Ortswechsel - richtig?

Hallo zusammen,

mein Mann, mein Sohn und ich haben uns ein Häuschen ca. 20 Autominuten von unserem Heimatort gekauft. Wir wurden beide im selben Ort groß. Unsere Eltern leben auch noch dort. Wir sind schon seit 4 Jahren auf der Suche gewesen und haben schließlich eins gefunden. Der Ort ist wirklich sehr schön, es gibt dort viel für Kinder. Wir kennen dort aber wirklich niemanden. Jedoch habe ich vor, nach Corona dort mit unserem Sohn in die Krabbelgruppe zu gehen und wir als Eltern wollen dort in einen Verein um Leute kennen zu lernen. Da habe ich auch weniger Bedenken. Wir sind beide sehr aufgeschlossen.

Jedoch hänge ich wirklich sehr an meinem Heimatort. Ich verbinde hier so viele Plätze und Menschen mit so schönen Erinnerungen aus meiner Kindheit. Wenn ich durch das Dorf laufe, sehe ich immer jemanden den ich von früher kenne und das macht mich glücklich. Gerade gestern waren wir hier spazieren und ich ertappe mich immer dabei, wie ich dran denken muss, wie schön es hier ist.
Wie gesagt, es sind ja "nur" 20 min mit dem Auto. Also wir sind immer schnell hier. Aber trotzdem habe ich Angst, dass ich das zu sehr vermissen werde hier.

Ach, ich weiß auch nicht. Was denkt ihr darüber?

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Hi,
ich denke, wenn man irgendwo weggeht, obwohl es einem eigentlich gefällt und es irgendwelchen äußeren Umständen geschuldet ist, ist es ganz normal, dass man ein Weilchen braucht, bis man das verdaut hat. Zumal du jetzt ja nicht direkt mit allem loslegen kannst, wegen der Pandemie und der Jahreszeit. Du wirst wahrscheinlich ein Weilchen brauchen, bis du dich eingelebt hast, aber eure Pläne klingen doch sehr vernünftig. Durch Kinder lernt man ohnehin gut Leute kennen, wenn man aufgeschlossen ist.
Das wird!

vlg tina

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Wenn ihr offene Menschen seid, werdet ihr auch im neuen Ort schnell Anschluß finden.
Eure Ideen dort Menschen kennenzulernen sind toll.
Ich wohne eine Stunde von meiner Heimat entfernt. Schon seit über 20 Jahren. Ich habe meine Heimat nicht verloren, sondern eine 2.Heimat gefunden.In die alte fahre ich trotzdem noch gerne und fühle mich dort verwurzelt.
Die Stunde ist kein Weg und 20 Minuten erst recht nicht. Du bist nicht ausgewandert, sondern nur einen Ort weiter gezogen,das ist ja fast wie zu Hause.

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Tja, du Liebe, die Entscheidung ist ja offenbar gefallen und ihr habt sicher gut abgewogen. Bißchen Abschiedsschmerz darf sein. Und dann? Neu und gut fände ich wichtig. Wenn du im neuen Dorf ankommen willst, dann sieh es als Zukunft, nicht als Notlösung und nicht mit Bedauern. Das Vergangene wird nicht schlechter davon, dass du das Gegenwärtige genießt. Es ist nur einfach vorbei, dann wird Platz für Neues.Veränderungen machen immer auch bißchen Angst, das mag man zugeben oder nicht, machen Abschiedsschmerz zu dem, was verlassen wird und Unsicherheit zu dem, was erobert werden will. Ich kann dir nur zu Offenheit raten, aber auch zu Achtsamkeit dir selbst gegenüber.
Ich wünsche dir Gelassenheit, Kraft, Optimismus... das wird schon.
liebe Grüße

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Ehrlich? Es sind 20 Auto Minuten. Hier wäre das innerhalb der selben Stadt. Ich kann deine Bedenken überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht, weil ich kein Landkind bin?

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Wenn es doch nicht passt, dann kannst du doch jeder Zeit die Freunde in der Heimat besuchen? Es sind nur 20 Minuten! Ich fahre mit der Ubahn 30 min zur Krabbelgruppe mit einem Baby und 40 täglich bis zur Schule meines Kindes.

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Ich glaube, ihr wohnt einfach noch zu Nahe an eurem alten Ort.😉

Es ist Corona, das heißt ihr lernt wahrscheinlich gerade keine neuen Leute kennen, im neuen Dorf gibt es keine Feste (wie überall)., kein Sozialleben. Ihr werdet euch vereinzelt mit euren Familien und alten Freunden treffen. Seid öfter im alten Dorf.

Ihr hängt gedanklich und vom Umfeld her, da einfach noch fest. Ist ja auch logisch wegen der aktuellen Situation.... Und es sind ja nur 20 Minuten. Die ist man ja schnell mal gefahren....

Ihr werdet im neuen Ort neue Erinnerungen schaffen. Euer Kind wird dort aufwachsen. Ihr werdet dort auch viele Leute kennen (lernen). Und in ein paar Jahren auch von früher....😉

Liebe Grüße
Merveilleux

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Ich finde das "weggehen" grundsätzlich immer gut, man kommt irgendwie aus seiner alten Komfortzone raus und wagt etwas neues, damit kommen auch neue Dinge
in das Leben und das Leben kann sich einfach verbessern.

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ich denke du mußt lernen die Sache anders zu betrachten. Jetzt schaust du negativ drauf, sagst du bist im neuen Ort allein, die Familie/Freunde sind so weit weg, Weg ist we(iter).

Sieh es aber so, du hast ein eigens tolles Haus in einem schönen Ort/Umgebung und deine Kontakte sind sehr nah du kannst sie immer noch schnell mal besuchen. Udn in dei genrichtugn ist der Weg genauso lurz, freunden und Familie kann dich/euch auch schnell besuchen.

Ich bin auch 45 min. entfernt von meinem Elternhaus ins Elternhaus von meinem Mann gezogen. Ich fand es hier recht einsam in nem 1000 -Seelen-Dorf. Da ich aber auf ein 2 .Auto bestanden habe, mti dem ich unabhängig unterwegs sein konnte, fühlte ich mich flexibler und gar nicht angebunden.
Anfangs habe ich die neue Umgebung zu Fuß, mit Fahrrad oder Auto erst allein, dann mit Söhnchen erkundet. Mit Kiga und später Schule(n) kamen einige Bekanntschaften dazu. Das war nett, da ich nun im Ort Kontakt hatte, wenn auch keine Freundschaft.
Aber meine besten Freundinnen, die wohnten 20 bzw- 30 MIn. weg und meine Mutter halt 45 Min. Einsam hab ich mich nie hier gefühlt.

Ungewohnt ist es in einer neuen Gegend immer, es kommt nur darauf an wie man damit umgeht. Und 20 Min. fahren ist doch kurz. Ich wünsche dir, dass du dich bald rundum wohl fühlst im neuen Haus!