Nicht vorankommen - genervt von der Wohnsituation

Hallo zusammen,

Ich bin mit total unsicher ob ich momentan mit meiner Meinung überreagiere oder das ganze unfair betrachte.
Folgende Situation:
Mein Mann und ich haben ein Haus gekauft. Wir mussten über ein Jahr sehr viel sanieren. Aktuell sind wir vor zwei Monaten eingezogen aber es gibt noch so viel zu tun. Das Haus ist noch eine halbe Baustelle.
Während der Sanierung hatten wir so viel Untertützung von dem Stiefvater meines Mannes. Dafür bin ich unendlich dankbar. Nun haben aber er und die Mutter meines Mannes angefangen ihr Ferienhaus zu sanieren. Es ist momentan absolut nicht notwendig, sondern sie machen es eher aus Lust und Laune. Wir brauchen aber aktuell noch sehr viel Hilfe bei uns im Haus. Diese fällt dadurch jetzt erstmal weg und mein Mann hilft nun ihnen.
Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Natürlich ist es nur fair, wenn er auch ihnen hilft. Das ist klar. Aber muss das unbedingt jetzt sein ?
Wir wohnen in einem halb sanierten Haus und alles liegt erstmal still wegen der anderen Baustelle.
Mich ärgert das und ich bin erstmal tierisch genervt davon.
Reagiere ich über ? Keine Ahnung wann es wieder bei uns weiter geht.

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Ihr seid eingezogen. Sie haben euch bis zu diesem Schritt begleitet. Das ist super.
Ein Jahr ist lang. Ich finde fair, dass dein Mann Ihnen hilft, auch wenn bei euch viel liegen bleibt. Warum deine Schwiegereltern seine Hilfe brauchen, dass entscheiden sie selbst. Werten sollte man als Außenstehende nicht.

Man hilft sich halt gegenseitig. Eine Wertung wer der Hilfsbedürftigere ist, hat einen bitteren Beigeschmack. Auch wenn die Schwiegereltern ggf. den Rasen neu machen und ihr aber noch keine Zimmertüren habt oder die Küche notdürftig mit einem zweiplattenherd ausgestattet ist. Wenn es gar nicht geht, dann müsste ggf. doch ein Handwerker bezahlt werden.

Außer, wenn ihr in Not seid. Aber ihr wohnt schon drin, das hört sich nicht so an. An einem Haus ist immer was zu tun.

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Danke für diese neutrale Sichtweise:)

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Ich bin ja ein Freund davon, erstmal das eine fertig zu machen, ehe was anderes angefangen wird. Das gilt auch für 'Familienprojekte'. Wir hatten das letztes Jahr, dass die Wohnung meiner Tante barrierefrei umgebaut werden musste. Das war wichtig, haben alle zusammengeholfen, wir haben unsere Pläne hinten angestellt. Nächsten Monat fangen wir an, unser Bad zu sanieren, die gesamte Familie wird mithelfen. Bei der Tante ist ja alles fertig. Vor zwanzig Jahren hat mein Cousin gebaut, mein Mann (Maurer) hat gefühlte Wochen bei ihm auf der Baustelle verbracht. Vor fünfzehn Jahren, als wir unser Haus gekauft haben, hat derselbe Cousin (Heizungsbauer) unsere komplette Heizung installiert. Das ist ein Geben und Nehmen von dem alle profitieren. Funktioniert aber nur, wenn nicht mehrere Sachen parallel laufen.

Von daher bin ich bei dir, ich finde das unglücklich von deinen Schwiegereltern. Damit bringen sie ja auch deinen Mann (unbeabsichtigt) in eine doofe Situation. Er will bei euch fertig werden, fühlt sich aber natürlich verpflichtet, jetzt ebenfalls zu helfen. Da hilft wohl nur, zu hoffen, dass es bei deinen Schwiegereltern schnell fertig wird.

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Finde auch, man sollte erstmal mit dem einen fertig werden bevor mit dem anderen weiter gemacht werden kann.
Am schlimmsten finde ich, dass mein Mann nicht zur Ruhe kommen kann. Sondern sich nochmal eine neue Großbaustelle auftut.

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Ich sehe viel sanieren in Eigenleistung immer kritisch, weil es so viel Konfliktpotenzial trägt.
Ihr habt ja nun wirklich lange gearbeitet, 1 Jahr, da kann man schon auch mal sehen, dass der Stiefvater sich nun auch mal um sein eigenes kümmern will.

