Treppensturz aus 1. OG

Hallo.

Ich weiß nicht was ich hören will, aber innerlich wühlt es mich doch sehr auf...
Meine Tochter (gerade mal 4 Jahre) war heute bei ihrer Freundin, ebenfalls 4 Jahre, zum Spielen. Nach 1 1/2 Std. rief mich die Mutter ihrer Spielfreundin an und sagte mir, dass sie abgeholt werden möchte, sie sei von der Treppe gestürzt. Ich war in 2 Minuten da und meine Tochter wurde von dem Vater getröstet. Die Eltern berichteten, dass die Kinder auf der Treppe (welche doch steil erscheint und mit so Teppichschutz versehen ist) hoch und runter gewetzt sind. Am unteren Ende sind Fliesen. Keiner habe was gesehen. Erst hieß es, war von ganz oben (Stufen schätzungsweise 20 -25), dann von der Mitte, dann doch ganz unten. Ich habe mich gleich um meine Tochter gekümmert, sie wirkte völlig aufgelöst und verzweifelt (hat man echt selten bei ihr) und wurde von mir beruhigt. Ich nahm sie dann mit und wir kühlten es. Sie hatte eine sehr dicke Beule am seitlichen Hinterkopf. Der Grund, weshalb wir dann ins KH sind, war eben Verdacht auf Gehirnerschütterung. Wirkte leicht apathisch, ihr war schwindelig und sie war sehr müde. Zum Glück nicht bestätigt und durften zur Beobachtung heim.
Meine Tochter erzählte mir, dass sie doch ganz oben war und dann sich an den Treppengeländer festhielt. Dennoch gestützt sei. Weiter sagte sie, dass keiner sofort zur Hilfe kam. Mich wühlt das auf.
Keine Nachfrage weiter jetzt im Anschluss von der Mutter oder so.

Ich bin aber dennoch sprachlos.... klar, war sie vielleicht auch erschrocken oder irgendwie...aber ich gehe von mir aus und hätte doch besorgter reagiert.
Reagiere ich über?


VG, die Elsa

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Guten Morgen!

Ich denke auch, dass du aus deinen Emotionen heraus etwas überreagierst.
Ich kann nur von mir sprechen, aber ich hätte dich den Abend auch nicht mehr kontaktiert. Nicht weil es mir egal wäre, sondern einfach weil ich dann auch niemanden mehr stören wollen würde. Im Krankenhaus wartet man ja auch schon mal länger, wenn man dann wieder Daheim ist, das Kind noch sehr aufgewühlt und aufgedreht ist, dauert es, bis alles etwas zur Ruhe kommt. Dann ist man als Mutter ja auch noch etwas 'fuchsig' und angespannt.
Da finde ich es nicht ignorant oder desinteressiert, sondern eher empathisch euch als kompletter Familie gegenüber, den Abend nicht mehr anzurufen oder so. Natürlich hätte man eine WhatsApp schreiben können, aber auch da... ich nutze dann einen Tag später lieber den direkten Kontakt, als eine schnelö dahin geschriebene Nachricht. Da du sagst, ich lauft euch sehr oft über den Weg und es keine flüchtige Bekanntschaft ist, wird da schon auch eine Nachfrage kommen.

Davon ab, bei Kindern kannst du stundenlang fokussiert beobachten, wendest du dich dann einmal kurz ab passiert etwas. Das weißt du ja. Ich habe mir als Kind bei einem Freund das Handgelenk gebrochen. Wir haben normal gespielt, bis ich den Drehstuhl als Leiter zweckentfremdet hab 🤷‍♀️ da hätten wir im Auge behalten werden können wie sonst was, irgendwann müssen die Eltern auf Toilette oder oder. Die Mutter hat übrigens auch beiläufig 1-2 Tage später mal nachgefragt.

Heutzutage ist die Erwartungshaltung durch social Media und das ganze Netzwerk eine andere, das sollte man etwas zurück schrauben. Vielleicht hatten die Eltern ja auch selber noch eine Diskussion mit ihrem Kind? A la 'Wie oft haben wir dir denn schon gesagt, es soll nicht....'? Und es zog sich etwas in die Länge und auch sie wollten abends für sich abschalten. Wer weiß das schon.

