Eltern psychisch krank. Ich auch?

Hallo ihr Lieben.
Meine Mutter hat eine Narzistische Persönlichkeitsstörung und mein Vater Schizophrenie. Dass meine Kindheit unter diesen Grundvoraussetzungen nicht gerade schön war, dürfte jeden klar sein.

Mein Mann meint oft zu mir, dass ich einige Verhaltensweisen habe, die er auch bei meinen Eltern beobachten konnte. Ich merke dies auch ab und zu selber. Vorallem für meine Kinder tut es mir leid, wenn ich in stressigen Situationen, so reagiere, wie ich es aus meiner Kindheit, von meinen Eltern her kenne. Wenn wieder so eine Situation war, suche ich das Gespräch mit meinen Kindern und entschuldige mich für mein Fehlverhalten. Ich mache im Umgang mit meinen Kindern schon vieles besser als meine Eltern.

Ehrlich gesagt habe ich aber trotzdem Bedenken, dass ich so werde wie meine Eltern. Von Außenstehenden ( Kollegen, Bekannte), die mich nicht so gut kennen, bekomme ich oft das Feedback, dass mein Verhalten komisch auf andere wirkt. Das Verletzt mich sehr. Ich bin eher Introvertiert und brauche lange um mich jemanden zu öffnen und gegenüber anderen so zu sein wie ich wirklich bin.

Was kann ich machen, um den Teufelskreis zu durchbrechen und nicht wie meine Eltern zu werden?

Eine Therapie habe ich bereits angefangen, aber ich bin mit der Psychologin/Psychater nicht gut zurecht gekommen. Alle anderen hier in der Umgebung nehmen keine neuen Patinten auf und wegen Corona finden sowieso nur telefonische Sitzungen statt und ich hasse telefonieren.

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Liebe ich 123,

kein Wunder, dass du Verhaltensweisen von deinen Eltern übernommen hast. Vielleicht hilft dir eine Selbsthilfegruppe von Angehörigen für Schizophrenie oder Narzissmus zu erkennen, welche Verhaltensweisen du als Kind übernommen hast.

Eine Psychotherapie kann zwar auch helfen wiederkehrende Muster zu reflektieren, aber da fehlt dir der direkte Vergleich.

Es ist wahrscheinlich, dass du abnormale Verhaltensweisen hast, das heißt aber nicht, dass du krank oder psychisch gestört bist.

Aus deinem Text höre ich heraus, dass du dich von anderen aufgrund deiner Verhaltensweisen ausgegrenzt fühlst. Vielleicht musst du dir ein toleranteres Umfeld suchen, dass mit deinen Eigenarten besser umgehen kann. Es ist ok, wenn nicht jeder deine Art mag.

Dann höre ich noch heraus, dass du deine Stressreaktion verbessern möchtest und deinen Umgang mit deinen Kindern in Stressreaktionen. Viele Krankenkasse bieten kostenlose Online-Kurse zur Stressbewältigung an. Dafür gibt es gezielte Angebote, die du auch ohne Psychotherapie wahrnehmen kannst. Vielleicht ist auch gewaltfreie Kommunikation etwas für dich.

Du scheinst dein Verhalten gut zu reflektieren und hast somit eine Chance, dich weiterzuentwickeln und deinen Kindern ein stabiles emotionales Umfeld zu ermöglichen.

Vielleicht findest du Gesprächsgruppen oder Kurse die dich auf deinem Weg unterstützen können. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche!

Ich kann den Gedankengang gut nachvollziehen, weil mein Vater eine Alkoholbedingte Schozophrenie entwickelt hat und ich dann immer dachte, ich hätte seine komischen Sprüche und Verhaltensweisen übernommen. Natürlich stimmt das auch zum Teil und auf Außenstehende wirkt das Verhalten entsprechend komisch. Trotzdem bin ich nicht Schizophren, sondern bringe einfach manchmal unpassende Sprüche. Das passiert anderen aber auch mal.

Du bist nicht deine Eltern: Ein Narzisst oder Schizophrener würde sein Verhalten nicht hinterfragen.

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Hallo du,
erst mal möchte ich dir sagen, dass es mir leid tut, dass du dir Sorgen machst. Ich kann es dir nicht mit Sicherheit sagen, aber ich denke nicht, dass du psychisch krank bist. Es spricht auf jeden Fall alles gehen eine Schizophrenie sowie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Eine Schizophrenie tritt bei Frauen normalerweise in den frühen 20ern erstmalig auf. Ich würde vermuten, dass du schon etwas älter bist, oder? Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist auch sehr unwahrscheinlich. Dazu würde das Geschriebene überhaupt nicht passen. Da würdest du dir gar nicht diese Gedanken machen.
Das du Verhaltensweisen deiner Eltern übernommen hast, ist ganz normal. Das ist das was du von klein auf gelernt hast. Gerade wenn du in Stresssituationen gerätst ruft dein Gehirn automatisch diese sogenannten Schemata ab. Es hat nämlich dann keine Zeit und Ressourcen für überlegt es Handeln. Da nimmt es das, was es kennt. Wenn du dir dessen bewusst bist, kannst du erstens gegensteuern und zweitens kannst du an deiner Stressanfälligkeit arbeiten, in dem du z.B. ein Entspannungsverfahren lernst.
Ich würde auf längere Sicht dennoch nochmal eine Psychotherapie in Erwägung ziehen. Am besten bei einem Verhaltenstherapeuten. Häufig gibt es Wartelisten, auf die man sich setzen lassen kann. Dann musst du evtl. ein paar Monate warten, aber kannst dann beginnen.

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Also ganz ehrlich ich hab hier meine eigne Meinung ( gleich mehr) aber ich denke wenn es dir helfen würde und dich beruhigen würde, dann geh zu einem guten Psychiater und schau ob du dich irgendwie tsten lassen kannst. Der kann dir hier sicherlich bessere und fachlich fundiertere Aussagen geben als wir hier.

Persönlich glaube ich das du sicherlich manches machst wie deine Eltern, aber nicht zwingend weil du möglicherweise die gleichen Diagnosen hast. Sondern schlichtweg weil du so aufgewachsen bist und es nicht anders kennst. Als Kind übernimmt man vieles von den Eltern und hier hast du sicherlich auch einige Verhaltensweisen übernommen. Du kennst es ja nicht anders. Somit heißt das nicht zwingend das du die gleichen Diagnosen hast. Vielleicht kannst du auch, wenn es hilft, mit fachlicher Seite dann dran arbeiten.

Ela