Falscher Zeitpunkt fĂŒr ein (zweites) Kind

Hallo,

mein Freund und ich haben eine Tochter, die bald schon drei Jahre alt wird.

Wir haben beide einen starken Kinderwunsch, aber aktuell passt es einfach nicht 😔

Ich selbst habe in der Elternzeit ein Studium begonnen, das ich voraussichtlich in einem Jahr beenden werde. Ich hĂ€tte Angst, dass ich es mit zwei Kindern nicht schaffen wĂŒrde. Auch finanziell wĂ€re es sehr knapp.

Mein Freund war selbststĂ€ndig und musste im letzten FrĂŒhjahr Insolvenz anmelden. Momentan arbeitet er als Fahrer, im September beginnt er eine Ausbildung. Er hat schon die Zusage.

Ich habe das GefĂŒhl, dass es noch ewig dauern wird, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Geht es jemandem von euch Ă€hnlich? Jemand, der den Kinderwunsch auch aufschreibt? Was sind eure GrĂŒnde?

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Ihr seid auf jeden Fall nicht alleine. Ich denke, dass es vielen mit dem ersten Kind so geht, weil die meisten erst mal mit der Ausbildung fertig sein wollen, beruflich abgesichert, eine gewisse Zeit zusammen, vielleicht sogar ein Eigenheim.

Wir sind auch beim zweiten Kind in der Situation.

Mein Partner ist unzufrieden in seinem Job und sucht schon lÀnger nach etwas anderem.
Mein Vertrag lÀuft im Oktober aus. Ich hoffe, dass ich dann die Stundenzahl erhöhen kann, habe aber Angst davor, dass er nicht verlÀngert wird.
Wir möchten umziehen. Am besten wenn die Jobsituation geklĂ€rt ist. Und da mĂŒssen wir auch erst mal etwas passendes finden.

Was mir Angst macht, ist, dass wir zwischendurch beide einen sehr starken Kinderwunsch haben und es dann aber auch wieder Phasen gibt, in denen einer von uns (meisten mein Partner) zweifelt. Ich möchte auf keinen Fall in die Situation kommen, dass irgendwann die Ă€ußeren UmstĂ€nde passen und sich einer von uns beiden kein Kind mehr wĂŒnscht, aber es dem anderen sehr wichtig ist.

Aber was soll man machen? Abwarten, die Zeit mit dem ersten Kind genießen, möglichst nicht zu viel grĂŒbeln.

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Hallo,
ich habe lange meinen Kinderwunsch geschoben, bis ich den richtigen Partner dazu gefunden habe. (10 Jahre hat es gedauert.)

Dann ging es sehr schnell und direkt in meine Ausbildung (nach der ZwischenprĂŒfung, war so geplant) kam das erste Kind. FĂŒr meinen Mann und mich war es genau der richtige Zeitpunkt. Er wollte nicht ĂŒber 40 Jahre alt sein beim ersten Kind und ich hatte schon mein Studium abgeschlossen und die Ausbildung war ein „Bonus“- ein lange gehegter Wunsch, den ich mir erfĂŒllen konnte.

Aber das zweite Kind haben wir dann erst nach der Ausbildung, die ich nicht abgeschlossen habe (durch die AbschlussprĂŒfung gefallen) geplant bekommen.

Mit 2 Kindern wĂ€re ich, in der Ausbildung, total ĂŒberfordert gewesen. Einen Monat nach der Ausbildung haben wir begonnen zu â€žĂŒben“ und im 2. Zyklus war ich Schwanger.

Ich habe dann nach 14 Monaten in Teilzeit wieder angefangen zu arbeiten. Also, mit der Entscheidung zu warten seit ihr nicht alleine.

Und noch zu erwĂ€hnen: Die Elternzeit konnte ich beim zweiten Baby viel mehr genießen. Der Druck den ich mir gemacht hatte, mit der Ausbildung weiter zu machen und fertig zu werden, beim ersten Kind war weg.

Alles Gute!

