4 Kinder unter 6 - ist da Bildung noch möglich?

Hallo,

ich suche nach Erfahrungen von Eltern, die Kinder in einem relativ kurzen Abstand haben.

Wir überlegen, ob wir ein 4. Kind wagen sollen. Finanzen, Hausgröße, Nerven sind bei uns vorhanden 😅 Wir sind eher die Typen, die einen geringen Altersabstand bevorzugen. Jedoch habe ich die Befürchtung, dass eventuell Bildung auf der Strecke bleiben könnte. Versteht mich nicht falsch, ich erwarte keine 1er-Schüler, jedoch ist es mir wichtig, dass die Kinder gut durch die Schule kommen und gebildet sind. Mein Mann ist selbstständig und arbeitet viel von Zuhause. Ich habe einen Beruf bei dem ich nur bis mittags arbeite und dann die Nacharbeit am Nachmittag/Abend Zuhause erledige - ich möchte, vor allem Hausaufgaben, etc mit den Kindern Zuhause gemeinsam machen und sie nicht, wenn es nicht zwingend notwendig ist, in den Hort schicken. Notfalls kann ich auch Zuhause bleiben - das geben unsere Finanzen her, ohne dass wir verzichten müssten. Bitte jetzt keine Hausfrauendebatte, was passiert, wenn sich mein Mann von mir trennt 😅

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Hi, die Frage nach den Hausaufgaben würde für mich nicht grundlegend Bildung darstellen. Vielmehr wäre Bildung für mich auch kulturell, also kann sichergestellt werden das jedes Kind eine individuelle Sportart ausüben kann sowie ein weiteres Hobby, also Musik oder Kunst oder sowas. Bleibt genug Zeit für Allgemeinwissen wie Museen, Fahrten in andere Länder um Kultur zu erleben oder überhaupt Urlaub außerhalb Deutschlands, nachdem Deutschland mit den Sehenswürdigkeiten erkundet wurde. Evtl wollen auch später Sprachen erlernt und erlebt werden, weil man das bereits im Urlaub in Japan, USA oder Südamerika erleben durfte.
Das zählt für mich unter Bildung und nicht ob die Hausaufgaben ständig zur Zufriedenheit erledigt wurden.
Alles Gute

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Du hast vollkommen Recht. Diese Aspekte hatte ich nicht genannt, da sie irgendwie selbstverständlich für mich sind und nicht vom Zeitfaktor im Alltag abhängig sind. Mir geht es wirklich nur um den reinen Alltag und der Zuwendung in sämtlicher Form, die auf die Bildung einwirkt. Wir leben auf dem Dorf angrenzend an eine Kleinstadt. Wir haben also kaum Fahrwege bzw. haben die Kinder die Möglichkeit, sofern sie ein bestimmtes Alter (vielleicht 8?) erreicht haben, sämtliche Hobbys mit dem Fahrrad selbstständig zu erreichen. Erleben von Kultur gehört bei uns (Corona vorausgesetzt) zum Wochenendeprogramm. Urlaub selbstverständlich - den brauchen wir Eltern auch 😅 Gut, ob man jetzt unbedingt Japan oder USA bereisen muss, um gebildet zu sein ist fraglich und meist macht man dann auch solche Reisen, wenn die Kinder größer und selbstständiger sind.

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Naja bei vielen ist das eher nicht so selbstverständlich. Ich kenne einige ab 4 Kindern da geht nichts mehr. Kein Urlaub, keine Freizeit Parks, keine Schlösser usw.
Ich wusste nicht dass das bei euch der Fall ist, daher habe ich es genannt.
Und Hobbys sind ja unterschiedlich. Reiten kostet hier ( Kleinstadt im Speckgürtel ca 200€ pro Monat, Ballett 100€. Fußball und Taekwondo ist da mit 20€ pro Monat eher günstig.) da muss man halt schauen ob das wirklich geht oder ob doch Abstriche gemacht werden müssen. Das war auch nicht auf eure Situation bezogen sondern darauf das ich leider auch Familien kenne durch Ehrenamt, die zwar tolle 4-5 Kids haben mit Haus, aber nebenher nichts geht. Und wenn das bei euch klappt warum nicht? Alles Gute

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Guten Morgen,
Bildung hat doch nichts mit der Anzahl, dem Abstand und dem Alter der Kinder zu tun.

