Wozu Paten?

Hallo Zusammen

Meine grosse Tochter hat einen Paten (meinen Bruder der dann ausgewandert ist) und Patin (meine beste Freundin). Wir verstehen uns super und sind über 20 Jahre befreundet. Aber mit meiner Tochter konnte sie nie viel anfangen. Muss dazu sagen dass wir damals erst 18 waren, als ich meine Tochter bekam (und sie Patin wurde). Heute bin ich 30 und mein Mann und ich haben bisher keinen Paten oder Patin für unseren Sohn (2 Monate alt). Und irgendwie finde ich es auch unnötig. Er wird nicht getauft. Und man hört und liest immer wieder, dass Freundschaften zerbrechen und die Kinder dadurch den Paten/Patin auch verlieren. Und innerhalb der Familie finde ich es auch unnötig, da sie ja eh schon Tante/Onkel was auch immer sind. Wozu dann noch Pate/Patin..

Aber wenn wir der Familie und anderen Eltern sagen, dass der Kleinen keinen Paten/Patin hat, finden es alle komisch.

Wie seht ihr das? Wozu einen Paten/Patin?
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Ganz einfach: Keine Taufe, kein Pate.

Der Pate soll unterstützen, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und zu unterweisen. Wenn man mit dem christlichen Glauben und der Kirche nix am Hut hat und sein Kind nicht taufen lassen will, ist die Bestimmung von "Paten" aus meiner Sicht albern.

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Die Bestimmung des Paten ist nicht nur die Erziehung im christlichen Glauben - das ist noch ein Relikt, als Religion eine viel größere Rolle gespielt hat, sondern der Pate/die Paten waren diejenigen, die das Kind in Obhut nahmen, wenn den Eltern etwas zugestoßen ist.
Mein Neffe ist auch nicht getauft, trotzdem haben seine Eltern einen Onkel als Paten ernannt und dieser nimmt das Amt auch sehr ernst.
Da er als Soldat oft auch ins Ausland muss, hat er notariell bereits jetzt festgelegt, dass sein
Patenkind bestimmte Dinge (auch Geld und eine Immobilie) erhalten soll.
Ansonsten ist er für den Jungen (jetzt 14) auch Ratgeber und Freund.

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"sondern der Pate/die Paten waren diejenigen, die das Kind in Obhut nahmen, wenn den Eltern etwas zugestoßen ist."

Stimmt so nicht.

Paten gab es schon in der Alten Kirche, als überwiegend Erwachsene getauft wurden.
Ursprünglich waren die Paten "Taufzeugen". Das heißt, wenn ein erwachsener Mensch sich taufen lassen wollte, haben sie bestätigt: "Ja, der meint es wirklich ernst." Und wenn es Kinder waren, musste er die christliche Erziehung versichern.
Daher kommt ja auch das Wort: Pater spiritualis = geistlicher Vater
Je weiter sich das Christentum verbreitet hat, desto mehr hat sich das Verhältnis verschoben. Es gab mehr Gläubige, die ihre Kinder taufen lassen wollten, als solche, die erst gläubig geworden sind und sich daraufhin taufen lassen wollten.
So ist dann die Sicherung der christlichen Erziehung in den Mittelpunkt geraten.

Dass die Paten das Kind zu sich nehmen und versorgen sollten, falls die Eltern sterben, kam erst viel später dazu und der Part hat sich dann halt erhalten, weil man das Prinzip Patenamt übernehmen wollte, aber mit dem Glauben nicht mehr viel anfangen konnte.

Ich glaube, dass die Versorgung heute nur bei den wenigsten Patenschaften eine Rolle spielt.

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Hallo :-)

Ich bin getauft und konfirmiert worden, habe aber keine Paten. In meiner Familie hat das niemand, soweit ich weiß.

Ist schlicht nicht nötig. Habe den Hype darum eh nie verstanden.

Ich bin sehr glücklich ohne Paten, die dann noch meinen, irgendwelche Rechte oder so zu haben :-D

Eine Kollegin hat mal erzählt, dass sie ihre Schwester fragen will, ob sie Patin wird. Sie wurde dann gefragt "Und? Was bringt dir oder dem Kind das?" Ihre Antwort war dann, dass es doch schön ist, wenn man sagen kann, das ist mein Pate. Aha, was für eine tolle Begründung #augen

Ich würde mir an deiner/eurer Stelle bloß nicht reinreden lassen. Wenn ihr meint, es braucht keinen Paten, dann ist das so :-) Macht, wie gesagt, nicht den kleinsten Unterschied. Meiner Erfahrung nach zumindest.

Alles Gute #winke

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das kann nicht sein, denn eine Taufe geht nicht ohne Taufpaten

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Das stimmt so nicht. Es gibt (Frei-)Kirchen, in denen es keine Taufpaten gibt und auch in den großen Kirchen werden Ausnahmen gemacht, wenn sich keine Taufpaten finden.

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Unsere Kinder sind getauft, deshalb hat jeder zwei Paten. Einer hätte gereicht, aber wir haben jeweils von beiden Seiten einen Paten/in.
Ohne Pate/Patin kann eine katholische Taufe nicht stattfinden und die Eltern dürfen dieses Amt nicht übernehmen.
Wären unsere Kinder nicht getauft, hätten sie auch keine Paten. Ohne kirchlichen Hintergrund würde ich dieses "Amt" nicht vergeben.

