Ständig Angst ums Kind

Hallo,

ich liebe es, Mama zu sein und diesen wundervollen kleinen Menschen um mich zu haben. Doch manchmal habe ich das Gefühl, all die Angst nicht aushalten zu können.

Er ist fast zwei Jahre alt. In dieser Zeit wurde er zwei mal am Herzen operiert, als er ein paar Wochen alt war und später noch mal mit sechs Monaten. Mit dreizehn Monaten war er eine Woche lang mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Jeder Infekt macht mich fertig. Sobald er etwas höheres Fieber bekommt, denke ich "Ich will ihn nicht verlieren!". Ich weiß, dass das weder rational, noch gesund ist.

Außerdem macht es mir Angst, gebraucht zu werden. Bei Schmerzen denke ich sofort "hoffentlich ist es nichts Ernstes". Ich habe mich zwei mal vorzeitig aus dem Krankenhaus entlassen lassen, um bei meinem Kind zu sein - und hatte dann immer Angst, dass das ein Fehler war und ich sterbe, so dass unser Kind ohne Mutter aufwachsen muss. Bevor er da war, hatte ich solche Gedanken nie.

Ist das vollkommen verrückt?
Oder geht es jemandem ähnlich?

Der Gedanke, kein zweites Kind zu bekommen, macht mich sehr traurig. Aber ich weiß nicht, ob ich es aushalte, noch mal für so ein kleines Baby verantwortlich zu sein. Ich bin froh, dass unser Sohn größer wird und ich mir weniger Sorgen als anfangs mache.

Mein Mann hätte gerne ein zweites Kind. Ich eigentlich auch, aber halte ich das aus? Meine Mutter hat behauptet, dass ich dann gelassener wäre. Zumindest hat sie diese Erfahrung gemacht. Wie sah es bei euch aus?

Allen einen schönen Abend und bitte verurteilt mich nicht.

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Ängste sind durchaus normal. Also die Veränderung und dass es mit Kind anders ist, als zuvor.

Allerdings können Ängste auch einschränken, unsicher machen, zu Stress führen etc.

Hattest du Begleitung in der Zeit der Herz-OPs?
Gab es Seelsorger?
Diagnose-begleitende psychologische Begleitung?

Wenn nicht, würde ich das aufarbeiten. Mit Menschen sprechen, die ähnliches erlebt haben.
Selbsthilfegruppe. Eltern mit Herz-OP betroffenen Kindern. Seelsorger. Psychologische Begleitung. Vllt. kann dir das KH Adressen geben, wo euer Kind operiert wurde.

Auch ärztliche Begleitung in Form von Wahrscheinlichkeit, was ist zu beachten. Alles in Ordnung, wenn.....

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Danke für deine Antwort.
Nein, ich hatte keine psychologische Begleitung, hab manchmal mit dem Pflegepersonal gesprochen (wenn etwas Zeit da war), aber nicht mit Seelsorgern.
Danke, das sind gute Anregungen.

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Hallo,
Ich finde das klingt nach einer Angststörumg, die sich vielleicht entwickelt hat, als du bzw. dein Kind so viel durchmachen musste. Vielleicht würde dir eine Psychotherapie gut tun?!
Bevor du an ein zweites Kind denkst, wäre es vielleicht ratsam, erst deine Ängste in den Griff zu bekommen.
LG Cheryl

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Danke für deine Einschätzung

