Eigentumswohnung kaufen ?

Hallo,

da mich jetzt vielleicht einige für eine Rabenmutter halten (man weiß ja nie), schreibe ich lieber in grau.

Mein Sohn ist im Herbst zum Studium ausgezogen und die 80 qm Wohnung erscheint mir viel zu groß.

Nun hätte ich die Möglichkeit eine Wohnung zu kaufen. Alles spricht dafür. 35 qm erscheinen mir geeigneter für eine Person, ich hätte weniger Haushalt, mein Arbeitsweg wäre kürzer, auf Dauer rentiert es sich mehr, als monatlich Miete zu zahlen. Zumal die Miete immer teurer wird.

Doch damit würde ich meinen Sohn sein Zimmer nehmen. Er hat von seinem vierten Lebensjahr an in der großen Wohnung gewohnt. Er hätte keinen Ort mehr, an den er „zurückkehren“ kann. Natürlich kann er mich besuchen und ich würde eine Schlafmöglichkeit (Sofa, Tagesbett?) für ihn herrichten. Aber es wäre doch etwas anderes. Jetzt hat er auch noch viele Sachen zuhause, die ich auf 35 qm natürlich nicht unterbringen kann.

Was denkt ihr? Wie würdet ihr handeln? Ich habe einerseits Angst, die Möglichkeit zu verpassen. Andererseits habe ich auch ein schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber.

Würdet ihr die Wohnung kaufen?

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Für mich spricht alles für kaufen, wenn dir die Wohnung zusagt (ich persönlich empfinde 35 qm aber schon als beengt, du kannst aber besser einschätzen, ob dir das ausreicht!). Dein Sohn ist erwachsen und du kannst ihm nicht die nächsten Jahrzehnte das Kinderzimmer bewahren. Beim Auszug eines Kindes ist es recht normal, dass sich die Situation zuhause verändert und das Kinderzimmer z.B. weiter gegeben wird. Da brauchst du dich meiner Meinung nach keinesfalls als Rabenmutter fühlen :-)

(Falls du es doch tust: Du investierst in die Zukunft deines Sohnes und er erbt Eigentum, was er später vermieten könnte oder für seine Kinder als Wohnung nutzen kann #schein)

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Frag ihn doch einfach, was er darüber denkt. Vielleicht findet er die Idee ja auch gut.

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Ich versteh total deine Bedenken. Ich würde einfach ganz offen mit deinem Sohn reden. Ich denke ein kleiner Schubs ins Erwachsenenleben ist nicht schlimm und macht dich nicht zur Rabenmutter. Er hat auch mehr davon, wenn du "im Alter" Eigentum hast, statt immer nur Miete bezahlt zu haben und damit nicht viel zu besitzen. Ich bin generell immer für Eigentum statt Miete.
Er wird sicher eine Weile mit dem Studium beschäftigt sein und danach kann er auch ein WG-Zimmer suchen oder ebenfalls eine kleine Wohnung. Wenn man muss, geht das schon. Natürlich ist bei Mama wohnen bequemer.
Ich selbst bin übrigens mit 19 zu Hause ausgezogen und es hat mir gut getan. Mein Zimmer war dann auch direkt am selben Tag weg rationalisiert

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Danke für eure Antworten.

Ich befürchte, dass er aus Höflichkeit sagt, dass es für ihn ok ist. Unabhängig davon, ob es das wirklich ist. Er hat leider ziemlich schnell ein schlechtes Gewissen, wahrscheinlich von seiner Mutter übernommen.

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Das mag natürlich sein oder ist sogar wahrscheinlich. Aber da du mit ihm darüber geredet hast, kann man dir ja letztendlich nichts vorwerfen. Wir wollen immer auf ewig für unsere Kinder sorgen, aber manchmal muss man auch an sich denken. Und das ist ne große Entscheidung, die dir dein Leben sehr vereinfacht. Das ist keine Kleinigkeit.
Du machst das schon richtig!

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Als ich ausgezogen bin, war für mich klar, dass meine Eltern mir mein Zimmer nicht frei halten müssen. Wozu auch? Ich bin erwachsen, wohne alleine und sie können das Zimmer anderweitig belegen (es ist nun ihr Sportzimmer).

Dass du eigtl nur Nachteile hast, damit dein Sohn ganz evtl vllt zurück kommen kann (was dieser ja auch vllt gar nicht will?!), finde ich total Schwachsinn!

