Verpönt 'nur' Hausfrau und Mutterzu sein?

Das brennt mir schon länger auf der Seele.

Wieso ist es so verpönt 'Nur' Hausfrau und Mutter zu sein? Und ich meine nicht wegen dem finanziellen Aspekt.

Solche Sprüche wie:

Die 50er haben angerufen und wollen die Unterdrückung der Frau zurück.

Alle kämpfen für Emanzipation und du machst alles wieder kaputt.

Wenn du so leben willst, dann solltest du auch nicht mehr wählen gehen.

Schlägt dein Mann dich?

Du bist doch einfach nur faul!

Gerade die letzten beiden Aussagen sind einfach nur richtig verletzend und schüren Gerüchte.

Ich bin sehr gerne daheim, kümmere mich um die Wohnung und die Kinder und halte meinem Mann den Rücken frei. Wieso reden alle von Feminismus und Emanzipation, aber wenn ich mich aus freien Stücken für so ein Leben entscheide, greifen sie meine Entscheidung (und mich) an?

Ich möchte einfach nur einmal verstehen wieso andere darin einen Angriff auf sich sehen? Vielleicht kann mir das hier ja jemand beantworten.

Und bitte, bitte, keine Diskussionen über Abhängigkeit und Rente o.ä.

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Es ist genauso Emanzipation sich bewusst für Familie und Hausarbeit zu entscheiden!

Für mich persönlich wäre es nichts, zum Glück kann ich aber befreit entscheiden...

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Ich weiß, meine Antwort kommt jetzt eine Woche zu spät ;-).
Aber genau das sind Hausfrauen derzeit eben nicht: Empanzipiert, weil sie sich freiwillig für Haus und Kind entschieden haben. In unserer derzeitigen Gesellschaft ist das nämlich überhaupt nicht möglich, weil unser tägliches Leben von permanenten Rollenbildern geprägt ist. Und solange nicht Männer genauso viel und lange in Elternzeit gehen wie Frauen und genauso viel in Teilzeit gehen und genauso viel Carearbeit machen und ältere Generationen aus den 1950ern leben, wird sich das auch nicht ändern.
Das ist kein Vorwurf an die einzelne Hausfrau, aber eine Entscheidung heutzuträge, Hausfrau zu sein hat nichts mit Emanzipation (das wäre dann eher der Hausmann), sondern mit Rollenbildern die sich über jahrzehnte entwickelt haben und Frauen und Männer einfach übernehmen. Wenn auch nicht mehr so krass wie vor 60/70 Jahren.

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Ich bin radikal Feministin und bin zuhause.
Also Hausfrau und Mutter.
Dafür haben wir uns als Familie gleichberechtigt und frei entschieden.

Das schließt sich für mich nicht aus. Für mich war schon immer die Definition von Feminismus: jede Frau, jeder Mensch, jede Familie, sollte für sich völlig frei Entscheidungen treffen dürfen.

Diese sehen komplett individuell aus und da gibt es KEIN richtig oder falsch.
Wie gesagt: völlig frei und völlig bewusst.

Mir persönlich begegnen solche Sprüche nur von neidischen Menschen. Aber das ist nur meine Erfahrung. Können sich nicht mehr vorstellen, dass ein Vollzeitverdienst ausreicht um (sehr) gut zu leben. 🤷🏻‍♀️

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Sehe ich genauso! Selbst wenn man sich dazu entschließt finanziell zurückzustecken um dieses Familienmodell zu leben ist es doch jedem selbst überlassen! Die einen Paare gehen Vollzeit arbeiten, um das gemietete oder gebaute Haus zu finanzieren und 3x im Jahr in den Urlaub fahren zu können. Den anderen reicht vielleicht eine Mietwohnung und es ist ausreichend, wenn einer von beiden losgeht, so dass die Kids nicht in der Ganztagsbetreuung groß werden! Leben und leben lassen! Würde mich da auch überhaupt nicht angesprochen fühlen, wenn mir jemand mangelnde Emanzipation unterstellen würde. War und bin gerne mit den Kids zu Hause und übernehme den Versorgungs- und Erziehungsauftrag von Herzen gerne selbst! Also jeder wie er meint!

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Bin 100% bei Dir.
Aber bitte bei Ausfall des Ernährers&Co auch selbst finanzieren und bitte auch im Alter.
Ist dies gewährleistet bin ich zu 100% bei dir.

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Diese Sprüche sind echt gemein und gehen gar nicht! Das würde ich meinem Gegenüber auch echt verbieten!

