Sehnt ihr euch manchmal nach einem anderen Leben?

Hallo,

vorweg: Ich liebe meine Kinder sehr und ich würde sie für nichts in der Welt eintauschen.

Doch manchmal, vor allem wenn die Nacht nahezu schlaflos war, tausend Sachen anstehen, sich die beiden keine zehn Minuten selbst beschäftigten können und ich nicht hinterher komme, beneide ich meine kinderlosen Freunde, die sich ihre Zeit selbst einteilen können. Oder ich frage mich, wie viele Jahre es noch dauert, bis ich wieder mehr Freiheit habe.

Bevor ich Kinder hatte, war mir nicht bewusst, wie langweilig ich spielen finde. Und wie anstrengend ich es finde, ständig berührt zu werden. Den ganzen Tag will jemand auf meinen Arm oder hängt an meinem Bein oder sitzt auf meinem Schoß. Und nachts auch.

Eigentlich gehe ich gerne auf den Spielplatz oder in den Wald mit den Kindern. Aber seit einer Weile möchte immer einer oder beide getragen werden, dann können sie Gefahren nicht einschätzen und ich renne hin und her. Im Kinderwagen bleiben sie schon länger nicht mehr sitzen. Inzwischen bestelle ich alle Einkäufe, weil es mir mit den beiden einfach zu stressig ist, in den Supermarkt zu gehen.

Heute erzählte mir dann eine Freundin, welche Serie sie momentan schaut. Da war ich euch neidisch. Einfach mal in Ruhe eine Serie schauen, klingt wie ein Traum.

Wem geht es manchmal ähnlich?

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wenn es Dir so geht, dann solltest Du versuchen zu erkennen, dass das hausgemacht ist.
Gibt es keinen Papa, damit Du mal Freiraum hast?

Dass Du alleine schon vermeidest, überhaup einkaufen zu gehen, klingt so, wie wenn Du Dich zu arg von Reaktionen und Auftreten Deiner Kinder beeinflussen lässt. Da scheinen die Kinder der Herr im Ring zu sein.

Sorge dafür, dass du wieder Kontrolle über Dich und Deine Bedürfnisse bekommst.
Kinder zu haben heisst nicht, seine eigenen Bedürfnisse und Sichtweisen so stark einzuschränken, wie Du das hier berichtest.
Okay: das Schlag - und Häng-an mir Thema ist nicht so ganz einfach beeinflusbar, - aber selbst hier haben wir Eltern uns schon von Anfang an Freiräume genommen und einer ist mal eine Nacht ins andere Zimmer ausgewandert, um einfach Ruhe zu haben.

Vielleicht hat auch der Corona-Alltag einfach zu viel verändert. --- Geh wieder raus und leg Dir ein dickes Fell zu, dass Kinder auch mal jammern dürfen. Auch im Supermarkt und auch, wenn sei auf die Nase gefallen sind, wenn sei nicht gehört haben. - Wie sollen sie es denn sonst lernen?
und wenn du sie nicht tragen willst, dann nicht. - entweder sie sitzen im KiWa oder sie LAUFEN. --- da ist, wenn Du Dich durchsetzt der Kinderwagen schnell wieder okay!.
Ich hätte gar nicht beide tragen können. Wie auch? --- das gejammr geht vorbei, wenn Du konsequent durchsetzt, was Dir gut tut. - Das ist kein Rückschädigendes Tragen auf dem Spazierweg von zwei Kindern.

Setz Dich durch --- mach, was Dir gut tut. -- die Kinder müssen nicht 110% Deines Tages bestimmen.

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schlag = schlaf. -- blöde autokorrektur.

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Danke für deine Antwort.

Der Papa zahlt nur Unterhalt und sieht sie alle zwei bis drei Wochen mal einen Nachmittag, sieht es aber nicht ein, mit ihnen alleine zu sein, da er es zu anstrengend findet.

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Hallo,

das klingt anstrengend. Wir alt sind die Zwillinge (?) denn?

Ich hatte auch Stillbaby und Kleinkind gleichzeitig, das war eine heftige Zeit.
Aber für eine Serie am Abend, wenn die beiden im Bett waren, war fast immer Zeit.

Zum Einkaufen hat auch mein Mann die beiden früh mitgenommen ;-) in der Zeit habe ich meist Schreibtischkram erledigt oder hatte Pause.
Einkaufen kann man wirklich üben: Ein Kind in den Einkaufswagen und eins in den Kindersitz am Einkaufswagen, evtl Brötchen in die Hand(meine Methode). Oder die schieben so ein Mini-Wägelchen, da braucht es aber ganz, ganz klare Regeln. Wann wo stehen bleiben und warten, wann wohin weiterschieben (Methode meines Mannes).

