Kind wird nicht trocken

Hallo.

Ich wollte gern anonym bleiben, weil es ein sensibles Thema ist, daher schildere ich mein Problem hier.

Meine Tochter wird bald 9 Jahre alt und ist weder nachts noch tagsüber trocken. Natürlich waren wir bereits beim Kinderarzt und haben uns bei noch weiteren 2 Kinderärzten, sowie 2 Urlologen, einer Psychologin, 2 Krankenhäuser und einer Uniklinik vorgestellt. Es wurden mehrere Untersuchungen durchgeführt und wir haben verschiedene Diagnosen und Therapien bekommen. Alles ohne Erfolg. Die Diagnosen gehen von psychische Ursache, Harnfegsinfekte, Verstopfung bis hin zu Entwicklungsverzögerungen. Fast jeder Arzt hat eine andere Diagnose gestellt und die Diagnose des Kollegens angezweifelt.
Wir hatten zeitweise ein Belohnungssystem allerdings auch ohne Erfolg. Inzwischen versuchen wir im Alltag daraus kein Thema mehr zu machen. Wenn sie einnässt wäscht sie sich und zieht sie sich alleine um. Ich merke dann nur irgendwann, dass sie eine andere Hose an hat, spreche sie aber nicht darauf an. Trotzdem geht es so nicht weiter. Ich habe Angst, dass sie deshalb irgendwann in der Schule gemobbt wird.

Hatte jemand schonmal das gleiche Prblem bei seinem Kind? Ist es irgendwann von alleine trocken geworden oder hat irgendwas geholfen?

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so vieles Ärztewechseln ist auch nicht gut, weil da jeder neu seine Theorie entwickelt und von vorne anfängt. Seit ihr die ganze Zeit auch mal länger bei EINEM Arzt geblieben?

Um Mobbing zu verhindern sollte Sie Windelhosen (Diese zum hochziehen) anziehen und welche zum Wechseln mitnehmen.

Ich finde, ihr habt aufgegeben, wenn ihr sie nicht mehr anspricht, und das sozusagen "normal" wird.
Ich würde sie IMMER drauf ansprechen -- dran bleiben, sie aktiv zum einhalten zu ermuntern. WC-Training machen. sie mehrmal stäglich aufs Klo schicken. -- ihr z.B. eine Uhr kaufen, die alle 3 Stunden den Wecker klingelt und sie soll dann aufs WC gehen.

Egal ob medizinisch, geistig oder psychisch. --- das ist ein anderes Kapitel, - aber ich würde abseits davon, täglich alles dafür tun, die Symtome in den Griff zu kriegen, z.B. mit einer Vibrations-Uhr, die auf Schulpausen und anderen passende Zeiten programmiert ist.

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Wir waren auch mal mehrere Jahre bei einem Kinderarzt und einer Urologin. Oft wurden wir auch von Ärzten weggeschickt oder zu anderen Ärzten überwiesen, weil sie nicht weiter wussten.

Sie hat bis zum Vorschulalter Windelhöschen getragen. Dann durfte sie von den Erziehern aus die nicht mehr tragen. Sie hätten sie sonst nicht angenommen. Auch von ihrer jetzigen Ärztin aus soll sie keine Windel tragen, damit sie es merkt, wenn sie einnässt und ein Gefühl dafür bekommt.

Wir haben es mehrfach mit Belohnungssystemen probiert und sie auch angesprochen, alle 2 Stunden zur Toilette geschickt, gesagt sie soll in jeder Schulpause zur Toilette gehen usw. In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass es ihr zunehmend unangenehmer wird. Sie möchte nicht das jemand im Bad ist, wenn sie auf Toilette ist, sie versteckt ihre nassen Sachen, zieht sich heimlich um, fängt an auf dem Boden zu gucken und leise zu nuscheln, wenn ich sie frage warum sie ihre Hose gewechselt hat. Daher versuche ich daraus kein großes Thema mehr zu machen. Bevor wir weggehen oder fahren schicke ich sie zwar auf Toilette, aber ansonsten lasse ich sie in Ruhe mit dem Thema. Es belastet sie schon so genug.

