Nochmals zum Schadensersatz für Abwesenheit des Vaters

Ich hoffe, dass dieser Thread bestehen darf und bitte daher darum, dass wir uns sachlich austauschen können.
Wer meinen Thread nicht gelesen hat: Ich wurde in der Schwangerschaft vom Vater meiner Tochter verlassen (er wollte das Kind nicht), der den Umgang mit der Kleinen vehement verweigert, Unterhalt aber pünktlich bezahlt. Da meine Tochter unter seiner Verletzung der Umgangspflicht leidet und deswegen in psychotherapeutischer Behandlung ist, wollte ich wissen, ob sie ein Anrecht auf Schmerzensgeld/immateriellen Schadensausgleich von ihm bekommen kann.

In Italien ist das mittlerweile möglich. Hier ein Link (auf Deutsch) aus Südtirol. Wer Italienisch kann, kann sich viel umfassender informieren, Schlagwörter wären : risarcimento padre assente/ risarcimento endofamiliare/ risarcimento non patrimoniale/ risarcimento morale.

http://www.tvzlaw.it/780/desinteressierte-eltern-schadensersatz-geschuldet/

Wäre soetwas in DE möglich? Wie steht ihr dazu? Fändet ihr so ein Gesetz gut oder nicht?

Danke

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Nein das ist in Deutschland nicht möglich und das finde ich auch gut so.
Du als Mutter hast über den Kopf des Vaters hinweg entschieden, dass du das Kind gegen seinen Willen behalten willst. Das war dein gutes Recht. Dein Körper, deine Entscheidung. SEIN gutes Recht ist es, abgesehen vom Unterhalt den Kontakt zu verweigern. Richtig so.
Ich finde, dass DU jetzt in der Pflicht bist, dein Kind nicht gegen den Vater aufzuhetzen oder ihr einzureden, dass er sich eigentlich um sie kümmern müsste. Es ist in deiner Verantwortung, dass es ihr mit der Familienkonstellation so wie sie jetzt ist, gut geht.

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Danke für deine Antwort!
Ich werde es jetzt einfach allgemein formulieren:
Für dich ist es so, dass die Frau dann großen Anteil dran hat, ob das Kind überhaupt unter der Ablehnung des Vaters leidet?
Ich akzeptiere jede Meinung !
Hätte da noch Fragen dazu und wirklich ehrlich nur interessehalber ohne Wertung !

Würde es für dich einen Unterschied machen, wenn ein Vater, der einige Jahre Bezugsperson für das Kind war, den Kontakt abbrechen würde? Würdest du da Schadensersatz gut finden?

Bist du der Meinung, dass man niemanden vermissen kann, den man nicht kennt?

Ich sage schonmal Danke :-)

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Mit Geld geht es dem Kind psychisch auch nicht besser.

Du hast dich für das Kind entschieden. Er sich leider nicht. Damit muss man leben.
Ihn zu verklagen würde nichts bringen. Damit hilfst du deinem Kind nicht.

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Die Antworten bleiben gleich. Nein!

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Ich glaube nicht, dass das in Deutschland möglich ist und fände es auch nicht gut. Die Komplexität, die individuell zu so einer Entscheidung führen, keinen Kontakt zum Kind zu haben, sind vielschichtig. Und die Beweisführung, dass psychische Schäden auf genau diesen Grund zurückzuführen ist, halte ich für unseriös. Es gibt Kinder, die alleine bei Müttern aufwachsen und denen geht es prima (ich bin auch so aufgewachsen und kannte es auch nie anders) und Kinder mit massiven psychischen Schäden aus kaputten Kernfamilien. Ich finde wir haben das Jahr 2021, every reality is different und die Familienformen sind heute bunt und vielfältig und heute wird kein Kind mehr diskriminierend, weil es ohne Vater aufwächst. Das wäre dann nur ein Instrument für verbitterte AE, um dem verhassten Ex mal tüchtig noch eins auszuwischen. Dem Kind ist das jedenfalls nicht dienlich. Es gibt so viele AE, die bekommen das toll hin, weil sie sich auf das Wohlergehen ihres Kindes konzentrieren und ihre kleine Familie geniessen. Das solltest du auch tun!

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Sorry,

aber Dein Kind hat ihre psychischen Probleme nicht wegen des fehlenden Vaters ...

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Gab es zu dem Thema nicht genug Diskussion?
Du hast dich dazu entschieden, das Kind alleine groß zu ziehen, der Vater kommt seinen finanziellen Verpflichtungen nach.
Such dir eine Beratungsstelle für Alleinerziehende, du solltest mit dem Thema abschliessen

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Du möchtest das Geld doch dafür das du ein Kindermädchen finanzieren kannst.
Was hat das Kind davon?
Mein Kind ist 16 und auch ohne Vater groß geworden.
Ich bin nicht dafür das man den Vater auf Schmerzensgeld verklagen kann.

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Ich fände das nicht gut.

Es ist die Entscheidung der Frau, das Kind zu bekommen oder nicht zu bekommen, egal, was der Vater möchte. Und das ist gut so, weil es um die Selbstbestimmung über den eigenen Körper geht.

Der Mann muss für das Kind, an dem er beteiligt war, finanziell aufkommen. Auch das ist fair, immerhin sind an so einem Kind ja zwei beteiligt.

Aber ich finde, dass man dem Kindsvater dann nicht noch zum Umgang zwingen darf, wenn er den nicht möchte. Genauso, wie es die Entscheidung der Frau ist, das Kind zu bekommen, ist es dafür die Entscheidung des Mannes, keine emotionale Bindung zum Kind zu haben.


Ein Schmerzensgeld... Finde ich nicht gut. Absolut nicht.
Wenn man das rein theoretisch weiterspinnt, könnte man ja auch sagen, dass auch die Mutter Schmerzensgeld zahlen muss, weil sie das Kind bekommen hat. Hätte sie das nicht, hätte das Kind gar keine Probleme.
Und ja, das klingt absolut lächerlich. Aber... Es passieren merkwürdige Dinge auf dieser Welt. Irgendwer hat auch schon versucht, als Erwachsener seine Eltern auf Unterhalt zu verklagen, weil sie ihn gegen seinen Willen geboren haben und deshalb ein Leben lang für ihn zahlen müssen.
Irgendwann sind auch Grenzen erreicht. Und das ist für mich so eine. Zumal ich bezweifle, dass die andere Möglichkeit ("Na schön, dann treffe ich das Kind halt einmal im Monat, dann muss ich nix zahlen") eine bessere Lösung ist. Die Ablehnungshaltung wird das Kind deutlich zu spüren bekommen.... Ob das psychisch besser ist...

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Es tut mir leid, aber sicher, dass es deine Tochter ist, die psychische Probleme hat? Hast DU schon einmal mit einem Psychologen gesprochen um diese Affäre aufzuarbeiten?

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Ich finde die Gesetzgebung nach wie vor so in Ordnung. Es ist der größte gemeinsame Nenner. Man sollte weder Mutter noch Vater zu Umgang zwingen. Finanzielle Verpflichtung ist das Einzige was durchzusetzen ist. Egal in welcher Phase das Kind verlassen wurde.

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