Wirklich noch ein Baby!?

Hallo alle Zusammen,

kurz zur Vorgeschichte:
wir haben zwei wunderbare, gesunde Kinder. Nach der Geburt unserer zweiten Tochter war für mich schnell klar, dass bei mir noch ein 3. Kinderwunsch vorhanden ist. Ich hab dann eine Weile abgewartet und als er blieb, habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen. Er konnte sich ebenfalls noch ein weiteres Kind vorstellen, allerdings wollte er noch gewisse Voraussetzungen schaffen bzw. noch beenden z.B. unser Haus, sein Studium etc. Wir sind dann letztes Jahr August endlich in unser Eigenheim gezogen, Studium hat er im September beendet. Für mich war dann der logische nächste Schritt unseren weiteren Kinderwunsch zu erfüllen. Und plötzlich wollte er nicht mehr, sagte er ist zufrieden wie alles ist und hat auch mehr Ängste vor Komplikationen usw. Für mich war das zu diesem Zeitpunkt sehr hart, da ich mich einfach total darauf gefreut hatte. Na ja, ich hab dann versucht damit klarzukommen, was mir manchmal besser und manchmal schlechter gelang. Hatte mich z.B. dann auch nochmal umbeworben, was dann aber nicht geklappt hat. So die letzten Wochen war es grad „ok“, ich hab mich beruflich nochmal gefestigt, wir haben viel als Familie unternommen, was mit Baby so wieder erstmal nicht so möglich wäre.
Nun ist es so, dass ich meine Pille nicht länger nehmen kann und will, da sich meine Migräne wieder extrem verschlechtert hat. Ich hab nun für mich überlegt, wie die weitere Verhütung aussehen kann z.B. Spirale. Nun hat mich mein Mann angesprochen, dass er sich doch noch ein Kind vorstellen könnte.
Und plötzlich bin ich mir ganz arg unsicher, hab Angst vor meiner eigenen Courage und bekomm irgendwie kalte Füße.
Geht oder ging es noch jemandem so?

Liebe Grüße

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Hey du,
wenn ich dich richtig verstehe, seid ihr als Familie gefestigt und habt soweit auch die Finanzen in trockenen Tüchern, so dass eine Nr. 3 zumindest keine Katastrophe wäre, oder? Ich kann kalte Füße absolut verstehen, ebenso dass dein Mann mal so, mal so darüber denkt. Das schwierige an Planung ist aus meiner Sicht, dass Pläne eben auch nicht immer aufgehen. Man kann ziemlich sicher Schwangerschaft verhindern, aber nicht sicher ermöglichen. Wenn du jetzt enscheidest - okay, grünes Licht für Nr. 3 heißt das nicht, dass es eine Nr. 3 geben wird. Hört sich vieleicht doof an.
Ich weiß nicht, wie alt du bist bzw.ihr seid, ob ihr euch noch etwas Zeit geben könnt und wollt. Ich persönlich finde aus eigener Erfahrung eher kurze Altersabstände der Kinder günstig. Bei uns gibt es einen Nachzügler, sehr willkommen, aber eine andere Hausnummer als seine 3 Schwestern. Der Nesthaken ist trotzdem ganz gut geraten und erwachsen geworden.
Spür noch mal nach in dir. Rede vielleicht auch nochmal mit deinem Mann. Vielleicht wäre es gut, wenn du erst mal ohne Pille zur Ruhe kommst, mit hoffentlich weniger Migräne (oh ja, kenne ich gut), kurzzfristig Kondome, bis es dir besser geht.
Alles Gute!

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Hallo,
Danke für deine Antwort😊 finanziell, familiär und platztechnisch wäre kein Problem und vom Alter (31 und 32) hätten wir theoretisch auch noch Zeit. Tatsächlich ist unser jüngstes Kinder aber „schon“ 3,5, hatte mir einen kürzeren Abstand gewünscht und ich denke so bei mir, dass wenn wir uns nicht bald entscheiden, es kein 3. mehr geben wird🤷🏻‍♀️ weil man irgendwann einfach den „richtigen“ Zeitpunkt verpasst hat... aber du hast recht, letztlich wissen wir ja auch gar nicht wann und ob es überhaupt nochmal klappt. Vielleicht lassen wir es einfach laufen: alles kann, nichts muss. Ich hab nur wirklich plötzlich Zweifel bekommen.

