Schwiegermutter möchte nicht zur Taufe kommen

Ich bin etwas von der Schwiegermutter enttäuscht. Wie würdet ihr reagieren in meiner Situation?
Ich komme aus Osteuropa und bin religiös aber nicht fanatisch religiös.Mir war es auch immer sehr wichtig,dass meine Kinder getauft werden. Die Taufe wird in meinem Heimatort auch groß gefeiert.
beim unserem Erstgeborene wollte ich Kind in Deutschland taufen aber es war fast unmöglich ( wir sind nicht verheiratet, haben keine Gemeinde ,und mein Mann ist nicht getauft).so nach 3 Monaten Suche ,haben wir uns entschieden,Kind in meinem Heimatland zu taufen.wir haben auch meine Schwiegermutter eingeladen, Flugtickets und Hotel hätte sie bezahlt bekommen.die Schwiegermutter hat es abgelehnt.so nun ist das zweite Kind da und wir planen die Taufe wieder.und wieder haben wir die Oma eingeladen.wieder abgelehnt!! Ich habe ihr dann gesagt,dass die Taufe ist etwas besonderes und es wäre mich wichtig sie dabei zu haben, Sie kann auch ihren Lebenspartner mitnehmen. Sie möchte aber nicht mitkommen.
Nun bin ich etwas enttäuscht und traurig. Unsere Kinder sind einziege Enkelkinder der Schwiegermutter, sie ist Rentnerin und die Taufe findet in der Zeit statt,wo ihr Freund Urlaub hat ( Urlaub ist nicht gebucht, es wird immer 2 bis 3 Tage zuvor etwas gebucht).
Ich habe sie auch gefragt, warum sie nicht mitkommen will, die Antwort war komisch: " ich bleibe lieber hier!"
Ich verstehe das nicht.meine Mutter war schon in Deutschland zu Besuch aber aus gesundheitlichen Gründen kann sie uns nicht mehr besuchen.meine Mama hat auch meine Schwiemu kennengelernt.meine Brüder sprechen fließend Deutsch ,also kann es an der Sprache nicht liegen.
Bin sehr traurig!!

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Nun ja, dein Mann ist nicht mal getauft, bedeutet also, das deine Schwiegermutter mit diesem Ritual und der Kirche nichts am Hut hat. Wenn es mit einer langen Anreise und Kosten verbunden ist.kommt das noch iben drauf. Ich würde nicht mal für mein Enkelkind eine Kirche betreten, von daher würde auch von mir kommen: "Ach Kinder, spart euch das Geld für meinen Flug und Hotel und kauft davon den Kindern oder euch lieber was schönes, das ist doch rausgeschmissenes Geld". Wäre die Taufe in der Nähe würde ich zB auch vor der Kirche warten.

Ich würde bestimmt gerne mal im "Heimaturlaub" mitkommen, einfach so und sofern ich mich dort auch zurückziehen könnte. Oder anders ausgedrückt, solange ich dort nicht komplett von euch abhängig wäre. Das deine Mutter hier zu Besuch war, das hat doch nichts mit deiner Schwiegermutter oder ihrer Entscheidung zu tun. Deine Mutter wollte dich besuchen, ihre Tochter.
Dann komme ich doch noch kurz auf die Sprachbarriere, wenn ausschließlich du und deine Brüder deutsch sprechen udn ihr drei in die Heimat (für ein euch wichtiges Fest) reist, mit mir im Schlepptau, wäre mir das total unangenehm. Denn ihr drei freut euch doch riesig Verwandte wieder zu sehen, es gibt viel zu erzählen. Aber gerade euch bräuchte ich dann zum Übersetzen, ihr hättet mich im Grunde an der Backe...sofern dort keiner Englisch spricht. Diese Position möchte ich nicht haben, ich würde wollen, das ihr dort die Zeit in vollen Zügen genießen könntet, ohne Rücksicht auf mich nehmen zu müssen.

Ich denke du solltest die Entscheidung deiner Schwiegermutter nicht persönlich nehmen und sie einfach akzeptieren. Es gibt keinen Grund deswegen traurig zu sein, zumindest sehe ich da keinen. Im Gegenzug akzeptiert sie ja auch kommentarlos, das ihr Enkel einem aus ihrer Sicht überflüssigem, Ritual unterzogen wird. Nicht das sie da etwas zu melden hätte, aber für jemanden der ungläubig ist, für den ist eine Taufe mindestens komplett unwichtig, sie kann aber auch ein Dorn im Auge sein. Umgekehrt erlebt man das ja oft: "Was mein Enkel soll nicht getauft werden, #bla."