Nichtsdestotrotz ist dein oder euer Modell, welches ihr lebt auch nicht meins.
Aber ich bin auch so von meiner Mutter erzogen worden. Ihr war es einfach sehr wichtig, dass ihre Töchter jederzeit unabhängig sind... Vor allem finanziell.
Meine Oma war es nämlich nicht. Sie hat mit meinem Opa zwei Kinder bekommen und war nur für sie und den Haushalt da. Hat alles zu Hause geregelt. Mein Opa hat "nur" Geld mit nach Hause gebracht.
Aus so einigen Gründen wollte meine Oma die Scheidung. Ging aber nicht, denn sie hatte keinen eigenen Cent. Sie hätte Unterhalt bekommen, aber 2 Kinder und eine Wohnung wäre trotzdem verdammt schwierig gewesen...
Also hat meine Oma die Zähne zusammen gebissen als die jüngste 18 Jahre alt war und ihr eigenes Geld verdient hat.
Ich finde das ist eine fürchterliche Situation und so möchte ich nicht enden.

So muss es natürlich bei dir und deinem Mann nicht sein, aber so könnte es sein. Man kann den Menschen nur vor den Kopf gucken!

Außerdem mag ich meinen Job gerne, habe schließlich keine 3 Jahre Ausbildung hinter mir um anschließend Haus und Hof zu versorgen 😉

Aber all das ist meine Meinung und da wird sich auch nie etwas dran ändern. :)

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Nachtrag damit es nicht falsch verstanden wird: ich liebe meinen Sohn mehr als alles andere. Ich mag auch unser Haus und kümmere mich gerne und viel.
Aber ich gehe auch sehr gerne arbeiten und die Zeit mit meinen Kollegen ist für mich auch wertvoll! :)

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Ich habe sogar 2 Ausbildungen. :D

Trotzdem gefällt es mir hier besser. 😀

Es gibt, für solch einen Fall, tatsächlich ein Sparkonto. Da kommt jeden Monat Geld drauf, ich bin als alleinige Verwaltung des Kontos eingetragen. Wir sind zwar schon 18 Jahre zusammen, aber wir sind aufgeklärt genug um zu wissen, dass immer was passieren kann. Dieses Konto ist auch dazu da, später evtl Rente abzufangen, da ich ja zu Hause nichts einzahle.

Ich verstehe jeden der gerne Arbeiten geht, ich persönlich bin leider nie glücklich dabei gewesen.

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Hier ist es verpönnt als Mutter arbeiten zu gehen.

Ich bekomme Regel von anderen Müttern zu hören, wie ich am Wochenenden und Feiertagen arbeiten könnte.

Durch Corona war ich Arbeitslos. Nächste Woche fange ich eine neue Arbeit an am 01.06. und ja,es ist wieder mit am Wochenende und Feiertag. Ich finde es nämlich super, wenn ich an einen normalen Werktag ganz entspannt Termine machen kann ohne von der Arbeit hetzen zu müssen und dann noch schlechtes Gewissen, weil mein Kind wartet und zack ist es wieder Abend.

Meine Tochter hat liebevolle Großeltern beiderseits und einen tollen Papa, (sind getrennt) da mache ich mir keinen Kopf,sie ist gut versorgt am Wochenende und Feiertag.

Hausfrau und nur Mutter sein,ist nichts für mich.

Leben und Leben lassen. Jeder wie er kann und möchte oder gar muß.

Es gibt Frauen die gehen darin auf und es gibt Frauen,die brauchen die Arbeit,aus welchen Gründen auch immer.

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Ich finde das sehr schön. Auch das der Papa sich so wunderbar einbringen dass es für euch passt und alle glücklich sind. Denn das ist ja die Hauptsache!

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Meiner Meinung nach total bekloppt… wenn sich beide Partner dafür entscheiden und hinter der Entscheidung stehen, wieso denn nicht? Solange wie sich die Frau auch adäquat um alles kümmert, also den Haushalt schmeißt und auch für die Kinder da ist, ist das doch eine gute Sache, wenn beide überzeugt sind. Was anderes wäre es, wenn die Frau nur Zuhause breit läuft und den ganzen Tag Kaffee säuft.

Für mich persönlich wäre es jetzt auch nichts, aber bei uns ist es so, dass wir entschieden haben, dänisch mich dahingehend beruflich verändere, dass ich mehr Zeit für die Kinder habe.

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Mit welchen Menschen hast Du denn Kontakt, dass Du solche Sprüche hörst? Ein bisschen viel Drama, oder? Langweilig daheim?

