Ist es wirklich so anstrengend mit Baby und Kleinkind?

Hallo,

ich erwarte im Mai unseren 2. Sohn und bin seit ein paar Tagen etwas depressiv ­čÖł
Egal mit wem ich rede oder welche Beitr├Ąge ich lese, es wird ├╝berall gesagt wie unglaublich anstrengend alles sein wird - Anstrengend und das gro├če Kind m├╝sste wesentlich zur├╝ck stecken.

Diese Vorstellung verunsichert mich gerade massiv und macht mich auch traurig. Ich habe Angst das ich es nicht schaffen werde und ich zu einem w├╝tenden, traurigen Mombie (f├╝r alle die diesen Begriff nicht kennen: Mischung aus Mutter und Zombie Ôś║´ŞĆ) mutiere und mich so von Tag zu Tag schleppe. Lust- und Trostlos. Nat├╝rlich m├Âchte ich meinen Gro├čen auch nicht das Gef├╝hl geben ihn zu "vernachl├Ąssigen" und ich will unser 2. Wunder auch nicht "bereuen".

Die 2 Jungs werden einen Unterschied von 2,5 Jahren haben und Mini Nr.1 geht erst n├Ąchstes Jahr in den Kindergarten, daf├╝r haben wir uns bewusst entschieden, macht die Situation aber auch nicht einfacher ­čśę

Ich m├Âchte so gern alles unter einen Hut bekomme ­čÖĆ­čĆ╗

Es verwirrt mich im Moment wirklich - vielleicht liegt es auch an meinen Schwangerschaftshormonen, aber ein bisschen positiver Zuspruch w├Ąre klasse Ôś║´ŞĆ

Vielen lieben Dank

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Du, das klappt!
Bei uns sind die Altersabst├Ąnde zwischen 18 und 22 Monaten.
Na├╝trlich war es auch anstrengend. Aber auch sehr sch├Ân!
Man w├Ąchst sehr schnell in die neue Situation hinein! Du lernst sehr schnell, zu erkennen, wer wann die Priorit├Ąt hat. Wie du dich am besten zerteilst.
Als Nr. 3 geboren ist, war Nr. 1 noch nicht im Kiga und es hat trotzdem gut funktioniert und keiner von ihnen wurde vernachl├Ąssigt o. ├Ą.
Ich w├╝rde die Abst├Ąnde nicht anders haben wollen­čśŹ

2

Huhu, ich kann zwar noch nicht so richtig mitreden, da unser Nr. 2 heute erst eine Woche alt geworden ist, aber ich empfinde den Start ins Familienleben zu viert bislang als recht entspannt. Sohn Nr. 1 ist fast 2,5 und hat die Ankunft des Br├╝derchens echt gut verkraftet. Wir haben ihn aber auch, wie ich finde, ganz gut auf die Situation vorbereitet, ihn w├Ąhrend der Schwangerschaft schon immer soweit wie m├Âglich eingebunden und Bilderb├╝cher zu dem Thema geschaut.

Ein Riesenvorteil ist, dass mein Mann aktuell vier Wochen Urlaub hat und auch davor schon und danach Corona-bedingt 100% im Homeoffice arbeitet. D.h. ich bin nicht rund um die Uhr alleine gefordert, kann auch mal in Ruhe Duschen oder auf Toilette oder ein bisschen Haushalt verarbeiten...Wir schauen jetzt am Anfang, dass wenn m├Âglich und gerade vom Gro├čen gew├╝nscht, immer einer exklusiv f├╝r ihn Zeit hat und er eben nicht das Gef├╝hl hat, zur├╝ckgestellt zu werden. Klappt bislang Dank entspanntem Baby sehr gut. Ich wei├č nat├╝rlich noch nicht, wie such das entwickelt, wenn der Mini mal schubbedingt oder aufgrund von Bl├Ąhbauch/ Z├Ąhnchen etc. mehr schreit und quengelt. Ich bin aber noch recht optimistisch, dass wir auch das gut gewuppt bekommen.

Mach dich nicht verr├╝ckt, lass es auf dich zukommen und spann wenn m├Âglich, den Papa gut mit ein oder ggf. die Oma oder den Opa, die sich tageweise bewusst Zeit f├╝r den Gro├čen nehmen und ihm tolle Momente bescheren, w├Ąhrend du dich in der Zeit ganz aufs Baby konzentrierst.

