Ein Kind oder kein Kind.

Ich habe schon mehrmals hier gelesen, dass man fragt wegen zweites oder drittes Kind ja oder nein, aber leider nichts wegen ein Kind oder kein Kind.

Wir sind mittlerweile Mitte 30, verheiratet, haben gute jobs und finanziell stehen wir gut da. Haben viele Hobbies, viele Freunde, lieben das Reisen und busy social life und wohnen in einer Große Eigentumswohnung mitten in der Stadt. Durchaus ausgeglichene und glückliche Menschen. Wir beide haben wirklich tolle Familien, auch viele Nichten und Neffen mit wem wir auch viel zusammen unternehmen und lieben es Tante/Onkel zu sein.

Wir selber haben das Thema Kind immer nach hinten verschoben und sind an dem Punkt angekommen wo jetzt irgendwie eine Entscheidung fallen soll.

Ich persönlich habe kein ausgeprägter Kinderwunsch, ich ändere ständig meine Meinung dazu. Generell finde ich Kinder süß und lustig aber gleichzeitig auch langweilig und belastend. Ich mag nicht stundenlang spielen und habe wenig Lust auf Spielplatz, Arztbesuche, Elternabende, Hausaufgaben etc. Auch mein Mann sieht das Leben mit Kindern auch eher realistisch und ohne die rosarote Brille. Viele seiner Freunde sind überwiegend genervt und überfordert und können es kaum erwarten, bis die Kinder groß sind und ihr altes Leben zurückbekommen. Mein Mann würde aber mitziehen und sich auch genauso viel kümmern wenn ich mich für ein Kind entscheide.

Grundsätzlich sehe ich das Kinderkriegen und erziehen ein Teil von life experience und habe Angst irgendwann mal zu bereuen das nicht gemacht zu haben.

Gibt es hier jemand die ähnliche Überlegungen hatte und sich doch für ein Kind entschieden hat. Wie geht es euch heute? Oder vielleicht jemand der sich gegen Kinder entschieden hat, seid ihr immer noch glücklich?

Liebe Grüße,
Kayla

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Ein eigenes Kind fordert viele Opfer.

An einigen Tagen steht man das Chaos nur durch, weil man sich daran erinnert, wie sehr man doch ein Kind wollte🙈

Ich würde kein Kind bekommen nur, weil es zur "life experience" gehört🤷‍♀️ Es gibt genug Paare, die sich gegen Kinder entscheiden und damit gut leben.

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Hallo,

mir ging es ähnlich, ich bin mittlerweile 36 und meine Tochter ist nun ein Jahr alt. Guter Job, gefestigte Beziehung, gerne unterwegs und am Reisen (gewesen).

Ich habe auch lange gebraucht um die Entscheidung zu treffen ein Kind zu wollen, ich konnte mir auch ein tolles Leben ohne Kind vorstellen und verstehe auch alle, die keinen Kinderwunsch haben.

Allerdings wollte ich es auch nie bereuen keine Kinder bekommen zu haben und mein Partner war auch eher Pro Kind.

Es ist wirklich härter als ich es mir vorgestellt habe, das Mutter sein. Die Schwangerschaft und das Wochenbett waren auch nicht so toll...

Aber ich liebe diese kleine Motte so abgöttisch, dass ich sie nicht mehr hergeben würde.
Manchmal wünsche ich mir die Ruhe und die Unabhängigkeit zurück, aber auf langfristige Sicht freue mich mich darauf dieses Menschlein heranwachsen zu sehen und ihm die Welt zu zeigen.
Es ist wirklich nicht Rosarot...aber trotzdem wunderbar.

Wir überlegen sogar ein zweites zu wollen, allerdings wünschte ich mir jetzt, dass ich nicht "schon 36" bin und ich gerne mehr Abstand zwischen die beiden bekommen würde...naja anderes Problem😄...

Liebe Grüße

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PS: wir haben uns übrigens die Elternzeit geteilt. Ich war 9 Monate Zuhause und mein Freund ist jetzt bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes Zuhause. Einmal machen wir es aus finanziellen Gründen und weil ich die Arbeit einfach brauche. Mittlerweile macht es Spaß mit der kleinen zu spielen, aber als sie noch nicht wirklich mit mir interagieren konnte war es schon wirklich sehr sehr langweilig. Durch Corona könnten wir auch keine Kurse oder Ähnliches besuchen um unseren Alltag spannender zu gestalten.

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Danke, dass du deine Erfahrung teilst! Das hat wirklich geholfen.

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Ich bin auch Mitte 30 und gerade mit unserem 1. Kind schwanger. Ich verstehe, was Du meinst. Bei mir kam irgendwann der Punkt, an dem ich die Arbeit und die Aktivitäten als nicht mehr sinnstiftend empfunden habe und mir gedacht habe, dass das nicht alles sein kann. Einfach nur für sich leben und nichts hinterlassen. Ich habe Respekt vor der Aufgabe als Mutter und stelle mir diese auch nicht rosarot vor, aber ich denke, dass eigene Kinder einem auch sehr viel geben. Sonst wäre die Menschheit schon ausgestorben.

