Sohn lehnt Mama ab und bevorzugt plötzlich Papa

Guten Abend in die Runde,
Ich wende mich an euch, weil ich Momentan ziemlich verunsichert bin über die aktuelle Situation zuhause.
Mein 18 Monate alter sind hat sich letzte Woche quasi selber abgestillt.
Seitdem habe ich das Gefühl, dass er mich nicht mehr akzeptiert und ablehnt.
Das einschlafen und weiterschlafen war vorher nie ein Problem und ich habe ihn 18 Monate lang ins Bett gebracht und nachts betreut. Seitdem er nicht mehr stillen möchte darf ich ihn nicht mehr ins Bett bringen. Er akzeptiert mich überhaupt nicht und lehnt mich ab. Er schreit und klettert aus dem Bett und will das Schlafzimmer verlassen. Manchmal breche ich die Situation ab und gehe wieder zurück ins Wohnzimmer mit ihm und lass ihn noch was spielen, damit er müder wird. Aber sobald ich es wieder versuche geht das Drama von vorne los. Ich versuche ihn liebevoll im Familienbett zu begleiten, aber er bleibt weder ruhig liegen noch lässt er sich anfassen von mir oder kuscheln. Er rastet sofort aus und verlässt das Bett und sitzt solange an der Türe und schreit bis ich zurück ins Wohnzimmer mit ihm gehe. Ich habe das Gefühl von mir selber, dass er meine inkonsequenz ausnutzt und mir dadurch auf der Nase herumtanzt.
Wenn mein Mann ihn schlafen legt gibt es nie Probleme und er schläft innerhalb paar Minuten ein und lässt sich von ihm kuscheln und streicheln. Er kommt garnicht auf die Idee bei ihm auszustehen und sucht alleine seine Nähe.
Das Problem ist, dass mein Mann in Schichten arbeitet und nur alle 2 Wochen greifbar ist. Daher muss mein Sohn da durch mit mir, ob er will oder nicht.
Ich bin mittags und abends jeweils fast 2 Stunden beschäftigt bis er schläft, das geht mir extrem an die Substanz und ich verstehe einfach nicht wieso es bei meinem Mann funktioniert und bei mir so ein Stress ist.
Kann es am abstillen liegen?
Bin ich zu inkonsequent? Ich möchte ihn aber auch nicht schreien lassen, aber wielange soll ich das Spiel den Mitspielen wenn er jedesmal aus dem Bett geklettert und schreiend an der Tür sitzt?
Ich liege die ganze Zeit mit ihm im Bett, bzw hinterher dann alleine weil er aufsteht 🙄
Ich fühle mich momentan in unserer Familie echt als 2. Wahl, da mein Mann nur von meinem Sohn akzeptiert wird und er mich scheinbar komplett ablehnt in Bezug auf schlafen, kuscheln und auf mich hören.

Ich merke von mir selber, dass ich dadurch extreme selbstzweifel habe und das Gefühl habe um meinen Sohn kämpfen zu müssen, das verunsichert mich extrem und macht mich richtig traurig.
Ich weiß das er mich liebt, das zeigt er mir tagsüber an seinem Verhalten, aber beim Thema Schlafen ist bei ihm irgendwie ein Schalter umgelegt und ich werde "gehasst"

Hilfe!!!! Habt ihr Tipps für mich wie ich die Sache angehen kann und lösen kann?

Vielleicht habt ihr ja ähnliches erlebt.

LG

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Es gibt immer wieder Phasen, in denen Kinder ein Elternteil deutlich bevorzugen. Das ist normal und gesund.

Ich bin ein Verfechter von "Wähle deine Kämpfe weise", das schont Ressourcen.

Wenn mein 11 Monate altes Kind Mittags eine Stunde schläft, schläft es erst um 22h wieder. Ich kann also ab 20h mit ihm ums Einschlafen kämpfen oder ihn bis 22h durch die Gegend tapsen lassen 🤷‍♀️ Letzteres ist deutlich angenehmer und ich bin noch produktiv dabei.