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Ich kenne diese Gedanken - ihr habt aber auch schon wirklich viel durchgemacht. Das tut mir leid. Ich hoffe, dem Kleinen geht es mittlerweile gut.
Dass man beim nächsten Kind gelassener wird, kann ich nicht bestätigen. Mein erster Sohn kam 3 Monate zu früh zur Welt - wir hatten viele Sorgen. Trotzdem sind diese Gefühle jetzt bei meinem dritten Kind am schlimmsten.
Ich konnte sie ab der Geburt nicht abgeben. Hab sie nicht mal in das Krankenhausbettchen gelegt, aus Angst, mir nimmt sie jemand weg. Auch das erste Baden im Krankenhaus hab ich übernommen - ich konnte der Schwester nicht vertrauen.
Zu Hause angekommen, wurden erst mal die Sensormatten bestellt - damit ich nachts nicht mehr ihre Atmung kontrollieren muss. Ich hatte ständig Angst, ihr könnte etwas zustoßen. Das erste mal an meine Eltern abgeben (also zur Betreuung ohne mir) hab ich sie mit 1,5 Jahren. Dann noch einmal mit 2 und 2,5 Jahren für jeweils 2-4 Stunden. Sonst war sie noch bei niemandem ohne mir. Ihr Papa ausgeschlossen natürlich.
Ich hab sie am liebsten in meiner Nähe. Sie wird im März 3 und die Sorgen bleiben, aber es ist trotzdem leichter geworden. Die Angst, sie könnte nachts zum Atmen aufhören, ist weg. Oder, dass sie an einem harmlosen Schnupfen ersticken könnte - daran denke ich nicht mehr.
Aber ich merke schon, dass ich weit mehr Ängste habe, als meine Freunde und Verwandten mit Kindern 🤷🏼‍♀️ ich kann aber mittlerweile besser damit umgehen und es macht mich nicht mehr verrückt.
Ich würde dir raten, noch ein Weilchen abzuwarten. Aber vielleicht bist du beim zweiten Kind tatsächlich gelassener 🙃 ich könnte mir zumindest derzeit nicht vorstellen, nochmal diese ganzen Sorgen durchzumachen. Liebe Grüße

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Ich danke dir für deine Antwort. Es tut mir leid, was ihr mit eurem Sohn durchmachen musstet. Das war sicher eine sehr schwierige Zeit.
Weißt du, woran es liegt, dass du dir um dein drittes Kind mehr Sorgen machst? Gab es einen Auslöser?
Die Atmung habe ich anfangs auch ständig kontrolliert, jetzt nur wenn er etwas hat.
Eben hatte ich das Gefühl, dass er sich kälter anfühlt. Ich habe die Temperatur gemessen, tatsächlich nur 35,8 °C. Warm eingepackt, trotzdem eine Stunde später 35,5 °C. Ich würde am liebsten sofort mit ihm in die Notaufnahme. Warte jetzt erst mal ab, wie es sich entwickelt. Aber ich kann mit solchen Situationen einfach nicht umgehen.

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Mir geht es genau so und bei mir ist es eine Abgststörung😢

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Oh nein, das tut mir leid. Bist du in Behandlung?

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Hallo TE,
ich fühle da total mit dir und bin tatsächlich momentan in einer ganz ähnlichen Situation. Mein 2. Kind kam ohne funktionierende Atmung zur Welt und hatte nun im Oktober noch einen Unfall mit einem riesigen Schutzengel.
Ich habe ständig Angst um das Kind und merke, dass die Angst mich als Person beeinträchtigt und verändert. So bin ich eigentlich nicht.

Ich habe für mich eingesehen, dass ich Hilfe brauche und werde ab März, wenn das Kind in die Kita kommt, nach einer Gesprächstherapie schauen.
Wenn du dir selbst die Frage stellst, ob deine Angst normal ist und du Hilfe brauchst - dann brauchst du Hilfe. Manche Erlebnisse sind so einschneidend, dass man sie alleine nicht bewältigen kann.
Mein Rat: such dir einen Profi zum sprechen und aufarbeiten der traumatischen Erlebnisse mit deinem Kind.
Du musst noch viele Jahre als Mutter funktionieren und Angst wird weder dir noch dem Kind gut tun.

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Danke für deine Antwort. Ich wünsche dir alles Gute.

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Grade wenn man so viel erlebt hat, ist Angst sicher „normal“. Trotzdem würde ich diese auch angehen, denn sie sollte nicht überhand nehmen und das tut sie bei dir ja wohl 🙈

Mit Kindern hat man mehr Angst, das ist so und will immer alles geben und nimmt sich selbst oft nicht so wichtig. Aber eben in einem „gesunden“ Maß.

