Freundschaft mit großem Altersabstand

Ich habe eine gute Freundin, die meine Mama sein könnte. Es ist aber so, dass seit dem ich ein Kind habe, sie sich mehr für mein Kind interessiert als für mich. Ich freue mich für meine Tochter, aber irgendwie fühle ich mich nicht mehr wohl dabei. Sie ist sehr fanatisch nach meiner Tochter und ihr Mann ebenfalls. Ich verstehe sie, sie freuen sich so ein kleines Kind um sich zu haben. Aber was ist denn mit mir? Wenn ich zu Besuch komme, ist ihr Mann dann auch meistens da und dann werde ich zu Cloun, weil die meiste Zeit er sich mit mir unterhält (er ist sehr gesprächsbedürftig und hat selbst keine Freunde), was mich etwas unglücklich macht. Denn ich bin ja zu Besuch bei meiner Freundin, nicht bei ihm. Wenn ich ihn was frage, dann holt er so weit aus, dass ich nicht mehr zuhören will (ich bin ein sehr geduldiger Mensch normalerweise). Im Nachhinein denke ich mir warum komme ich überhaupt zu ihnen. Ihr Mann gibt ständig seinen Senf zu dem, was wir so reden. Ich traue mich nicht ihr das zu sagen, dass ich ihn, blöd gesagt, nervig finde und ich ja SIE sehen will. Es hört sich irgendwie so blöd an. Aber ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

Die Freundin fragt schon manchmal nach, wann sie wieder Leihoma spielen kann. Ich gab meine Tochter paar mal bei Ihnen ab, als ich keine Betreuung für sie hatte, meiner Tochter gefällt es bei Ihnen und sie fragt auch oft nach ob sie zu ihnen gehen darf. Manchmal möchte ich echt einfach zu Hause bleiben und meine Tochter alleine dahin schicken, weil es mir einfach zu viel wird, ihren Mann immer zu bespaßen, was ich gar nicht möchte. Auch wenn ich meiner Tochter was nicht erlaube, werde ich ignoriert von ihrem Mann und es wird nur mit meiner Tochter geredet (sie ist 3). Und da denke ich mir, ich brauche wirklich keine Schwiegereltern mehr.. Denn das Verhältnis reicht mir schon jetzt. Es hört sich echt böse von mir an. Ich habe schon mal meiner Freundin angedeutet, dass ich ja SIE sehen mag und dass SIE meine Freundin ist, nicht ihr Mann. Aber irgendwie bringt das nichts. Ich weiss, wenn ich bei ihnen zu Hause bin, muss ich ja das akzeptieren, dass er auch da ist, das ist mir schon klar und ich sehe es ein. Aber die allgemeine Situation macht mir Bauchschmerzen.

Ich möchte eine gesunde Mitte finden wie ich mit der Situation umgehen kann. Vielleicht hat jemand einen Tipp?

Vielen Dank

1

Könnt ihr euch nicht woanders treffen? Entweder lädst du die Freundin zu euch ein oder du fragst sie, ob ihr zusammen irgendwo hin geht.

3

Das haben wir auch gemacht, und wir treffen uns ab und zu auch woanders. Und da habe ich das Gefühl, als wäre sie die Oma von meiner Tochter, weil der Fokus nur auf meiner Tochter liegt. 🤷‍♀️

2

Puh. Schwierig.

Es gibt ja doch mehrere Baustellen. Einmal nämlich, dass deine Freundin den Fokus nicht mehr auf dir, sondern auf deiner Tochter hat. Und dann noch, dass ihr Mann dich nervt. Sind ja 2 völlig unterschiedliche Probleme.

Ich würde also:
1.) die Freundin auch immer wieder ohne Kind treffen, damit ihr wirklich Freundinnen Zeit habt!

2.) die Freundin öfter zu mir einladen, damit ihr auch Zeit ohne Mann habt

3.) die Freundin auch trotzdem bei ihr besuchen und den Mann „ertragen“; denn wie es klingt, sind beide ja auch gut geeignete und gern genutzte Betreuungspersonen. :)

Also einfach die treffen etwas variieren.

6

Zum Punkt 1. Das würde ich auch sehr gerne machen, nur bin ich alleinerziehend und habe keinen, der auf die kleine aufpasst. Am Wochenende hat die Freundin eben andere Sachen, und wenn ich mich mal melde, dann fragt sie immer ob Kind bei mir ist oder beim Papa.

Zum Punkt 3: in den Jahren, die wir uns kennen, war sie 2 mal unter ihrer Obhut, also das ist nicht so, dass ich auf ihre Betreuung angewiesen bin. Ich habe sie da abgegeben, weil sie sie unbedingt bei sich haben wollten und es mir zu dem Moment auch gepasst hat🤔🤷‍♀️ aber ich wäre nicht auf ihre Hilfe angewiesen.

