Heirat auf dem Papier

Hallo.

Ich hatte heute eine naja... Diskussion... mit meiner Mutter. Da sie mir selbst nicht erklären will was sie stört könnt ihr mir vielleicht ihre Perspektive etwas näher bringen.

Folgender Sachverhalt: Mein Mann und ich sind mittlerweile 6 Jahre zusammen. Haben 2 Kinder (4 Jahre und 2,5 Monate). Die Große haben wir im Studium bekommen. Letzten Sommer habe ich meinen Abschluss gemacht und angefangen zu arbeiten. Der Kleine wurde jetzt im April geboren. Schon vor der Geburt der Großen war klar, dass wir gerne heiraten wollen. Wir haben es damals rein aus finanziellen Gründen auf nach dem Studium verlegt. Das war auch in der gesamten Familie so bekannt. Nun kam ja Corona und große Feierlichkeiten waren vorerst nicht möglich oder zumindest nicht planbar. Als ich dann wieder schwanger war wollten wir aber in jedem Fall vor der Geburt des Kleinen noch heiraten. Allein schon weil es viel Papierkram spart und für die Kids alles geregelt ist. Außerdem ist der finanzielle Aspekt seit meinem Abschluss nun umgekehrt. Nur die Tatsache, dass wir keinen Trauschein haben kostet uns 200 € im Monat plus steuerliche Nachteile. Geld das wir einfach nicht zu verschenken haben.

Da Feierlichkeiten den ganzen Winter über nicht möglich waren, haben mein Mann und ich entschieden im April einfach erstmal alleine standesamtlich zu heiraten. Alleine und ohne Gäste. Ursprünglich wäre die Hochzeit 5 Wochen vor ET des Kleinen gewesen. Nun kam der Kleine aber 5 Wochen zu früh. Wir haben dennoch einen Tag nach seiner Geburt geheiratet. Es war eine ultra kurze Sache insgesamt glaube ich 3 Unterschriften, Jeans und Tshirt und noch fertig von der Geburt. Dauer etwa 10 Minuten. Danach direkt zurück ins Krankhaus, weil der Kleine auf der Neo lag. Nach einer Woche durfte er mit nach Hause. Es war insgesamt eine anstrengende Zeit, weil ich auch vorher schon stationär in der Klinik bleiben musste, meine Große nicht sehen durfte usw. Hochzeit war in dem Zusammenhang wir gesagt nebensächlich.

Geplant war die Hochzeit vermutlich nächstes Jahr, je nachdem wie sich Corona entwickelt quasi am 1. Hochzeitstag nachzufeiern. Mit privater Zermonie und hübschem Kleid.

Unsere Familien wussten von der ganzen Aktion bislang nichts. Die Familie meines Mannes hat es wohl größtenteils erraten, weil wir die Geburtskarten des Kleinen mit Familie X unterschrieben haben. Ich habe es bisher weder erzählt noch aktiv verheimlicht - sagen wird mal so. Ich trage meinen Ehering offen, wir unterschreiben als Familie X, etc.

So. Nun hat meine Mutter heute zufällig davon erfahren und ist zu tiefst beleidigt und spricht nicht mit mir. Und ich verstehe nicht warum. Es hat sich nichts geändert, außer dass unsere Angelegenheiten geregelt sind und wir viel Geld sparen. Es gab keine Feier niemand wusste Bescheid. Im Prinzip waren es 3 Unterschriften. Genau wie die Tatsache, dass ich eine Risikolebensversicherung abgeschlossen habe (bin Hauptverdiener) und wir eine Sorgerechtsverfügung gemacht haben. Dazu kommt, dass meine Mutter heiraten total doof findet, weshalb sie selbst nie verheirat war und was Für sich immer kategorisch ausgeschlossen hat.

Naja, Da sie nicht mit mir spricht vielleicht könnt ihr mich erleuchten. Wo ist das Problem? Vielleicht kann ich ihre Perspektive dann besser verstehen.