Wenn sie schon so mobil sind, kann man sie doch tagsüber mal für eine Stunde abgeben. Papa, Oma, Babysitter... Einfach mal durchschnaufen, eine halbe Stunde alleine im Café sitzen. Du brauchst ja auch mal eine Pause.

LG!

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Danke für deine Antwort. Sie sind jetzt 15 Monate alt. Das Problem ist, dass sie beim Einkaufen nicht im Wagen sitzen bleiben wollen. Wenn ich das durchsetze, gibt es Geschrei. Wenn ich sie rauslasse, wird alles ausgeräumt und ich komme nicht mehr zum Einkaufen.

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Ja, 15 Monate ist anstrengend ;-) Und dann gleich zwei.

Aber mit viel Konsequenz lernen sie das bald. Geschrei ist ja nicht schlimm, da müssen sie durch.
Ich habe meinen immer gleich am Anfang große Sachen zum "halten und aufpassen" in die Hand gegeben. Unter zwei Packungen Klopapier kann man schon nicht mehr so gut aufstehen ;-)

Halt durch, mit 2,5 wird's besser!

Und bis dahin: Freiräume schaffen und gut mit dem Partner abwechseln, damit man nicht vor dem dritten Geburtstag in der Klapse landet.

LG!

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Hallo!
Na klar sehne ich mich manchmal (und manchmal auch öfter ;-)!) nach einem anderen Leben. Der Alltag ist eben oft auch stressig und bietet kaum Raum und Zeit nur für mich. Bei Dir kommt die Besonderheit hinzu, dass Du ja alleinerziehend mit Zwillingen bist, das ist ja nochmal besonders "intensiv".
Ganz klar: die Zeit wird wiederkommen, in der Du Dich um Dich kümmern und Du selbst sein kannst! Bis dahin solltest Du versuchen, Dir Entlastung zu gönnen, durch Großeltern (?), versierte Babysitter. Was könntest Du Dir ermöglichen? Oder auch einen Abend in der Woche nur für Dich, wenn die beiden schlafen. Kein Aufräumen, Putzen oder Erledigen von Dingen, die Du tagsüber nicht geschafft hast! Lass einfach alles stehen und liegen!

Gehen die beiden schon in die Krippe oder zur Tagesmutter? Gehst Du schon wieder arbeiten?

Viele Grüße
Jujo

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Hi,

es gäbe das ein oder andere, was ich gerne ändern würde, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit dem, was ich habe.

Bei mir läuft z.B. gerade ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente, ich schaffe es gesundheitlich einfach nicht mehr voll zu arbeiten. Ich bin momentan immer noch krankgeschrieben, möchte zukünftig aber höchstens noch Teilzeit arbeiten. Also dieser Punkt in meinem Leben ist gerade eine Baustelle. Richtig gesund werde ich leider nicht mehr.

Dann bin ich quasi alleinerziehend, aber auch nicht so richtig, weil der Vater sich im Vergleich zu manch anderem wirklich sehr bemüht. Wir helfen uns auch gegenseitig viel, nur auf der Beziehungsebene wird das so nichts mehr. Ich hätte aber irgendwie schon gerne einen Partner. Aber auch nicht so richtig. Ich möchte alleine wohnen z.B. mit meinem Kind. Ich hätte eher gerne einen Mann, der gar keine Absichten hat mit mir zusammen zu wohnen oder zu viel meiner Zeit aufzufressen. Aber auch nicht soooo locker, dass es nur um Sex geht. Also Treue ist mir nichtsdestotrotz wichtig.

Abgesehen von diesen Punkten bin ich wirklich zufrieden mit meinem Leben. Naja, es wird sich alles finden.

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Hallo,

Ich freue mich jeden Tag über meine Kinder und habe mir bisher noch kein anderes Leben herbeigesehnt aber ich musste schmunzeln, als du das mit dem berührt werden geschrieben hast... Sobald ich das Baby mal ein paar Sekunden jemand anderem auf den Arm gegeben habe, sitzt der Große auf meinem Schoß und hampelt auch noch herum, sodass ich ich die ganze Zeit Ausgleichsbewegungen machen muss. Meist während ich esse 😅 das finde ich tatsächlich manchmal echt anstrengend 🙈

Auch wenn es mir nicht ganz so geht wie dir, kann ich es allerdings sehr gut verstehen. Es hört sich auch ein wenig so an, als würde das meiste der Care-Arbeit an dir hängen bleiben. Kannst du deinen Mann mehr einspannen eventuell?

LG :)

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Oh ja, diese ständigen Berührungen sind echt schlimm! Ich bin eigentlich ein Mensch, der gerne umarmt und gestreichelt wird, aber dieses permanente Gefummel ist anstrengend.