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Ich finde das eine richtig gute Idee. Erstens schaffst du für dich selber Rücklagen, da du die Eigentumswohnung womöglich bis zur Rente abbezahlt hast. Das ist für deinen Sohn später auch gut.

Andererseits finde ich es gut, wenn man sich frühzeitig verkleinert und den Absprung schafft. Viele Leute sitzen im hohen Altern in großen Häusern und können sich nicht mehr drum kümmern. Aber umziehen schaffen sie dann nicht mehr.

Wieso sollte man die Kinderzimmer unnötig freihalten? Meine Eltern haben mein Kinderzimmer nach dem Auszug mit 19 Jahre an meine kleine Schwester weitergegeben. Das war ganz kurz etwas befremdlich, aber es gab keine Situation in der ich in das Zimmer hätte zurückziehen wollen und fand es kurz danach sehr gut. Meine Schwester hatte damit ein größeres Zimmer und immerhin noch mehrere Jahre bei meinen Eltern vor sich.

Das einzige was ich etwas knapp finde ist die Größe der Wohnung. 35qm ist doch relativ klein. Aber wenn es für dich passt, ist das in Ordnung. Vieles hängt auch vom Schnitt und der Lage ab.

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Ich finde nicht, dass du deshalb eine Rabenmutter bist.
Du möchtest dich neu orientieren und dich verkleinern, aus welchen Gründen auch immer. Ich finde das völlig legitim, dein Sohn ist erwachsen.

Ich allerdings hätte das so nicht gemacht, wenn es nicht aus finanziellen Gründen sein müsste, aber das ist nur meine persönliche Entscheidung.
Ich hätte zunächst das Gespräch mit meinem Sohn gesucht und ihm von meinen Wünschen und Vorstellungen erzählt. Ich hätte ihm auch die Zeit gegeben etwas zu suchen, um sich selbst zu orientieren. Auf die schnelle kann er in einem WG Zimmer seine Sachen vielleicht auch nicht unterbringen und zur Zeit fehlen ihm dazu vielleicht die Möglichkeiten.
Da würde ich vielleicht schon schauen, ob ich noch 1-2 Jahre warten könnte oder ob er seine Sachen vielleicht so lange einlagern könnte oder oder oder. Auf keinen Fall würde ich meinem Sohn da aber so vor vollendeten Tatsachen stellen, obwohl es ja mein gutes Recht wäre.
Das sind aber persönliche Ansichten.
Mir persönlich wären 35 qm z.b selber viel zu eng.
Ich würde mich auch weiterhin über Besuch meiner Kinder freuen und würde zumindest (soweit finanziell machbar) immer ein kleines Gästezimmer dafür bereitstellen, dass ich noch anderweitig verwenden kann, wenn keiner da ist. Aber Platzmangel heißt auch, dass sich im dümmsten Fall keiner mehr willkommen oder wohl fühlt und dann gar nicht mehr kommt.
Würde meine Mutter auf 35 qm Leben, würde ich sie bestimmt nicht so oft besuchen und wir würden uns viel seltener sehen, was ihr z.b auch nicht gefallen würde. Vor allem, wenn man älter wird, nicht in der Nähe wohnt und Enkelkinder kommen möchte man wieder vermehrt Kontakt (jedenfalls die meisten) ich würde dafür auch nicht alle Nase lang dafür ins Hotel oder im Gegenzug meine Eltern hier im Hotel einquartieren..
aber wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung und hat nichts damit zutun, dass du eine Rabenmutter wärst oder Ähnliches. Jeder lebt ja auch anders. Für uns ist es immer schön gewesen, dass man ein Plätzchen für den anderen hat.

Also mein Rat wäre, erstmal mit dem Sohnemann darüber zu sprechen. Vielleicht hat er ja auch bereits eigene Pläne und möchte dir nicht vor den Kopf stoßen...

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Also ich kann dir von mir erzählen. Meine Mutter genießt, das fast alle Kinder aus dem Haus sind. Sie gönnt sich eine Eigentumswohnung, Ski fahren, ein Motorrad und vieles mehr, von dem Geld, das sie früher für die Miete ausgegeben hat. Und soll ich dir was sagen. Ich finde das absolut klasse. Meine Mama hat so viel für uns getan und auf so viel für uns verzichtet. Ich freue mich, dass sie ihr Leben so genießen kann und endlich Zeit und Geld hat etwas für sich zu tun.
Eine eigene Immobilie ist immer auch vermögensaufbau und nicht Geld das verpufft wie beim Mieten.