4

das geht doch irgendwie jedem mit Kind so. -- Überall. - Die Mama wird plötzlich unsichtbar.

Triff Dich mit ihr alleine, wenn das so ausgeprägt ist und du eben Lust hast auf einen Mädelsabend oder Frauengespräche.
Ansonsten bewerte das nicht über: das ist doch wirklich überall so, ... hat du das noch nicht festgestellt? - Das ist die Magie der Babys(Kleinkinder). Leider.

11

Magie? Baby./Kleinkinder? Quatsch es gibt viele Menschen die keine Kinder mögen oder mit anderen Kindern nichts anfangen können.

13

und es gibt im Forum hier, hunderte Posts über junge Mütter, die davon genervt sind, dass jeder immer nur den Kopf in den Kinderwagen steckt und die Mama nicht beachtet / sie unsichtbar und uninteressant wurde.

Und es ist auch egal, ob es viele Menschen gibt, die Kleinkinder nicht mögen, denn anscheinend ist die Freundin der TE ein Mensch, der sich genau diesem Kindchenschema nach benimmt und die TE sucht für diese Frau eine Lösung ...

Auch wenn "magie" das falsche Wort dafür gewesen sein mag .... -- Kindchenschema ist eben so und extem viele Menschen lassen sich davon beeinflussen.

5

Unternimm halt mit ihr alleine was. Ohne ihren Mann und ohne deine Tochter.#schwitz

7

Ich habe keinen Tipp. Aber meine Freundin (die 17 Jahre älter ist als ich) will seit ich ein Kind hab nix mehr von mir wissen.
Vielleicht sprichst du doch einmal ganz offenen mit ihr. Nicht das eure Freundschaft auch flöten geht.

8

Ich habe Angst sie zu verletzen. Sie hat eine Chronische "Krankheit" und da weiss ich nicht, wie sie dann reagieren wird. Ich möchte nicht, dass sie sich wegen mir so verbiegt. Ich bin nicht die erste jüngere Freundin mit Kind. Die andere hat ihre Freundschaft auf unschönen Wege beendet, deshalb will ich nicht so rüber kommen, als sollte sie mein Kind komplett In Ruhe lassen. Denn ich weiß, dass sie manchmal lieber schweigt, statt was zu sagen, um mich nicht zu verletzen. Du hast ja recht, dass man miteinander reden soll, aber ich weiss eben nicht wie. Ich kann das nicht so gut...

9

Statt zu sagen “ich will nicht, dass du dich nur mit dem Kind beschäftigst“ würde ich sagen: “kunigunde, ich vermisse, dass wir mal richtig Zeit für uns haben, denn walpurga ist immer dabei und da können wir uns überhaupt nicht auf uns konzentrieren. Ich fände es schön, wenn wir uns am Kind freien Wochenende mal wieder als Freundinnen in Ruhe treffen würden.“
Also nicht eine negativ Botschaft, sondern eine positive, nämlich dass du sie als Freundin treffen willst, weil sie dir wichtig ist.

weitere Kommentare laden
12

Hat deine Freundin selber Kinder?
Einen wirklichen Tipp habe ich leider nicht. Ich glaube Treffen ohne Tochter wird sie nicht wirklich akzeptieren ggf immer nachfragen warum, weshalb, wieso deine Tochter nicht dabei ist.

15

Ja sie hat Kinder. Aber noch keine Enkelkinder.

14

Hallo,

mein bester Freund ist 31 Jahre älter als ich und so Anwandlungen - egal in welche Richtung - kenne ich nicht.
Wir sind uns sehr nahe und natürlich kennen wir die jeweiligen Ehepartner und es besteht zwischen allen ein gutes Verhältnis - aber WIR sind eben das Freundespaar und pflegen diese Beziehung für uns.
Er ist vor einigen Jahren für seinen Ruhestand ins Ausland gezogen und wenn er nach Deutschland kommt, treffen wir uns auch immer allein, damit wir unsere wenige Zeit wirklich nutzen und genießen können.
Er ist mein Freund! Ich liebe ihn sehr. Er ist Familie. Aber er ist nicht mein Vater oder der Ersatzopa meiner Kinder oder sonst was.
Und seine Frau ist ein toller Mensch, mit der ich mich immer gut verstanden habe, aber sie ist NICHT meine Freundin und wir haben uns seit dem Wegzug auch nur noch ein Mal gesehen.
Ebenso umgekehrt mein Freund und mein Mann.