Liebe Grüße

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Es kommt sehr auf die Beziehung zu deiner Mutter an, wie eng ihr sonst seid, aber ich denke, dass sie es gern einfach früher und von dir erfahren hätte. Je nach dem, was jetzt zufällig bedeutet.
Auch wenn es nur eine kurze Sache auf dem Papier war, hätte ich es glaube ich einfach erzählt.
Zu sagen, dass man es ja nicht verheimlicht, aber auch nicht erzählt und die Familie es sich durch das Tragen des Eherings und die Unterschrift von Familie X zusammen reimen kann, finde ich persönlich tatsächlich befremdlich.
Auch bei einer Hochzeit, die in erster Linie aus praktischen Gründen stattfindet, schwingt ja was emotionales mit. Ihr seid seit vielen Jahren zusammen und habt zwei Kinder. Außerdem möchtet ihr das Ganze im nächsten Jahr mit einer Zeremonie nachholen. Was hättet ihr denn dann irgendwann gesagt, "ach, wundert euch nicht, dass es eine freie Trauung ist, wir sind übrigens seit letztem Jahr schon offiziell verheiratet"?
Wenn das zu eurer Beziehung zur Familie passt, ist das ja in Ordnung, grundsätzlich kann ich aber verstehen, dass man sich da als Mutter vielleicht etwas vor den Kopf gestoßen fühlt.
Nur weil eine Hochzeit für deine Mutter nicht infrage kommt, heißt das ja nicht, dass sie dem Ganzen für ihre Tochter nicht einen gewissen Wert zuschreibt. Dazu weiß man aber nicht genug über dich und deine Mutter und wie ihr zueinander steht.
🙂

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Danke für deine Perspektive.

Zufällig heißt, dass wir planen ein Haus zu kaufen und ihr Partner angeboten hatte die Kreditunterlagen zu prüfen, da er in dem Bereich arbeitet. In den Unterlagen steht eben "verheiratet". Habe auf die Nachfrage dazu geantwortet, dass wir an diesem Tag fürs Papier geheiratet haben. Ohne Gäste und das die Feier vorraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt wird. Das bisher niemand Bescheid wusste und wir das gerne damit gemacht hätten.

Ich bin eher der rationale Typ und fand an dieser Unterschriftenaktion wenig emotional. Deshalb konnte ich auch ihre Reaktion nicht nachvollziehen. Denn für mich hat sich an dem Tag nichts geändert. Ich liebe meinen Mann nicht anders als vorher. Die Geburt vom kleinen war da einfach eine viel größere Veränderung.

Unsere Beziehung ist weder gut noch schlecht. Es gibt viel negative Dinge aus meiner Kindheit über die aber nicht gesprochen wird. Die stehen einfach zwischen uns. Wir pflegen mehr oder weniger regelmäßigen Kontakt - vor allem wegen meiner Großen Tochter. Wir reden schon über einiges, aber aus meiner Sicht eher oberflächlich.

Ich persönlich habe da auch kein großes Problem gesehen nachher zu sagen, dass wir wegen Corona und Baby den offiziellen Teil alleine gemacht haben und das für uns jetzt die eigentliche Hochzeit ist.

Zum Thema wert zu schreiben: In meiner Kindheit hat meine Mutter kein gutes Haar an dem Thema heiraten gelassen. Deswegen finde ich es ja so befremdlich, dass es gerade ihr plötzlich doch wichtig ist.

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Ah, deine Antwort kam genau in dem Moment als ich meinen Zusatz geschrieben habe😅

Ich kann deine Seite sehr gut nachvollziehen. Ich denke, dass du am besten weißt, wie du damit umgehen möchtest und wie ihr in der Vergangenheit Meinungsverschiedenheiten beigelegt habt.
Vielleicht ist es ihr aufgrund eurer schwierigen Vergangenheit ja umso wichtiger. Manchmal kann man Menschen nicht genau durchschauen.

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Die Perspektive einer beleidigten Leberwurst!
Sie wäre gern informiert und involviert gewesen. Die beruhigt sich schon wieder!

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Aus Sicht des Kindes: Meine Eltern haben geheiratet, da war ich 6. Ich war soooo enttäuscht, das kann man gar nicht beschreiben. Meine Eltern verstehen das bis heute nicht. "War doch nur fürs Papier, drei Unterschriften, wir sind direkt danach Arbeiten gegangen."
Mag sein, ich war trotzdem tieftraurig. Für mich war es emotional, das meine Eltern geheiratet haben. Meine Großeltern waren ebenfalls enttäuscht, wie ich es später verstanden habe, weil auch sie eben nur eine Tochter haben.
Es folgte keine Feier, Begründung: "die Oma wollte sich zu sehr einmischen, da ist uns die Lust auf eine Feier vergangen."

