Keine Freunde - normal?

Guten Abend,

aus gegebenem Anlass frage ich mich mal wieder, ob es normal ist, mit knapp 40 kaum Freundschaften zu haben.
Ich habe eine Freundin seit der 1. Klasse. Aber sie bekommt jetzt erst ein Kind während meine aus dem Gröbsten längst raus sind.
Aber ja, der Kontakt ist regelmäßig. Wenn auch selten persönlich.
Ich bin ein Mensch, den Besuch stresst. Aufräumen, putzen, was zubereiten etc. Das bringt mich immer wieder in Turbulenzen. Dennoch bemüh ich mich. Meine "beste Freund" ist 81 und der Kontakt SO unkompliziert. Mal flitz ich bei ihr rein, bring ihr was mit oder backe für sie. Habe auch noch eine 79-jährige Bekannte, bei der ich jährlich zum Essen eingeladen bin.
Aber zurück zu den jungen Leuten. Ich bemühe mich, bringe Kuchen mit oder backe wenn jemand zu mir kommt. Kommt jemand mit Kindern überleg ich gleich: was mach ich den Kleinen. Waffeln oder Crepes? Auch zum Spielplatz denk ich an alles. Ich bin aufmerksam, erkundige mich, gratuliere zum Geburtstag, bin hilfsbereit, verschenke gern. Dennoch ergeben sich keine Freundschaften. Im Gegenteil. Immer wieder fühle ich mich, als bekomm ich einen A...tritt. Beispiel: ich verschenke einen Karton gut erhaltene Klamotten an eine Bekannte. Irgendwann kommt sie, bringt für mich ne Kiste mit und sagt: Hierfür hätte ich noch gern 10 Euro...
Oder Leute, mit denen man regelmäßig Kontakt pflegt, schicken nicht mal ne Karte zur Kommunion des Kindes.
Scheinbar hegen andere Frauen dicke intime Freundschaften. Was mir völlig fremd ist. Ich war noch nie mit einer Freundin im Urlaub oder zu nem Mädelsabend. So wie andere. Eisdiele, ja, kam vor. Shoppen? Nein, noch nie. Ein seltsames Leben oder? Wir empfangen auch nie Freunde. Also Paare. Zu uns kommt nur der Opa, ab und zu eine Bekannte.
Irgendwie ist man ein Exot. Geburtstage feiere ich nie... Einladen könnte ich allenfalls meine Mutter, die wegen Ärger mit meinem Mann nicht kommt, meinen Schwiegervater oder meine beiden alten Damen..wie machen andere das? Beliebt sein, Freunde haben? Ich verstehs nicht.

4

Wir haben auch nicht viele Freunde. Aber das ist auch gut so und wir wollen es gar nicht anders. Ein paar Bekanntschaften kommen immer mal dazu, z. B. durch Job Wechsel oder Kinder. Aber das wechselt auch immer mal wieder. Vielleicht bleiben ein paar davon länger im Leben, dann ist das schön. Mädelsabende waren eher zur Studienzeit toll, Urlaub mit Freundinnen brauche ich nicht. Mache ich lieber mit meiner Familie oder zwei Familien zusammen.

Wenn du zufrieden bist, dann ist das doch ok. Was bringt einem ein riesiger Freundeskreis, wenn die Hälfte davon nicht für einen da ist, wenn man sie braucht (die Erfahrung haben wir auch schon gemacht). Dann lieber nur ein paar richtig gute Freunde, auf die man sich zu 100% verlassen kann.

1

Ich verstehe es auch nicht, mir geht es wie dir. Eine gute Schulfreundin, im hohen Norden, ich im tiefen Westen, sehen uns dreimal im Jahr. Reicht mir vollkommen. Kann mit den Partnerinnen der Freunde meines Mannes nichts anfangen und das beruht auf Gegenseitigkeit.

2

Hallo,

ich würde sagen gräm dich deswegen nicht. Belastet es dich denn? Mir geht es ehrlich gesagt genauso. Aber ich fühle mich keines Wegs einsam. Mann hätte gerne mehr Kontakt aber wir sind halten einfach auch eigenbrödlerisch.

Liebe Grüße

3

Irgendwie gibt es da kein Patent-Rezept.

Für mich klingt es bei dir sehr gezwungen und „drüber“, du bist fast zu bemüht. Und das schreckt leider manchmal ab.

Ich hab am liebsten ständig und immer Besuch und wir haben wirklich ganz tolle Freunde (die meisten übrigens ohne Kinder). Und kriegen so oft gesagt, wie gerne alle zu uns kommen und das ist wirklich das schönste Kompliment.

Backe ich immer einen Kuchen oder koche was? Nö. Aber jeder, der kommt, weiß wo alles steht bzw. biete ich dann eben an, was da ist (meine beste Freundin läuft z.B. schnurstracks zu meiner Süßigkeitenschublade und futtert sich durch 😂😂). Es ist halt einfach herzlich und eher ein „fühl dich wie zu Hause!“.

