Etwas anderes Schwiegervater Problem...

Hallo ihr Lieben,
Folgende Situation:

Mein Schwiegervater mag mich nicht, das hat er genauso meinem Mann gesagt. Eine Woche vor unserer Hochzeit (Anfang Dezember 2020). Ich war bis dahin eigentlich sehr bemüht und habe viel geschluckt von seinen doch oft befremdlichen und unhöflichen Aussagen.
Er war dann nicht bei der Hochzeit und seitdem habe ich ihn auch nicht mehr gesehen.

Mein Mann hat im Jänner erfahren, dass sein Vater Krebs hat (über den Bruder). Außerdem wissen wir seit 2 Wochen, dass er Alzheimer hat.
Mein Mann war seitdem 3 Mal bei ihm. Meine Stiefschwiegermutter war einmal bei uns zu Besuch, ohne ihn.

Unser älterer Sohn hat einen Hirntumor (wissen wir seit Jänner). Nun möchte ihn mein Schwiegervater gerne sehen.
Mein Mann würde alleine mit ihm hinfahren. Das stört mich auch nicht.
Aber unser Sohn (Ende März 3) sagt immer "will nicht", wenn wir sagen, dass er zu Opa fahren soll. Entweder er fängt an zu weinen, oder er will das ich mitfahre.
Ich will den Mann nicht sehen, er will auch nicht, dass ich komme. Das Kind will aber nicht alleine dorthin.

Wir wissen nicht woran es liegt. Ich spreche auch nicht in der Anwesenheit meines Sohnes über den Opa. Eben weil ich ihn nicht negativ beeinflussen will.
Heute wollten wir es wieder versuchen und jetzt sitzt er wieder heulend in seinem Zimmer.

Was würdet ihr tun? Mein Mann ist sehr traurig und die Diagnosen meines Schwiegervaters sehen nicht gut aus...

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Es ist total verständlich, dass du den Opa nicht sehen möchtest.
Aber dieses eine Mal mach eine Ausnahme deinem Mann zuliebe.
Im Vorfeld kann dein Mann mit seinem Vater schon klären, dass du mitkommst.
Hat er überhaupt noch viele lichte Momente?
Ist er bereits bettlägrig? Wenn ja, kannst du dich z. B. in einem anderen Raum aufhalten.
Ich finde auch, dass man die letzten Wünsche eines Sterbenden respektieren sollte. Versuche diese Größe zu zeigen und drüber zu stehen,auch wenn es der Opa nicht kann.
Ich wünsche euch und vor allem eurem Sohn alles Gute.

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Mein Mann hat bereits mehrfach versucht mit ihm darüber zu reden. Er will mich nicht in seinem Haus haben, die Schwiegermutter hat da leider nicht viel zu melden. Die wäre nämlich auch unserer Meinung.
Er ist bis jetzt auch eigentlich nicht sonderlich "abwesend", nur stur und sehr anstrengend.

Wenn das Wetter etwas besser wäre würde ich ja in der Zwischenzeit spazieren gehen. Aber ich werde nicht 2 h im Auto sitzen. Außerdem haben wir ja auch noch ein zweites Kind und mein Mann war noch nie mit beiden alleine unterwegs. Ich weiß nicht ob wir das ausgerechnet bei seinem Vater üben sollten. Ich war übrigens auch noch nie mit beiden alleine weg (nur falls gleich wieder so eine Diskussion über das nicht können der Väter hochschwabt ;) ).

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Aber einer alleine ist schon mit eurem Sohn unterwegs?
Lässt er sich vielleicht mit einem neuen Spielzeug ködern, nach dem Besuch bei Opa?
Ich frag mich auch gerade warum der Opa nur euer älteres Kind sehen will und das andere nicht.
Wie wäre es wenn dein Mann mit eurem Sohn einen Ausflug macht, der so rein zufällig in der Nähe des Opas ist und die beiden dem Opa kurz Hallo sagen.
Weigert der Junge sich da auch, dann würde ich es lassen. Dann muss der Opa eben damit Leben, dass der Junge ohne dich nicht hin will. So ein Sturkopf aber auch.