Ich würde auf jeden Fall meine negativen Gedanken einstellen und etwas entspannter bleiben. Und selbst wenn keine Rückmeldung mehr kommt... man selbst bauscht es emotional auch einfach etwas auf wenn es das eigene Kind betrifft. Wenn es bei euch zu Hause passiert wäre, hättest du vielleicht hinterher noch zu ihr gesagt 'selbst Schuld, du weißt das die Treppe kein Spielplatz ist und damit wäre es für dich dann auch gut gewesen. Sofern natürlich keine Verletzungen vorliegen

Liebe Grüße

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Guten Morgen.

Danke für die kopfwaschenden Antworten. Tat gut zu lesen. War gestern Abend emotional doch noch etwas auf.
Kind geht's bis auf Brummschädel heute gut.
Mittlerweile hatte ich mit der Mama Kontakt und alles ist gut.


Euch eine schöne Woche noch. LG

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Alles gut, das kann ich verstehen! Du hattest Sorge um dein Mäuschen und da ist das ganz normal! Aber schön, dass ihr jetzt Kontakt hattet und noch schöner, dass es deiner Maus soweit gut geht!

Alles Gute für euch!

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Also ich bin ja auch der Typ Schockstarre und nicht die richtigen Worte finden, aber das kann beim Übergeben des Kindes eine Entschuldigung sein. Aber da das vermutlich nicht um 20 hr erst passierte bliebe inzwischen für unbeteiligte Eltern genug Zeit um sich zu fassen und nachzufragen.

"Besorgt" ist vielleicht der falsche Ausdruck aber es ist einfach "Achtsamkeit" die da fehlt und die erwarte ich wenn ich mein Kind irgendwo hingebe. Passieren kann immer was und im ersten Moment findet auch nicht jeder die passenden Worte. Aber ein einfaches "wie gehts ihr denn" Anruf sollte schon sein und ich kenne es ehrlich auch nicht anders.

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Meine Tochter war damals 6 als sie zum Spielen bei Ihrer Freunsin war, geplant war sogar das Sie dort Schlafen sollte.
Dann kam ein Anruf vom Papa der Freundin mein Kind sein von der Schaukel gefallen und würde gern nach Hause ihre Hand tut weh.
Ich bin dann hin, holte die Maus ab es war nichts zu sehen, aber die kleine Jammerte ohne Ende der Papa erzählte dann die Mädels haben "weitsprung" von der Schaukel gespielt...
Zuhause jammerte sie weiter und ich entschied doch ins KH zu fahren, die Schwestern prüften die Beweglichkeit und sagten auch das vermutlich nichts sei "man könnte Röntgen aber das müsste nicht sein"
Ich ließ dann Röntgen und siehe da, das Handgelenk war gebrochen und der Bruch war verschoben, es folgte eine OP...

Gut jetzt war meine Tochter schon 6 und nicht erst 4 aber auch wenn sie 4 gewesen wäre hätte der Unfall nicht vermieden werden können, es sei denn man läuft permanent mit einer Matratze hinter den Mäusen her....

Für die Eltern der Freundin deiner Tochter war jetzt auch nicht offensichtlich das deine Tochter sich Schwer verletzt haben könnte (da keine offene Wunde o.ä.) Ich denke im Nachhinein werden sie sich doch bei euch melden um nach zu fragen wie es deiner Tochter geht, wenn du es ihnen nicht ohnehin bereits gesagt hast...

Unfälle passieren, es hätte sogar in deinem Haus passieren können....

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Danke für deine Antwort.
Es beruhigt mich etwas. Da meine Tochter doch schon eher das wilde Huhn ist und zu Hause auch schon Unfälle passiert sind.
Es bleibt nicht aus... ich schlafe nochmal ne Nacht drüber... Dann sieht die Welt morgen anders aus. War ja doch etwas Aufregung.