Mein Kleiner hat eine ganz fiese Macke entwickelt: wenn er neben mir liegt oder schläft und Hunger bekommt, weint er nicht mehr, er kneift. Diese klitzekleinen Kniffe, die in der Schule damals "Flohbisse" genannt wurden. Mein Arm ist schon ganz blau, weil ich das im Halbschlaf nicht gleich verstehe.

Interessant finde ich, wie viel Freizeit ich vor den Kindern gehabt haben muss🤔 Im Moment ist meine Stunde abends auf dem Wäscheboden, wo ich mir Musik zum Auf-/Abhängen anmache, schon Luxus🙈

Eine Kinderlose Kollegin ist ständig auf Festivals, LARP und sonstigen Hobby-Verbänden unterwegs🤷‍♀️ Ich höre mir das gerne an, war auch mal aktiv in der Szene, aber inzwischen ist das eine ganz andere Welt für mich geworden.

Aber mir ist aufgefallen, dass die kinderlosen, älteren Kolleginnen deutlich wacher und energiegeladen sind, als die jüngeren mit Kindern😆

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Meine Kinder sind 18, 16 und 11,5.
Rückblickend ist die Zeit wie im Flug vergangen. Aber ich kenne deine Gedanken, so ging es mir die ersten Jahre öfter mal #hicks
Ab der Kindergartenzeit (meine kamen mit 3 in den Kindergarten) wurde es entspannter, in der Grundschule wurden sie dann richtig selbstständig und haben ihr Ding gemacht, sich mit Freunden verabredet usw.
Heute ist es mit den Großen eher eine WG, ich sehe die Jungs nur noch beim Essen.
Jetzt am WE waren mein Mann und ich zum ersten Mal bis nachts unterwegs mit Freunden ohne Babysitter (der Mittlere war zu Hause, hat sich ein paar Leute eingeladen und der Kleine hatte Spaß für 100 Mann ;-) )
In ein paar Jahren haben wir wieder alle Freiheiten, die wir vor den Kindern hatten. Genieße bis dahin deine Kinder, die Zeit ist wirklich nur kurz wo sie dich intensiv brauchen.

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Oh ja. Diese Zeit fand ich auch so furchtbar. Ich habe zwei Kinder mit 23Monaten Abstand. Und ich denke nicht dass du was falsch machst, das ist einfach das Naturell der Kinder. Ich bin auch nie mit Kindern einkaufen gegangen. Es war immer furchtbarer Stress.
Ich war auch ständig am hintergerrennen oder mindestens ein Kind wollte auf den Arm.
ABER: rückblickend fehlt es mir jetzt schon fast wieder.

Jetzt sind meine Kinder 4 und 6 und ich bin am Spielplatz mehr oder weniger überflüssig. Eigentlich eher als Aufsicht da. Auf einmal habe ich so viel Zeit übrig. Das ist toll.
Aber man wird auch nicht mehr so gebraucht. Zumindest nicht mehr körperlich und zum spielen. Da kommt man sich dann überflüssig vor und es erscheint einem eher sinnlos am Spielplatz rumzusitzen (wenn man nicht grad jemanden zum ratschen oder was zu lesen da hat).
Wenn ich früher am Spielplatz war, dachte ich: Puh, heute hab ich viel gemacht!
Jetzt denke ich: Ok ich saß 3Stunden lang rum und hatte nix zu tun.

Darum sag ich dir:
A) Die Zeit kommt wieder.
B) Man gewöhnt sich dran. Ich habe (leider) gar kein Bedürfnis mehr nach viel Sport oder Hobbys die ich vor der Schwangerschaft ausgeübt habe. Darum vermisse ich auch nichts mehr. Also ich könnte jetzt teilweise wieder das Leben leben wie ohne Kinder, aber es gibt mir nicht mehr so viel. Bzw. ich bin (leider) auch fauler geworden, so dass es mir vieles davon nicht fehlt.

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Kinderlose Freunde beneide ich echt nicht. Wir sind langsam in einem Alter, bis die Kinder wollen müssen sie wahrscheinlich in die Kinderwunschklinik. Oder sind es schon, wer weiß. Da bin ich sehr froh wenn ich das nicht erleben muss.

Ich "sehne" mich eigentlich nie nach einem anderen Leben.
Ich kann mir viele Leben für mich vorstellen und weiß, dass ich nicht alles ausprobieren und erleben können werde, weil es einfach nicht genug Zeit für alles gibt. Aber das würde genauso gelten, wenn ich in einem anderen Leben stecken und an das denken würde, was ich jetzt habe.
Klar gibt es einzelne Dinge die ich im Nachhinein ganz klar anders machen würde. Aber die großen, wichtigen Punkte würde ich nicht missen wollen, also ein ganz anderes Leben, nein.