Meine Freundin hat auch 4 Kinder im Abstand, den ihr euch wünscht. Das älteste Kind war 6, als das jüngste geboren wurde. Inzwischen sind 3 Kinder auf dem Gymnasium, das vierte wechselt dieses Jahr. Es läuft, obwohl sie halbtags arbeitet und ihr Mann vor Jahren leider verstorben ist. Hat sie alles alleine gewuppt. Keines der Kinder war je im Hort.

Viel wichtiger ist doch, wie ihr Bildung lebt und den Kindern vorlebt.

VG

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Aber vermutlich hatte auch keines der Kind ernsthafte Probleme, Teilleistungsstörungen und Ähnliches. Für Eltern sind das gerne "Probleme anderer", bei denen man sich auch gerne einredet dass es einem selber schon nicht passiert. Wenn ein Kind wie unseres eine schwere Aufmerksamkeitsstörung hat heißt es Therapien besuchen und Fördern, da reicht "Vorleben" nicht.

Gerade wenn Förderbedarf besteht merkst du sehr deutlich welche Eltern sich engagieren und welche nicht. Therpeuten verzweifeln oft weil sie wissen was ihre Patienten erreichen könnten wenn sich ihre Eltern nur genug Zeit für sie nehmen würden!
Meine Eltern mussten nie viel tun damit ich aufs Gymnasium kam, ich übrigens auch nicht. Mein Bruder schaffte nur mit Anstrengen die Realschule und meine Eltern machten da auch verdammt viel dafür.

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Hallo,

ich kann jetzt nur aus der Erfahrung mit 2 Kindern sagen, dass Homeschooling mit einem Kind (und einem hochmotivierten Vorschulkind, das unbedingt mitmachen wollte) sehr gut ging.
Homeschooling mit zwei Kindern, davon ein Erstklässler, war eine ganz andere Nummer.

Hausaufgaben sind ja irgendwie die verkürzte Form davon: die Kinder sollen das selbstständig machen, aber zumindest am Anfang sitzt man doch daneben. Und sei es nur, damit sie sitzen und arbeiten ;-).

Für die Kinder ist es schwierig, wenn sie z.b. rechnen sollen und ich spreche mit der Schwester auch über Zahlen.
Oder sie sollen schreiben und die Schwester buchstabiert mir ein ganz anderes Wort vor.
In verschiedenen Räumen arbeiten ist auch nicht besser, weil ich dann immer wieder rein und raus gehe.

Grundsätzlich denke ich, bei mehreren Kindern profitieren die Jüngeren (weil sie die Großen arbeiten sehen, weil sie selbst in Ruhe arbeiten, bis die Großen auch Zeit zum Spielen haben). Die Großen werden zwar früh selbstständig, aber machen auch nur das Nötigste, weil die Kleinen ja schon spielen und sie selbst mitspielen wollen.

Ab der dritten Klasse wurde meine Große ziemlich selbstständig. Allerdings war sie von Anfang an ein bemerkenswert selbstständiges Kind.
Das wiederum birgt die Falle, dass ich erst sehr spät mitkriege, wenn es doch mal Probleme gibt.
Beispiel: im Homeschooling habe ich regelmäßig mit ihr Kopfrechnen geübt und alle Aufgaben gesehen, bevor sie abgegeben wurden. Sie schrieb gute Noten in Mathe. 4 Wochen Präsenz, selbstständige Hausaufgaben und prompt erzählt sie mir nach der Mathearbeit "die Aufgaben hab ich gar nicht verstanden".

Fazit:
Es kann gehen, aber wenn auch nur bei einem Kind an irgendeiner Stelle Probleme auftreten, kommt irgendjemand anders fast automatisch mit zu kurz. Im Zweifelsfall die Großen.
Bei vier Kindern würde ich ganz klar etwas größere Abstände bevorzugen - das zieht auch die Arbeitszeiten der Kinder automatisch auseinander. Grundschüler sitzen fast zeitgleich an ihren Aufgaben, egal welcher Jahrgang.

LG!

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Also aus eigener Erfahrung, haben die Kinder einen größeren Altersabstand, werden die großen irgendwann zwanzigsläufig gezwungen sich um die jüngeren zu kümmern.
Was die Bildung angeht haben sich meine Eltern nie wirklich darum gekümmert. Wir haben gekämpft aufs Gymnasium zu gehen, da die Schule, trotz einser Noten keine Empfehlung geben wollte. Ich musste meine Eltern nerven und so lange traktieren bis sie mich in der 6. Endlich haben wechseln lassen.