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Das war auch mein erster Gedanke als Reaktion auf den Kommentar: Es belastet sie sicher schon genug und sie ist sicherlich nicht noch nicht trocken, weil ihr zu wenig Druck gemacht wurde... Ich würde auch kein großes Thema daraus machen, wenn es sie beschämt...

Ich finde aber die Idee mit den Windel Höschen zum Runterziehen auch gar nicht schlecht (oder gut saugende Slipeinlage?)...In der Schule nutzen um Peinlichkeiten zu vermeiden und die dann zuhause weglassen. Für mich hätte höchste Priorität, dass sie nicht geärgert wird.

Wart ihr mal in einer Spezialambulanz? Am besten in einer Uniklinik. Ich habe zwar kein Kind mit diesen Problemen aber ich würde definitiv in die Uniklinik gehen. Da kann man interdisziplinär rangehen.

LG und alles Gute :)

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Unser Sohn (7) hat auch noch Probleme damit. Wir haben vom Urologen eine klingelhose verschrieben bekommen. Vorzugsweise nachts und diese benutzen wir seit 2-3 Monaten und er ist jetzt nachts fast komplett trocken und auch tagsüber hat sich die Wahrnehmung ganz automatisch geändert und er "merkt" es jetzt und geht dann auch.
Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie es nicht spürt. Ich kann das nur empfehlen.
Ansonsten würde ich ihr propriozeptive Reize bieten also toefensensible Reize.
Vielleicht "spürt" sie es einfach nicht und diese reizsetzung kann ihr positiv helfen.

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https://www.klingelhose.de/

Diese haben wir.
Kann man sich auch selbst kaufen, der Preis ist aber stolz.
Deswegen beim Arzt versuchen es auf Rezept zu bekommen.

Wundere mich, dass euer Urologe nichts gesagt hat dazu. Bei uns wurde das direkt empfohlen und verschrieben als klar war, dass keine körperlichen Ursachen vorliegen.

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Hallo, ist euer Sohn jetzt auch ohne Tragen der Klingelhose jetzt nachts trocken, oder nur mit?
Meine Tochter ist leider nachts mit 7 auch noch nicht trocken.
Lernen Kinder das Trockenwerden durch die Hose?
Bei uns steht momentan die erste Klassenfahrt im Raum
Danke und LG

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Trägt sie dann keine Windeln und läuft immer wieder mit nasser Hose rum und hinterlässt überall Urin? Auch in der Schuld?! Du schreibst doch selbst, dass das Kind nicht trocken ist, also muss sie Windeln tragen. Am besten pants. Natürlich wird sie sonst irgendwann gemobbt. Es ist auch tatsächlich eine Zumutung für Mitschüler, wenn sie überall Flecken hinterlässt. Auf die Stühle will sich doch zurecht keiner mehr setzen.

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Hmm, dazu fällt mir etwas ein, was mir meine Frauenärztin erzählt hatte. Sie hatte eine Patientin, die auch eine sehr schlechte bis nicht vorhandene Blasenkontrolle. Im Erwachsenenalter wurde dann mal festgestellt, dass sie quasi einen offenen Rücken hat. Und zwar nur ganz winzig klein, nahezu nicht sichtbar. Aber dieser Kanal reicht wohl um den Nerv ständig zu entzünden, was dann zu dem Problem mit der Blase führte. Ansonsten hatte es keine Auswirkungen.

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Hi...
Unsere Jüngste war auch lange (nachts) nicht trocken. Wir haben es schlussendlich mit der Klingelhose in den Griff bekommen.

Neben einem Schulmediziner, den ich nicht ständig wechseln würde, käme für mich zusätzlich ein Osteopath in Betracht. Ansonsten ist tatsächlich viel Geduld und Sensibilität gefragt.
Ich befürworte, dass ihr es nicht mehr ständig thematisiert, genau so haben eir es auch gemacht und das hat der Sache Gewichtung genommen und den Druck raus geholt.
Zusätzlich könnte man den Alltag kritisch hinterfragen, eventuell liegt hier auch ein Belastungsthema, was man (noch) nicht wahrgenommen hat...

