Wie geht ihr mit Schicksalsschläge, Tod Krankheit im Umfeld um?

Ich frage mich, was als nächstes kommt.
Meine Freundin ist letztes Jahr gestorben, Krebs, nichts gemerkt, bis es zu spät war, sie war 36 und hat drei kleine Kinder, die jetzt in Pflegefamilien leben.
Der Vater der Kinder starb vor 2 Jahren bei einem Autounfall.
Der Bruder meines Partners ist vor 4 Wochen mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus gekommen , erst hieß es, Abszess im Darm, Antibiotika, dann Not OP, Darmkrebs fortgeschritten, Metastasen in Leber und Lunge, 58 Jahre alt.
Dann heute die Nachricht , dass der andere Opa meiner Enkelin, also der Papa vom Papa ,tot in der Wohnung gefunden wurde,
Er war 52 und die Autopsie wird hoffentlich Gewissheit bringen.
Ich weiß, das Leben endet mit dem Tod und jeder Tag zählt und man darf nicht davon ausgehen 70 oder 80 zu werden.
Auch Kinder sterben, das kam jetzt auch wieder hoch, meine Nichte starb mit 6 Monaten an einem Herzfehler.
Ist schon fast 20 Jahre her, aber dieses Ereignis war sehr schlimm.
Eine andere gute Freundin ist an MS erkrankt, hat schwere Schübe, sitzt jetzt im Rollstuhl.
Ihr Mann hat sie verlassen und die Kinder mitgenommen, sie ist völlig am Ende.
Ich weiß, dass das Leben plötzlich vorbei sein kann oder man von jetzt auf gleich schwer krank sein kann.
Wie kann man lernen, Krankheit und Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren?

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Mit Dankbarkeit und Demut die Endlichkeit des Seins an-erkennen. Sei für jeden Tag dankbar. Lebe dein Leben. Schieb deine Träume nicht auf später auf, sondern nimm dein Leben in die Hand.

Niemand weiß, wann sein letzter Tag kommt. Morgen oder in 50 Jahren - Lebe! :-)

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Mir hiflt mein Glaube.
Ich musste nach einer richtigen Bilderbuchkindheit als Teenager innerhalb von 3 Jahren 3 schlimme Schläge einstecken: Mir wurde die Hand amputiert, meine 7-jährige Schwägerin ist gestorben (wir waren Nachbarn und ich schon damals mit meinem Mann zusammen und ständig dort zu Gast), und bei meinem Vater wurde Krebs diagnostiziert (Gott sei Dank geheilt).

Ohne meinen Glauben hätte ich das nicht durchgestanden.
Wir haben viel gebetet.

In der Familie meines Mannes gibt es außerdem die Tradition, dass jeder an Silverster etwas Positives über das vergangene Jahr sagt und etwas, das er gelernt hat. So konnten wir immer etwas Gutes aus den Ereignissen ziehen. Ich habe sehr viel daraus gelernt und darauf konzentriere ich mich.
Außerdem habe ich den Glauben, dass dieses Leben nicht alles ist. Für mich ist der Tod überwunden - genau dafür steht Ostern!

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Hey!

Ich glaube, dass überall Dinge passieren, die schlimm sind. Mir hilft es, auch die positiven Dinge zu sehen. Ein Leben ist nie nur einfach oder schlimm, sondern oft eine Mischung.
In meinem Umfeld sind schon Menschen gestorben, Menschen waren totkrank. Ich fürchte, je älter man wird, desto mehr wird man erleben.

Ich selbst habe mehrere heftige Diagnosen erhalten, die nun dazu gehören. Man kann damit leben, aber muss nun ab und an einen Gang herunterschalten.
Mein Leben ist dadurch nicht nicht lebenswert geworden. Ich sitze hier, freue mich auf die Zukunft. Mein Kind ist gerade auf dem Arm eingeschlafen, wir haben Eigentum gekauft, ein weiteres Kind wünschen wir uns. Uns geht es gut, wir sind abgesichert.
Ich bin für mein Leben dankbar, auch wenn es nicht makellos ist und auch nie war.
Aber es ist schön.

Was bereichert dein Leben?

Liebe Grüße
Schoko

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Lernen kann man da nicht viel. Man kann nur das Aushalten lernen und das Akzeptieren, dass wir gegen sovieles einfach machtlos sind
Heute meint man oft, dass alles irgendwie gemanagt, zurechtgeschnippelt oder sonstwie geradegebogen werden kann - das muss man lernen, dass es nicht so ist.
Mit 15 stand ich am Grab meiner Oma, kein Jahr später am Grab meiner ersten großen Liebe, er hatte sich erhängt. Mit 23 verlor ich meinen Vater, den ich über alles liebte, er war erst 58 Jahre alt. Auch schwere Krankheiten in Familie und Freundeskreis erlebte ich durchs ganze Leben.
2014 starb meine beste Herzensfreundin nach furchtbarem Kampf gegen Leukämie, keine 6 Monate saß ich fix und alle am Totenbett meines Mannes, nur wenige Monate später beschloss mein Sohn, keine Herkunftsfamilie mehr zu haben, seither sah ich ihn nicht mehr und ich befürchte, das bleibt auch so. Mein Enkel kennt mich garnicht.
Ich flog in hohem Bogen ins Bodenlose......über lange lange Zeit.
Der Mensch muss sehr viel aushalten lernen, wie, das muss man selber rausfinden. Manchmal braucht man auch Profihilfe, das ist keine Schande, brauchte ich 2015 auch, es war zuviel.
Ich bin sehr dankbar, dass ich seitdem keine persönlichen Katastrophen erleben musste, deswegen schockt mich auch Corona nicht wirklich, auch wenn es sich blöd anhört.
Solange man Menschen hat, mit denen man über alles reden kann - und die habe ich - schafft man es - es ist das Leben.
LG Moni

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Mir hilft z.B. die buddhistische Geschichte von Kisa Gotami:

https://buddhismus-unterricht.org › ...PDF
Webergebnisse
Kisa Gotami will ihr Kind retten - Buddhismus-Unterricht

Leid gehört zur menschlichen Existenz.

