Wie fühlt ihr euch als Einzelkindmamas

Mich würde mal interessieren, wie sich andere Einzelkindmütter fühlen und behandelt werden. Mein Sohn ist 10 Jahre alt und Einzelkind. Mein Mann wollte defintiv kein zweites und für mich war das auch immer soweit ok. Mein Problem war aber immer schon, dass mein Sohn nicht sonderlich Kontaktfreudig ist und kaum Freunde hat. Mein Mann und ich haben auch nur wenig Freunde und leider nienand mit Kind in seinem Alter. Um ihm neben der Schule soziale Kontakte zu ermöglichen, habe ich ihn in einem Sportverein angemeldet. Dort geht er auch gerne hin und ich schaue öfter auch mal zu, wie viele andere Mütter. Ich habe allerdings schon immer das Gefühl, dass man als Einzelkindmama von den anderen Müttern gemieden wird oder zumindedt nicht als gleichwertige Mutter angesehen wird. Durch Corona entfällt der Sportverein natürlich schon seit langer Zeit. Jetzt habe ich heute zugällig erfahren, dass sich die Mamas untereinander regelmäßig teeffen, damit die Kids sich regelmäßig sehen können. Ich wurde nie danach gefragt...Mir tut das sehr Leid. Ich werde behandelt als hätte ich überhaupt krin Kind und v.a. überhaupt keine Ahnung von der Lebenswelt der anderen Mütter...Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um?

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Ich bin Einzelkindmama, mein Sohn ist 9. Auf den Gedanken, dass mich andere Mütter nicht als vollwertige Mutter ansehen könnten, bin ich noch nie gekommen. Und ganz ehrlich: Oft denke ICH, dass es doch die Mehrlingsmamas leichter haben. Da gibt es zuhause zwischen Kind und Mutter einen Geschwisterpuffer. So bin ich den ganzen Tag Ansprechpartner und während Corona waren die Tage oft so lang, dass ich gerne Streit geschlichtet und etwas mehr Chaos verwaltet hätte.

Als sensibles Wesen mit chronischem Arme-Sau-Syndrom kenne ich allerdings das Gefühl, wenn andere Mütter und deren Kinder sich treffen und ich nicht dabei bin. Weißte, was da hilft? Selbst initiativ werden: Hey XYZ, ich fahre morgen mit meinem Sohn in den Wald/Zoo... und hab noch drei Plätze frei. Mit?

Die anderen Mütter sind sicher nicht bösartig und grenzen dixh bewusst aus, sondern die haben dich einfach vielleicht nicht auf dem Schirm? Wenn du und dein Sohn etwas zurückhaltend seid, dann denken die vielleicht auch, ihr habt gerne eure Ruhe?

Ich würde aufhören, Nicht-Einladungen persönlich zu nehmen und in Situationen, wo du hörst, dass XYZ sich trefden fragen: Hey, cool. Uns fällt die Decke aufn Kopf, ist's okay, wenn wir dazukommen?

Selten sind das exklusive Veranstaltungen, wo du ne VIP-Karte brauchst. Ne Tupperdose Süßkram oder ne Thermoskanne Kaffee reicht.

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Toller Beitrag ♡

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"Als sensibles Wesen mit chronischem Arme-Sau-Syndrom kenne ich allerdings das Gefühl"

Love it...

Genau ich.

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Ich war 7 Jahre Einzelkind Mama. Mein mann und ich haben hier jetzt nicht viele Freunde aber ich habe mich immer sehr nach Kontakt zu Mamas mit gleichaltrigen Kindern bemüht.
Als corona kam hatte er immer 2 bis 3 Kindern mit denen er spielen konnte. Da war ich aber auch sehr hinterher, da mein Sohn auch eher zu den schüchternen ruhigen gehört, hätte ich bei ihm lange warten können bis er initiative ergreift.
Das Gefühl als Einzelkindmama nicht ernst genommen zu werden habe ich nicht.

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Mein Sohn ist auch 10 und wir haben wenig Kontakt zu anderen Eltern. Interessiert uns jedoch nicht. Wir haben Freunde und Familie. Unser Sohn spielt mit zwei Kindern. Es reicht ihm .

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Ich kann nur von meiner Mutter berichten.
Als ich geboren wurde war sie 20, nach 4 Jahren alleinerziehend.
Dann als ich 17 war kam meine Schwester auf Die Welt und wieder alleinerziehend.
Wir sind praktisch 2 Einzelkinder, haben nie viel miteinander anfangen können.