Ich finde, dass es viel mehr darauf ankommt, wie ihr euch um die Kinder kümmert. Bei 4 Kindern ist zwangsläufig viel weniger Zeit als bei 2 oder 3 Kindern. Vor allem die großen werden zwangsläufig häufiger sich selber überlassen und ihnen wird immer eingetrichtert für die Geschwister ein Vorbild zu sein. Was auch dazu führt, dass sich die großen nicht so entfalten können wie die jüngeren. Und sollte es zu schulischen Problemen kommen und Nachhilfe nötig sein, muss das bei 4 Kindern auch anders organisiert werden. Und nur so, das die älteren Geschwister den jüngeren helfen ist eine blöde Idee. Je nach Charakter der Kinder. Meine Schwester ist eine tolle Nachhilfelehrerin für ANDERE Kinder. Uns gegenüber ging das gar nicht. Sie hat uns wie eine Art Verlängerung ihrer selbst gesehen und nicht verstehen können wie man XYZ nicht verstehen kann.
Wir waren 3 Kinder (4 insgesamt) im Abstand von 4 Jahren und das 4. war dann 12 Jahre junger als ich. Ich war praktisch Mutterersatz und es war echt schwer aus der Rolle raus zu kommen.

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Das liegt aber nicht an der Anzahl der Kinder, sondern an deinen Eltern. Meine beiden Großen sind 6 und 8 Jahre älter als meine Tochter. Sie mussten sich noch nie um die Schwester kümmern. Wollten mein Mann und ich mal ausgehen, haben wir die Großen gefragt, ob sie aufpassen würden/möchten und sie genauso dafür bezahlt wie einen anderen Babysitter.

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Das stimmt, aber je mehr Kinder, desto leichter das aus den Augen zu verlieren.

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Hi,
Wir waren drei Kinder innerhalb eines Jahres (einmal Zwillinge...). Und ja, das geht. Am wichtigsten ist doch, dass du die Rahmenbedingungen für das Lernen schaffen kannst. Man ist doch nicht besser gebildet und lernt besser, wenn Mutti einem die ganze Zeit bei den Hausaufgaben auf die Pelle rückt. Das Kind lernt und nicht du.
Lg

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Das hat doch überhaupt nichts mit sinnvoller Förderung zu tun.:-[ Ich finde es ehrlich erschreckend wieviele Förderung von Lernproblemen mit "auf dem Kind hocken wenns Hausaufgaben macht" verwechseln. Es ist nämlich genau das NICHT sondern weitaus mehr was Eltern leisten sollten die ihre Kinder fördern müssen und genau deswegen ist es eben nicht so schnell und leicht getan weil man eben genau überlegen muss was man wie macht damit es fürs Kind auch nicht zuviel wird!

Unser Kind hat Förderbedarf trotzdem mach es seine Hausaufgaben die es jetzt auch in der Schulvorbereitung schon hat so weit es geht alleine. Die Förderung findet dann DANACH statt, 2 Termine die Woche die schon mal wahrgenommen werden wollen, Material das man kaufen darf, vor allem spezielle Spiele, und dann fördert man im Idealfall spielerisch in den Alltag eingebaut. Aber dazu braucht man den Kopf frei und das geht in meinen Augen eben mit wachsender Kinderzahl immer weniger.

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Das ist aber nicht der Normalfall, von dem ich in meinem Post ausgegangen bin und auf den sich meine Aussage bezogen hat.

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Hallo,

was hat denn Bildung mit dem Altersabstand zu tun?
Wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht, werden Kinder in der Schule unterrichtet und gebildet. Hausaufgaben dienen nur der Wiederholung und Festigung. Ich habe 3 Kinder und habe noch nie mit ihnen Hausaufgaben gemacht. Klar, bei Fragen mal weitergeholfen, aber das war's auch schon. Und Allgemeinbildung bringt man im Alltag bei. Spaziergänge im Wald, vorlesen etc. Da ist es völlig wurscht, ob man ein oder zehn Kinder hat.

