Oma her holen? Geht das?

Hallo, meine Eltern sind in den 90ern nach Deutschland ausgewandert als Spätaussiedler. Sie haben für uns Kinder alles aufgegeben und hier ein neues und besseres Leben aufgebaut. Meine Großeltern sind zurückgeblieben, alleine.

Nun ist die Lage die, dass meine Oma immer Pflegebedürftiger ist. Sie lebt alleine, 1000km weit entfernt, hat niemanden.
Wir haben überlegt ob eine "Familienzusammenführung" möglich wäre? Und wie würde sich das regeln mit der Krankenversicherung, ihrer Rente und Unterkunft?
Hat hier jemand Erfahrung mit ähnlichen Situationen gemacht und kann mir hier weiterhelfen oder Tipps geben, an wen ich mich wenden kann?

Vielen lieben Dank!

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Hallo,

Ich weiß nicht, wie es deiner Oma genau geht, kann aber berichten, dass es bei meiner Oma komplett schief gegangen ist. Sie hat es 2 Monate lang gerade so ausgehalten, hat dann ihren Koffer gepackt und gesagt, sie will wieder nach Hause. Und hat dann Jahre in einem Pflegeheim in ihrem Heimatland gelebt, dort hat sie jede Woche eine Cousine besucht und mein Vater ist dann alle zwei Monate zu ihr für ein paar Tage gefahren.
War ihr lieber als bei uns im Haus. Es gibt ja den Spruch, einen alten Baum verpflanzt man nicht und bei ihr war es so. Es hat sie fertig gemacht, dass sie noch mal mit der Nachbarin einen Schwatz halten kann oder sich allein ein Brötchen kaufen oder der Krankenschwester selbst erklären, was sie hat ...
also vielleicht sollte ihr das mal testen.

Liebe Grüße und alles Gute!

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*nicht mal soll es natürlich heißen!

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Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Bei uns würde das ein wenig anderes ausfallen, da meine Oma sehr gut Deutsch spricht und auch bei sich schon alle um sie herum verstorben sind. Sie hat dort weder Freunde noch Familie... :-/

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Hallo, Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hat sie in Deutschland keine. Wenn es da hilfebedarf gibt, springt das Sozialamt ein. Die Leistungen würden dann über einen Pflegedienst erbracht. Zu den anderen Punkten kann ich dir leider nichts sagen.

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Hallo und vielen Dank für deine Antwort.
Wir würden sie natürlich selbst pflegen, nur müsste sie zumindest zeitweise in eine kleine 1 Zimmer Wohnung ziehen, da meine Eltern sie nicht unterbringen können bei sich.

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Hallo,

erkundige dich mal, ob sie noch als Spätaussiedler nach Deutschland einwandern könnte. Wenn ja, läuft alles als wäre sie schon immer hier.

Online habe ich Anträge gesehen, also müsste es gehen.

Gruß
Theresa

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Vielen Dank für den tollen Tipp! Wir werden das überprüfen! :-)

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Ist die auch als Spätaussiedler anerkannt und könnte die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen?
Falls nicht, sieht es schlecht mit dem Familiennachzug aus

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Hi!

Wenn deine Oma nicht ebenfalls als Spätaussiedler gilt, dann würde ich mich an eurer Stelle mal an die zuständige Ausländerbehörde wenden. Dort kann man euch sicher weiterhelfen.

LG

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Vielen Dank! Eigentlich begründet sich unser Spätaussiedler Status auf Ihren Vorfahren. Demnach müsste es eigentlich anerkennt werden.
In der Vergangenheit wurde aber mal ein Antrag abgelehnt, wieso weiss ich leider nicht.Die

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Meine Mutter hat das mit meinen Großeltern gemacht.

Wichtig ist zu wissen wo sie aktuell wohnt. Schlesien oder Siebenbürgen ist in der EU und daher wohl einfacher als Russland.
Innerhalb der EU kann man umziehen wie man lustig ist, ohne die Eigenschaft als Spätaussiedler nachweisen zu müssen (was aber für vor 1945 Geborene mit deutschsprachiger Geburtsurkunde ohnehin kein Problem ist).

Dann heißt es, Ämter abklappern.

Bürgeramt Anmeldung.