Aber ich muss ein paar anderen auch recht geben. 35 qm (ich vermute 2 Zimmer) ist ziemlich klein. Meine Großeltern hatten immer ein extra Zimmer als Gästezimmer wenn wir Enkel kamen. Aber dafür gibt es sicher auch andere Lösungen, wenn es soweit ist. 😉

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35qm sind eher ein Zimmer. So jedenfalls meine Erfahrung mit ehemals 37qm-Wohnung.

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War ja auch nur eine Vermutung. Ich hatte schon eine Wohnung mit ca. 30 qm und das waren zwei Zimmer. Winziges Bad und winzige Küche. 5-6 qm Schlafzimmer und ca 20 qm Wohnzimmer. Ich fand die sehr gemütlich. Aber für Übernachtungsgäste zu eng.

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Ich sehe es etwas anders als die meisten hier. Der Umzug fürs Studium ist für mich nicht der "Abnabelungsumzug" , der mich aus der elterlichen "Pflicht", dem Kind ein Zimmer freizuhalten, entlässt. Ich kann aus Deiner Beschreibung nicht erkennen, wie endgültig der Auszug bei Deinem Sohn ist. Du, bzw.Dein Sohn den r Auszug bei Euch
Wenn ich an meine Studienzeit denke, hatte ich auch während des Studiums (100 km von Zuhause entfernt) meinen Lebensmittelpunkt zum großen Teil noch bei meinen Eltern und bin oft heimgefahren , weil ja auch meine ganzen Freunde dort wohnten. Auch nach dem Studium bin ich wieder zu Hause eingezogen, bis ich Job und Wohnung gefunden hatte. Von daher würde ich eine Wohnung wollen, wo zumindest noch ein 3.Zimmer wäre, wo mein Kind übergangsweise unterkommen könnte
Ich sehe aber auch Deine vielleicht einmalige Chance, eine Wohnung zu bekommen, die Deinen Bedürfnissen entspricht.

Du siehst, ich bin dir jetzt keine Riesenhilfe, daher kann ich Dir nur raten, das zu tun, was in Dir das bessere Gefühl auslöst.
Eine Rabenmutter bist Du auf keinen Fall!
LG

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>>>Ich sehe es etwas anders als die meisten hier. Der Umzug fürs Studium ist für mich nicht der "Abnabelungsumzug" , der mich aus der elterlichen "Pflicht", dem Kind ein Zimmer freizuhalten, entlässt.<<<

Das sehe ich zu 100% genauso.

Meine Tochter hat nach dem Abi in einer weiter entfernten Stadt studiert und kam (fast) jedes Wochenende nach Hause, 1. weil ihr Freund hier lebte und 2. um in Ruhe lernen zu können.

Außerdem hatte sie alle Möbel hier und ich WOLLTE ihr auch bis zum Studienende ein Zuhause bieten, ja, auch mit ein wenig Verwöhnen.
Nach dem Studium ist sie dann mit ihrem Freund zusammengezogen, DAS war ihr richtiger Auszug von zu Hause.

Danach habe ich mein Haus verkauft und mich kleiner gesetzt.

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Ich verstehe euren Punkt sehr gut. Vielleicht ist es wirklich noch zu früh. Er ist gerade erst zwanzig geworden und ausgezogen, um nicht täglich vier Stunden zu pendeln (zwei hin, zwei zurück) und nicht weil er Freiraum wollte oder Ähnliches.

Danke!

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Als ich bei meinen Eltern ausgezogen war, haben sie sich auch eine kleinere Wohnung gesucht. War völlig in Ordnung für mich. Sie hatten auch da ein Gästezimmer, aber ich habe immer meine eigene Wohnung bevorzugt.
Freiwillig gehen wohl die wenigsten nach dem Auszug zu ihren Eltern zurück.

Studiert er denn in eurer Stadt? Oder müsste er weit fahren um dich zu besuchen? Da könnte ich mir vorstellen, dass die Häufigkeit der Besuche auch davon abhängt, ob er gut bei dir unterkommt oder nicht.

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Zwei Stunden mit dem Zug.