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Ich finde schon, dass man nach so einem Unfall nachfragen kann, ob alles gut ist und wie es der oder dem kleinen geht.
Das zeigt einfach Interesse am Kind und dem Vorfall!
Es handelt sich ja um keine Schuldzuweisung, Unfälle können passieren. Dennoch finde ich, dass man einfach am Abend nochmal Kontakt aufnimmt und nachfragt, wie es dem Kind geht.
Wäre es uns passiert und es hätte keiner zumindest mal kurz nachgefragt, wie es der kleinen geht, wäre meine Tochter da nicht mehr zum spielen hingegangen. Klingt vielleicht komisch, aber wer keine fünf Minuten erübrigen kann um zu fragen, wie es einem Kind geht, was unter der eigenen Aufsicht einen Unfall hatte, dem würde ich mein Kind nicht mehr anvertrauen.
Ich könnte das mit meinem Gewissen überhaupt nicht vereinbaren nicht zumindest am Abend nachgefragt zu haben, wenn es uns passiert wäre.
Unfälle passieren. Kann leider keiner verhindern. Da kann man sogar daneben stehen und Zack ist es passiert. Auch dem eigenen Kind😨 aber wenn wir hier Kinder haben, passt man irgendwie doppelt auf... spielen auf der Treppe z.b ist hier verboten! Da gäbe es bei mir eine ordentliche Ansage, wenn die Kinder da fix im Gange wären.
Erlaube ich hier nicht. Eine Treppe ist kein Spielplatz.

Glücklicherweise ist Eurer nichts ernsthaftes passiert und vielleicht melden sich die Eltern ja morgen und fragen nach. Vielleicht denken sie, ihr braucht heute bisschen Ruhe und wollen nicht stören und melden sich morgen...
aber ich fände es auch seltsam, wenn da nichts kommt, aber da sind Meinungen ja unterschiedlich!

Gruß Jule

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Unfälle passieren leider.
Kann zuhause bei Mama und Papa, in der Kita oder eben bei Freunden sein.
Meine Schwester ist als Kind mal bei einer Freundin beim spielen "nur" vom Sofa gefallen und hatte eine Gehirnerschütterung.
Vorwürfe würde ich der Mutter eher nicht machen, auch wenn ich persönlich keine 4jährigen auf der Treppe spielen lassen würde. Allerdings würde ich schon erwarten, dass sie zumindest mal nachfragt, wie es deiner Tochter geht.

Gut, dass du noch ins kkh bist. Um eine Gehirnerschütterung auszuschließen, oder es könnte ja auch was gebrochen sein bei der Fallhöhe.
Weiß die Mutter, dass ihr noch im kkh wart?
Vielleicht ist es ihr auch arg unangenehm und sie traut sich nicht, nachzufragen (was sie allerdings trotzdem sollte, finde ich ).

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Doch sie wusste es, dass wir ins KH gefahren sind. Da ich sie anrief, um mir nochmal den Hergang schildern zu lassen... falls der Arzt fragt.
Aber die Entscheidung liegt ja bei der Mutter, ob sie nochmal nachfragt...
Vor allem, weil wir uns ja fast täglich über den Weg laufen.

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Vielleicht fragen sie ja morgen nochmal nach. Ich hätte auch Hemmungen abends so spät noch anzurufen.
Vielleicht empfanden sie dein Verhalten bzw das Verhalten deiner Tochter auch "übertrieben", weil sie nur ihr eigenes Kind kennen und das hätte bei den Verletzungen vielleicht anders reagiert.
Ich finde es klingt vielleicht nicht besonders empathisch aber zumindest total korrekt wie sie sich verhalten haben oder nicht? Darum würde ich mein Kind weiterhin da spielen lassen.

Meine Tochter ist mit 5 auch mal vorwärts die Treppe runtergestolpert und hat quasi einen Purzelbaum gemacht.... aber es war (dank Stufenmatten) außer kleinen blauen Flecken nix zu sehen obwohl ich bei dem Sturz schlimmes befürchtete.

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Hallo Elsa,

Meine Kinder sind schon älter, ich kann mich an die vier Jahre nicht mehr ganz getreu erinnern, aber wir hatten sicher keine Treppensicherung mehr und ich bin mir auch sicher, dass ich Spielbesuch in dem Alter nicht mehr permanent beaufsichtigt habe.