Liebe Grüße

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Aber so ein Nachzügler hat doch auch was, wenn die großen beiden, dann wirklich schon sehr selbständig sind und man zum Beispiel trotzdem wieder allein mit den 3 Kindern ins Schwimmbad kann, weil die Großen schwimmen können oder auch sonst bei Freizeitaktivitäten. Freunde von uns haben das so, da waren die Großen 8 und 6 als Nr. 3 zur Welt kam und ich habe das Gefühl die tun sich leichter als bei anderen Freunden die 3 Kinder mit jeweils 2 Jahren Abstand haben. Familie 1 ist weiterhin total aktiv und der Kleine ist einfach dabei. Nur weil der Abstand nicht der geplant ist, würde ich mir keinen Kopf machen, das hat alles Vor- und Nachteile.

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Warum hast du denn Zweifel bekommen oder kannst du es nicht definieren/benennen?

Vielleicht reicht dir mittlerweile dein Leben mit gefestigten Job, schönen Ausflügen mit den Kindern etc.

So oder so: Ich würde es erstmal ruhen lassen. Ihr seid ja noch relativ jung. Mit Zweifeln von einer Seite würde ich es nicht wagen, da es kein Zurück gibt.

Dazu hat dein Mann recht und es ist immer ein Risiko. Natürlich nicht riesig, aber die kann etwas passieren oder das Kind hat eine Behinderung, usw.
Wenn ich zwei Kinder hätte und nicht das dringende Verlangen oder sogar Zweifel hätte, wäre mir das Risiko zu groß.

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Bei urbia wird ja sehr häufig ohne wenn und aber zu einem 3., 4., 5. Wunder oder auch Nachzügler geraten. Und ja, die allermeisten lieben dieses Kind dann auch sehr.

Ich finde die verspürten Zweifel und Überlegungen von dir jedoch wichtig und richtig.

Ich sehe das bei zwei Freundinnen von mir: beide an einem Punkt im Job angekommen, bei dem es zu jenem Moment nicht so prall lief, die ersten beiden Kinder zum gröbsten raus, das Familienleben in geordneten Bahnen dahinglitt - dann kam der Gedanke eines dritten Kindes; wahrscheinlich auch ein wenig im Rahmen der Torschlusspanik - eine Mutter 38, die andere 39Jahre alt.

Bei beiden sind es Nachzügler; einmal 7, einmal 9 Jahre Abstand zum jüngsten Kind. In beiden Familien ist das neue Familienmitglied geliebt und willkommen; trotzdem verspürt man in beiden Familien aber, dass dieser neue Erdenbürger das bisher gut eingespielte Leben durchrüttelt.

Bei der einen Familie ist der Wohnraum so dermassen knapp, dass sie sich seit einem Jahr nonstopp um eine in unserer Stadt kaum zahlbare Alternative umschauen, ein neues Auto musste ebenfalls her. Das mittlere Kind hat plötzlich unerwartet Schwierigkeiten in der Schule, das älteste ist inmitten der Pubertät, während der jüngste seine eigenen Bedürfnisse hat und als Schreikind der ganzen Familie alles abverlangt. Daneben sind noch zwei anspruchvolle Jobs unter einen Hut zu bringen. Kurz: das ganze ist ein Riesenspagat, der der Familie alles abverlangt.

