euch absagt, aber zur anderen Tochter fährt. Man hat nur deinen Standpunkt, der der Oma fehlt.
Natürlich kannst du traurig sein, wütend...alles verständlich, vor allem weil deine Tochter sich gefreut hat.


LG, Dani

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"Für die Betreuung eurer Tochter seid ihr verantwortlich." Was für eine hilfreiche Aussage.
Natürlich sind Eltern in erster Linie für die Betreuung ihrer Kinder verantwortlich. Aber sie sind nunmal auch verantwortlich dafür, zu arbeiten, um für Einkommen zu sorgen, damit die Kinder versorgt sind. Vor allem Frauen wird in diesem Forum immer wieder nahegelegt, zu arbeiten. Um unabhängig zu sein, was fürs Alter zurücklegen zu können usw.
Und oh weh, viele Berufe haben leider Arbeitszeiten, die nicht mit den Betreuungszeiten der Kitas kompatibel sind.
Und nun? Muss doch einer zuhause bleiben?
Nein, dann organisiert man sich andere Betreuung. Zb Babysitter oder eben die Großeltern. Und wenn diese zusagen, sollte man sich da auch drauf verlassen können.
Natürlich kann mal was wichtiges dazwischen kommen wie Krankheit oder ähnliches. Dann sollte halt immer auch ein Plan B organisiert sein.
Aber über kurzfristige Absagen aus fadenscheinigen Gründen darf die TE sich tatsächlich aufregen, weil sie sich verantwortungsvoll um eine Betreuung für ihre Tochter gekümmert hat, von der anscheinend ein wichtiger beruflicher Termin abhing.

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Der Punkt ist hier aber, dass die Oma offenbar noch nie zuverlässig war.

Da besorgt man sich einen Babysitter, der Termine nicht einfach so absagt, weil dann sein Verdienst ausfällt.

Wenn man doch lieber auf die unzuverlässige, aber kostenlose Oma baut, braucht man nicht jammern, wenn es mal wieder nicht klappt.

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Hallo,

Auch wenn es diskriminierend ist. Ich würde mich auch nicht mit jemanden aus dem medizinischen Bereich treffen, aber quer durch die Republik fahren um jemanden zu treffen.

Medizinisches Personal geht arbeiten obwohl es infiziert ist, es muss nicht in Quarantäne wenn es Kontaktperson erster Ordnung ist. Es ist nachgewiesen, dass man mehrfach an Corona erkranken kann.

Daher denke ich, dass deine SM einfach Angst hat und euch daher meidet. Es aber nicht so direkt sagt, um euch nicht zu verletzten.

LG Morgain

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"sie wären gerade auf der Autobahn, ihre Tochter (Meine Schwägerin) besuchen. Da war ich dann echt traurig. Wie ich das meiner Tochter erklären soll- keine Ahnung. Sie war letzte Woche schon so traurig. "

Dass du wütend bist, verstehe ich.
Der Tochter: gar nichts sagen! Sie ist traurig. Das ist in Ordnung. Trösten, für sie da sein.
Von der Aktion, dass Schwiegermutter woanders hin fährt: gar nicht thematisieren.
Nur auf Fragen antworten, falls die Oma oder Schwägerin es ihr auf die Nase binden. Sonst: gar nicht erst erwähnen. Es tut nur unnötig zusätzlich weh, ändert aber nichts.

"Mein Mann sagt nur, seine Mutter sei psychisch krank, schon immer gewesen, das wäre einfach nur viel schlimmer geworden seit die Kinder aus dem Haus sind und sie keine Aufgaben mehr zuhause hat und so den Tag damit verbringt, Panik vor irgendwelchen Sachen zu kriegen. Er selbst hat zu seinen Eltern auch quasi keinen Kontakt, er hält das nicht aus."

Daraus habe ich den Schluss gezogen (eigene Verwandte): Kontakte nur im Beisein anderer. Keine Betreuung und kein Einplanen bei Verlässlichen Dingen.

Je wichtiger etwas ist, desto mehr achte auf zuverlässige Personen.
Das erspart mir sehr, sehr viele Nerven.