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Vielleicht fühlt sie sich in einer Kirche unwohl. Vielleicht lehnt sie Religion generell ab. Schließlich hat sie ihr Kind auch nicht taufen lassen.

Verreist sie denn ansonsten? Es gibt Menschen, die sich im Ausland / weiter weg von zuhause unwohl fühlen.

Über ihre Gründe können wir nur spekulieren.

Versuche, es ihr nicht übel zu nehmen. Du kannst es nicht ändern. Schlimm fände ich, wenn sie eure Entscheidung, eure Kinder taufen zu lassen, kritisiert. Solange sie das nicht der Fall ist und sie nur der Taufe fern bleibt, finde ich das ok und würde darüber hinwegsehen.

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Im letzten Satz ist ein „sie“ zu viel 🤦🏼‍♀️

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Eventuell hat sie die Begründung "ich bleibe lieber hier" gewählt, um dich und deinen Glauben nicht zu verletzen oder herabzuwürdigen. Sollte es so sein, war sie sehr diplomatisch.

Ich kann nur von meinem Empfinden ausgehen und ich würde auch nicht kommen. Glaube ist für mich zutiefst persönlich und ich denke man sollte jedem Menschen, in mündigem Alter, die Möglichkeit geben sich aus freien Stücken dafür oder dagegen zu entscheiden. Taufen im Säuglings- oder Kleinkindalter lehne ich entschieden ab. Wir besuchen sie nicht und schenken nichts ( Freundes oder Familienkreis). Das wird von allen akzeptiert.

Vielleicht geht es deiner Schwiegermutter ähnlich. Sie respektiert eure Entscheidung, aber sie trägt sie nicht. Ich halte es für respektvoll. Für dich ist der Glaube wichtig (ob du fanatisch bist, wirst du kaum objektiv einschätzen können) und du lebst ihn. Sie denkt anders. So lange sie eine gute Großmutter ist, spielt das keine Rolle. Zwang von einer Seite, egal von dir oder ihr, fände ich völlig fehl am Platz.

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"(ob du fanatisch bist, wirst du kaum objektiv einschätzen können)"

Diese Aussage von Dir finde ich kritisch. Ganz objektiv kann man nie sein ganzes Handeln beurteilen, aber man kann sehr wohl eine reale Einschätzung haben. Es gibt Maßstäbe an denen man etwas festmachen kann. Auch für die Art und Weise eine Religion auszuleben.
Kann man auf andere Bereiche im Leben genauso übertragen. Triffst du nie Aussagen in der Art von:
"Ich bin ein ruhigerer Autofahrer und kein Raser"
"Ich ernähre mich überwiegend gesund"
"Meine Sprachkenntnisse in XY sind nicht so gut"
"Ich bin hübsch"
"Ich bin schüchtern"
Ect. Ect.
Dann könntest du dich ja nie selbst einschätzen... 😉

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Praktisch jeder, der einen Unfall gebaut hat wegen überhöhter Geschwindigkeit, Alkohol oder Handy am Steuer war nach eigener Einschätzung ein guter Autofahrer.

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Ich hätte auch keine Lust für eine Taufe oder ähnliches ins Ausland zu fliegen und so einen Aufstand zu machen. Und ich bin religiös.

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Abgesehen von den Bedenken bezüglich des Glaubens haben wir ja auch immer noch eine Pandemie…

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Ehrlich gesagt ,kann ich das nicht mehr hören!!wir sterben sowieso alle eines Tages und die Geimpften sind auch nicht unsterblich!!

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du bist sicher katholisch,
die deutsche katholische Kirche tauft Kinder auch ohne verheiratete Eltern.
was mich derzeit auch Abschrecken würde ist nach wie vor Corona.
bei deiner Schwiegermutter liegt zusätzlich das Thema nicht gläubig an, dein Mann ist schon ungetauft, sie hat keinen Bezug und versteht es nicht, so wie du nicht verstehst, dass sie nicht religiös ist

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Vielleicht ist sie auch orthodox?
Katholisch kenne ich eigentlich auch nur von Polen...

An die TE: Vielleicht möchte sie auch einfach nicht in dein Heimatland?
In bestimmte osteuropäische Länder würde ich persönlich zur Zeit auch ungerne reisen. Wenn das noch auf eine ihrer Meinung nach unnötige Taufe dazu kommt, kann ich verstehen, dass sie nicht mitkommen möchte.