LG
Becka

3

Ich hab nur ein Kind und kann an sich nicht mitreden, aber ich glaube es gibt immer solche und solche Seiten. Es kann super laufen und entspannt und es kann sicherlich auch anders sein. DAs ist einfach nicht bei jedem gleich und kann man auch nicht pauschalieren.
Klar, das erste Kind wird "vom Thron gesto├čen" und das ist bestimmt auch nicht immer ganz einfach f├╝r die Nummer 1. Es wird aber lernen damit umzugehen und merkt sicherlich auch das seine Bed├╝rfnisse immer noch wichtig sind auch wenn er mal zur├╝ckstecken oder sich in Geduld ├╝ben muss. Genau das lernt das Kind nun.

Versuch entspannter an die Sache ranzugehen. Klar, die "Horror-Geschichten" kommen dann immer und verunsichern einen dann auch noch. Da macht man sich erst Recht einen Kopf. Versuch ruhig an die Sache ranzugehen. NIcht auf alles hat man einen Einflu├č aber wenn du guten Willens bist dann schaffst du es auch. Und wenn nicht, lass es auch gelten das es auch mal schlechte Tage gibt. Die haben andere Leute ebenso. NIcht bei jeden ist alles Sonnenschein.

Setz dich aber auch nicht zu sehr unter Druck das du alles schaffen muss nur weil du es willst.

Liebe Gr├╝├če und viel Gl├╝ck

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Dieses vom Thron gesto├čen glaub ich haben aber auch einige Kinder dann im Kindergarten das Problem, wenn sie pl├Âtzlich Teil einer Gruppe sein sollen und vorher eben von den Eltern auf das Podest gehoben wurden.

Klar, ist nicht vergleichbar mit Geschwisterchen, aber auch hier muss das Kind sich in einer neuen Rolle zurechtfinden. Oft gleich den ganzen Tag von Montag bis Freitag.

vlg

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meine hatten 2,5 Jahre Abstand.
Klar: ab und zu war es anstrengend, wenn die N├Ąchte anstrengend waren...

ABER: wer nicht zu perfekt sein will, nicht meint, er "m├╝sste" den Haushalt wie vorher machen und einfach mitschl├Ąft, wenn die Kinder schlafen und auch mal einen Papa hat, der sich mit einbringt, dann ist das absolut kein Problem.
Alle Negativberichte sind einfach Situationen, wo man sich fragt, warum diese Frauen sich da so reinziehen lassen.

Mein 2,5 j├Ąhriger hat ein Amazon-Tablet bekommen, bei dem er die H├Ârspiele selbst anklicken konnte. Es waren NUR h├Ârb├╝cher drauf... --- immer wenn nach dem MIttagessen Baby geschlafen hat, wollte Mama mitschlafen und er sollte und hat super gerne im eigenen Bett mit dem Tablet geschichten geh├Ârt... -- da er sie sich selbst anmachen konnten und wir alles zusammen kopiert hatten,was wir finden konnten, was das eine sicherere Nummer und ich konnte mittags ne halbe Stunde oder sp├Ąter sogar l├Ąnger mitschlafen...
alles eine Frage, wie bewusst Du dir die Zeit zum auftanken holst...

oft bin ich auch um 18h, wenn der Papa nach Hause kam ne Stunde ins Bett gegangen und der Papa hat dann die Kids versorgt, sobald eben gestillt war ... - das waren rein theoretisch auch mal 3 Stunden Ruhe .......
geht alles ... man muss nur pragmatisch und erfinderisch genug sein, sich die Erholung zu holen....
wir hatten ein Bett im Kinderzimmer und wenn mal eine Schrei-Nacht angesagt war, dann ist immer abwechselnd einer mit den Kids ins G├Ąstebett umgezogen, dass der andre mal noch bissi schlafen kann.

wenn du kreativ genug wirst, dir den Schlaf nachzuholen, hast du alle Energie f├╝r alle anderen Herausforderungen, die so kommen m├Âgen... hol ihn dir.... und wenn es eben mal heisst, zu einer ganz untypischen Zeit ins Bett zu gehen .... dann wird alles gut...

mein Sohn war dann auch mit 3 im Kindergarten, um ja: sobald er im Kindergarten war, hab ich mit der kleinen einfach ne RUnde morgens mit geschlafen ... warum auch nicht?