Oma würde ich zwar weiterhin ermöglichen, soweit sie dem Kindeswohl nicht schadet.
Selbst aber einiges abfangen. Z.B. keine wichtigen Termine zeitgleich legen, nicht auf Betreuung hoffen, Kind ggf. erst kurzfristig informieren, wenn sie quasi schon auf dem Weg zu euch ist. Klappt es, ist es eine Überraschung. Klappt es nicht, bekommt sie es nicht die volle Bandbreite mit.

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Hey!

In gewisser Weise hat dein Mann recht. SIe ist eben so und mir wäre es zu müßig, mich über etwas Vorhersehbaren aufzuregen.

Klar, darfst du traurig sein.
In Zukunft würde ich daraus lernen und den Sitz woanders deponieren. Falls die SM nachfragt, würde ich ehrlich antworten und dann meine Konsequenzen daraus ziehen. Du kannst ja nicht jedes Mal kurz vor knapp umdisponieren und dann erwarten, dass andere kurzfristig in die Bresche springen.

Fertig. Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es für andere Leute sehr heilsam, wenn sie merken, dass sie sich nicht alles einfach so herausnehmen können. So überlegen beim nächsten Mal zweimal.


Liebe Grüße
Schoko

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Da ihr Ärzte seid bzw du: wäre ein Antikörpertest möglich, mit dem ihr der SM zeigen könnt, dass von euch keine Gefahr ausgeht bzw sogar eigentlich der Kontakt der 1. Wahl seid?
Manchmal erfordern besondere Zeiten besondere Maßnahmen.
So wisst ihr euch, ob ihr euch entspannt zurücklehnen könnt oder wieder aufpassen solltet, wenn die Antikörper nicht mehr nachweisbar sind.

Liebe Grüße
Schoko

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Hallo

Ich kann deinen Frust verstehen. Gerade wenn es lang ausgemachte Termine sind und ihr auf sie angewiesen wärt, sind solche ultrakurzfristigen Absagen wirklich blöd.

Deiner Tochter würd ich nur sagen, dass Oma nicht kommen kann.

Und in Zukunft für wichtige Termine auf einen alternativen Babysitter zurückgreifen.

Die Oma kann ja gern kommen, aber auf sie würde ich mich nicht mehr verlassen, wenn’s drauf ankommt.

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Ich finds richtig das sie nicht kommt wegen Corona... Da wäre ich auch nicht traurig.
Aber das sie stattdessen Schwägerin besucht, kann ich dich sehr gut verstehen.

Wie alt ist denn deine Tochter?

Wir haben ab Dienstag Ausgangsbeschränkung (Sachsen) bis 15 km. Nur auf arbeit, einkaufen und Familien Mitglied besuchen 😐

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Es ist immer traurig wenn eine Oma nicht Oma sein kann. Aber du hast die Enttäuschung selber gemacht. Dein Mann hat dir ja schon gesagt das sie krank ist und das er wenig Kontakt haben möchte. Und er kennt seine Mutter besser und länger, also vertraue auf sein Urteil.

Ich würde dazu raten zu deiner Tochter ehrlich zu sein. Oma ist krank und deswegen eben komisch. Außerdem nur Termine ausmachen wo du auch kannst. Keine großen Vorbereitungen und deiner Tochter nicht sagen das sie kommt. Sie sieht ja wenn sie da ist.

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Kerngesund oder (psychisch) krank? Bei zweiterem würde ich mich auch bei einer Verdachtsdiagnose intensiv damit auseinandersetzen, ob die Betroffene sich als zuverlässige Betreuungsperson eignet.
So oder so würde ich die Oma in Zukunft nicht mehr in die Betreuung einplanen, weder auf eigene Anfrage noch auf ihr Angebot hin.
Kontakt zum Enkelkind kann sie auch pflegen ohne Betreuungspflichten, oder zumindest nicht bei Terminen.
Ich weiss nicht wie alt deine Tochter ist, leider gehört es zum Leben dazu, zu lernen, dass Beziehungen manchmal nicht dauerhaft tragfähig sind, wenn das mit der Oma der Fall sein sollte, ist das traurig und schmerzhaft, aber gerade ein Kind packt sowas.