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Warum muß sich deine schwoergemutter rechtfertigen, dass sie nicht ns Ausland zur Taufe ihrer enkeltochter fähren will?

Akzeptiere es, sie ist nicht mehr die Jüngste. Vielleicht ist ihr das Reisen auch zu anstrengend. Ganz ehrlich, mir ist der Glaube auch wichtig,, aber ich würde auch überlegen, ob ich ins Ausland fahre zu ner Taufe ; sogar wenn's die meines Enkels wäre.

Ist wahrscheinlich auch abhängig vom Pfarrer, ob er ein kidn tauft. Habt ihr denn in anderen Kirchengemeinden nachgefragt, ob die taufen bei eurer Familien- Konstellation. Sogar in der katholischen Kirche wird doch nicht rigoros abgelehnt, ein Kind zu taufen. Meist überzeugen sich die Pfarrer nur über die Gründe für eine taufe. Da sollte man natürlich hinterstehen und es nicht einfach machen, weil es z. B. halt so Brauch ist seit Generationen in der Familie. Bei euch sollte das wegen deiner Einstellung zum Glauebn aber doch kein Problem sein.

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Enttäuscht wäre ich da nicht.

1. bin ich der Typ: mir könnte man 1000 Flutickets schenken und bezahlen, ich fliege nicht. Das liegt am Fliegen.
2. Für sehr wichtige Anlässe (Taufe gehört da für mich nicht dazu): Krankheitsfall, Todesfall, jemandem in akuter bedrohlicher Gefahr helfen, würde ich unwegsame Strecken auch per Zug auf mich nehmen.
Urlaubswege bis zu 10 Stunden Zugfahrt, dann auch mit Mindestaufenthaltsdauer.
In genannten Ausnahmesituationen auch längere Zugfahrten oder kürzere Aufenthaltsdauer.

3. Ihr ist Taufe nicht wichtig.
Das ist zu respektieren.

Mir war es wichtig, dass mein Kind getauft wird.
Ich habe mich über jeden Gast gefreut.
Es gab auch einige, die ganz klar gesagt haben, dass ihnen selbst Taufe nicht (so) wichtig ist.
Sei es auf Grund der Strecke. Taufe selbst schon sehr wichtig. Anreise zu lange, zu anstrengend etc.
Sei es auf Grund des Festes. Sie wohnen in der Nähe, betreten aber keine Kirche.

Beides ist völlig in Ordnung.
Die Bindung zum Kind ist top. Auch heute. Sie lieben das Kind. Sie können nur mit Taufe nichts anfangen - oder die Strecke fahre ich mit Kind, weil es ihnen zu weit ist.

Deine Schwiegermutter kommuniziert klar ihre Grenzen. Das finde ich super.

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Naja, offensichtlich kann sie mit Kirche und dem Ritual der Taufe nicht viel anfangen.

Außerdem gibt es Menschen, die einfach nicht gern verreisen, zumindest nicht, wenn sie nicht selbst alles ausgesucht haben und unter Kontrolle haben.
Meine Mama ist z.b. auch so. Früher total gern gereist, jetzt bis auf Österreich gar nicht mehr. Mein Papa hat ihr dann mal eine Reise ins Donaudelta geschenkt, da ist sie fast durchgedreht- es war eine organisierte Bustour.. "Was mach ich, wenn das Essen mir nicht schmeckt? Was mach ich wenn das Hotel schlecht ist? Wahrscheinlich sind die anderen Leute nervig. Vielleicht gefällt es mir nicht..." Der Urlaub wäre fast zum riesen Ehescheidung geworden. Seitdem hüten wir uns, ihr sowas zu schenken, da wir wissen, Verreisen geht nur (noch), wenn sie alles selbst entscheidet, aussucht und die Kontrolle hat.😉
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Ich bin mir bei meiner Mama, mit der ich ein hervorragendes Verhältnis habe, übrigens sicher (!): wenn ich im Ausland am Strand heiraten würde, würde das ohne sie stattfinden- weil sie das einfach nicht machen würde. Nicht, weil sie mich nicht mag, sondern weil sie sich da nicht wohlfühlen würde und in 1000 Gedanken reinsteigern. Darum würd ich ihr bei sowas auch nie böse sein und das nicht auf mich münzen.

Sie werden im Alter ja nicht einfacher...

Ich würd ihr einfach sagen, dass du es schade findest, sie vielleicht fragen, ob man etwas ändern könnte, dass sie doch mitkommen will- und es ohne Groll akzeptieren, wenn es nicht so wäre.