Es mag sein, dass es für euch keine große Sache war, gerade unter den Umständen. Eine kurze SMS "wir haben heute morgen geheiratet, bitte lasst uns in Ruhe, wir haben große Sorgen um unseren Sohn und nicht in Feierlaune", hätte euch wohl niemand übel genommen. So ein Ratespiel draus zu machen, finde ich echt blöd.

Eine entferntere Freundin hat das auch gemacht mit ihrer Schwangerschaft und niemand hat sich getraut sie bis zur Geburt anzusprechen. Sie war schon in der Schwangerschaft dick und wir dachten alle, wenn sie nichts sagt, hat sie wohl einfach nochmal deutlich mehr zugelegt. Sie war dann nach der Schwangerschaft total beleidigt, dass wir nicht an ihr interessiert wären, wenn die SS uns nicht auffällt. Aber wenn es anders gewesen wäre und sie einfach dick geworden wäre, wäre ein "bist du schwanger?" Ja auch mega unhöflich und je nach Kinderwunsch total verletzend gewesen.

Wieso sagt man solche Dinge nicht einfach, anstatt die arme Verwandtschaft raten zu lassen? Gerade wenn es für einen selbst unwichtig ist, sollte eine kurze WhatsApp mit dem Stand der Dinge schon möglich sein.

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Danke auch für deine Perspektive.

Es ist ja eine Feier geplant. Nur auf Grund der Corona Situation fand ich das dieses Jahr bisher unverantwortlich. Dennoch wollten wir es aus den genannten Gründen in jedem Fall eigentlich vor der Geburt heiraten.

Also an dem Tag und in den ersten Wochen hatte ich definitiv keinen Kopf für irgendwelche SMS. Zwischen abpumpen, nach dem Kleinen schauen und die Große unterbringen war nicht mal Zeit zum ausruhen. Ich hatte tatsächlich überlegt ähnlich wie die Geburtskarte auch eine Karte zur Hochzeit zu schicken. War wahrscheinlich doof, dass ich es nicht gemacht habe.

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So haben wir es letztes Jahr gemacht

Leise, still und heimlich und ohne Tamtam geheiratet im Standesamt mit einer Plexiglasscheibe zwischen uns und dem Standesbeamten

Wir haben allerdings meine Mutter nachdem wir zu Hause waren angerufen und Bescheid gesagt. Der Rest der Verwandten hat es an dem Tag durch den WhatsApp Status erfahren und keiner meiner Verwandten war uns böse, da sie mich
1 genau so kennen
2 ich schnwager war
3 wir eh nie eine große Feier wollten (das wusste auch jeder, wir hassen sowas einfach, dafür sind wir nicht gemacht)

Der Schwiegervater war allerdings total sauer, weil ER nicht eingeladen war und er bis heute nicht verstanden hat, dass wir komplett alleine waren und gar keiner dabei war (nicht mal das 5 jährige Kind war dabei und fand es mega cool, dass wir jetzt alle gleich heißen)

Juckt uns aber nicht, für UNS war es die perfekte Hochzeit und darum geht es bei einer Hochzeit, nämlich nur um das Brautpaar und deren Wünsche

Es geheim halten finde ich allerdings genauso blöd wie du, da kann ich die Enttäuschung der Mutter der TE echt verstehen

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Deine Mutter hat es heute erst erfahren, gib ihr etwas Zeit.

Ich wäre sehr enttäuscht und getroffen gewesen, wenn ich durch Zufall erfahren hätte, dass eine meiner Töchter geheiratet hätte.
Nicht weil ich scharf auf eine Feier wäre oder überall mit der Nase dabei sein muss. Wahrscheinlich ist meine Begründung auch fadenscheinig, aber als Mutter habe ich alles ausgerichtet, Taufe, erster Schultag, Geburtstage, Kommunion etc, wir hatten und haben immer ein gutes Verhältnis gehabt. Und jetzt, wo sie eine so große Entscheidung trifft, würde ich total außen vorgelassen und bin nicht mal ein Wort wert.
Und es dann rein zufällig von irgendjemandem zu erfahren, würde dem Ganzen die Krone aufsetzen.

Ja, ich wäre sehr enttäuscht.

Deine Mutter wird drüber wegkommen, aber, wie schon geschrieben, gib ihr ein paar Tage Zeit.

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Danke für deine Perspektive.

Zur Feier, die für uns die eigentliche Hochzeit werden soll, wird sie selbstverständlich eingeladen.

