Entscheidungen treffen...

Guten Abend liebe Forumsmitglieder,

Mein Leben lang tue ich mich schon schwer damit Entscheidungen zu treffen.
In vielen Dingen bin ich sehr verkopft, wäge Vor-und Nachteile ab.
Aber ich weiß auch, dass man eben nicht immer alles planen und abwägen kann.
Ich bin ein Mensch bei dem es viele Grauzone gibt, nicht schwarz oder weiß, keine guten oder schlechten Menschen, ich kann viele Vorgehensweisen der Menschen "gut reden", versuche Dinge und Taten zu erklären.
Ich hoffe, ihr versteht mich...

Nun ist bei meinem Mann und mir schon bestimmt seit 2-3 Jahren die Frage, ob wir ein weiteres Kind möchten.
Und ich finde für mich überhaupt keine Antwort darauf.
Meinen Mann möchte ich grade außen vorlassen, es geht erstmal nur darum mich klar zu positionieren.
Vorallem, weil man Mann ähnlich tickt #rofl

Einerseits wünsche ich mir ein Kind, andererseits bin ich auch sehr verkopft und wäge die ganzen Nachteile ab.
Der Gedanke macht mich traurig. Sollte man nicht 100% hinter so einer wichtigen Entscheidung stehen?
Ich beneide Freundinnen, Bekannte, bei denen die Schwangerschaft einfach so aus Versehen passiert (obwohl ich den Gedanken zu gleich erschreckend finde).
Die, die sich vorher keine Gedanken machen, ob es finanziell vielleicht enger werden könnte oder mit der Betreuung, dem Schlafmangel, ob man den Kindern gerecht wird oder ob die anderen Kinder sich benachteiligt fühlen mögen.
Die, die einfach machen. Ohne alles zu Zerdenken.

Aber alleine die Findung der Entscheidung ist ein reiner Spießrutenlauf.
Ich kann mich nicht klar für ein Kind oder gegen ein Kind entscheiden.
Das war bei den anderen Kindern nicht so!

Ich kann einfach keine Entscheidung treffen.

Vielleicht könnt ihr mir eure persönlichen Tips geben, wie ihr, grade bei solch schweren Entscheidungen, zu einer Lösung kommt.
Es wäre schön, wenn ihr mir ein paar Brainstorming Tips gebt, oder was hilft euch bei Entscheidungen?
Trefft ihr sie alleine aus dem Bauch heraus, seid ihr vielleicht genauso verkopft wie ich?
Wie kann ich für mich lernen besser Entscheidungen zu treffen?

VIELEN DANK FÜR TIPS UND RATSCHLÄGE!

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Also ich bin tatsächlich ein Bauchmensch und eine, die sagt :"wird schon werden!"
Es ist schwer dir einen wertvollen Rat zu geben, dennoch viel mir ein Satz auf : " Das war bei den anderen Kindern nicht so...."

Ich glaube, durch die Erfahrung, die du bereits als Mutter gemacht hast, lässt du dich jetzt etwas abwägen . Du kennst alle Facetten, die ein Baby und Kleinkind mit sich bringt .... Ich kann dir nur empfehlen eine pro und contra Liste anzulegen. Dann hast du es auch noch einmal visualisiert... Und gleichzeitig sortierst du dich.

Und hör mal in dich rein.... Was fühlt sich richtig an? Irgendein Gefühl hat man doch immer...., oder?


LG ausdembauch

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Man kann die Pro contra Liste noch mit einem Punktesystem erweitern und so die Argumente gewichten (z.b. 1 eher nebensächlich, 2 mittel, 3 eher wichtig).
Am Ende hat ja eine gewisse Punktzahl und nein. Wenn du alle Argumente berücksichtigt hast, hast du (theoretisch) deine Entscheidung.
Anderer Ansatz: stell dir vor, du wachst morgen früh auf und entscheidest dich mit einem deutlichen ja für ein Kind. Was wäre anders, warum könntest du ja sagen?

Was ich mache, wenn ich unsicher: ich überlege lange hin und her und setze mir einen Zeitpunkt an dem ich mich entscheiden "muss". Und dann Augen zu und durch...