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Es geht nicht um dich und für mich auch nicht um den Opa.
Es geht um euren Sohn der selber schwer krank ist. Euer Sohn will nicht zum Opa und nur das würde für mich zählen.
Warum solltet ihr eurem Sohn so einen Streß antun.
Dein Mann kann ja hinfahren aber allein.

Euch und besonders deinem Sohn alles erdenklich Gute

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Kinder sind nun mal schonungslos ehrlich. Ihr habt es in 3 Jahren nicht geschafft dass eine Beziehung zwischen Enkel und Opa entsteht also würde ich jetzt nicht versuchen das Kind zu irgendwas zu zwingen. Zumal das Kind ja genauso krank ist wie der Opa. Entweder euer Sohn erklärt sich mit ein bisschen gut zu reden bereit mit zu fahren oder der Opa sieht ein dass er den Enkel nur sieht, wenn du dabei bist oder es gibt kein Treffen. Das würde ich aber meinem Mann klären lassen. Ich würde mich lediglich bereit erklären einmalig mit zu kommen, auch wenn es eigentlich zu viel ist was vorgefallen ist. Aber es lohnt nicht mit einem sterbenskranken und dementen Mann Grundsatzdiskussionen anzufangen. Sondern ich würde das eher als ich mache es meinem Mann nicht noch schwerer sehen, wenn ich mich zu dem Besuch bereit erkläre.

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Das ist es eben. Ich will es meinem Mann nicht schwer machen.
Nur was soll ich dort machen. Ich darf sein Haus nicht betreten und wenn ich dann 2 h oder länger im Auto sitze, weiß ich halt auch nicht ob mein Sohn dann drinnen bleibt.

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Das erfordert Kompromisse von beiden Seiten. Du kommst mit, obwohl du keine Lust hast. Er lässt dich ins Haus, obwohl er das nicht will. Vielleicht kannst du im Nebenraum ein Buch oder so lesen.

Wenn er sich da keinen Zentimeter bewegt, würde ich das auch nicht tun.

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Hallo, sein Verhalten kann durch die Alzheimer ausgelöst sein, soweit ich weiß, kann diese Krankheit die Persönlichkeit eines Menschen sehr verändern. Darum gehe nicht zu hart mit ihm ins Gericht, noch dazu, wenn er bereits im Sterben liegt.
Vielleicht könnt ihr euren Sohn das auch so behutsam erklären und ihn überreden, doch mal mit dem Papa hinzufahren
Ich denke, den Wunsch eines Sterbenden sollte man schon respektieren, auch wenn vorher die Beziehung zueinander nicht die beste war. Wenn er mal tot ist, ist es zu spät, und speziell dein Mann wird sich dann Vorwürfe machen, einen seiner letzten Wünsche ignoriert zu haben.

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„[...] und speziell dein Mann wird sich dann Vorwürfe machen, einen seiner letzten Wünsche ignoriert zu haben.“

Das weißt Du doch gar nicht und finde ich sehr anmaßend über jemanden zu urteilen.
Das generiert hier nur Schuldgefühle, welche definitiv ein falscher Ratgeber sind.

An die TE:
Ich würde mein Kind nicht zwingen!
Aber für einen Kompromiss wäre ich bereit, also mitfahren, kurz sehen. Wenn es dein Kind möchte.
Falls sich der Schwiegervater weigert, wäre bei mir dann die Sache vom Tisch und ich würde mein Kind nicht weiter bedrängen.

Deinem Sohn alles Gute.

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Hier dem Fall stimmt es sogar. Mein Mann ist jetzt schon sehr mitgenommen durch das Thema.

Er und sein Vater hatten zwar immer ein schwieriges Verhältnis, aber er ist sein Vater.

Das will ich ihm auch gar nicht ansprechen...