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Hallo,
so ging es mir auch in der Schwangerschaft und ich war soo so ungl├╝cklich zwischendurch. Und jetzt kommt eine mutmach Geschichte: unsere erste Tochter war ein sogenanntes Anf├Ąnger Baby.. und alle sagten mir, wart nur ab, die zweiten werden ganz anders, oder sowas wie ÔÇ×du arme, dann hast du ja gar keine Zeit mehr f├╝r dichÔÇť oder sowas wie ÔÇ× die arme Gro├čeÔÇť ...
naja nicht sehr hilfreich, wenn man mit dem zweiten Kind schwanger ist. Und das zweite kam, ist heute genau 4 Monate alt geworden und es ist ganz anders als gedacht oder in Horrorszenarien vermutet...
durch das super gute Zusammenspiel mit meinem Mann habe ich genug Zeit f├╝r beide Kinder... auch das zweite Baby ist sehr sehr pflegeleicht und von ruhigem Gem├╝t. Ganz anders als mir alle vorhergesagt haben. Meine kleine Maus geht mit meinem Mann um 18 Uhr ins Bett und ich habe noch zwei Stunden Mama Zeit mit der gro├čen, die wir ganz f├╝r uns haben. Genau wie am Morgen die kleine macht ihren zweiten Vormittagsschlaf im Kinderwagen zum Beispiel oder mit der Swing To sleep ( ein echter Lebensretter mit zwei Kindern) und die Zeit habe ich wieder mit meiner gro├čen... auf dem Spielplatz oder beim Sport machen zu Hause oder worauf sie grad Lust hat... au├čerdem kommt hinzu , dass man beim zweiten Kind viel eingespielter und routinierter ist. Man wei├č schon wie es funktioniert :)

das ist nat├╝rlich nur meine Geschichte und ich k├Ânnte dir noch viele Sachen mehr nennen, die besser klappen als gedacht, aber das w├╝rde wohl zu lang werden.
Ich schreibe wohl deshalb so euphorisch, weil ich selbst nie f├╝r m├Âglich gehalten habe, dass es so gut klappt... grad auch weil ich in den ersten 3 Wochen von den Hormonen ├╝bermannt wurde und jeden Tag geweint habe, weil ich dachte, ich schaffe das nie... und dann kam meine Hebamme und hat gefragt: ÔÇ× was schaffst du denn nicht?ÔÇť und ÔÇ× gab es denn bis jetzt eine Situation wo du ├╝berfordert warst?ÔÇť
Und ich konnte nur sagen nein... es waren nur meine Gedanken und die Gespr├Ąche und Berichte vorher, die mich so verr├╝ckt gemacht hat haben.

Klar ist nicht immer alles perfekt und , oh man, der Haushalt w├Ąchst mir manchmal echt ├╝ber den Kopf und dann auch noch Corona mit allen einschr├Ąnkungen... aber hey alles nur halb so wild, denn es ist lang nicht so schlimm wie mir berichtet wurde und die tollen Momente ├╝berwiegen alle mal ... gern k├Ânnen wir uns bei weiteren Fragen privat austauschen

Beste Gr├╝├če

So: sorry falls es ein bisschen wirr klingen sollte, ich habe mit Handy geschrieben

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Meine sind aktuell 3 und 6 und streuten gef├╝hlt permanent. Da waren die ersten Jahre echt gechillt ­čśé Keine Sorge, du packst das!

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Ich bin jetzt seit einem halben Jahr Zweifachmama, die M├Ądels haben einen Abstand von drei Jahren. Kita war ja auch eher weniger in der letzten Zeit ­čĄ¬

Ja, es ist anstrengend. Aber lass dir doch keine Horrostorys einreden ­čśë
Gestern habe ich drei Mal Kacke von Stellen entfernt, wo sie definitiv eigentlich nicht sein sollte ­čśů Und auch sonst rotiert man nat├╝rlich mal zwischen den vielen unterschiedlichen Baustellen und Bed├╝rfnissen. Aber die Umstellung von 0 auf 1 Kind fand ich deutlich heftiger als von 1 auf 2, zumindest bisher.

Es ist stressig, chaotisch und nervig. Aber es ist auch zuckers├╝├č, gro├čartig und erf├╝llend.
Irgendwie wurschtelt man sich da rein und durch, das kriegst du auch hin!

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Ja es wird sehr anstrengend und du schaffst das aber trotzdem ganz bestimmt und gut.

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Unsere beiden sind knapp 3 Jahre auseinander und meine Elternzeit ist nun nach 1,5 Jahren zu Ende. Nat├╝rlich war es anstrengend und ich kam mit meinen Kr├Ąften auch mal ans Ende. Ich habe viele Nerven gelassen - nicht zuletzt wegen der ganzen Corona-Situation. Meine Gro├če muss nat├╝rlich oft zur├╝ckstecken - aber andererseits auch die Kleine im Vergleich zur Gro├čen in dem Alter.
ABER: Es gibt solche und solche Tage im Familienalltag. Wir haben uns letztendlich doch recht schnell gefunden als Familie zu viert und haben alles gemeistert.
Mein Tipp: Such dir Unterst├╝tzung! Wer kann euch mal entlasten? Notfalls sogar der Kindergarten ein paar Wochen eher als geplant?
Setze dir keine unrealistischen Ziele (perfekter Haushalt, nebenbei eine Sprache lernen, o.├Ą.) und lebe auch mal in den Tag hinein.