Und die Erkenntnis, dass auch das größte Leid milder wird nit der Zeit. Es wandelt sich.

"Es geht vorbei" gilt für schöne und schlimme Dinge.

Trauer und Schmerz empfinde ich natürlich trotzdem.

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Ich könnte nicht in meinem Beruf arbeiten, wenn ich mit Schicksalsschlägen, Todesfällen etc. nicht umgehen könnte, und ich glaube mittlerweile habe ich die Fähigkeit, das nicht zu sehr an mich heranzulassen und es als "Lauf des Lebens" zu sehen auch in mein privates Umfeld übernommen. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht trauere. Ich hab auch so manches Mal schon um eine sehr lieb gewonnene Patientin getrauert und gedenke manchen jedes Jahr an ihrem Todestag und auch dazwischen mehrmals.

Aber ich kann es tatsächlich einfach als Sache ansehen, die - leider - zum Leben dazu gehört, auch wenn mir sehr nahestehende Menschen erkranken oder sterben.

Aktuell habe ich eine Patientin, die mit 32 Jahren an Brustkrebs erkrankt ist inkl. Metastasen in verschiedenen Regionen, die erst im Frühjahr letztes Jahr ihr erstes Kind geboren hat und die diese Krankheit definitiv nicht überleben wird. Ja, das ist scheiße. Scheiße für sie, scheiße für ihren Sohn, der sich vermutlich später aufgrund seines geringen Alters nicht mehr an sie erinnern wird, scheiße für ihren Mann, ihre Eltern und alle Angehörigen. Aber ich glaube, dass es dafür einen Grund gibt. Und obwohl ich nicht gläubig bin glaube ich, dass irgendeine höhere Macht diese Frau für eine andere Aufgabe braucht. Ob das ein Gott ist oder nicht ist nebensächlich.

Komischerweise bin ich da sehr viel empfindlicher bei Tieren. Früher wollte ich immer Veterinärmedizin studieren, aber ich würde vermutlich jeden Tag weinend nach Hause kommen, weil ich das Tierleid nicht ertragen könnte. Meine Mutter ist auch so. Vllt. ist das meiner Erziehung geschuldet.

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..."Komischerweise bin ich da sehr viel empfindlicher bei Tieren. Früher wollte ich immer Veterinärmedizin studieren, aber ich würde vermutlich jeden Tag weinend nach Hause kommen, weil ich das Tierleid nicht ertragen könnte. "

Dito, genau so bei mir.
Deswegen bin ich auch schon 25 Jahre Vegetarier.

LG, katzz

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Dankbarkeit und Demut.
Wir haben immer mal wieder schlimme Phasen gehabt und liebe Menschen zu früh verloren. Die letzten Jahre viel Sorgen um das Kind das da ist und die die nicht zur Welt kommen durften.
Ich bin unendlich dankbar für meine kleine Familie, dass es uns so gut geht und das jeden Tag. Diese Woche habe ich unsere Fotowand erweitert um einen Schnappschuss meines Sohnes vor ein paar Blumen. Kein besonders schönes Foto aber mit einem Bezug zu genau diesem Gedanken. Es ist entstanden als eine alte Frau ihn da so versunken an den Blumen schnuppern sah. Sie sprach mich an und sagte „für dieses Kind müssen sie sehr dankbar sein.“ und sie wusste nicht was hinter uns liegt und wie recht die damit hatte.

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In den dunkelsten Stunden hat mir mein Glaube geholfen. Mir wurde viel genommen, aber ich bin dennoch dankbar und glücklich über das was mir blieb.
Wobei ich nicht weiß, wie ich mit dem Tod meiner Kinder umgehen würde. Das würde mich brechen glaube ich, davor habe ich Angst.

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Hallo!

Du hast bis jetzt nur konstruktive Antworten, die sich irgendwie alle gleichen bekommen. Das ist hier nicht oft der Fall. Statistisch gesehen ist an den Antworten also etwas Wahres dran.

Ich sehe es genauso.

Manche Sachen kann man einfach nicht aendern.

Glaube hilft. Egal welcher.

Dankbarkeit ist auch ein Thema.

Man muss eben realistisch sei und das retten, was zu retten ist.
Selbst wenn man nicht den Heldentod stirbt, kann ein Tod viele Leben retten. Notfalls muss man sein Schicksal dann mit der Oeffentlichkeit teilen, was nicht so einfach ist.

Deine Frage beinhaltet ja schon die Tatsache, dass man diese Sache akzeptieren muss und dass man dises lernen kann. Also schon mal ein guter Ansatzt.

Grundsaetzlich finde ich es wichtig, etwas zu versuchen. Loesungen finden sich oft mit der Zeit.

LG