Unser Kind zwingen wollen wir beide nicht deshalb Frage ich hier ja nach anderen Ratschlägen oder Möglichkeiten.
Wir haben sogar schon angeboten, dass sie zu uns kommen. Aber dann war dich nur die Schwiegermutter hier und er ist Zuhause geblieben.

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Ganz ehrlich: Ich würde wohl meinen Stolz runterschlucken und mitfahren. Mich im Hintergrund halten, emotional distanzieren, vielleicht auch mal alleine draußen spazieren gehen, Abwasch machen usw (also alles, was eine "Flucht" möglich macht 😉).

Es scheint, als hätte dein Schwiegervater nicht mehr viel Zeit. Da würde ich zumindest meinem Mann ermöglichen wollen, was er möchte. Dein Problem mit ihm ist ja "endlich".

Dein Sohn möchte ohne dich nicht hin. Es scheint, als hätte er mitbekommen, dass der Besuch keine freudige Angelegenheit ist, sondern eher ein "Abschiednehmen".

Was mich zu der Frage führt, ob dein Sohn überhaupt hinsollte.... Er möchte nicht und das ist in dem Fall vielleicht sogar gut so. Ich weiß ja nicht, wie dein Schwiegervater so drauf ist, aber vielleicht möchte euer Sohn ihn so ja gar nicht sehen (oder zumindest nicht ohne dich als Unterstützung).

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Hey.
Es bringt leider nichts wenn die TE ihren Stolz runterschluckt. Der Schwiegervater hat ihr verboten das Haus zu betreten. Sie darf nicht mitkommen und sich im Hintergrund halten.
Demenz hin oder her.
Ich finde wenn der Schwiegervater sein Sohn und (einen) Enkel sehen möchte, der Enkel ohne Mutter aber nicht kommen möchte, dann muss der Schwiegervater wohl kommen. Wenn das wirklich sein "letzter" Wunsch wäre würde er doch sicher alles dafür tun damit er sich erfüllt oder nicht?

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Da hast du völlig Recht! Ich hatte nicht gelesen, dass er sie nicht im Haus haben möchte.

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Falschen Stolz runterschlucken und mitfahren,hier geht es mehr als um Dich...

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Die TE darf ja gar nicht ins Haus der Schwiegereltern, sie hat doch nicht gesagt, dass sie nicht mitfahren würde.

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Manchmal frage ich mich, ob die Leute den Text, den sie hoffentlich lesen, nicht verstehen können oder wollen?!
Sollen sie sie heimlich ins Haus schleusen?!?

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Eine wirklich verzwickte Situation.

Ich vermute aber, dass dein Sohn große Angst hat. Ich meine, der Tod ist ja sicher jetzt großes Thema, er selbst ist schwer krank und mit 3 ist das alles noch sehr abstrakt und gruselig. Da braucht er dich als Stütze und sicheren Hafen!

Dein Sohn hätte für mich absolute Priorität, er ist ein Kind und muss nicht „vernünftig“ sein.

Mein Kompromiss wäre auch, du fährst mit hin, du und Schwiegervater müsst aber nicht miteinander reden. Du bist wegen deinem Sohn dabei. Möchte der Schwiegervater das nicht, gibt es leider kein Treffen. Ende der Diskussion!

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Zählt die Meinung und die Krankheit eures Sohnes nicht? Müssen sich alle um des lieben Friedens willen einem sturen Bock beugen (der zudem die Mutter seines Enkels verachtet), koste, was es wolle? Meiner Meinung nach ist jetzt die beste Gelegenheit, dem Herrn zu zeigen, dass er nicht auf einem Thron sitzt. Und zwar nicht mal zwecks Vergeltung, sondern wegen den 2 Themen eures Sohnes, die wichtig sind!

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Das Kind in Ruhe lassen....
Ganz ehrlich wenn dein Schwiegervater sich nicht überwinden kann, dich mit ins Haus zu lassen... hat er halt Pech.
Krankheit hin oder her, macht dich an sich keinen Unterschied