Ich weiß nicht so recht, was ich Dir raten soll. Irgendwie fehlt mir da noch ein Puzzleteil um die Situation zu verstehen.
Hat sie eigene Kinder/Enkel? Ist sie (ungewollt?) kinderlos oder hat mit den erwachsenen Kindern sehr wenig Kontakt und versucht jetzt über Dich etwas zu kompensieren?

Wie war Eure Freundschaftsbeziehung denn vor der Geburt Deines Kindes? Auch die Beziehung zwischen Dir und ihrem Mann? Hat sich da entscheidend was getan nach der Geburt? Oder warst Du immer irgendwie so in die "Tochterrolle" gedrängt?

Freundschaften sind facettenreich, keine Frage. Und ich will das auch gar nicht bewerten. Aber für mich wirkt es so, als würdet Ihr die Augenhöhe verlieren. Gerade in einer so besonderen Freundschaft ist es wichtig, genau das immer im Blick zu behalten.
Sie ist NICHT Deine Mutter. Sie ist NICHT die Oma des Kindes. Sie ist NICHT in der Position Dich zu bevormunden.
Genausowenig bist Du in der "unterlegenen" Rolle, aus der Kinder gegenüber ihren tatsächlichen Eltern oft ihr Leben lang nicht herauskommen, egal wie selbstständig sie ihr Leben ansonsten leben.

Im Moment ist durch die Pandemie ja ohnehin alles eingeschränkt. Aber wenn die Zeiten hoffentlich bald wieder besser sind, dann würde ich mal mit ihr allein ausgehen und das mal ganz lieb ansprechen.
Du schreibst, Du bist alleinerziehend. Dann frag sie doch an einem Papa-Wochenende mal, ob sie mit Dir endlich mal wieder z.B. ins Restaurant gehen möchte, wenn es bei Euch wieder möglich ist. Ich denke, da kann im Moment niemand wirklich widerstehen. ;-)
Und dann schau, wie sich das so entwickelt.
Irgendwann wirst Du sagen müssen, dass Du Dich mit der Situation ein wenig unwohl fühlst. Du musst das ja nicht so negativ formulieren - da hast Du weiter oben schon einen guten Tipp bekommen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

16

Vielen, vielen Dank für so eine ausführliche Antwort. Die schafft mir mehr Klarheit. Sie hat Kinder, die eben schon erwachsen sind, und es ist wohl weniger Kontakt zwischen ihnen geworden. Enkelkinder hat sie nicht.
Vor der Schwangerschaft waren wir gute Kolleginnen, die sich sehr gemocht haben, dannn wurde ich schwanger und sie fragte sehr oft nach wie es mir und dem Baby geht. Hat oft meinen Bauch angefasst. Und so ist dann die Freundschaft entstanden.
Sie hatte eine Andere Freundin, die auch viel jünger ist und ein Kind hatte. Aber nun sind sie nicht mehr befreundet. Ich denke sie mag einfach Kinder und liebt es mit ihnen in Kontakt zu sein. Das sieht man eben, wenn wir auf Spielplatz gehen, redet sie gerne mit anderen Kindern.
Wir waren beide auch Leidensgenossen, da sie auch Probleme mit ihren Schwiegereltern hatte, und dadurch verstanden wir uns gut. Ich war froh jemanden zu haben, der mich verstanden hat.


Mal was essen oder trinken gehen wollen wir auch, sobald es möglich ist.
Leider ärgere ich mich mit jedem Treffen mehr und mehr über die Situation. Sie plant halt auch oft, was wir noch machen könnten, wenn meine Tochter etwas größer wird. Wo ich mir auch denke, warum?

18

Ok, das sieht jetzt schon etwas anders aus.
Sie hat die private, über den Arbeitsplatz hinausgehende Freundschaft also forciert, als Du schwanger wurdest? Eure Freundschaft besteht nicht länger, nur eine nette Kolleginnenschaft.

Das würde mich an Deiner Stelle wirklich nachdenklich machen, sogar befremden.
Ich würde mich ernsthaft fragen:
Was will sie von mir?'
Geht es wirklich um MICH als Menschen, weil sie mich mag, weil sie gern mit mir zusammen ist oder geht es im Grunde nur um mein Kind und was auch immer sie sich davon verspricht?
Was will sie von meinem Kind?

Letzteres würde mich eher unruhig machen. Ich mag mich täuschen, aber mit der Geschichte der anderen, jungen Freundin klingt es für mich so, als hätte sie sich gezielt eine junge Mutter "ausgesucht" um diesen privaten Kontakt zu pflegen und so an ein kleines Kind heranzukommen um - ja, was? Ihre Oma Ambitionen zu kompensieren?

Ich würde mich da auch unwohl fühlen... Auch dieses feste Verplanen von "später".

Bleib aufmerksam und höre auf Dein Bauchgefühl.

LG

weiteren Kommentar laden