Bei der andern Familie ist es mit dem Wohnraum unproblematisch, jedoch war diese Familie bisher sehr viel unterwegs, hat viele Unternehmungen/sportliche Aktivitäten gemacht. Die letzten Ferien war einer der Erwachsenen mit dem Kinderwagen im Schnee spazieren, währenddem der andere mit den grossen Mädels über die Pisten gesaust ist. Viele Aktivitäten sind für sie über längere Zeit so einfach nicht mehr als Familie machbar. Durch die Altersverteilung der Kinder ist es ein dauerndes Jonglieren, damit keiner zu kurz kommt. Definitiv zu kurz kommt aber das Elternpaar - und das merkt man auch. Seit der Kleine, 1jährig, da ist, ist es mehr wie eine dauernde Stabsübergabe, damit das Projekt Familie funktioniert. Die beiden äussern klar, dass - obwohl sie den Nachzügler über alles lieben - sie sich heute anders entscheiden würden.

Du schreibst selber, du hast dich im Job gefestigt, euer Familienleben läuft gut, ihr könnt wieder Aktivitäten unternehmen - hier gilt es gut abzuwägen, wie wichtig dir dies ist.

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Hallo,

Beim Lesen ist mir erstmal ein Gedanke gekommen: vor was hast du deine Zweifel?
Dein Wunsch besteht ja schon der ganzen Zeit seit eurem ersten Kind.

Hast du evtl. Angst, dass sich dein Partner noch mal um entscheidet?
Wie du schreibst bist du teilweise nicht so gut damit klar gekommen.
Das wäre natürlich ein harter Schlag sich wieder zu freuen und dann wieder enttäuscht zu werden.

Oder sind es eher die "Dinge außen herum"?
Also Job, Wohnung/Haus, Auto, Finanzen etc.?

Ich denke wenn du dir Gedanken macht wovor du Angst und Zweifel hast, dann kannst du die Entscheidung besser treffen.

Egal wie ihr euch entscheidet, ihr müsst damit glücklich und zufrieden sein!

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3 Kinder bedeutet auch alles mal 3 das darf man nicht vergessen auch wenn die älteren Kinder schon selbständiger sind und ihr als Eltern schon Routine habt ist das nicht so easy peasy . Ich verstehe inzwischen ganz gut warum einige sagen das ein oder zwei Kinder ausreichen denn man steckt mit jedem Kind mehr zurück . Ab drei Kindern ist es organisatorisch , nervlich und logistisch eine andere Herausforderung und auch ein größerer Abstand macht nicht alles unbedingt leichter . Wenn die Kinder älter werden ist man gut gefordert denn irgendwas ist immer . Bei 3 Kindern ist die Wahrscheinlichkeit das mindestens einer zweitweise immer mal "aus der Spur " läuft entsprechend höher und die Verschnaufpausen entsprechend geringer. In den ersten Jahren kann es gut sein das ihr nachts schlaflose Nächte und gleichzeitig tagsüber gleich dreifach Vollprogramm auf unterschiedlichen Ebenen habt #schwitz
Alleine die alle drei durch die Schule zu begleiten und jedes Kind in seinen Interessen und Fähigkeiten fördern und unterstützen ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe mal ganz abgesehen von dem was sonst noch alles im Alltag an anstrengenden Durststrecken auf einen zukommen kann . Alle drei gleichzeitig unterzubringen ist auch nicht mehr so einfach wie bei ein oder zwei Kindern und arbeiten gehen wird die nächsten Jahre erstmal auch nicht einfacher . Bis man alle drei wirklich groß hat das dauert

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Ich kann deine kalten Füße voll nachvollziehen. Wir hatten 3 wunderbare Kinder und mein Mann hat einem 4. zugestimmt. Da wir aber schon 36 waren und unser großer ein icsi Kind waren wir nicht sicher ob es klappen würde und wenn ja wie schnell. Als ich dann plötzlich im 3. Üz einen positiven test in der Hand hielt war mir schon mulmig. Die ersten Nächte konnte ich nicht schlafen, ich machte mir Gedanken über ein 4. Kinderzimmer, ob die anderen zu kurz kommen, wie sie drauf reagieren... Nun ist unser Mäuschen fast 3 Monate und wird abgöttisch geliebt und wir könnten uns nicht mehr vorstellen ohne sie zu sein. Natürlich ist man anfangs eingeschränkt aber wir trauen uns Dank unserer Erfahrung Sachen zu, die wir früher mit 1 oder 2 Kindern nicht gemacht hätten.