Rentenversicherung: Rentenansprüche für Angestelltenarbeit und Kindererziehung werden zwischen den Staaten übertragen.
Für Arbeit in der Landwirtschaft gibt es aber in Deutschland nichts (gilt als Selbständigkeit mit privater Eigenvorsorge), nur die Überweisung von der Rentenkasse aus dem Heimatland auf ein deutsches Konto. Im Ausland wird meist auch Arbeit in der Landwirtschaft rentenversichert.

Sozialamt: Ergänzend gibt es Grundsicherung vom Amt bei Bedarf.

Nächster Anlaufpunkt ist die AOK für Krankenversicherung.
Nachweise, dass man in D wohnhaft und Rentner ist (ggf. ausländische Rentennachweise einreichen) oder Grundsicherung erhält.

Um Pflegestufe kümmert man sich dann bei Bedarf, aber eigentlich übernehmen den ersten Anstoß oft Ärzte oder Krankenhäuser nach Krankenhausaufenthalt vor Entlassung und dann kommt jemand vom sozialen Dienst, um die Lage zu erfassen.

Wer krankenversichert ist, ist auch pflegeversichert.

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Ah so, wichtig ist natürlich auch das Bundesverwaltungsamt, wo man die Spätaussiedlerbescheinigung (Vertriebenenausweis) beantragt.

Google mal Spätaussiedler Aufnahme.
Manche Bürgerämter erklären recht ausführlich, was man an Papierkram braucht.

Beispiel:
https://www.geseke.de/buergerinfo/produkte/pr56.php

Und allgemein ist wichtig , dass man überall sofort hingeht und in den Ämtern eine Akte „angefangen“ wird, auch wenn man noch nicht alle Papiere beisammen hat. Dann muss man Stück für Stück kreuz und quer nachreichen.

Meine Mutter hatte einen dicken Ordner, mit dem sie alle stellen abgeklappert hat.

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Wow! Vielen vielen Dank für all die wertvollen Infos und Tipps!!! Das hilft mir unheimlich!

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Wenn deine Großeltern als Spätaussiedler gelten, dann ist es kein Problem. Wenn dem nicht so seien sollte, dann ist ein Familiennachzug nicht möglich. Familiennachzug geht nur für Personen die die Eltern von, zum Zeitpunkt der Stellung Asylantrags, minderjährigen Kindern oder von minderjährigen Kindern zu den Eltern. Deine Großeltern könnten natürlich trotzdem in Deutschland Asyl beantragen.

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Spätaussiedler sind keine Asylbewerber, das sind zwei Paar Schuhe.
Die TE hat auch keine Gründe genannt, weswegen ihrer Oma hier Asyl gewährt würde, sie wird ja nicht politisch verfolgt o.ä.

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Danke. Ja, ich habe dann auch nach weiterer Recherche gelesen, dass Familiennachzug in Verbindung mit Asyl steht. Da dies bei uns nicht vorliegt, greift kein "Familiennachzug".
Da wir Deutsche Vorfahren haben, müsste sie auch als Spätaussiedlerin anerkannt werden.

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Ich würde Mal hier nachschauen:

https://germania.diplo.de/ru-de/service/08-SonstigekonsularischeDienstleistungen/spaetaussiedler/1280210

Also meine Großeltern sind in den 90ern mitgekommen und bekommen auch Rente hier.
Meine andere Oma ist "richtige" Russin, also nicht ursprünglich deutscher Abstammung und erhält Sozialhilfe.

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Vielen Dank! :-)

Wenn Sie hier Rente bekäme, wäre sie dann genauso wenig wie dort?

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Das kann ich dir leider nicht sagen. Kann auch weniger sein.
Meine Eltern bekommen auf jeden Fall auch Rentenpunkte für die Jahre, die sie dort gearbeitet haben. In welchem Umfang kann ich leider nicht beurteilen.
Noch sind sie auch nicht in Rente 🤷‍♀️

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Ich würde bei der entsprechenden Botschaft eures Heimatlandes in Deutschland mal anfragen, was ihr dort, wo Oma lebt denn organisieren könnt als Betreuung für die Oma.

Oder bei nem ambulanten Pflegedienst hier mal nachfragen, ob die weiterhelfen können mit Adressen wg. Betreuung im Ausland (also eurem Heimatland), auch allgemein vielleicht von nem Budnesverband o.ä.