Wenn Freunde was brauchen und wir sind nicht da, deponiere ich es in der Garage (die ist Pin-gesichert und natürlich nur enge Freunde) und sie können es sich holen. Ich hab ein Auto mit Hänger Kupplung und grade das wird auf dem Land oft gebraucht, viele unserer Freunde sind aber relativ jung und haben nicht so ein Auto. Mein Auto ist alt und die meisten Freunde eh Automechatroniker, daher verleihe ich es gerne 😂😂 brauche es eh nicht täglich.

Also bei uns läuft es einfach unkompliziert und ohne großes Brimborium. Man kann von uns alles haben, aber uns nicht ausnutzen, das ist uns wichtig. Klar sind auch wir schon auf die Nase gefallen, aber das war doch recht selten.

Umgekehrt haben unsere Freunde uns auch schon so oft geholfen, ich könnte jeden 24/7 anrufen und sie würden alles menschenmögliche tun, um uns zu helfen. Haben sie auch schon 😊

Ich denke, man muss authentisch sein und Freunden nicht das Gefühl geben, dass alles ein Staatsakt ist. Passt aber sicher auch nicht für alle Menschen 😊

Wir haben übrigens fast alle Freunde über Freunde von Freunden kennen gelernt 😂

7

Ich musste gerade so lachen 🤣 ich hab auch eine sehr gute Freundin (sie kinderlos, ich 3 Kinder), die immer den Weg zu unseren Süßigkeiten findet und sich einfach bedient - ich finde das so toll. Sie sagt auch jedes Mal, wie wohl sie sich hier fühlt, obwohl ich eigentlich nichts dafür tu 🤷🏼‍♀️ man muss nicht kochen, backen und weiß Gott was alles herrichten.
Eine andere Freundin nimmt gern Zutaten mit und wir verunstalten dann gemeinsam die Küche 😅 oder es freut uns nicht zu kochen und wir bestellen Pizza 😬
Wie du sagst - es ist ein "fühlt euch wie zu Hause" und so fühlen sie sich auch. Alles andere wäre mir zu gezwungen, macht mir selbst keinen Spaß und ich fühle mich ehrlich gesagt auch nicht sehr wohl, wenn ich wo eingeladen werde, wo sich der Gastgeber übertrieben bemüht hat. Ich geb mich auch mit einer Schüssel Chips am Tisch zufrieden 😅 und das wissen meine Freunde, wodurch ein Besuch von mir immer als sehr unkompliziert und angenehm angesehen wird 🙃

16

Genau so 😊😁

5

Hallo,

du erinnerst mich an jemanden, an eine Frau, welche mit 40 Jahren nur alte Leute als Freunde hatte. Mit dem Ergebnis - sie wurde alt im Kopf. Sie zog sich so an, weil sie die Kleidung von den alten Freunden bekam, sie meckerte genauso...sprich, sie verhielt sich einfach nicht mehr altersgemäß. Sie war umständlich, kompliziert. Ich denke, daher fühlst du dich wohl mit deinen alten Freunden wohl...gleiche Charaktere. Lerne Freundschaften in deinem Alter zu festigen und zu halten, lass mal 5 gerade sein, mach dir nicht so viele Gedanken. Echte Freunde schreiben dir Erinnerungen in den Staub auf dem Tisch oder helfen dir beim Vorbereiten. Und wenn Besuch kommt, gibt es für alle das gleiche - ob jung oder alt - Kuchen geht immer.

LG, Danie

17

Also Deine Antwort finde ich wenig hilfreich. Sie schreibt doch nun wirklich, dass sie sich bemüht und es trotzdem irgendwie nicht klappt.

Und weil sie eine ältere Freundin hat, vergleich sie bitte nicht mit Deiner Bekannten. Sie schrieb weder, dass sie deren Klamotten anzieht noch dass sie deren Gedanken annimmt.

Ich habe eine Freundin, die ist fast 70 Jahre alt. Mit der treffe ich mich 2 bis 3 x im Jahr. Wenn wir zusammen sind, führen wir Gespräche, die sind unglaublich. So eine Tiefe erlebe ich mit den gleichaltrigen Menschen nicht. Und die Themen, die wir haben, kann ich bei gleichaltrigen Menschen nicht mal erwähnen. Wichtig ist die entsprechende Verbundenheit, die man mit derjenigen Person empfindet und nicht das Alter.