Ich möchte dir aber von einem Unfall erzählen, den ich selbst als Kind hatte. Ich war etwa 9 und hab mit meinem Bruder in der Küche Quatsch gemacht. Dann bin ich umgekippt, einfach so - ungeklärt. Nase demoliert, Schneidezähne gebrochen (die bleibenden!). Mein Bruder (älter) war, wie gesagt, da, meine Mutter nebenan.
Ich lag da und hab geschrien und hab geschrien und hab geschrien. Und es kam einfach niemand. Also in meiner Wahrnehmung. Gefühlt haben die mindestens eine Viertelstunde gebraucht, bis sie bei mir waren. In echt waren es sicher nur ein paar Sekunden.

Also das soll das etwas relativieren, dass deiner Tochter nicht sofort jemand zu Hilfe kam. Das würde mich als Mutter zumindest am meisten fuchsen. Ich könnte mir halt vorstellen, dass deine Tochter die Zeit anders erlebt hat, nachdem es mir selbst auch schon mal so ging. Ich hab meiner Mutter damals Vorwürfe gemacht, dass sie sich so lange Zeit gelassen hat. Und sie hat gesagt, sie sei sofort da gewesen. Und auch, dass es durchaus gedauert hätte, bis ich ansprechbar war, weil ich die ganze Zeit so geschrien hätte...

Viele Grüße und alles Gute

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Meiner Ansicht nach: Ja, du reagierst über.

Kinder spielen, Kindern passiert was. In der KiTa, bei Freunden, in meiner Gegenwart, bei Oma und Opa.

Meine Tochter ist eine Treppe runtergerauscht, während ich nicht weit weg war...

Ich mache da anderen keinen Vorwurf, wenn etwas passiert, wenn es nicht wirklich fahrlässig war. Bei 4jährigen schaue ich zwischendurch mal, ob alles gut ist, aber da stehe ich nicht mehr daneben. Bei Spielbesuch mache ich den Haushalt und den Garten - ich bin in Hörweite.

Ob ich abends noch nachfragen würde, wenn die andere Mutter im KH ist und danach sicher ihre Ruhe haben will, weiß ich nicht.
Dieses Anspruchsdenken beruht vermutlich auf den aktuellen Kommunikationskanälen.
Als es noch kein WhatsApp gab, hätte niemand mehr nach 6 oder 7 Uhr irgendwo angerufen.
Viele praktizieren das heute noch so und schlimm finde ich das nicht.

Also: Drama aus, es ist nichts passiert und es hätte umgekehrt genauso sein können.

Ob eine WA-Nachricht am Abend den Unterschied zwischen sich sorgenden und nicht-sorgenden Eltern ausmacht, glaube ich eher nicht.

VG Isa

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Hi.

Danke für deine Antwort. Tat gut. War emotional doch etwas noch auf der Höhe gestern.

LG

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Das ist das typische Problem, wenn man von anderen immer erwartet genauso zu agieren, wie man es selbst tut.

Ja, wahrscheinlich hätte ich nochmal nachgefragt, vielleicht aber auch nicht, weil ich das ganze harmloser gesehen hätte oder weil plötzlich andere Dinge zu tun waren....kann ich nicht sagen, ich war ja nicht dabei und kann erst recht nicht hinter die Kulissen gucken.

Ich würde das nicht so auf die Goldwaage legen und gut sein lassen und vor allem wäre das für mich kein Post in einem Forum.

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Hi.

"und vor allem wäre das für mich kein Post in einem Forum"
Ja, vielleicht für dich nicht. Freu mich, dass du in solchen Punkten gefasst sein kannst, ich nicht und das ist auch okay für mich.
Andere fragen hier im Forum, ob sie ihre Hose links oder rechts herum anziehen sollen...
Mal ehrlich: ich bin dankbar, dass man sich andere Meinungen in solchen Foren einholen kann, die eben mal den Blickwinkel ändern. Denn ich bin nicht perfekt und freue mich den ein oder anderen Tipp zu bekommen... und auch dann, wenn ich emotional etwas durch den Wind bin.

LG

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Nur was machst du damit?
Die einen sagen, ja du hast recht, die anderen sehen es locker... aber alle waren nicht dabei und können es überhaupt nicht einschätzen.

Aber wenn es dir hilft, okay, dann hab ich nichts gesagt.

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Du übertreibst nicht! Denke mal jede Mama denkt so.
Schade finde ich es das die Mama gar nicht nachfragt