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Das finde ich gut und würde es gerne noch um einen Aspekt erweitern : wenn die Punkte dann ausgezählt sind und man bei "ja" oder "Nein" landet, hat man meistens eine spontane Reaktion darauf (man freut sich über das Ergebnis oder will lieber nochmal nachrechnen weil irgendwie der Bauch doch nicht so glücklich damit ist). Und genau dieses Bauchgefühl, das dann aufkommt, würde ich am stärksten gewichten

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Bei mir war die Kinderzahl keine Bauchentscheidung, sondern eine Herzentscheidung. Ich wusste schon immer, dass ich unbedingt 2 Kinder möchte.

Selbst wenn wir uns hätten finanziell einschränken müssen, hätte ich mich nicht gegen das Zweite entschieden.

Und auch wenn mein Bauch gesagt hätte, ein Kind ist doch schon anstrengend genug, hätte das zweite dennoch sein müssen.

Was ich aber schon lange vor den Kindern wusste bzw. schon oft gehört habe, dass es DEN richtigen Zeitpunkt für Kinder nicht gibt.
Das nimmt den Stress etwas raus finde ich. Und man versucht nicht zwanghaft auf DEN richtigen Zeitpunkt zu warten. Ehe man sich versieht, hat man zu lange gewartet

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Hallo Jaodernein,

Vom Prinzip her geht es mir genauso wie dir, ich denke auch immer viel zu lange über alles nach und bin auch recht empathisch.
Mir hilft immer mit meinem Mann oder/ und mit meiner Mutter zu reden und im Gespräch merk ich dann häufig was ich eigentlich will.

Zum Thema weiterer Kinderwunsch kann ich nicht mitreden, wir haben 6 Jahre gebraucht und erwarten jetzt tgl unser 1. Kind. Ich habe jetzt auch länger überlegt für welche Geburtsart ich mich entscheiden soll und hab den guten Rat bekommen "hör auf dein herz".

Ich denke, ob der Wunsch nach einem weiteren Kind da ist oder nicht sollte auch mit dem Herzen entschieden werden.

Alles Gute für eure Entscheidungsfindung,

LG jodi

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Ich kann dich so gut verstehen, bin ich doch in genau der gleichen Situation. D schreibst nicht, wieviele Kinder du hast; ich nehme mal an es sind 2. Ich habe gerade erst einen Artikel gelesen, dass die Entscheidung für (oder gegen) das dritte Kind die schwierigste ist. Beim ersten Kind ist klar - man will es. Da weiß man meistens auch schon, dass es kein Einzelkind sein soll, deswegen wird auch beim zweiten Kind weniger nachgedacht, sondern einfach gemacht. Beim dritten ist es schon schwieriger. Irgendwie hat man das „Soll“ erfüllt (das ist ja oft der gesellschaftliche Anspruch) und macht sich Gedanken um das Finanzielle, die Zeit, den Kita-Platz, das Leben als Paar, das Alter... Alles nicht mehr so einfach plötzlich. Man ist nicht mehr so unbefangen. Ich wollte hier auch schonmal diesbezüglich einen Thread starten, habe ich mich aber nicht getraut, weil so viele solche Fragen kommen und die Antworten oft etwas barsch sind. Danke, dass du es gemacht hast - ich hoffe auf ein bisschen Inspiration!

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Die Kinder waren eine Herzensentscheidung, wie hier schon jemand schrieb.

Wenn es ums finanzielle geht, entscheide ich mit Kopf. Kann ich es mir leisten, haben wir noch Geld für Reperaturen, benötige ich es wirklich, gibt es eine günstige, aber gleich gute Alternative?????

Alles andere entscheide ich aus dem Bauch heraus. Wobei auch bei finanziellen Dingen schaltet sich erst mein Bauchgefühl ein, dann übernimmt schnell der Kopf bei solch wichtigen Fragen.

Anders kann ich es garnicht beschreiben.

Bei den Kindern habe ich mir schon Gedanken gemacht, allerdings ,ohne Kinder oder nur mit einem Stand auch nie zur Debatte.

Einen richtigen Tip habe ich nicht, nur vielleicht auf das Herz in Sachen Kinderwunsch hören und nicht auf den Kopf, sonst ist es irgendwann zu spät.

Majonjon

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Hallo!