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Ja, das stimmt schon.
Aber dadurch muss man Mann auch mithelfen. Und das sehe ich kritisch. Dadurch können wir bei uns erstmal nicht weiter machen und mein Mann wird wieder eingespannt. Quasi von der einen Baustelle zur nächsten ohne bei uns erstmal fertig zu werden.

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"Aber muss das unbedingt jetzt sein?"

Wenn nicht jetzt, wann dann? Du schreibst, ihr wohnt in einem halb sanierten Haus. Das bedeutet, dass die weitere Sanierung noch über ein weiteres Jahr dauern würde. Erfahrungsgemäß kann es sich sogar noch über mehrere Jahre ziehen.
Deine Gefühle kommen vermutlich daher, dass du selbst noch nicht mit dem Wohnzustand zufrieden bist. Objektiv gesehen ist es völlig in Ordnung, dass deine Schwiegereltern nun ein eigenes Projekt in Angriff nehmen und dein Mann sich bei ihnen für die große Hilfe revanchiert. Ihr wohnt immerhin in eurem Haus und habt dadurch ein wichtiges Etappenziel erreicht.

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Vielleicht nicht mehr ganz ein Jahr. Und du dürftest damit Recht haben, dass ich mit der aktuellen Wohnsitzation nicht zufrieden bin. Es ist vieles einfach noch provisorisch. Mein Sohn hat zum Beispiel sein Zimmer im Flur, weil seines noch nicht fertig ist. Das ist momentan zwar ok, aber anders wäre es eben besser.
Ich gönne es ihnen ja, aber verstehe trotzdem nicht, wieso das unbedingt jetzt sein muss. In einem halben Jahr wäre es doch auch gut gewesen.

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Kommt ja etwas drauf an, in welchem Zustand sie das abgebrochen haben. Wenn die wichtigsten Zimmer so weit fertig sind, kann das andere ja auch noch warten. Wenn man nun aber überall ein bisschen macht, oder nur die unwichtigeren Sachen fertig hat, dann ist es ein Problem.

Den Schwiegereltern kann man eigentlich keinen Vorwurf machen, sie haben euch halt geholfen und müssen jetzt auch mal eigenes machen.

Es kann auch schon mal einige Jahre dauern, ein Haus zu sanieren. Wir haben auch drei, vier Jahre herumgewerkelt. Gut, nach einem halben Jahr war alles wichtige fertig.

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Ganz einfach: bestellt Handwerker und lasst es machen. Fertig. Auf halbe Baustelle hätte ich keine Lust.

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Ganz so einfach ist es leider nicht. Dafür fehlt uns leider das Geld.

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Hey, schwierige Situation. Am Besten, du setzt dich erst mal mit deinem Mann in Ruhe zusammen. Vielleicht habt ihr auch unterschiedliche Ansprüche, was die Wohnsituation betrifft? Macht einen Plan, was ganz dringend / bald / später erledigt werden muß, wie ihr das finanzieren könnt bzw. von wem ihr welche Unterstützung erwartet. Was euch im Gegenzug wann an Unterstützung möglich ist oder auch nicht. Bleibt dabei bei euch und möglichst ehrlich. Ich denke, da sortiert sich schon einiges. Ladet die Schwiergeeltern auf einen Grillabend ein und erzählt ihnen vom Ergebnis. Seid offen für Kompromisse. Und bewerte bitte nicht die Prioritäten der Schwiegerelter. Was jetzt sein muß, entscheidet jeder für sich.
Du bist tierisch genervt - das wird nicht besser vom Schweigen. Eher besteht die Gefahr, dass daran über kurz oder lang Beziehungen zerbrechen. Besser, ihr macht jetzt klar Schiff.
Viel Erfolg!

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Ich wäre auch tierisch sauer, wenn mein Mann anderen helfen würde, während hier alles liegen bleibt. und ein Ferienhaus ist ein Stück weit Luxus. Ich an der Stelle der Schwiegereltern würde es akzeptieren, wenn er sagen würde: ich weiss, ihr habt uns viel geholfen und braucht jetzt selbst Hilfe, aber bei uns ist noch so viel zu tun...

Gegenleistung ist gut und schön, aber wenn bei mir die Wohnung brennt, lösche ich nicht beim Nachbarn, weil der ja auch immer so hilfsbereit ist.