Unterwegs und in der Schule würde ich unbedingt auf Windelhosen zurückgreifen, im peinliche Situationen zu vermeiden.

Euch alles Gute und starke Nerven! 🍀

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Guten Tag,

also ich würde auch so ein Windel Hose ummachen .
Schon allein um ihr die Peinlichkeit dann in der Schule zu ersparen.
Kinder können grausam sein! Das Problem wird halt im turnen? Umziehen und das die Mädels es sehen!
Wie regelt sie es jetzt sie is ja nun schon in der Schule?
Wie macht ihr es? Oder nehmen es die Klassenkameraden hin und sehen drüber hinweg?
Wenn sie allerdings nach der 4. Klasse dann in eine eine Schule wechselt, dann kann ich mir vorstellen das mobbing auftreten kann.
Ohne es heraufbeschwören zu wollen, aber in einer Oberschule reichen manchmal die falschen Sneaker aus um das alle gegen einen sind ☹️
Was da erst los ist, wenn einer merkt das sie einnässt oder ne Windelhose trägt will ich mir nicht ausmalen!
Wie reagiert sie allgemein auf ihre Maleure?
Findet sie es schlimm? Oder ist’s ihr egal?
Ich meine das so gar nix gefunden wird und auch nicht hilft ist schon kurios.
Ihr könnt nur weiter dran arbeiten und Ursachenforschung betreiben!
Anders wird’s nichr werden.
Vielleicht kommt auch noch der Wendepunkt oder eine Diagnose.

Alles gute Euch.

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Hallo
Ich bleibe auch anonym, ist schließlich ein sensibles, privates thema.
Ich, w, bin das 3. Kind meiner Eltern, habe also noch 3 ältere Schwestern, die relativ früh trocken waren. So zwischen dem 2 und 2,5 Jahren. Jetzt müsste man meinen, das 3. Mädchen guckt sich schnell viel ab und wird auch so um den Dreh trocken. Pustekuchen.
Mit 5,5 Jahren war ich immer noch nicht trocken. Tagtäglich mehrere Unfälle... Aber nur einnässen. Stuhlgang halten war kein Problem.
Meine Mutter war ebenfalls verzweifelt und ging mit mir von Arzt zu Arzt.
Bis wir bei einer kinderurologin waren und sie eine blasenspiegelung gemacht haben. Und siehe da. Meine blase hatte keine normale Form. Die physiologische Form einer blase ähnelt einer Zwiebel. Meine war damals wie ein Tannenbaum. Die Reizweiterleitung zum Gehirn war somit gestört und harndrang wurde nicht gespürt. Die blase hat sich damals selbst entleert.
Die blase wurde dann mittels Ballon in die richtige Richtung Form gebracht und ich war von dem Zeitpunkt an trocken und ich konnte trocken die Schule besuchen :)

Nichtsdestotrotz wird von den Kindern heute viel erwartet. Mit 2 schon trocken sein 🤔🤔 wenn das klappt ist das absolut in Ordnung, aber die Eltern drängen ja regelrecht.
Mein Kind ist fast 3 und trägt noch Tag und Nacht eine Windel. Hat noch kein Interesse an Toilettengänge. Absolut in Ordnung :)
Was ich damit sagen will ist, jedes Kind hat ein anderes Tempo. Mit 9 sollte man natürlich trocken sein. Schon alleine aus psychologischer Sicht. Aber ich würde das nochmal abklären lassen. Bei einer Urologin oder Urologen... Muskeltechnisch (als schließmuskel der blase) sollte sie ja soweit entwickelt sein.

Ich drücke euch die Daumen!!!

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2 ältere Schwestern meinte ich, nicht 3 😂

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Hallo,

wurden denn die Nieren/Blase überprüft bzw. was genau? Mein Neffe war zur Einschulung auch noch nicht trocken. Es hieß auch immer nur, man muss das mit ihm üben, streng sein, in die Hosen machen muss Konsequenzen haben, er ist einfach zu faul um auf die Toilette zu gehen. In dem Alter (Sommerferien vor Schulbeginn) können Kinder sowas einfach usw.

