Kranke Oma besuchen?

Hallo,

die Oma von unserer Kleinen ist leider sehr krank. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt kommt sie jetzt nach Hause und ich bin am überlegen, ob ich meiner 3 Jährigen diese Situation zumuten kann.

Als sie ihre Oma das letzte Mal gesehen hat, war sie noch relativ fit, saß aber im Rollstuhl und da merkte man ihr schon an, das sie Schwierigkeiten mit der Situation hatte (sie hat natürlich nicht verstanden warum Oma in dem Stuhl sitzt und hat sie ständig zum aufstehen animiert).

Mittlerweile hat sich ihr Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert, sie spricht kein einziges Wort mehr, schaut keinen mehr an und fängt aus dem nichts an zu schreien. Sehr laut, als würde sie vor Schmerzen schreien.

Ich habe bedenken das meine Tochter die Situation nicht verarbeiten kann, vielleicht sogar Angst bekommt wenn sie schreit. Gleichzeitig möchte ich aber das die zwei sich sehen, soweit das möglich ist. Habt ihr Tipps?

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Ich würde es sein lassen. Die Oma reagiert auf nichts mehr und verhält sich komisch. Da würde ich lieber dafür sorgen, dass die Oma gut in Erinnerung bleibt.

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Sehe ich auch so, gerade wenn das Kind auf den Rollstuhl schon so reagiert hat. Der Anblick einer Oma, die nur noch da liegt und gelegentlich einfach schreit ist selbst für manchen Erwachsenen nur schwer zu ertragen, wie solls dabei einem (Klein-) Kind gehen!?

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Ich würde es lassen. Klar ist es für die Oma schön das Enkelkind noch einmal zu sehen. Aber für Kinder in den Alter kann das wirklich dramatisch sein. Bei meiner Freundin war die Schwiegermutter sehr krank und lag lange im Sterben. Da sie Sauerstoff brauchte und ihr Kleiner panische Angst vor dem Geblubbere hatte war es nicht möglich ihn mitzunehmen. Er hat gebrüllt, um sich geschlagen und wollte weglaufen. Er braucht auch super lange um sich zu beruhigen. Sobald er danach gehört hat, dass von Oma geredet wurde weinte er, weil er nicht zur "Sauerstoff-Oma" wollte.

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Besuch die Oma in dem Zustand bitte nicht! Unsere Oma ist im Pflegeheim. Als meine Tochter und ich sie vor einigen Wochen zum ersten Mal besuchten, war das ein Schock für meine Tochter. Als sie erstmals sah, wie eine Pflegerin die Oma aus dem Rollstuhl ins Bett legte, kamen meiner Tochter die Tränen und sie ist aus dem Zimmer.

Meine Tochter ist 20 Jahre alt, und die konnte mit dem Zustand der Oma nicht umgehen. Wie wird es dann erst bei einer 3jährigen sein . . .

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Super Rezept, damit aus der 3jährigen auch mal eine junge Frau wird, die vor Krankheit und Alter wegläuft.
Sorry, aber hast Du schon mal dran gedacht, was Deine Tochter machen wird, wenn Du dann diejenige bist, die im Rollstuhl sitzt? Wenn es nicht einsam werden soll, dann fang mal jetzt Hemmschwellen abzubauen und Dich gemeinsam mit Deiner Tochter mit Abbau, Alter und Sterben auseinanderzusetzen. Ein gelebter Abschied kann etwas sehr bereicherndes sein.

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Wenn die Oma vor Schmerzen schreit, dann würde ich erstmal da gucken. Bekommt sie palliativ-Pflege oder mobilen Hospizdienst? Leider ist "normale" Pflege auch in der letzten Lebensphase sehr auf Langzeitschäde von Schmerzmedikamentation bedacht anstatt den Abschied so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ich würde mit Deiner Tochter reden, ihr sagen, dass Du gerne hättest, dass sie Oma besucht, ABER dass Oma sich verändert hat. Wenn die Kleine nein sagt, dann hat sie nein gesagt. Aber wenn sie okay sagt würde ich sie Abschied nehmen lassen und das ggf auch mehrfach.
Kranke und Sterbende spüren die Anwesenheit von Menschen, spüren den Händedruck.
Vielleicht bekommt sie nochmal eine Reaktion, aber wenn nicht, dann lernt sie doch kennen, was zum Leben gehört: dessen Ende. Fernhalten heißt aus der Perspektive des Kindes: Oma verschwindet aus meinem Leben und wenn das mit Oma passiert, dann kann es auch mit anderen passieren. Oma ist krank, ein anderes krank als bei einer Erkältung.
Kleine Kinder fragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Auch das kann Deine Tochter jetzt lernen: Ich kann mit meinen existentiellen Fragen zu Mama gehen und wir reden darüber, wenn Mama keine Antwort hat und Mama nur sagen kann, was sie glaubt und hofft, dann tut sie das mit mir. Ich lerne mit meinen Fragen und Sorgen mich an Mama zu wenden, sie läuft davor nicht weg. Ich kann Mama trösten indem wir uns umarmen und gemeinsam weinen.

Ein schönes Buch auch für die ganz kleinen: Leb wohl lieber Dachs. Das Buch aus der wiesoweshalbwarum Reihe zu Sterben und Tod fnd ich auch toll, eher was für Ältere, aber die Fragen werden ja über die Jahre immer wieder kommen.

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Thea vom URBIA-Team-Team

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