Für uns war es eben keine große Entscheidung. Die Entscheidung steht schon seit Jahren und das wusste auch jeder. Wir haben nur aus pragmatischen Gründen nicht eher geheiratet. Die Entscheidung Kinder mit jemandem zu bekommen war für mich die größere Entscheidung. Denn Kinder verbinden ein Leben lang, eine Ehe kann man im Zweifelsfall scheiden lassen.

Und sie hat es nicht von irgendjemandem erfahren - es weiß schließlich niemand - sondern von mir. Zufällig nur weil sie in den Unterlagen "verheiratet" gelesen hat und ich ihr daraufhin wahrheitsgemäß gesagt habe was gewesen ist.

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Ehrlich gesagt finde ich es schon etwas komisch, nicht von der Hochzeit zu erzählen.
Wie du schon sagst, ihr habt damit alles geregelt, aber teilweise betrifft das ja auch den Rest der Familie.
Also einfach Bescheid geben fände ich in dem Fall schon angebracht.
Kann verstehen, dass das deiner Mutter etwas sauer aufstößt.

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Was davon betrifft denn den Rest der Familie? Die Sorgerechtsregelung für meinen Kleinen? Das Thema Erbschaft und Rente/Unterhalt? Habe ich da irgendwas übersehen?

Ich war bisher der Auffassung, dass sich für meine Mutter nichts ändert außer der Name meines Mannes.

Vermutlich wäre es besser gewesen irgendwann einfach eine Karte zu schicken. Am Anfang hatte ich dafür keinen Kopf und dann habe ich nicht mehr daran gedacht - weil es für mich nicht wichtig war.

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Auch wenn sich für dich angeblich nichts ändert, für deine Mutter schon. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du Schwierigkeiten mit der Empathie hast.

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Ich habe damals ähnlich reagiert, als meine Schwester heimlich geheiratet hat( ich war aber 14 und pubertär). Ich war verletzt, dass ICH nicht dabei sein durfte. Ich wollte unbedingt dabei sein, es wäre meine erste Hochzeit. Also sehr egoistisch! Die Wünsche meiner Schwester waren mir im ersten Augenblick egal 😂
Das hielt aber nur ne halbe Stunde und dann habe ich mich für sie gefreut.
Deine Mutter wird beleidigt/verletzt sein, dass sie weder dabei sein durfte, dass du es ihr nicht persönlich direkt danach gesagt hast, dass du ihren Lebensstil mit der Heirat „schlecht“ machst, und und und.
Meine persönliche Meinung zu eurer Situation: ob ihr nun heimlich, alleine, als Familie heiratet: ich freue mich für euch, ABER als enge Familie wäre ich sehr enttäuscht, wenn ihr es mir nicht erzählt, wenn man sich ( nachdem das Wochenbett und die Neo vorbei sind) persönlich sieht. „Mama, wir haben direkt nach der Geburt geheiratet, nur wir Zwei! Nächstes Jahr wollen wir es mit euch allen Groß nachholen!“
Ich verstehe, warum ihr so geheiratet habt, aber nicht warum ihr es nicht erzählt. So macht ihr ein ( vllt ungewollt) ein Geheimnis draus und niemand wird gerne aus so etwas tollem rausgehalten. Vllt zeigt dir das eine andere Perspektive, ob die deiner Mutter dabei war, kann ich natürlich nicht versprechen 😂

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Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter fällt mir dazu ein. Neid. Eifersucht.

Sie wollte nie heiraten sagt sie, vielleicht wollte ja auch niemand sie heiraten?

Wir wollten das auch so machen wie ihr und weil meine Mutter mit Bruch gedroht hat, haben wir mit 9 Gästen geheiratet. Meine Mutter hat sich überall versucht einzumischen, nichts war ihr gut genug. Sie wollte aussuchen und wir sollten bezahlen. Konnten wir damals aber gar nicht. Sie hatte am Hochzeitstag ein maßgeschneidertes Kostüm an und eine Hochsteckfrisur wie eine Braut. Ich hatte was von der Stange und offene Haare. Sie war aufgedreht und hat mir die Show gestohlen. Völlig unpassend.

Meine Mutter macht bis heute Ärger und Stunk wo es nur geht. Mein Mann ist ein Looser, faul, kann nichts, all das sagt sie über meinen Mann. Wir haben ein Haus gekauft und alles ist ja so schlecht bei uns (meine Eltern leben zur Miete). Mein Mann ist alles andere als faul.