Bei uns beiden wurde sie auch dumm angeschaut und nicht eingeladen, die Leute habensich hinterrücks das Maul zerrissen, aber sie sagt immer, dass sie auf so oberflächliche Leute sche**en kann. Dann trifft man sich doch lieber mit niemandem, als mit solchen Schwätzern.

Ich würde mir da gar keine Gedanken drüber machen. Meine Mum hat den Spruch umgedreht und sagt jetzt immer "andere Kinder haben auch tolle Mütter".

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Die beste Freundin (und zwei weitere Freundinnen) meiner kleinen Tochter sind Einzelkinder, ich käme nie auf die Idee, ihre Mamas nicht als "vollwertige" Mütter zu sehen. Alle sind absolut integriert (Kita und Vereine) und die Mädchen beliebte Spielpartner.

Wenn du schreibst, dein Kind sei eher schüchtern und ihr auch nicht in einem großen Freundeskreis aktiv, legt es die Vermutung nahe, dass ihr euch alle drei mit sozialen Kontakten schwer tut. Wobei dies nicht primär mit der Anzahl der Kinder zusammenhängt und dein Sohn schon in einem Alter ist, indem es nicht mehr (nur) an den Müttern ist, Termine auszumachen und Kontakte zu knüpfen. Ihr werdet alle aktiver werden müssen. Zumal wir uns noch in einer Zeit befinden, in der die Auswahl der Spielpartner stark reglementiert wurde, da war man viel auf Eigeninitiative angewiesen. Zu warten, dass andere auf einen zukommen, ist meist keine gute Idee.

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Ich bin mir auch sicher, dass das nichts damit zu tun hat dass es ein Einzelkind ist sondern eben mit der sozialen Kompetenz.. bin auch Einzelkind; meine Alleinerziehende Mutter und ich waren überall voll integriert und ich hatte viele Freunde.

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Unser Sohn ist fünf. Ich bin aktuell schwanger, aber lange waren wir uns unsicher, ob er nicht Einzelkind bleiben wird.

Wenn man das erwähnt, wird man immer noch mit Vorurteilen über Einzelkinder konfrontiert: mangelndes Sozialverhalten, unglücklich oder verwöhnt

Dass man gemieden wird, habe ich nicht erlebt, aber dass man nicht ernst genommen wird. Es gibt ja immer noch diesen blöden Spruch „ein Kind ist kein Kind“
Vor allem aus Familienkreisen durfte ich mir oft anhören: „Da kannst du ja nicht mitreden.“ oder „Ein Kind ist ja sehr entspannt.“ Da wurde mir auch oft abgesprochen, dass ich auch mal müde oder überfordert sein kann oder es schwierig finde, Haushalt und Baby zu vereinbaren. Als wäre Mutter sein ein Wettkampf.

Ich finde es auch immer wieder erschreckend, dass sich fast fremde Leute in die Familienplanung einmischen. Dabei kennen sie doch gar nicht unsere Geschichte. Es hätte ja auch sein können, dass wir eine lange Kinderwunschbehandlung hinter uns haben, viele Fehlgeburten oder dass die Geburt von unserem Sohn traumatisch war.

Wirkt dein Sohn denn glücklich? Manche Menschen sind ohne viele soziale Kontakte sehr glücklich. Das ist einfach eine Typfrage.

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Weiß nicht, ob du dich da nicht ein bisschen hinter der Sache mit dem Einzelkind versteckst, nur um nicht nach Gründen suchen zu müssen, die vielleicht unangenehmer sind...?

Ich tue mich auch schwer mit einer ersten Kontaktaufnahme. Im Moment ist meine Tochter noch sehr klein und hat genug Ansprache in der Krippe. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich mich überwinden muss und aktiv drauf zuarbeiten. Ich glaube den allermeisten fällt es unglaublich schwer, wenn sie irgendwo bei Null anfangen müssen. Es geht also nicht nur dir so. Vielleicht hilft das als Gedanke. Einfach los, lächeln und Quatsch am erzählen. Das finden vielleicht 4 von 5 doof, aber die fünfte ist mit dir auf einer Wellenlänge. Und von da an wird es immer leichter.
Und dann: Pflege nicht vergessen. Das kann ich zumindest sehr gut und daher hatte ich immer ein gewisses Grundgerüst an Leuten, die einfach nie mehr gegangen sind. ;-) Trotzdem sind wir umgezogen und ein/zwei aus dem Ort mit Kindern im gleichen Alter wären sicher gut. Das geht z.B. auch vom Spielplatz weg.