Ich bin gerade mit Kind Nummer 3 schwanger und vom Entscheidungen treffen her gesehen wahrscheinlich das genaue Gegenteil von dir!
Kind 1 wird im Sommer 3 Jahre alt, Kind 3 kommt im Herbst auf die Welt - Kind 2 ist vor kurzem 1 Jahr alt geworden.
Ich denke mir das wird schon irgendwie werden. (finanziell und platzmäßig haben wir glücklicherweise keine Sorgen und Einschränkungen)

Mir war es aber auch immer klar oder ist es auch heute noch, dass ich die letzte Schwangerschaft, das letze Mal (m)ein Kind stillen etc. einmal sehr bewusst wahr nehmen werde - bis jetzt tue ich das nicht, es kommt also sicher noch min. Kind 4 dazu (natürlich muss es auch klappen!)

Alle Gute für die Findung der richtigen Entscheidung 😃

Lg

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Ich würde so etwas ganz nüchtern angeghen.

Ihr habt offensichtlich schon mind 2 Kinder.
Das ist absoluter Durchschnitt, eine Anzahl, mit der viele Eltern sehr glücklich sind. Und praktisch sind zwei Kinder auch (im Urlaub, bei der Betreuung oder beim Auto zB), je mehr Kinder umso umständlicher wird es.
Ganz offensichtlich brennt dein Herz nicht sehnsüchtig nach einem weiteren Kind (sonst würde sich dir diese Frage gar nicht so stellen) also lass es.

Mir persönlich hilft es generell schwere Entscheidungen wirklich pragmatisch abzuwägen, dann einfach mal für mich zu treffen und etwas abzuwarten. Oft fühlt es sich richtig gut an, nicht immer zwischen den zwei Möglichkeiten hin und her zu pendeln. Dann war es wohl die richtige Entscheidung. Ganz selten merke ich dann aber auch richtig deutlich, dass ich der anderen Möglichkeit sehr nachtrauere, dann kann man ja auch noch mal umschwenken.

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Huhu,
ich bin genauso wie du. Habe vor dem 1. Kind genauso alles durchdacht und jetzt kurz bevor wir mit dem 2 loslegen war es wieder so.

Meine Kopf schreit manchmal dabei so laut, dass mein Herz irgendwie gar nicht durchkommt.
Deshalb helfe ich meinem Herz immer mit einem kleinen Trick auf die Sprünge wenn ich zwiegespalten bin.
Ich werfe eine Münze. Das Ergebnis ist dabei egal, solange du genau drauf achtest ob du insgeheim auf eine Seite der Münze hoffst.
Meine Hoffnung beim Münzenwurf war ganz klar FÜR ein zweites Kind.
Wir haben jetzt ein Jahr lang alles getan um uns drauf vorzubereiten und zumindest ein paar meiner Bedenken auszuschalten.
Bauen gerade für mehr Platz, haben ein paar mehr Rücklagen geschaffen und solche Dinge eben.

Liebe Grüße

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Haha, sorry, wir haben wohl den gleichen Trick. 😄

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Hihi,
simpel aber effektiv.

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Ich ticke da eher wie du und kann vieles auch kaputt denken... aber Entscheidungen... puh... ne...

Das Thema Kinder sehe ich allerdings nicht als reines pro/contra-Ding. Ich mein ihr habt euch doch auch für ein erstes entschieden. Warum? Weil der Wunsch da war? Und entweder wünscht man sich ein zweites, aus tiefstem Herzen und schaut wie es machbar ist oder eben nicht.
Das wäre da mein Gefühl.

Ich stand aufgrund der Umstände nie vor der Entscheidung ob ich noch ein weiteres Kind möchte, aber es war eben auch nach dem ersten kein tiefer Wunsch mehr da, der mich umtrieb und überhaupt darüber nachdenken ließ.

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Ich bin ein Vertreter von "Mach das, was sich richtig anfühlt." - also Team Bauch, gerade bei so persönlichen Entscheidungen.

Folgenden Tipp habe ich schon mal irgendwo gepostet und finde ihn sehr hilfreich, lass dich mal drauf ein und nicht schummeln:

Nimm eine Münze, ganz klassisch: Kopf für Kind, Zahl für kein Kind, oder andersherum, völlig egal.
Wirf die Münze.
Lies erst weiter, wenn du die Münze geworfen hast!
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Was herauskam, ist schnurz, selbstverständlich sollst du nicht den Zufall entscheiden lassen.
Aber hast du beim Werfen gespürt, dass du auf eine bestimmte Seite HOFFST?
Warst du enttäuscht über das Ergebnis oder hast du dich ein bisschen kindisch gefreut? 😉

Dann weißt du jetzt, was du wirklich möchtest und danach würde ich handeln. 👍🏻