LG
Lotto

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Schön aber das heißt doch nicht dass es bei allen Kindern mit Festigen und mal was Erklären getan ist. Mit einem Kind mit Förderbedarf musst du als Eltern ran, und viele Therapeuten die wir kennen sind teilweise echt frustriert wenn sie sehen wie wenig mit manchen ihrer Patienten getan wird wenn sie nicht gerade die 45 Minuten die Woche bei Ihnen im Raum sitzen. Vor allem weil sie wissen was diese Kinder erreichen könnten wenn die Eltern halt etwas mehr tun würden als "der Durchschnitt mit gesunden gut entwickelten Kindern" so für nötig hält.
Wenn man ein Kind wie unseres hat mit dem man erst mal wochen- und monatelang Übungen machen muss damit es es schafft einem vorgelesenen Text altersentsprechend zu folgen macht es einen großen Unterschied ob man ein Kind hat oder 10.

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Wenn eine Familie ein Kind hat, welches einen extremen Förderbedarf hat, wird sie sicherlich überlegen, ob sie weitere Kinder in geringem Abstand bekommt. Das werden die Wenigsten tun. Ich rede von normal entwickelten und normal intelligenten Kindern und rede nicht von Kindern mit Lernbehinderungen. Die Kinder gehen zur Schule und nicht die Eltern. Es ist auch nicht die Aufgabe der Eltern, die Hausaufgaben der Kinder zu erledigen oder permanent dabei zu sitzen und zu kontrollieren oder zu erklären. Und das machen viele Eltern. Lehrer können mittlerweile anhand der Hausaufgaben den Lernfortschritt des Schülers gar nicht mehr erkennen, weil alles richtig ist. Das liegt aber nicht am schlauen Kind, sondern an ehrgeizigen Eltern. Ein normal entwickeltes und ein normal intelligentes Kind sollte in der Lage sein, seine Hausaufgaben erledigen zu können, ohne, dass die Eltern daneben sitzen. In der Schule sitzt der Lehrer auch nicht neben dem Kind,

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Das ist doch eine Sache der Einstellung und des Engagements…,
Meine Mama hat 5 Kinder, geboren innerhalb von 7, 5 Jahren.
Wir sind mittlerweile zwischen 30 und 40 Jahre alt.
1x Abitur, 4x mittlere Reife. Alle berufstätig als Chemiker, Fremdsprachenkorrespondent, Bankkaufmann/frau, Kfz-Mechatroniker (arbeitet auf Ingenieursstelle), Einzelhandelskaufmann/frau

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7,5 Jahre soll das heißen

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Ps: Hausaufgaben wurden bei uns immer selbstständig erledigt. Wie wurde dabei weder überwacht noch war Begleitung notwendig

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Hallo,

Ich denke Du solltest die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Unsere Bildung setzt sich ja aus mehreren Faktoren zusammen, nicht nur aus der beschulung. Wir lernen permanent aus unserem Leben und Umfeld, je mehr Menschen um uns sind desto mehr Eindrücke bekommen wir und desto mehr Erfahrungen machen wir, aus denen wir lernen.

Ich war bei uns die Älteste, musste mich mit Mama durch die Schulaufgaben quälen und habe grad so Realschule geschafft. Schwester 1 ist 9 Jahre jünger und hat sehr von mir profitiert was das lernen angeht, sie hat ihr Abi gemacht. Schwester 2 hat von Schwester 1 profitiert und hat studiert. Ich denke allerdings nicht dass sie wesentlich gebildeter ist als ich. Meine Freundinnen haben mehrere Kinder mit kurzen Abständen, alle profitieren davon. Die kleineren finden die Sache mit der Schule sehr spannend und die großen sind stolz wenn sie ihr Wissen weitergeben können.

Ich glaube nicht daß die Anzahl der Kinder am Grad der Bildung des einzelnen etwas verschlechtert, sondern eher verbessert. Also nur Mut 😊

LG
Sunny

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Ich als 4-fache Mutter (12, fast 6, fast 4 und 2 Jahre) behaupte, dass es hauptsächlich auf die Bildung und das Engagement (und damit meine ich nicht zwangsläufig abgeschlossenes Studium, falls sich jemand angegriffen fühlt) der Eltern ankommt, was aus den Kindern „wird“.
Gebildet/engagiert bedeutet für MICH, dass die Eltern ein gutes Allgemeinwissen haben und dies auch ihren Kindern vermitteln WOLLEN, was mit den Kindern unternehmen, ihnen die Freude am Lernen erhalten, sie bei Misserfolgen unterstützen/trösten, ihnen eigene Erfahrungen machen lassen usw usf..

Dann spielt die Kinderanzahl, Altersabstand keine Rolle, meiner Meinung nach.
Unser Großer besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums und ist ein sehr guter Schüler 👍.