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>>aber ich denke, dass eigene Kinder einem auch sehr viel geben. Sonst wäre die Menschheit schon ausgestorben.<<

Was in erster Linie daran liegt, dass sie nicht als muffige und müffelte Teenager zur Welt kommen.
Sonst würde es vielen nach dem ersten schon vergehen.

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Trotzende Dreijährige reichen auch schon. 😅

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Hi,
ich dachte auch so, und mit dem 3. Freund, hatte ich mich geeinigt, 2 Jahre nicht verhüten und wenn ein Kind kommt, dann soll es so sein.

Tja, und dann wird man sofort schwanger. War ja "einigermaßen geplant" gewesen, waren aber erst 13 Monate zusammen. Und "rein vom Prinzip her", hätte das gar nicht klappen sollen.

30 Kilo Übergewicht, Hashimoto, 32 Jahre alt, nie schwanger gewesen.

Ein Kind bekommt man gut groß, auch als "nicht Hormon gebeutelte Mutter", aber uns hat sich noch ein 2. reingeschlichen.

Oh man....

Also ich bin eine Baby Mutter, die Kleinen wollen nicht viel, sind ruckzuck zu begeistern.

Jetzt sind sie 11,5 und fast 15 Jahre, und ich freue mich, wenn sie beide ausgezogen sind. Einfache Schüler waren sie beide noch nie, Corona hat da noch ne Schippe draufgelegt.

Hätte ich es 2006 geahnt, daß so was mal kommt, wäre es auf jeden Fall bei einem Kind geblieben, aber sowas von.

Also an Deiner/Eurer Stelle würde ich mich als "Tante und Onkel" gut kümmern, da habt ihr bisschen Kinder Gaudi, und den Rest überlast ihr den Eltern. Die Eltern freuen sich, wenn ihr mit denen in den Tierpark fahrt, oder in ein Freizeitpark. Die freuen sich über Kinderfrei, und ihr habt dann mal Höhepunkte, ohne andauernd erziehen zu müssen. Bei "Fremden", laufen die Kids immer besser mit, als bei Eltern.

Gruß

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Wir sind in etwa gleichalt und irgendwie ganz unterschiedlich. Ich wollte schon mit 15 ein Baby 🥰, wurde dann aber „erst“ Mitte 20 Mutter.
Also bin ich jetzt schon Mutter eines Teenagers. Wenn ich JETZT nochmal ein Kind bekommen sollte, würde ich dankend ablehnen!
Mir gefällt dieser Trend der späten Mutterschaft einfach nicht. Ist nicht meins. Ich werde gerne Oma, auch von ganz vielen Kindern meinetwegen, aber nochmal ein eigenes Baby in meinem Alter: Nein DANKE!
Ich will nicht mehr zurückstecken, jetzt sind MEINE BEDÜRFNISSE dran! Ich will nachts schlafen, ich will am Wochenende ausschlafen, ich will beim Schwimmengehen nicht dauernd ein Auge aufs Kind haben müssen, damit es nicht ertrinkt oder wegläuft, ich will nicht mehr auf Spielplätzen sitzen oder meine Zeit im immergleichen Tierpark verbringen 🤣🤣🤣
Ich will auch keine Kinderfilme im Kino sehen, sondern Filme, die mich interessieren.
Im Restaurant möchte ICH essen und ratschen und nicht ein Kleinkind bespaßen. Ich möchte auch kein Kind mehr durch die Grundschulzeit begleiten!

Hört sich alles sehr egoistisch an, ist aber Fakt: Ein Baby kommt für mich nie mehr in Frage! Jetzt bin ich dran! Und Bye the way: Teenager können echt cool sein, die sind keineswegs immer nur muffig! Im Gegenteil! Es macht echt Spaß Zeit mit ihnen zu verbringen

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Klingt voll schräg, Dein Text. Du scheinst ja so vieles als Belastung anzusehen.

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Finde ich nicht. Ich habe die Kernaussage ihres Beitrags so verstanden, dass alles seine Zeit hat. Sie eben jetzt mit dem Kinder aufziehen größtenteils durch ist und jetzt ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellt.
Was ich im Übrigen gut nachvollziehen kann. Meine vier sind zwischen 12 und 18 und langsam endet die Zeit der Fremdbestimmtheit und wir haben wieder mehr Zeit für uns und unsere Bedürfnisse. Nicht jeder möchte den überwiegenden Teil seines Lebens mit der Erziehung von Kindern verbringen.

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Wir haben auch darüber nachgedacht, haben uns aber erst mit Ende dreissig, Anfang vierzig kennengelernt, viel Zeit war da nicht.
Das hatte aber auch so ein gesellschaftliches Geschmäckle, weil viele um uns herum recht frisch Eltern waren.

Wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden nachdem wir in uns hineingehört haben, wir sind zu gern "frei" und zu eigen, um uns so einschränken zu wollen. Mein Kinderwunsch war eh immer sehr klein bzw. eigentlich nicht vorhanden. Und wir fühlten uns auch ein bischen zu alt.
Wir haben drei Patenkinder, das reicht.