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Auch wenn du es ironisch gemeint hast ( ist hier im Forum ja nichts neues ;)) bekommst du von mir eine ehrliche Antwort:

Wir sind vor kurzem umgezogen, man lernt sich gerade mit den Menschen der Umgebung hier kennen. Glaub mir, viele der Personen werden auch nur noch ein freundliches Hallo und Tschüss bekommen.

Und jetzt einen schönen und entspannten Abend dir. 👍

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Ihr seid also umgezogen und da wirst du gefragt, ob dein Mann dich schlägt und ob du faul bist? Vielleicht kannst du diese Situationen mal beispielhaft beschreiben. Es ist halt schwer vorstellbar, dass man einfach so beschimpft wird, das liest sich tatsächlich so, als sei euer Umfeld ganz fürchterlich.

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Dann schätz dich glücklich, dass du im 21. Jahrhundert lebst und frei entscheiden kannst, wie du dein Leben gestaltet.
Und doofe Sprüche gibt es immer und überall.
Die Meinung der anderen darf dich hierbei weniger interessieren.
Ich arbeite mit 2 Kita Kindern derzeit fast Vollzeit und bekomm alles bestens unter einen Hut.
Für mich haben meine Kinder dennoch Priorität und wir nehmen uns ganz viel Zeit mit ihnen.

Das Gute ist es ja nun in diese Gesellschaft, dass sich jeder (soweit wie machbar) sein Leben so gestalten kann, wie es ihm beliebt.

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Nun ja, Abhängigkeit und Defizite bei der Rente sind nunmal nicht von der Hand zu weisen, wenn man dauerhaft über längeren Zeitraum vom Beruf fernbleibt.

Zugegeben, den Spruch "ich halte meinem Mann den Rücken frei", kann ich nicht mehr hören. Im Zweifelsfall wird dir das nicht gedankt, oder meinst du er weiß das im Falle einer Trennung rückblickend zu schätzen und entschädigt dich großzügig?

Daher finde ich es, sich heutzutage auf den Status Ehe auszuruhen, als fahrlässig.

Was ich auch in meinem Umfeld beobachtet habe, auf Dauer entfremden sich häufig die Paare. Auch wenn Frauen stets betonen dich zuhause weiterzubilden, leben sie einfach ein völlig anderes Leben als der Partner.

Für mich bedeutet Emanzipation auch, unabhängig zu bleiben und eine gewisse Weitsicht zu haben.

Diskutieren würde ich mit dir darüber nicht, oder dir ungefragt meine Meinung sagen. Mir aber vermutlich meinem Teil denken.

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Hallo,

Ich kann diese Aussagen auch wunderbar nachvollziehen.

Ein wenig weiter oben hab ich auch erklärt, dass es ein Konto gibt auf das jeden Monat eingezahlt wird um eben solche Widrigkeiten abzufangen. Für den Fall einer Trennung, und (falls man sich nicht trennt) später dann um die Rente auszugleichen. Wir sind, zumindest in der Hinsicht, nicht fahrlässig, wir wissen das es nie ein 100% Sicherheit gibt.

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Du, ich meine das auch gar nicht böse. Eher im Sinne von "ob das wohl mal gut geht..." Vor kurzem habe ich erst eine Reportage über ehemalige Vollzeithausfrauen gesehen, welche nach jahrzehntelanger Ehe verlassen wurden, da wurde es finanziell richtig eng. Glaube 37 Grad war das.

Sparkonto ist schon mal gut, aber reicht der Betrag wirklich um das Defizit auszugleichen?

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Das sagen sie einfach aus Neid, warum sollten sie es sonst sagen?
Das ist doch der beste Weg einer Hausfrau eins reinzudrücken.

Warum sonst sollten sie es tun, wenn es einem doch sowas von egal sein kann, wie eine andere Frau ihren Alltag gestaltet!

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Warum sollte man neidisch sein, wenn man sein eigenes, sehr gutes Geld verdient, zusammen sogar richtig gut dasteht, später trotz Kindern eine gute Rente haben wird, der ganzen Familie nicht den Dreck hinterher räumen muss, weil sich alle die Hausarbeit teilen und sogar schon die Kinder mit anpacken und sich ein schönes Leben leisten kann.....

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Warum so wertend?

Im übrigen sind meine Kinder alt genug um im Haushalt mitzuhelfen, das tun sie auch.
Und deine Idee von einem schönen Leben kann eine andere sein als z.B. meine.

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