Psychisch aufgewühlt durch Nachrichten

Hallo Zusammen,

Ich habe eben die Nachrichten vernommen und halte das gerade sehr schwer aus. Ich hasse mich dafür, dass ich nicht umgeschaltet habe.

Es geht um den Fall "Münster" und die heutigen Verurteilungen. Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich an die Kinder denke (5 und 10 Jahre).

Wenn ich meinen Sohn sehe und daran denke, muss ich weinen. Es ist einfach so unfassbar schrecklich. Es gibt so grausame Menschen. Ich wünsche mir von Herzen, dass die Kinder irgendwie im Ansatz wieder Freude in ihrem Leben erleben können.

Wie komme ich aus den Gedanken wieder heraus???

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Was da passiert ist ist schrecklich und Gerechtigkeit wird es da nicht geben. Auch wenn im Urteil das bestmögliche versucht wurde.
Für dich als Unbeteiligte bleibt nur dich von dem Thema abzulenken oder vielleicht hilft es dir tätig zu werden. Es gibt Vereine in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. Vielleicht hilft es dir, dich nicht so ohnmächtig zu fühlen.

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"und Gerechtigkeit wird es da nicht geben."
Darf ich nachfragen was du damit meinst? Also völlig wertfrei.

Soweit ich es gelesen habe bekommt der Haupttäter 14 Jahre + SV (Sicherungsverwahrung) und die anderen Täter 10, 11 und 12 Jahre + ebenfalls anschließende Sicherungsverwahrung. Was ja vermutlich (!) selbst, wenn einer davon eine Prüfung der SV stellen sollte irgendwann, nie mehr in Freiheit leben, solange ein Gutachter dabei bleibt, dass Wiederholungsgefahr besteht.

Ich arbeite im Vollzug und bin zwangsläufig jeden Tag mit diesem "Klientel" konfrontiert und selbst 2fache Mama. Ich verstehe total, dass es viele Menschen.. Vor allem Eltern schwer belasten kann und fassungslos zurück lässt, selbst, wenn man nicht selbst betroffen ist, sondern davon hört oder liest.

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Ja nachdem was da vorgefallen ist, sind schwerste psychische und physische Folgen bei den Opfern zu fürchten. Die Täter sind voraussichtlich ihr Leben lang eingesperrt aber sie sind (von dem beträchtlichen dachschaden den man braucht um so eine Tat überhaupt begehen zu können) gesund. Haben ein Dach über dem Kopf, was zu essen und Beschäftigung.
Ihre Opfer brauche Therapie in noch unbekanntem Ausmaß. Ob sie je gesund werden und ein normales Leben führen können ist nicht gewiss.
Ich weiß das die Richter getan haben, was möglich ist.
Oder siehst du das anders? Findest du 14 Jahre in einem Gefängnis im Tausch gegen mindestens 2 Leben gerecht? Was wäre dir dein Leben denn wert? Oder das deiner Kinder?
Ich finde das Urteil ok. Da hab ich schon andere Urteile gelesen die wirklich abartig waren. Aber Gerechtigkeit ist schlicht nicht möglich.

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Ich glaube, dir hilft nur Zeit. Es ist schön, dass du so mitfühlend bist.

Ich kenne dies von mir insbesondere aus der Zeit, als meine Kids noch sehr klein waren.
Jedes verhungerte und misshandelte baby war für mich nicht zu verarbeiten.

Eine Lösung habe ich nicht. Nur ein sehr grosses Verständnis.

Es wurde besser, je älter meine kids wurden.
Heute nehme ich derartiges immer noch.mit schrecken war, falle jedoch in kein tiefes loch. Das hilft den kids nicht. Ich hoffe nur dass die, die so einen start ins leben hatten, dann auf menschen treffen, die hilfe geben können. Ich selbst kann es nicht.

Lg

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Genau das, was du schreibst!

Unser Sohn ist 3,5 Jahre alt und ich wieder schwanger. Es war schon ein bisschen besser, aber sowas macht mir wieder deutlich mehr zu schaffen. Auch berichte über Krieg, Hunger, humanitäre Katastrophen werfen mich aus der Bahn und ich muss umschalten, wegklicken, etc.

Ich hab leider keine Lösung, ich umarme und kuschel und küsse mein Kind und schwöre mir dann, zumindest auf alle Kinder in unserem Umfeld zu achten!
Und manchmal muss ich unter Tränen eingestehen, dass ich nun mal nicht alle retten kann...

Alles Liebe!

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Ich selbst habe ähnliche Erfahrungen machen müssen, letztendlich stand der Täter auch vor Gericht und hat nur 7 Jahre bekommen, obwohl er mich und meine 2 Schwestern Jahre lang missbraucht, vernachlässigt und verprügelt hat.

Es wird nie genug Gerechtigkeit geben um all das Leid was die zwei Jungs ertragen müssten und noch weiterhin müssen "gut zu machen".

Ich habe vieles aus meiner Kindheit (zum Glück) verdrängt, manches aufarbeiten können, aber immer wenn ich solche Sachen in den Medien mitbekommen, verfalle ich in eine regelrechte Schockstarre. Vorallem seitdem ich selbst Kinder habe.

Leider kann ich dir keinen ultimativen Tipp geben, wie du aus den Gedanken ausbrechen kannst. Mit hilft es immer, mir klar zu machen, dass ich meine Kinder in der Hinsicht "aufgeklärt" habe. (Niemand darf an Geschlechtsteile fassen ect).
Da sie mit dem Thema sensibiliert sind, hoffe ich, dass die etwas sagen, sollte jemals etwas passieren..

Zusätzlich gibt es viele Vereine ect, vll kannst du dort deine Unterstützung anbieten.