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Ohne Taufe keine Taufpaten, voilà

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Hallo
Ich denke, dass könnt ihr handhaben, wie ihr wollt.
Für uns war klar, dass unsere Kinder Paten bekommen. Wenn sie schon keine Grosseltern haben (alle bereits verstorben) und die Onkel und Tanten alle etwas weiter wegwohnen, dann sollen sie hier ihre Bezugspersonen haben.
Als Paten haben wir ein befreundetes (kinderloses) Ehepaar genommen (für beide Jungs dieselben Paten). Beide Jungs sind ausserdem nicht getauft.

Die Jungs (inzwischen 11 und 15) lieben ihre Paten sehr; v.a. ist es auch für unsere Freunde schön, sich - als kinderloses Ehepaar - unsere Jungs ab und zu "ausleihen" zu können. Sie unternehmen Dinge mit ihnen, die wir als Eltern nicht so sehr mögen (aktuell z.B. 3 Tage zelten, wandern und Kanu fahren); wir als Eltern unternehmen andere Dinge mit den beiden und freuen uns auch des öfteren über kinderfreie Wochenenden #huepf.

Der langen Rede kurzer Sinn: Keine Taufe = keine Paten finde ich so nicht richtig. Auch ungetaufte Kinder können Paten haben, die für sie wichtig sind - und umgekehrt!

Liebe Grüsse
#winke

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Das klingt sehr schön!

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Ohne Taufe gibt es keinen Paten.
Daher braucht ihr euch den Kopf nicht zu zerbrechen. Der Hintergrund ist und bleibt christlich.

Übrigens war uns wichtig, dass es jemand aus der Familie ist. Wie Tante und Onkel,…

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Finde ich auch unnötig.

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Hier mal die entsprechenden Auszüge aus dem Kirchenrecht:

"Die Eltern, Patinnen und Paten versprechen bei der Taufe, für die christliche Erziehung der Kinder zu sorgen." LGO EKiR III. §13 (1)

"[...] Eltern, Patinnen und Paten und Gemeinde tragen gemeinsam die Verantwortung für die christliche Erziehung der Kinder." KO EKiR Art. 79 (1)

"Nach Möglichkeit sollen an die Seite des Täuflings Patinnen und Paten treten, die einer christlichen Kirche angehören müssen. Sie erinnern den Täufling an Verheißung und Anspruch der Taufe, beten für ihn und stehen ihm bei." KO EKiR Art. 79 (4)

"Kirche, Eltern und Paten tragen gemeinsam die Verantwortung für eine christliche Erziehung der Kinder und schaffen die Voraussetzungen für das Hineinwachsen in den Glauben und das Leben der Kirche." Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe, Präambel

Genau aus diesem Grund wird auch unsere Tochter Paten bekommen. Weil wir auch glauben, dass nur die Eltern als Ansprechpartner und Vorbilder im Glauben nicht ausreichend sind. Wir beide haben eine sehr wertvolle Beziehung zu unseren Paten.

Wenn man sein Kind nicht taufen lässt, dann braucht man keine Paten.
Das Wort leitet sich übrigens sogar von "pater spiritualis" also "geistlicher Vater" ab.

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Ansichtssache finde ich. Generell kann doch jeder einen Paten bestimmen wenn er möchte. Auch und insbesondere wenn man weiss das derjenige eine gute Christliche Einstellung besitzt und man darauf Wert legt kann man doch jederzeit jemanden dieses Amt zukommen lassen. Kirche hin oder her. Die Aussage Keine Taufe gleich keine Paten halte ich auch für zu abgehoben. Wenn man ehrlich ist und die Bibel liest gibt es dort keinen Bezug zu Säuglingstaufen und man kann schon fast sagen das die Taufe an Kindern aus der Sichtweise Jesu Christi so wie er in der Bibel zitiert wird absolut unchristlich und entgegen seiner Lehre ist.

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"Wenn man ehrlich ist und die Bibel liest gibt es dort keinen Bezug zu Säuglingstaufen und man kann schon fast sagen das die Taufe an Kindern aus der Sichtweise Jesu Christi so wie er in der Bibel zitiert wird absolut unchristlich und entgegen seiner Lehre ist."

Da widerspreche ich vehement.
In der Bibel wird an mehreren Stellen implizit die Unmündigentaufe beschrieben. Da wird sogar beschrieben, wie Sklaven getauft werden, nur weil der Hausherr Christ wird.
Es gibt keine Stelle, die sich gegen die Taufe von Unmündigen richtet und gerade Jesu Lehre impliziert das Gegenteil.

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Sorry aber das stimmt so keinesfalls. Mit der Säuglingstaufe wurde erst angefangen als die Kirchen grösser wurden und den Geschmack der Macht kosteten. Jesus Christus hat niemals davon geredet oder in seiner Lehre durchblicken lassen das man Babys taufen lassen sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Man kann sogar sagen das die Kindertaufe unchristlich ist und Gott sauer aufstossen lässt. Der Akt der Taufe ist in der Bibel klar beschrieben. Das alte Sündhafte Leben hinter sich zu lassen und ein neues Leben mit der Lehre und den Werten Jesu Christi annehmen. Die Taufe ist kein muss. Auch ein ungetaufter Christ kommt genauso in den Himmel wie ein getaufter. Wie auch immer wichtig zu wissen ist das Jesu Christi Kinder besonders sah und sie keine Taufe bedurften. Er selbst sagte ja selbst das wenn wir Erwachsenen nicht so werden wir die Kinder werden wir nicht in das Himmelreich kommen. Das sagt doch schon alles. Alle Kinder kommen in den Himmel und brauchen keine Taufe um irgendetwas abzuwaschen was nicht vorhanden ist an Sünde.

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