Kind und Eltern haben beide darunter gelitten.
Nach langem hin und her hatten sie dann ein Arzt der ein MRT veranlasst hat und dabei kam raus, dass mit den Nieren etwas nicht stimmte (wie es genau hieß, weiß ich nicht aber die Nieren haben beide nicht 100% gearbeitet) und die Blase hat dadurch immer das Signal bekommen "voll". Er hatte also fast immer/sehr schnell das Gefühl auf die Toilette zu müssen und wenn er dann wirklich musste, konnte er nicht schnell genug reagieren weil es sozusagen sofort "überlief" (= in die Hose).
Dazu war dann noch der Harnleiter zu dünn wodurch alles auch nicht richtig abfließen konnte und wieder irgendwie Druck aufgebaut wurde - diese wurde dann ganz besonders deutlich durch das Kontrastmittel, welches er für das MRT bekommen hat. Es hat sich richtig heftig angestaut, er hatte heftigste schmerzenw. urde dann in einer kleinen OP abgelassen und er bekam eine Art "Schlauch". Danach wurde es innerhalb von kürzester Zeit besser und nach ca. 4 Wochen oder so war als wäre nichts gewesen.
Er musste dann einige Monate später nochmal operiert werden, weil der Schlauch keine Dauerlösung ist aber ohne hatte sich wieder zu viel angestaut.


Vielleicht hilft euch das ja weiter?

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Es wurden mehrere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt und ein Refluxprüfung ( Ultraschall mit Kontrastmittel bei voller und bei leerer Blase). Es wurde festgestell dass sie ein erweitertes Nierenbecken hat, aber es hieß das sein nicht die Ursache und sei auch nicht schlimm.

Ich kenne mich damit nicht so aus, aber müsste man im Ultraschall nicht erkennen wenn die Nieren nicht richtig funktionieren? Oder braucht man dafür ein MRT?

Meine Tochter hat leider große Angst vor Ärzten und jede einzelne unbekannte Untersuchung ist ein Kampf. Ultraschall kennt sie jetzt zum Glükk und weiß das das nicht schlimm ist.

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Ich hab nun nochmal kurz meine Schwägerin gefragt wie es genau war. Ist schon 2,5 Jahre her.
Der 1. Ultraschall war irgendwie auffällig, der Arzt war sich aber nicht sicher in welche Richtung er es einordnen sollte. Er konnte dadurch dann sehen, dass die Blasen sehr voll war und sie mussten beim Arzt bleiben und sobald er auf der Toiletten war wollte er sofort nochmal ein US machen mit (vermeintlich) leerer Blase. Das wurde dann gemacht aber die Blase war nach dem Toilettengang eben nicht vollständig entleert, sondern noch ca. halbvoll. Ein weiterer Versuch zur Toilette zu gehen scheiterte bzw. es kam nichts. Daraufhin veranlasste der Arzt dann ein MRT. Das zeigte dann das ganze Ausmaß. Er wurde dann als Notfall noch am selben Tag operiert - also die angestaute Flüssigkeit entfernt und der "Schlauch" eingeführt.

Das deine Tochter inzwischen keine Lust und kein Vertrauen in Ärzte mehr hat wundert mich nicht. In dem Alter denke ich aber schon, dass es entweder etwas organisches oder psychisches ist - evtl. ein Teufelskreis aus psychischer Belastung, einnässen, noch mehr psychische Belastung, noch mehr einnässen usw. In der Schule steht sie doch unter permanenten Druck und Angst, das die Hose nass wird, oder?

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Hei mein bruder hatte das bis er 13 wurde. Allerdings nur nachts. Meine Mutter ist auch von arzt zu Arzt gelaufen. Besser wurde es als wir umgezogen sind. Ich gehe davon aus das er einfach keine lust hat abends aufs klo zu gehen weil die Toilette zuweit von seinem zimmer entfernt war. Und es praktischer ist wenn einem alles sauber gemacht wird, denn körperlich war alles in Ordnung mit ihm. Auf Klassenfahrten ist es aufgefallen aber meinem bruder war es egal ob andere ihn auslachten. Er ist sehr selbstbewusst.