Und wir bereuen es nicht und ich glaube, das wird auch so bleiben. Wir genügen uns und geniessen es, nicht fremdbestimmt zu sein.


LG, katzz

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Ich denke, entweder man wünscht sich ein Kind und entscheidet sich bewusst dafür oder eben nicht.
Da du aktuell offensichtlich nicht den Wunsch hegst, eines zu bekommen würde ich es an deiner Stelle auch einfach annehmen und dabei belassen und nicht versuchen, dich krampfhaft selbst vom Gegenteil überzeugen zu wollen nur aufgrund eures Alters.
Ein Kinderwunsch ist eigentlich keine Kopfentscheidung sondern eine Herzentscheidung.

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Das sehe ich zwar genauso aber auch wenn das Herz eigentlich Kinder möchte kann der Kopf gegeben sprechen. Der sagt dann Dinge wie "du kann nicht mehr machen was du willst" "Kinder sind teuer" usw usw
Also ich war mir auch nicht zu 100% sicher bei meinem ersten Kind. Und die ersten Monate waren auch eeecchht anstrengend aber dann kamen die ersten unvergesslichen Momente, das erste bewusste Lächeln, die Ärmchen nach einem ausstrecken, das erste Mama, das erste ich liebe dich usw ein Kind gibt einem schon echt viel zurück auch wenn es oft anstrengend ist. Ich bin jetzt 37 und meine Mama ist immer noch die Beste auf der Welt für mich, die beste Mama und die beste Oma. 🥰

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Kann sein das man es jetzt nicht bereut aber ich glaube im Alter wenn man dann evtl. ganz alleine ist ohne Partner oder Verwandte dann ist es extrem hart. Man hört das öfter das die Reue dann erst später kommt.

Aber wie oben schon erwähnt es sollte eine Herzensangelegenheit sein und keine was macht Sinn und was nicht. Das Weiss man sowieso erst wenn man Kinder hat ansonsten kennt man das Gefühl ja nicht wofür man überhaupt Kinder zeugt.

Und wenn es so schlimm wäre würden die meisten bzw alle nach 1 Kind aufhören.

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Ich muss mal ganz ehrlich fragen was man sich bei folgenden Zeilen, die ich öfter höre und lese denkt:

"(...) ich glaube im Alter wenn man dann evtl. ganz alleine ist ohne Partner oder Verwandte dann ist es extrem hart."

Sollen die Kinder einem im Alter bespaßen oder wie?

Klar lässt man seine Eltern in der Regel ja nicht im Stich, dennoch hat man sein eigenes Leben und wohnt vielleicht auch nix weiter weg.
Ein Kind kann im Alter doch keinen Partner oder Freunde ersetzen?
Vielleicht bekommt man ja im Laufe der Zeit Krach?

Also nur deswegen ein Kind in die Welt zu setzen finde ich absolut falsch.

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Ich habe auch kinderlose Verwandte, die nicht einsam sind. Meine Mutter hatte bis zum Schluss ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Patentante und wir waren wie Enkel für sie. Gleichzeitig sind Kinder keine Garantie für regelmäßige Besuche etc. Kinder, die keine schöne Kindheit hatten, brechen oft den Kontakt auf. Inzwischen bleiben viele Leute nicht mehr in ihrer Heimat und ich kenne einige alte Leute, die ihre Kinder vielleicht einmal im Jahr sehen, weil sie am anderen Ende Deutschlands oder im Ausland leben.

Im Alter nicht alleine zu sein, ist KEIN Grund, Kinder zu bekommen.

Und liebe TE, das hier ist auch kein Grund: „ Grundsätzlich sehe ich das Kinderkriegen und erziehen ein Teil von life experience und habe Angst irgendwann mal zu bereuen das nicht gemacht zu haben.“

Dafür erlebst du andere Dinge, mit denen du ja offensichtlich zufrieden bist.

Man sollte Kinder bekommen, weil man sich Kinder wünscht. Sonst nicht.

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Deine Zeilen könnten von mir stammen. Hatte früher vor Kinder zu bekommen (der typische Zukunftsplan halt), bin aber mittlerweile davon abgekommen. Ich liebe mein Leben, ich lebe es genau so, wie ich will. Es gibt nichts, das ich daran ändern möchte. Und unser Leben ist nicht mit Kindern kompatibel. Das heißt realistisch betrachtet, dass ich 10 Jahre Lebenszeit "opfern" müsste. Und dass ist mir diese "life experience" (treffende Beschreibung!) einfach nicht wert.

Dazu kommt auch, dass in unserem näheren Umkreis fast niemand Kinder hat. Geschwister, Cousinen, Freunde,... Fast alle gewollt kinderlos. Und glücklich damit. Dadurch haben wir schlicht nicht das Problem, dass wir sozial außen vor sind, sondern sind unter Gleichgesinnten.

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Ich sehe auch die kinderfreien Paare oft irgendwie glücklicher. Hmm

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Anscheinend sind Eltern oft tatsächlich erstmal unglücklicher. Ich musste da an diese Studie denken, als ich deinen Satz gerade gelesen habe:

https://www.mpg.de/9338415/eltern-zufriedenheit-geburt

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