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Es ist in Ordnung das er eine Papa Phase hat, was mir nur den innerlichen Druck macht ist, dass ich durch die Schichtarbeit von meinem Mann auf mich alleine gestellt bin und es somit bei mir funktionieren muss, auch wenn mein Sohn das nicht möchte.
Vielleicht muss ich das ganze dann auch mal aussitzen bis er quasi vor Müdigkeit nicht mehr gegen mich ankämpfen kann 🙈

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Probiert doch mal den Tagesablauf nach hinten zu schieben und zu warten bis Papa kommt? Ich nehme an 23 Uhr ca.?
Ist zwar für ein Kind etwas untypisch aber vielleicht klappt's ja.
Oder der Papa weckt euer Kind wenn er von der Spätschicht kommt mal und du versprichst eben, dass Papa auch noch zum gute Nacht sagen kommt. Vielleicht wird das dann akzeptiert und nach 2, 3 mal wecken ist genug Vertrauen da und Papa gibt nachts nur noch einen kleinen Kuss und tätschelt das Köpfchen.

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Hat er denn kein Gitterbett?

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Familienbetten haben idR keine Gitterstäbe.

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Er schläft bei mir im Bett und daneben steht das Gitterbett mit den Stäben offen am großen Bett. So schlafen wir von Beginn an schon, ich denke er würde komplett ausrasten wenn ich ihn im Gitterbett "einsperren" würde, ich glaube damit erreiche ich eher das Gegenteil.

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Ich bin ein wenig allergisch gegen dieses "auf der Nase Herumtanzen", der Ausdruck sollte in der Mottenkiste bleiben, finde ich.

Das Kind will halt etwas, und du entscheidest, ob du es zulässt und wie wichtig es ist. Aber dass das Kind was will, ist ja nichts per se Schlechtes.

Wie wichtig ist es denn, dass er ins Bett geht? Wenn unsere Kinder nicht ins Bett zu kriegen waren, haben wir sie einfach bei uns sitzen lassen, bis sie eingeschlafen waren und dann in ihr Bett getragen. Das war für uns alle am stressärmsten.
Mein Jüngster hat auch immer meinen Mann bevorzugt. Mein Mann hat Nächte mit dem im Wohnzimmer verbracht;-).

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Mir waren gewisse Abläufe und Routinen eigentlich wichtig, ich habe es gerne wenn der Alltag etwas Struktur hat und man zeitlich planen kann. Das war mit dem Einschlafstillen auch nie ein Problem, da er immer sofort und ohne Probleme schlief, wir hatten immer unsere festen Zeiten, was auch zu 95% funktioniert hat.
Aber durch dad abstillen steht alles Kopf und wir fangen quasi bei Null an und der ganze Tag ist durcheinander. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen und alles muss sich neu ordnen.
Ich hätte kein Problem damit wenn mein Mann es immer übernehmen würde, aber da er nur alle 2 Wochen abends zuhause ist und ansonsten spätschicht hat ist es einfach unmöglich 😵🙏

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Ich kann dir nur für mittags eventuell einen Tipp geben. Meine sind in dem Alter auch nicht mehr im Bett eingeschlafen sondern nur noch im buggy beim spazieren gehen. Vielleicht funktioniert das bei euch auch.
Grundsätzlich gibt es ja immer mal Mama- oder Papa- Phasen aber was du beschreibst finde ich sehr extrem. Weiß gar nicht was ich dir generell raten soll. 🤷‍♀️

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Hallo :-) kann schon sein, dass er einen Bindungsschub hat und den eben zu deinem Mann "gewählt" hat. Normalerweise würde ich mich zurücklehnen und genießen. Wenn du allerdings alleine bist, ist das schwierig.
Lass dich vom abstillen nicht verunsichern. Ich denke es ist nur eine Paillette eurer Situation.

