Co Parenting

Ich habe meine älteste Tochter mit einem Mann bekommt, der als Partner nicht in Frage gekommen wäre, wir hatten ein paar Mal Sex, ich sagte ihm, ich verhüte nicht und er hat sich darauf eingelassen und meinte, er würde gerne Vater werden.
Das ist jetzt schon über 25 Jahre her und meine Tochter ist 25.
Dass das heute den Begriff des Co parenting erfüllt wussten wir damals nicht.
Es hat sehr gut funktioniert weil wir die Paar Ebene als potentiellen Konfliktherd nicht hatten.
Es gab keine Beziehung, also auch kein Thema mit den üblichen Themen.
Eine Trennung und die damit einhergehenden Auswirkungen aufs Kind wurde mit unserem Modell ausgeschlossen.
Wir haben zusammen Urlaub gemacht, Weihnachten und Geburtstage gefeiert, alle Ereignisse bezogen auf unsere Tochter zusammen erlebt.
Das ging natürlich nur weil wir bis auf wenige Jahre nie mehr als 400 km voneinander entfernt gewohnt haben.
Meine Tochter hat ab dem 10.Lebensjahr hauptsächlich beim Papa gelebt, davor bei mir.
Wir hatten beide natürlich Partnerschaften, der Vater meiner Tochter ist seit über ein 20 Jahren verheiratet und das funktioniert gut, die beiden haben einen Sohn der mittlerweile auch volljährig ist
Sie hatte da nie ein Problem, im Gegenteil sie war froh dass es halt keine Ex gibt und Stress um Unterhalt, Eifersucht , Streit ums Kind etc.
Ich selbst war auch 15 Jahre verheiratet und habe seit ein paar Jahren einen neuen Partner, für beide war das Modell nie ein Problem, die Männer haben sich gut verstanden und wie gesagt, alle zusammen auch Urlaub gemacht etc.
Meine Tochter hat es genau so gemacht, hat mit einem netten Mann ein Kind, ein Paar sind sie nicht, der Kleine ist jetzt zwei und bisher läuft es gut, meine Tochter hat auch einen anderen Partner der aber keine Kinder will.
Also ist das Thema Kinderwunsch
Kein Trennungsgrund denn sie hat ja ein Kind.
Hat jemand auch Erfahrungen mit diesem Modell und wie sehen die aus?

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Hallo,
ich bin so ähnlich groß geworden, meine Eltern waren Teenager als ich geboren wurde und waren schön längst getrennt als meine Mutter rausgefunden hat, dass sie schwanger ist. In den 80gern auf einem Dorf in einer katholisch geprägten Gegend war es noch ein ziemlicher Skandal wenn die 17 jährige Tochter Mutter wird. Ihre Eltern haben darauf gedrängt, dass ich entweder zur Adoption frei gegeben werde oder meine Mutter meinen Vater heiratet.
Meine Eltern wollten beides nicht und zum Glück haben meine Großeltern väterlicherseits meine Eltern unterstützt und so konnten beide ihren Lebensweg als Freunde die gemeinsam ein Kind haben gehen, ohne noch eine unglückliche Ehe zu führen.
Heute sind beide verheiratet, ich habe 3 jüngere Brüder und quasi 4 Elternteile. Es verstehen sich alle gut, wir machen 2 mal im Jahr alle zusammen Urlaub und feiern Weihnachten gemeinsam. Meine Eltern sind immer mehr oder weniger in meinem Heimatort geblieben, mein Vater war nur die ersten Jahre zum studieren weg. Sie wohnen fußläufig voneinander entfernt und ich hatte in beiden Haushalten ein Zimmer und durfte immer hin wo ich möchte.
Natürlich gab es immer mal wieder kleinere Reibereien zwischen den beiden, aber ich hab davon nie was mitbekommen und würde heute sagen, dass ich fast überbehütet groß geworden bin. Ich hab mit beiden schon darüber geredet, mein Vater ist mit allem sehr zufrieden, er wusste immer er will dort bleiben und den elterlichen Betrieb übernehmen. Da hadert meine Mutter manchmal mit sich. Sie wäre gerne weggezogen hätte mal in der Großstadt leben wollen... sie konnte aber nur studieren, weil meine Großeltern sie unterstützt haben, wegziehen wäre damals einfach nicht gegangen. Heute ist sie sehr froh noch eine ganz junge Oma sein zu können 🙂
Ich hab mich übrigens für den 'klassischeren' Weg entschieden. Ausbildung - Arbeiten - Hochzeit - Eigenheim - Baby... 😄

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Ich habe mich mit meiner Partnerin zusammen für dieses Modell entschieden, weil wir wollten, daß unser Kind einen präsenten Vater hat. Sie hat also zwei Mamas und zwei Papas, wechselt alle drei bis vier Tage und bis jetzt läuft es gut.

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Hallo,
Das klingt nach einem interessanten Modell, dass ich bis jetzt nicht kannte. Was mich interessiert, habt ihr euch im Vorhinein alles ausgemacht? Hat eure Tochter entschieden mit 10 zum Vater zu wollen oder war das schon inner so geplant. Ich finde 400km eine große Distanz, da sieht man ja sein Kind dann nicht sehr häufig oder?
Ich finde es toll, dass bei euch alles so problemlos geklappt hat 🙂