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Dem schließe ich mich an.
Ja, das tut weh, sich eingestehen zu müssen, dass man selber der Außenseiter ist.
Habe aber selbst auch noch nie gehört oder erlebt, dass Eltern von Einzelkindern gemieden werden.
So blöd es klingt - es liegt höchstwahrscheinlich nicht daran, dass du nur ein Kind hast sondern wie schon gesagt wurde, Sympathie, Wellenlänge, Interessen oder sonstwas.

Wie war es denn vorher im Verein, waren die Mütter, die sich treffen schon immer etwas enger? Hattest du mal mehr mit denen zu tun, Einladung, Kaffee etc.? Bist du die einzige, die ausgeschlossen ist? Haben die überhaupt deine Nummer? Ansonsten denke ich ist das nicht soo verwunderlich und wahrscheinlich auch keine Absicht. Du gehörst halt nicht zu diesem Freundeskreis, traurig für dich aber nunmal Fakt.
Mein Tipp: selber aktiv werden, direkt ansprechen, nachfragen.
"Hallo xy, ich habe gehört, dass ihr euch neulich so getroffen habt, weil der Verein ja gerade nicht stattfindet. Darf mein Sohn das nächste Mal auch dabei sein?"
Oder du kontaktierst mal die anderen Mütter, die nicht zu dieser Gruppe gehören (und wahrscheinlich genauso wie du Zuhause sitzen, davon erfahren haben und sich blöd fühlen) und ihr organisiert eure eigenen Treffen.

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Nein, deine Erfahrungen kann ich überhaupt nicht teilen. Meine Tochter ist in der 2. Klasse, hat viele Freunde, die Freundschaften bestehen zum Teil seit den Kindergartenanfängen.
Sie ist bis jetzt nicht mal in einem Verein, bei der KInderfeuerwehr steht sie auf der Warteliste. Wir leben auf dem Land, ihre Freunde sind in Vereinen, sie hat noch nichts passendes gefunden.
Die Mütter, mit denen ich durch das Kind Kontakt habe, das sind Bekanntschaften die über die Jahre gewachsen sind. Man trinkt mal nen Kaffee, quatscht ne Runde, grillt zusammen....weil es zwischenmenschlich einfach passt.

Ich glaube du vermischt da einfach etwas. Du schreibst ja selber, das ihr nicht so kontaktfreudig seid. Du bedauerst, das dich niemand gefragt hat. Aber bist du denn vorher aktiv geworden? Hat dein Sohn im letzten jahr aktiv Kontakte geknüpft, trotz Corona? Es liest sich so, als wenn du automatisch davon ausgehst, das man Kontakte über das KInd knüpft. Das Kind oder das Hobby quasi ein Garant für diese Kontakte ist. Aber so funktioniert das doch nicht. Es ist doch egal ob du ein oder mehrere Kinder hast, für intensivere Kontakte muß die Chemie einfach stimmen.

Besonders durch Corona haben sich hier die Karten noch mal ganz anders und neu gemischt, in eine positive Richtung. Und gerade die Mischung Einzelkind und mehrere Kinder hat dazu beigetragen. Man ist unetreinander noch offener geworden, hat aktiv um Hilfe und Unterstützung gebeten.

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Warum bist du dir so sicher, dass der Grund, dass ihr etwas isoliert seid und die anderen Mütter im Sportverein euch nicht miteinbezogen haben, daran liegt, dass euer Sohn ein Einzelkind ist?

Ich glaube, es hat überhaupt gar nichts damit zu tun, dass er keine Geschwister hat.

Ich habe zwei Freundinnen, die jeweils "nur" einen Sohn haben. Bei beiden war es eine bewusste Entscheidung, dass es bei einem Kind bleibt. Und weißt du was? Beide Mütter (und deren Kinder) sind vollkommen in ihr Umfeld integriert, haben viele Kontakte und die Mütter/die Eltern mehrere bis viele Freunde. Das liegt aber an deren Persönlichkeit, deren Interesse auf andere zuzugehen.

Möglicherweise wirken du und dein Kind so, als hättet ihr kein Interesse an näherem Kontakt mit den anderen? Vielleicht sendest du/sendet ihr etwas aus, dass die anderen eher davon abhält euch miteinzubeziehen? Ganz sicher wird es nicht daran liegen, dass dein Sohn Einzelkind ist.