18

Doch, ich finde meine Antwort hilfreich: Warum tut die TE sich mit Freunden schwer? Wenn Generationen zwischen den einzigen Freunden liegen, dann ist das seltsam. Und zudem habe ich der TE geraten etwas lockerer zu werden. Verkrampfte Menschen sind schwierig als Freunde. Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass Menschen, welche weitaus nur ältere Freunde haben, auch vom Charakter und vom Denken her anstrengend sind.

weiteren Kommentar laden
6

Wir haben viel Familie, aber wenig Freunde. Um ehrlich zu sein, fehlt mir das auch gar nicht.
ich habe zwei "beste Freunde" ja, männlich. Mein Mann einen und er hat einen großen Bekanntenkreis.
Ich mag keine oberflächlichen Bekanntschaften und Smalltalk ist mir schlicht zu anstrengend.

Mädelsabende, Mädelsurlaube etc hatte ich auch noch nie.
Mir liegen "Frauenthemen" auch nicht unbedingt, bzw interessiert es mich auch gar nicht, weshalb es für mich auch schwierig wäre, passenden Anschluss zu finden.

8

Was ist schon normal? 🤷‍♀️
Ich habe genau eine richtige Freundin, alle anderen bezeichne ich eher als (gute) Bekannte... Freundschaft ist für mich ein ganz anderer Status, der kommt nicht von heute auf morgen sondern wächst mit der Zeit!
Ich bin ein sehr direkter Mensch, ich äußere was ich denke, nicht unbedingt unüberlegt aber eben ehrlich, gerade heraus. Ich verbiege mich nicht für andere, ich ändere mich nicht für andere Menschen. Das kommt bei vielen nicht so gut an. Wer mein Freund sein will, der soll mich so akzeptieren wie ich bin.
Bisher kann ich gut damit leben, meine Freundin ist 3 Jahre älter als ich, also habe ich sie hoffentlich noch sehr lange! Ich suche nicht nach Freundschaften, wenn sich eine ergibt, dann ist das schön, wenn nicht, dann nicht. Durch meine Tochter gibt es immer wieder Kontakt zu anderen Eltern, aber dieses oberflächliche Geschwätz über Kinder ist einfach nicht meins.

Ich für meinen Teil kann damit gut leben. Es muss nicht jeder mein "Freund" sein, Bekanntschaften tun es auch. Und tatsächlich habe ich sehr gerne meine Ruhe und bin irgendwie ein Einzelgänger, ich komme auch so über die Runden. Mein Mann ist ganz anders, bei ihm ist jede neue Bekanntschaft direkt ein neuer Freund! Ich persönlich vergebe diesen Status ungern so inflationär.
Suchst du denn wirklich Freunde für dich, weil es dir fehlt, oder "weil sich das eben so gehört"?

9

Hihi...

Ich hab mich freiwillig für diesen Weg entschieden zum Beispiel.
Ich will sowas alles garnicht.

Ich habe eine Freundin, mit der unternehme ich auch maaaaaallll was... Aber das war es.
Bin 33 Jahre alt.

Ich habe Bekannte, mit denen schreibe ich mal per what's app... Das ist ok für mich.

Aber so Mädels Abende....mit anderen in den Urlaub, paar Abende... Sowas will ich überhaupt gar nicht.

Deswegen stell ich dir die Frage : Ist es für dich ok so, oder fehlt dir da was?

Mir fehlt es zum Beispiel null,.... Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe.
Bei anderen rechtfertigte ich mich dafür nicht mehr... Ich steh dazu, auch wenn es viele andere absolut nicht verstehen können :)

10

Hm. Ich denke deine großen Bemühungen sind das Problem. Wärst du meine Freundin, fühlte ich mich gestresst. Wer extra für meine Kinder backt und mir dauernd was mitbringt, dem bin ich irgendwie was schuldig. Ich würde also beim Gegenbesuch auch versuchen mich zu revanchieren und das stresst.
Für mich braucht niemand extra vorher aufräumen. Ich komme nicht um ein Haus zu inspizieren, sondern um Menschen, die ich mag, zu treffen.

Mir fällt es recht leicht, neue Bekannschaften und auch Freundschaften zu schließen. Ganz einfach weil ich mich gerne unterhalte und auch gerne was gemeinsam unternehme. Es ergibt sich oft einfach im Gespräch, dass man Dinge gemeinsam plant. Mir sind es aber oft zu viele Kontakte, sodass ich viele Bekannte habe, aber nur etwa ein Dutzend richtige Freunde. Für mehr habe ich einfach nicht die Zeit. Das heißt nicht, dass die Menschen in meinem Bekanntenkreis nicht tolle, wundervolle Menschen sind, doch grade wenn man eine große Familie hat, ist die Zeit halt echt knapp. Und ich denke so geht es ganz ganz vielen Menschen. Früher zu Studienzeiten hatte man Zeit für ganz viele Freunde. Es war ein anderer Lebensabschnitt. Da lernte man täglich neue Menschen kennen und war auch auf diese sozialen Interaktionen angewiesen. Zwischen 25 und 47 kommt dann die Familienzeit. Vermutlich hat man dann ab 50 wieder mehr Zeit für Freundschaften.