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Hier genauso

Erstes Kind 2015, eigentlich wollten wir beide einen geringen Altersabstand, naja es kam anders.
2017 kam in Knall auf Fall in FĂŒhrungsposition und habe erstmal alles an Weiterbildungen mitgenommen, was geht (zwischendurch war der Kiwu immer sehr prĂ€sent, aber der Verstand war doch stĂ€rker als das Herz)
Jetzt im FrĂŒhjahr 2021 kommt Nummer zwei und fĂŒr uns ist es jetzt im Nachhinein mehr als perfekt.
Mit meinen Qualifikationen finde ich ĂŒberall und jederzeit eine neue Stelle, daher werde ich auch 3 Jahre daheim bleiben und die Zeit mit meiner Familie einfach nur genießen.

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Bei uns war es Àhnlich. Erstes Kind 2008 bekommen und ein weiterer Kinderwunsch war da. Bei mir allerdings eher als bei meinem Mann.. Aber es passte auch einfach nicht so richtig.
Zweites Kind kam dann erst 7 Jahre spÀter. Im Nachhinein schön so, wir haben unsere 1. so richtig genossen und viel gemacht mit ihr. Viel mehr wahrscheinlich als wenn da noch ein Baby gewesen wÀre.
Und auch das 2. konnten wir wieder so richtig genießen und es war recht stressfrei mit der Großen.

WĂ€hrend der 7 Jahre war es halt immer wieder "anstrengend" weil man so gerne wollte..

Versuch dich zu entspannen und genieße dein Kind. Es kommt alles wie es kommen soll..😉

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Mein Sohn ist 15 Monate alt und ich will unbedingt ein zweites Kind. Nicht sofort, aber so ein Abstand von zweieinhalb bis drei Jahren fĂ€nde ich gut. Mein Mann will aktuell auf keinen Fall ein weiteres Kind. Ob sich seine Meinung Ă€ndert? Keine Ahnung. Er hat dank Corona seinen Job verloren und gerade keinerlei Aussicht auf einen neuen in seiner Branche. Außerdem haben wir echt ein forderndes Kind. Mein Mann kann sich daher nicht vorstellen, wie wir das mit zwei Kindern hinbekommen sollen. Bei der derzeitigen Pandemielage möchte ich aber auch nicht gerne schwanger sein. Ich hoffe auf den Sommer, endlich geimpft werden zu dĂŒrfen und dann sieht die Welt hoffentlich wieder besser aus.
So lange genieße ich die Zeit mit meinem Sohn, meinem Mann, meinem Hund und der Arbeit. Ein Schritt nach dem anderen. Denn selbst wenn wir den Kinderwunsch angehen, heißt das nicht, dass es klappt.
Es wird bestimmt Tage geben, an denen man den Kinderwunsch extrem verspĂŒrt und Tage, an denen man sich denkt: „ach ist doch alles prima so“.

Ich wĂŒnsche dir und mir viel Geduld! Alles Gute!

Liebe GrĂŒĂŸe
Orchifee

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Ich habe meine ersten beiden Kinder wĂ€hrend Ausbildung und Studium bekommen. Die finanziellen Mittel waren knapp, aber man war es "gewohnt". Zumindest fand ich es im Nachhinein entspannter. Aktuell bin ich mit Kind Nummer 3 in Elternzeit und es besteht ein Altersunterschied von 10,5 Jahren zum jĂŒngsten. Das ist auch schön, keine Frage. Aber die UmstĂ€nde sind anders und wĂ€re das mein erstes Kind, ich hĂ€tte definitiv kein weiteres bekommen. Aus finanzieller Sicht hat man mittlerweile ein Lebensstandard, der durch Elterngeld dennoch EinschrĂ€nkungen erhĂ€lt. Aktuell muss ich mich entscheiden, wie meine Elternteilzeit weiter geht: Was können wir uns leisten, wie bleibt genĂŒgend Zeit fĂŒrs Kind und nebenan klopfen die Kolleginnen und betteln nach mehr Stunden... In meinem Studium hatte ich hohe AnsprĂŒche, aber dennoch viel Zeit.

Was ich damit sagen will: Es gibt wahrscheinlich kaum den wirklich richtigen Zeitpunkt. Damals hab ich auch immer gedacht, es wĂ€re der falsche bzw man hat es von außen auch so vermittelt bekommen.