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Danke für deine Einschätzung.

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Hast du psychologische Hilfe gesucht?

Mir geht es ähnlich wie dir, auch wenn unser Sohn noch nicht geboren ist.
Mit unseren ersten beiden Kindern haben wir so viel Schlimmes erlebt, dass ich jetzt einfach solche Angst habe, dass ihm etwas passiert.
Ich befürchte, dass ich bei jedem kleinen Infekt ins Krankenhaus rennen werde.

Mein Mann und ich sprechen viel miteinander und mit unserer Pfarrerin (Seelsorge).
Noch ein Kind zu bekommen war für uns ein langer Prozess mit vielen Gesprächen und vielen Gebeten.
Wenn unser Sohn da ist, und wir merken, dass unsere Ängste die Überhand nehmen, wollen wir in Therapie gehen.

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Nein, noch nicht.

Danke für deine Erfahrung.

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Ich kenne das aber nur teilweise.

Mein Sohn (1,5) lag letzte Woche im KKH mit Lungenentzündung und musste Sauerstoff und Cortison bekommen, außerdem hat er nach einer Infusion ein geschwollenes Gesicht bekommen.

Natürlich hatte ich Angst habe geheultnund gebetet.

Auch bei seinem 1. Fieberkrampf hatte ich höllische Angst, nachdem ich gemerkt habe, dass er immernoch nicht normal atmet, obwohl der Krampf und der Ohnmachtsanfall schon vorbei sind.

Bei meiner Tochter ( 4) hatte ich auch höllische Angst als sie ihren 1. Affektkrampf mit 1,5 Jahren hatte und ohnmachtig wurde.
Ich hatte auch Panik als sie bei einem unkomplizierten Infekt mit 3 Jahren im halbkomatösen Zustand im KKH lag. Sie neigt zu Ketonourie bei Infekten und muss beim kleinsten fiebrigen Infekt sofort mit Zucker gepäppelt werden, ansonsten bilden sich zu viele Ketone sie fängt an zu brechen und würde man da nicht entgehensteuern könnte sie gar ins Koma fallen.

Aber da ich weiß, was ich zu tun habe und wie ich Schlimmeres verhindern kann, habe ich im Alltag keine Angst, auch keine wenn die beiden krank werden. Ich tue mein bestes und ich bin mir sicher, dass ich in jeder Situation, so schwer sie sein mag meinen Kindern nach bestem Wissen helfen werde.

Aus dem KKH entlassen würde ich mich nur, wenn ich sicher bin, dass es mir gut geht.

Ich habe z.B. meinen Sohn ambulant entbinden wollen, um schneller zu meiner Tochter zu kommen. Es ging nicht, da mein Sohn wegen meiner SS- Diabetes 24h zur Beobachtung bleiben musste. Nach genau 24h sind wir dann gegangen.

Die Angst um seine Kinder ist richtig und wichtig, aber sie muss ihre Grenzen haben. Oder willst du in der Pubertät zu diesen nervigen Müttern gehören, die bei jeder Party alle 30 Minuten anrufen und ihre Kinder durch das ständige Kontrollieren zum Lügen antreiben?

Es wird alles gut, glaube an dein Kind!

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Danke für deine Erfahrungen und deine Einschätzung.

Vor dem Loslassen habe ich auch Angst. Denn natürlich möchte ich ihn auf keinen Fall überbehüten, wenn er älter wird.

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Hallo meine liebe ,

Meine Tochter ist auch fast 2 .
Und wir hatten Gott sei Dank nie was schlimmes aber ich habe immer Angst .
Angst das sie jemand entführt Angst wenn sie krank wird das ich sie verliere , Angst das ich sterbe .

Ich hatte eine schwere Kindheit und deswegen ist es bei mir so .

Ich habe mir eine Therapeutin gesucht und seit dem geht es mir besser natürlich ist die Angst nicht ganz weg aber sie wird immer besser !!