Ihr habt es richtig gemacht. Wäre es bei uns damals zum Bruch gekommen, wir hätten seit 6 Jahren unsere Ruhe.

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Entschuldige dich bloß nicht!

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Vielleicht solltest Du Deine gestörte Beziehung nicht auf andere Mutter-Kind-Beziehungen projizieren. Ich kann die Mutter durchaus verstehen und wenn man heimlich heiratet und dadurch die Gefühle seiner Mutter verletzt, kann man auch versuchen sich in ihre Position zu versetzen und sich entschuldigen. Dabei bricht man sich auch keinen Zacken aus der Krone.

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Hey du, für Papier und Steuerkram heiraten ist völlig okay, finde ich - aber heimlich muß es doch nicht sein. Sagen, wie es ist und gut.
Was ich an dem ganzen Ding überhaupt nicht verstehe: Wozu wollt ihr dann später eine große Feier? Ihr habt eure Entscheidung getroffen und durchgezogen, das ist okay, aber dazu gehört eben auch der Verzicht auf manche Rituale, Brautkleid, Geschenke usw.

Ich als Mutter wäre sicher enttäuscht, nebenbei von anderen zu erfahren, dass mein Kind geheiratet hat. Schlimm ist daran nichts außer der fehlenden Information. Emotional (und nebenbei rechtlich, wie von euch beabsichtigt) ist es ein wichtiger Wechsel. Dein nächster Angehöriger ist jetzt nicht mehr deine Mutter, sondern dein Ehemann.
Es hat meiner Meinugn nach wenig damit zu tun, dass deine Mutter aus deiner Sicht heiraten doof findet. Es hat mit Respekt und Empathie zu tun. Beleidigt wäre ich als Mutter nicht zwangsläufig, aber ich müßte sicher auch erst mal sortieren...
liebe Grüße

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Rechtlich ist der Drops doch schon lange gelutscht… die TE hat Kids. Die erben, sobald sie mündig sind entscheiden sie auch wenn was zu entscheiden ist. Die Mutter hat da nicht viel an Boden verloren… macht rational betrachtet keinen Sinn.

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Ich kann deine Mutter verstehen. Selbst wenn man nicht feiert ist eine Hochzeit schon irgendwie eine große Sache und ein entscheidender Schritt.
Es ist verständlich, dass euch das nicht so vorkommt, weil ihr ja schon lange irgendwie verheiratet seid, aber ich finde eure Einstellung schon relativ krass. Ich finde es echt nicht ungewöhnlich, dass euch eine Heirat an sich nicht wichtig ist. Ich bin selbst seit 8 Jahren in einer Beziehung und unverheiratet. Aber trotzdem, so einen Vertrag zu unterschreiben ist jetzt schon nicht das Gleiche wie... z.B. ein Konto zu eröffnen. Es gibt einfach gewisse Dinge die erzählt man sich in der Familie vorher, weil sie einen Einschnitt darstellen.
Für mich ist übrigens eine standesamtliche Hochzeit irgendwie wichtiger als die Hochzeitsfeier. Das ist ja die eigentliche Eheschließung. Egal wie viel gefeiert wird.

Ich denke es geht deiner Mutter weniger darum, dass sie die Trauung an sich verpasst hat, als einfach darum, dass du ihr so etwas Wichtiges nicht vorher erzählt hast, du sie also nicht an deinem Leben teilhaben lässt.
Übrigens: Wenn deine Mutter Heiraten immer so kategorisch ausgeschlossen hat wie du sagst, dann spricht das auch nicht dafür, dass sie dieser Institution schon eine Bedeutung beimisst, sonst wäre es ihr ja einfach nur "egal" gewesen. Wer weiß was sie da alles mit verbindet?

Es ist schon ein wenig seltsam von euch, dass ihr es so demonstrativ keinem erzählt. Man könnte das ja wenigstens mal in nem Gespräch erwähnen: "Ach übrigens, wir haben gestern geheiratet." Da so ein "Geheimnis" draus zu machen, macht keinen Sinn. Wenn ihr jetzt z.B. ein Haus gekauft hättet, würdet ihr das auch keinem erzählen?

Sie wird sich vermutlich wieder beruhigen wenn sie versteht WIE UNBEDEUTEND für dich diese Eheschließung war. Aber ich kann verstehen, dass sie gekränkt ist.

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"dann spricht das dafür, dass sie dieser Institution schon eine Bedeutung beimisst,"

meinte ich natürlich. Nicht "nicht dafür"