Ich würde, wenn du den Eindruck hast, dass er müde ist vielleicht das abendritual anpassen. Bei uns ist es bettfertig machen, spielen, Buch lesen, Zähne putzen, hinlegen, letzte Geschichte (die ist ganz kurz) im Bett, Licht aus, kraulen, gehen. Dauert bestimmt 1h aber läuft recht entspannt ab. Den Raum wechseln wir dabei nicht. Also ich würde vielleicht 1 Spielzeug aus dem Wohnzimmer mitnehmen und ihn da spielen lassen. Beim Buch wähle ich gern eins aus, wo ich flüster, leise rede, die Geschichte zum Thema Schlafen passt 🥰

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und starke Nerven! Vielleicht ist es nach kurzer Zeit überstanden und läuft wieder :-)

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Das Stillen ist als Einschlafritual weggefallen. Jetzt musst du ein neues schaffen. Nimm doch etwas Spielzeug mit ins Schlafzimmer und spiel da noch etwas mit ihm und dann geht es irgendwann mit ein paar Büchern ins Bett und du liest vor bis er müde wird. Ggf. schläft er ohne Einschlafstillen auch immer erst später ein. Das muss sich nun erst mal alles neu finden. Probier ein bisschen aus was passt und nimm den Druck raus. Es wird sich ein neues Ritual finden. Manchmal klappen Dinge, die vorher immer geklappt haben, auf einmal nicht mehr, weil es einen Entwicklungsschub gab o.ä. Zumindest war es bei uns so.

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Hallo,

ich schließe mich einer Userin vor mir an und empfehle ebenfalls: Kämpfe nur die wichtigen Kämpfe.

Ob ich hungrig oder müde bin, weiß nur ich allein. Das sind Grundbedürfnisse, die kann niemand anderes für mich fühlen.

Wenn dein Kind mittags nicht schlafen möchte, dann macht es eben keinen Mittagsschlaf. Ich würde daraus kein Problem machen und mich 2 Stunden lang abmühen und habe das auch nicht bei meinen Kindern getan. Vielleicht klappt es dann auch abends besser?

Meine Kinder haben schon immer wenig Schlaf benötigt. Phasenweise haben sie Mittagsschlaf gemacht, phasenweise eben nicht. Sie sind auch lange abends spät ins Bett gegangen. Ich bin kein Freund von starren Schlafens- und Essenszeiten.

LG

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Yep, "Choose your battles" - mein Überlebensmotto! :-p

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Hast du probiert, ob er ein Fläschchen nimmt? Oder kommt es nicht in Frage?
Er ist ja beim nuckeln eingeschlafen.. vllt hilft es was und ist ein guter Ersatz?
Hoffe es pendelt sich bald wieder ein bei euch, alles Liebe und lg

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Du wirst natürlich nicht gehasst. Und: du sagst dein Sohn hat sich letzte Woche abgestillt. Das hört sich nicht nach Routine im zum-bett-gehen-ohne-brust an. Im Gegenteil. Aufgrund von einer Wochr (in dein Mann im Schichtdienst war) zu sagen, das ist immer allgemeingültig so, ist eine gewagte These.
Letztlich macht einer und der andere muss entscheiden ob er mitmacht. Wenn es ok für dich ist, diese Kämpfe auszufechten oder je nach Laune des Kindes dieses bis 22 Uhr auf dem Sofa zu haben, kannst du das machen.
Mich persönlich hat es ab einem Alter von ca. 20 Monaten massiv gestört und seitdem schläft er im Nebenraum im Gitterbett von 19-9 Uhr durch, obwohl er vorher im Familienbett mit "Einschlafbegleitung" maximal 8 Stunden aber die mit zig Unterbrechungen geschlafen hat.

Bei meinem Mann hat es übrigens immer besser geklappt als bei mir - der war da nämlich konsequenter und hat deshalb auch die Gitterbetteingewöhnung durchgezogen. Ich wäre beim ersten wütenden Gebrüll nämlich direkt wieder ins Familienbett gegangen. Und so hatte sich das ganze Thema nach 3 Nächten erledigt gehabt und seitdem kann auch ich ihn total problemlos ins Bett bringen.

Wie gesagt: Wenn jemand Lust und Freude an stundenlanger Schlafbegleitung hat, kann er das ja gerne machen. Aber wer sich eben damit nicht mehr wohl fühlt (und ich habe mich irgendwann eben nicht mehr damit wohlgefühlt) der sollte was ändern.